{"id":4561,"date":"2026-04-20T07:59:59","date_gmt":"2026-04-20T07:59:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4561\/"},"modified":"2026-04-20T07:59:59","modified_gmt":"2026-04-20T07:59:59","slug":"schweizer-schokolade-tauziehen-um-fairen-kakaopreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4561\/","title":{"rendered":"Schweizer Schokolade: Tauziehen um fairen Kakaopreis"},"content":{"rendered":"<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/4379619ab45347e4a6cee83e1baa1dda-cocoa-cartel-opener-illus_10-data.jpg\" width=\"2560\" height=\"1706\" alt=\"cocoa cartel\" loading=\"eager\" decoding=\"sync\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>            illustration Helen James \/ swissinfo.ch        <\/p>\n<p>        Eine Initiative Ghanas und der Elfenbeink\u00fcste zur Erh\u00f6hung der Kakaopreise wurde durch die Covid-19-Pandemie zunichte gemacht. Jetzt nehmen die beiden L\u00e4nder einen neuen Anlauf, um Millionen von B\u00e4uerinnen und Bauern aus der Armut zu befreien. F\u00fcr die Schweizer Schokoladeindustrie ist der Preis der Kakaobohnen von grosser Bedeutung.\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        06. Januar 2023 &#8211; 13:15\n<\/p>\n<p>Die beiden gr\u00f6ssten kakaoproduzierenden L\u00e4nder der Welt wollen dem Preisdumping bei Kakaobohnen den Riegel schieben. Hintergrund sind die Preisnachl\u00e4sse, die Ghana und Elfenbeink\u00fcste\u00a0w\u00e4hrend der Covid-19-Pandemie gew\u00e4hren mussten, um den Absatz anzukurbeln.<\/p>\n<p>Am 29. Juli 2022 k\u00fcndigten Ghana und die Elfenbeink\u00fcste mittels der <a href=\"https:\/\/www.cighci.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">C\u00f4te d\u2019Ivoire-Ghana Cocoa InitiativeExterner Link<\/a> (CIGCI) an, keine Nachl\u00e4sse mehr auf die Premium-Aufschl\u00e4ge zu gew\u00e4hren, die als \u00abOrigin Differential\u00bb (OD) bekannt sind.<\/p>\n<p>Es handelt sich um Preisaufschl\u00e4ge <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/wirtschaft\/preispraemie-fuer-kakao-hilft-afrikanischen-bauern-zu-wenig\/46817616\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">f\u00fcr qualitativ hochwertige Kakaobohnen<\/a>, die zus\u00e4tzlich zum vorherrschenden Kakaomarktpreis zu zahlen sind. Damit soll den B\u00e4uerinnen und Bauern ein existenzsichernder Mindestlohn garantiert werden.<\/p>\n<p>Um \u00dcberbest\u00e4nde von Kakaobohnen abzubauen, hatte die in Ghanas Hauptstadt Accra ans\u00e4ssige Lobbyorganisation CIGCI die festgelegten Aufschl\u00e4ge in den beiden Vorjahren <a href=\"https:\/\/www.cighci.org\/publication-of-cocoa-origin-differentials-for-cote-divoire-and-ghana-november-2022\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">um bis zu 150 ProzentExterner Link<\/a>.<\/p>\n<p>Das Resultat: Was als Preisaufschlag gedacht war, um das Einkommen der B\u00e4uerinnen und Bauern zu erh\u00f6hen, wurde zu einem Preisnachlass, der die Haushalte der beiden L\u00e4nder belastete.<\/p>\n<p>                swissinfo.ch-Spezialserie: Kakao aus afrikanischer Perspektive            <\/p>\n<p>Der urspr\u00fcnglich aus Mittel- und S\u00fcdamerika stammende Kakao wurde in Westafrika bereits 1868 erstmals erw\u00e4hnt. Die Archive der Royal Botanic Gardens in Kew, Grossbritannien, verweisen auf einige wenige Kakaob\u00e4ume, die auf dem Grundst\u00fcck des Schweizer Missionshilfswerks Basler Mission in Akropong\u00a0in der damaligen britischen Kronkolonie Goldk\u00fcste gediehen.<\/p>\n<p>Heute produzieren die westafrikanischen L\u00e4nder Elfenbeink\u00fcste und Ghana \u00fcber 60% der weltweiten Kakaobohnen, und die Schweiz ist zum Synonym f\u00fcr Schokolade geworden.<\/p>\n<p>Diese f\u00fcr beide Seiten vorteilhafte Beziehung ist in den letzten Jahren unter Druck geraten. Die Elfenbeink\u00fcste und Ghana geben sich nicht mehr mit ihrem bescheidenen Anteil von 6 Mrd. $ an der 120 Mrd. $ schweren Schokoladeindustrie zufrieden.<\/p>\n<p>Die Schweiz ist \u2013 wie auch die EU und die USA \u2013 unzufrieden mit der Abholzung der W\u00e4lder und der Kinderarbeit in den Kakaoanbaugebieten in Westafrika.<\/p>\n<p>Beide Seiten \u00fcben Druck auf die jeweils andere Seite aus, um ihre Forderungen durchzusetzen. Aber das Machtgleichgewicht neigt immer noch stark zugunsten der Kakaokonsumierenden gegen\u00fcber den -produzierenden.<\/p>\n<p>Der kombinierte Umsatz der Schweizer Schokoladehersteller Nestl\u00e9 (nur S\u00fcsswaren), Lindt &amp; Spr\u00fcngli und Barry Callebaut im Jahr 2021 war mehr als dreimal so hoch wie der Wert der von der Elfenbeink\u00fcste und Ghana im Jahr zuvor exportierten Kakaobohnen zusammen. Als wichtige Akteure bestimmen sie auch, wie die Kakaoproduktion in Zukunft aussehen soll.<\/p>\n<p>In dieser Serie von sechs Artikeln r\u00fccken wir in den Fokus, wie Westafrika versucht, seine Rolle in der Schokoladeindustrie neu zu verhandeln. Von der B\u00fcndelung der Kr\u00e4fte und der Wertsch\u00f6pfung bis hin zu Investitionen in Digitalisierung und Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p>Es ist ein harter Kampf, aber ein notwendiger, um nicht zur Geisel der globalen Kakaopreise zu werden und den rund f\u00fcnf Millionen Kakaobauern und -b\u00e4uerinnen in der Region ein Auskommen zu sichern.<\/p>\n<p>\u00abDie internationalen Kakaok\u00e4ufer:innen erhalten nach wie vor die gleiche Qualit\u00e4t, aber der Markt generiert einen Rabatt, weil der Preis als zu hoch empfunden wird\u00bb, sagt Alex Assanvo, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der CIGCI, gegen\u00fcber SWI swissinfo.ch.<\/p>\n<p>Die CIGCI setzte den Schokolade- und Kakaounternehmen eine Frist bis zum 20. November 2022. Nach diesem Datum durften keine Abschl\u00e4ge mehr auf den \u00abOrigin Differential\u201c Pr\u00e4mien mehr verlangt werden.<\/p>\n<p>Mehr noch: Die Lobbyorganisation drohte damit, die Nachhaltigkeitsprogramme auszusetzen und den Unternehmen den Zugang zu den Kakaoplantagen zu verweigern, falls diese Frist nicht eingehalten werde. Der Besuch der Plantagen erlaubt eine Sch\u00e4tzung des Erntevolumens.<\/p>\n<p>Zwei Tage vor Ablauf der Frist kam es zu einer Einigung zwischen Kakaoproduzenten und -abnehmenden. Es wurde beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die einen langfristig tragf\u00e4higen Preismechanismus ausarbeiten soll, der eine faire Bezahlung der Produzierenden von Qualit\u00e4tskakaobohnen sicherstellen soll. Diese Arbeitsgruppe muss bis zum Ende des ersten Quartals 2023 einen Vorschlag vorlegen.<\/p>\n<p>Schweizer Schoggiindustrie unter Druck<\/p>\n<p>Die Schweizer Schokoladeindustrie ist stark von Ghana abh\u00e4ngig ist \u2013 55% der Schweizer Kakaoimporte stammen aus diesem westafrikanischen Land. Entsprechend aufmerksam werden die Gespr\u00e4che verfolgt.<\/p>\n<p>Dabei hofft die Schokoladeindustrie, dass die Preiserh\u00f6hungen auf ein Minimum beschr\u00e4nkt werden k\u00f6nnen. Denn die Kosten schnellen wegen der unterbrochenen Lieferketten und der steigenden Preise f\u00fcr andere Zutaten von Schokolade allenthalben in die H\u00f6he.<\/p>\n<p>Der Krieg in der Ukraine beeintr\u00e4chtigt die Energiesicherheit und die Lieferungen von Sonnenblumen\u00f6l-Lecithin, einem nat\u00fcrlichen Emulgator. Dieser ist n\u00f6tig, um die Zutaten in der Schokolade zu vermischen.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss Urs Furrer, Direktor des <a href=\"https:\/\/www.chocosuisse.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Verbands der Schweizer Schokoladehersteller ChocosuisseExterner Link<\/a>, gilt die Hauptsorge momentan jedoch den steigenden Kosten f\u00fcr preislich gesch\u00fctzte einheimische Rohstoffe wie Zucker und Milch.<\/p>\n<p>\u00abWir beobachten mit Sorge, dass die Bereitschaft der Konsument:innen, hohe Preise zu bezahlen, aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung abnimmt. Dies betrifft Qualit\u00e4tsprodukte wie Schweizer Schokolade st\u00e4rker als billige Massenware\u00bb, so Furrer.<\/p>\n<p>\u00abLiving Income Differential\u00bb<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die Hersteller Sorgen um ihre Gewinne machen, sorgen sich die Erzeugerl\u00e4nder um das Einkommen ihrer Kakaob\u00e4uerinnen und -bauern.<\/p>\n<p>Laut einem im August <a href=\"https:\/\/www.marketsandmarkets.com\/Market-Reports\/cocoa-chocolate-market-226179290.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">von der Marktforschungsplattform \u00abMarketsandMarkets\u00bb ver\u00f6ffentlichten BerichtExterner Link<\/a> hat der weltweite Schokolademarkt einen Wert von fast 128 Milliarden Dollar pro Jahr erreicht.<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr Ghana und die Elfenbeink\u00fcste, die zusammen 60% der Weltproduktion an hochwertigen Kakaobohnen liefern, fallen nur rund sechs Milliarden Dollar des Erl\u00f6ses ab. Dabei ist der von ihnen produzierte Rohstoff f\u00fcr die Schokoladeherstellung unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/343c51e0ef6d9c8aa30c2aeb1fbd34cc-2019-06-28t061918z_205907472_rc111319b610_rtrmadp_3_ivorycoast-ghan.jpeg\" width=\"2560\" height=\"1872\" alt=\"farmer\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                One in five cocoa farmers in West Africa don\u2019t earn enough to cover their basic needs.            <\/p>\n<p>            Reuters \/ Ange Aboa        <\/p>\n<p>Die dortigen B\u00e4uerinnen und Bauern kommen kaum \u00fcber die Runden: Rund eine Million in den beiden westafrikanischen L\u00e4ndern (von insgesamt etwa f\u00fcnf Millionen) verdienen nicht genug, um ihre Grundbed\u00fcrfnisse wie Nahrung, Unterkunft, Kleidung, Bildung und medizinische Versorgung abzudecken.<\/p>\n<p>Dies zeigt eine Untersuchung der Universit\u00e4t Wageningen in den Niederlanden vom November 2021 auf.<\/p>\n<p>Am 26. M\u00e4rz 2018 trafen sich die Pr\u00e4sidenten von Ghana und Elfenbeink\u00fcste in der ivorischen Hauptstadt Abidjan und unterzeichneten die so genannte Abidjan-Erkl\u00e4rung. In dieser verpflichteten sie sich zur Zusammenarbeit zur Erh\u00f6hung der Eink\u00fcnfte ihrer Kakaob\u00e4uerinnen und -bauern.<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/470a87798cd38ff3c24785cf7ef406ce-w7a4656-scaled-data.jpg\" width=\"2560\" height=\"1663\" alt=\"CIGCI\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Official signing of the agreement to establish the C\u00f4te d\u2019Ivoire-Ghana Cocoa Initiative (CIGCI) in Accra in the presence of agriculture ministers and heads of cocoa boards of Ivory Coast and Ghana (August 6, 2021)            <\/p>\n<p>            cighci.org        <\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter fassten die Kakaoverb\u00e4nde von Ghana und der Elfenbeink\u00fcste den historischen Beschluss, f\u00fcr Kakaoexporte in einkommensstarke L\u00e4nder wie die Schweiz einen Zuschlag von 400 Dollar pro Tonne zu verlangen.<\/p>\n<p>Dieser als \u00abLiving Income Differential\u00bb (LID) bekannte Aufpreis sollte die Einkommen der Kakaob\u00e4uerinnen und -bauern erh\u00f6hen und sie vor Preisschwankungen bewahren. Anders gesagt: Mit dem \u00abEinkommen zum Leben\u00bb sollte dem Zerfall des Kakaopreises Einhalt geboten und ein Mindestlohn garantiert werden.<\/p>\n<p>Doch genau in dem Moment, in dem das Kakaokartell sein Ziel mit dem LID-Zuschlag zu erreichen schien, brach die Covid-19-Pandemie aus. Dies f\u00fchrte zu einem Einbruch der Nachfrage nach Kakao und Schokolade.<\/p>\n<p>Der LID-Zuschlag von 400 Dollar pro Tonne machte den ivorischen und ghanaischen Kakao im Vergleich zu Bohnen aus L\u00e4ndern wie Indonesien, Nigeria und Ecuador zu teuer. Um ihre Lagerbest\u00e4nde abzubauen, sahen sich die beiden L\u00e4nder gezwungen, ihre Kakaobohnen mit einem Abschlag zu verkaufen. Daher liessen sie die Preispr\u00e4mien fallen.<\/p>\n<p>\u00abDas System ist so angelegt, dass die Kakaoproduzierenden immer zu den Verlierern geh\u00f6ren werden\u00bb, sagt ein Kakaoh\u00e4ndler, der nicht namentlich genannt werden m\u00f6chte, gegen\u00fcber SWI.<\/p>\n<p>\u00abSie k\u00f6nnen den Preis erh\u00f6hen, aber die internationalen H\u00e4ndler werden die Kakaobohnen einfach in einem anderen Erzeugerland kaufen, und der Preis f\u00fcr nicht verkaufte Ware muss sp\u00e4ter herabgesetzt werden.\u00bb<\/p>\n<p>                Wie der Preis f\u00fcr Kakao festgelegt wird            <\/p>\n<p>Rund 70% der Kakaoernte in Ghana und der Elfenbeink\u00fcste werden im Voraus verkauft. Der Referenzpreis basiert auf Kakao-Termingesch\u00e4ften, die an der Intercontinental Exchange (ICE) in den USA gehandelt werden.<\/p>\n<p>Dieser Preis wird angepasst, um die Unterschiede bei den Herkunfts- (OD) und den K\u00e4uferl\u00e4ndern (LID) zu ber\u00fccksichtigen. Die restlichen 30% werden direkt an den Spotm\u00e4rkten verkauft.<\/p>\n<p>Die B\u00e4uerinnen und Bauern erhalten rund 70% der Exporteinnahmen aus Kakaobohnen abz\u00fcglich der Kosten f\u00fcr Dienstleistungen wie Versicherung und Fracht. Diese werden von den Beh\u00f6rden \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Die Folgen f\u00fcr die Schweizer Schokolade<\/p>\n<p>Die Versuche der Elfenbeink\u00fcste und Ghanas, die Kakaopreise neu festzulegen, haben die Schweizer Schokoladebranche nicht abgeschreckt \u2013 zumindest noch nicht.<\/p>\n<p>Beispielsweise das 177 Jahre alte Unternehmen Lindt &amp; Spr\u00fcngli, das mit einem Umsatz von \u00fcber 4,5 Milliarden Franken im Jahr 2021 das siebtgr\u00f6sste Schokoladeunternehmen der Welt ist.<\/p>\n<p>\u00abUnsere Firma hat Kakao zu den vollen LID-Preisen gekauft und wird dies auch weiterhin tun\u00bb, versichert ein Unternehmenssprecher gegen\u00fcber SWI.<\/p>\n<p>Beim Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestl\u00e9 ist der Anteil von Kakao aus den Herkunftsl\u00e4ndern Ghana und der Elfenbeink\u00fcste seit der Einf\u00fchrung der LID stabil geblieben. Knapp die H\u00e4lfte der Kakaobohnen stammt aus diesen beiden L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/9d446970d43773513046a2c1df7afb34-m918nh-data.jpg\" width=\"2560\" height=\"1706\" alt=\"Ivory Coast farmers\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Farmers get around 70% of the export revenue earned from cocoa beans minus costs for services such as insurance and freight that are provided by the cocoa boards.            <\/p>\n<p>            Godong \/ Alamy Stock Photo        <\/p>\n<p>Der sechstgr\u00f6sste Schokoladehersteller, der im Jahr 2021 S\u00fcsswaren im Wert von 7,5 Milliarden Franken verkaufte, hat sich sogar verpflichtet, den Anteil an ivorischem Kakao von fast 147\u2019000 Tonnen in der Kakaosaison 2021\/2022 um weitere 40\u2019000 Tonnen zu erh\u00f6hen. Nestl\u00e9 rechnet damit, dass die Menge an importierten Kakaobohnen aus Westafrika bis zum Jahr 2025 stetig zunehmen wird.<\/p>\n<p>\u00abNach unseren Beobachtungen gibt es bisher keine Anzeichen daf\u00fcr, dass unsere Mitglieder seit der Einf\u00fchrung des LID weniger Kakao aus Ghana und der Elfenbeink\u00fcste beziehen\u00bb, sagt Christian Robin, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <a href=\"https:\/\/www.kakaoplattform.ch\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Schweizer Plattform f\u00fcr Nachhaltigen KakaoExterner Link<\/a>.<\/p>\n<p>Diese\u00a0Multi-Stakeholder-Initiative von Schokoladeherstellern, Einzelh\u00e4ndlern, Nichtregierungsorganisationen und Forschenden hat die\u00a0Form eines Vereins.<\/p>\n<p>Robin warnt jedoch, dass die Kakaoproduzierenden trotz ihrer Bem\u00fchungen um eine Einkommenssteigerung nicht vollst\u00e4ndig von den Regeln des Markts abgeschirmt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00abDie Anwendung des LID und die Entwicklung der L\u00e4nderunterschiede m\u00fcssen im Zusammenhang mit der Marktdynamik von Angebot und Nachfrage gesehen werden\u00bb, sagt er.<\/p>\n<p>\u00abSo k\u00f6nnen beispielsweise ein \u00dcberangebot an Kakao aus bestimmten Herkunftsl\u00e4ndern oder gut gef\u00fcllte Lager einen Einfluss auf die Weltmarktpreise haben.\u00bb<\/p>\n<p>Ausweitung auf Nigeria und Kamerun?<\/p>\n<p>Inzwischen erholt sich die weltweite Nachfrage nach Kakao langsam. Angesichts dieser Entwicklung beschlossen die Elfenbeink\u00fcste und Ghana im Juli, dass es an der Zeit sei, die Bem\u00fchungen um die Durchsetzung der OD-Pr\u00e4mie zu erneuern.<\/p>\n<p>Mitte September schloss die Elfenbeink\u00fcste zum ersten Mal seit drei Jahren Kakaoexportvertr\u00e4ge ab, die f\u00fcr die Ernte 2023\/2024 keine Preisnachl\u00e4sse beim \u201eOrigin Differential\u201c vorsehen. K\u00e4ufer war der US-amerikanische Rohstoffh\u00e4ndler Cargill, der sich bereit erkl\u00e4rte, 25\u2019000 Tonnen abzunehmen, ohne Abschl\u00e4ge zu verlangen.<\/p>\n<p>Um ihre Marktmacht zu st\u00e4rken, haben die Elfenbeink\u00fcste und Ghana andere grosse Kakao produzierende L\u00e4nder eingeladen, sich ihnen anzuschliessen. Am 14. Oktober bekundeten Nigeria und Kamerun ihr Interesse an einem Beitritt.<\/p>\n<p>Noch bei der Gr\u00fcndung des Kartells im Jahr 2018 hatten sich die beiden L\u00e4nder geweigert, diesem beizutreten. Die Sorge vor grenz\u00fcberschreitendem Schmuggel aufgrund des LID-Preisgef\u00e4lles k\u00f6nnte den Sinneswandel herbeigef\u00fchrt haben. Nigeria sch\u00e4tzt, dass es durch die Nichterhebung von LID j\u00e4hrlich umgerechnet fast 125 Millionen Franken einb\u00fcsst.<\/p>\n<p>Sollte der Zusammenschluss gelingen, werden die vier L\u00e4nder zusammen etwa 75%\u00a0der weltweiten Rohkakaolieferungen abdecken, was der CIGCI noch mehr Einfluss auf dem Weltmarkt verschaffen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\u00abDiese Partnerschaft mit anderen L\u00e4ndern wird die M\u00f6glichkeiten der Unternehmen einschr\u00e4nken, auf andere M\u00e4rkte auszuweichen. Umgekehrt wird es uns erm\u00f6glichen, unsere Position zu st\u00e4rken und mehr Verhandlungsmacht aufzubauen. Ziel ist es, einen nachhaltigen und gewinnbringenden Kakaoanbau zu verwirklichen und den dadurch generierten Wohlstand zu teilen\u00bb, sagt Assanvo.<\/p>\n<p>Editiert von\u00a0Nerys Avery.\u00a0\u00dcbertragung aus dem Englischen: Gerhard Lob<\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>            Was halten Sie von Schokolade aus dem Labor? Wieviel w\u00fcrden Sie daf\u00fcr bezahlen?        <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-debate-card__text\">\n<p>                Die Schokolade der Zukunft k\u00f6nnte aus dem Bio-Reaktor kommen. Ein Team von Forschenden hat in der Schweiz erstmals eine Schoggi im Labor entwickelt.\n        <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-debate-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/wissenschaft\/was-halten-sie-von-schokolade-aus-dem-labor-wieviel-wuerden-sie-dafuer-bezahlen\/46735944\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>             Diskussion anzeigen<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>\u00dcbertragung aus dem Englischen: Gerhard Lob<\/p>\n<p>        Artikel in dieser Story    <\/p>\n<p>        Serie Kakao aus afrikanischer Perspektive    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"illustration Helen James \/ swissinfo.ch Eine Initiative Ghanas und der Elfenbeink\u00fcste zur Erh\u00f6hung der Kakaopreise wurde durch die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4562,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[2929,197,2931,2930,125,124,126,2932,888,2933],"class_list":{"0":"post-4561","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-elfenbeinkueste","8":"tag-arable-farming","9":"tag-article","10":"tag-beat-multinational-companies","11":"tag-consumer-goods","12":"tag-cote-divoire","13":"tag-elfenbeinkueste","14":"tag-ivory-coast","15":"tag-prices","16":"tag-production-type-external","17":"tag-retail"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116435984227234875","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4561","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4561"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4561\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4562"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4561"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4561"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4561"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}