{"id":45788,"date":"2026-08-10T09:10:38","date_gmt":"2026-08-10T09:10:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45788\/"},"modified":"2026-08-10T09:10:38","modified_gmt":"2026-08-10T09:10:38","slug":"spanische-exklave-der-kontrollverlust-von-ceuta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45788\/","title":{"rendered":"Spanische Exklave: Der Kontrollverlust von Ceuta"},"content":{"rendered":"<p>Die spanische Exklave Ceuta erlebt eine beispiellose Migrationskrise. In der Stadt herrscht Chaos. Wie konnte es dazu kommen?<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Als der Ansturm am Donnerstag einsetzte, standen den Hunderten Migranten nur rund 55 Beamte in vorderster Linie gegen\u00fcber. So zumindest lauten die Sch\u00e4tzungen der Guardia-Civil-Vereinigung Jucil: 40 Beamte der Guardia Civil und 15 der Polic\u00eda Nacional. <\/p>\n<p>Kurz vor 13 Uhr tauchten am Wellenbrecher von Tarajal laut \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.elmundo.es\/espana\/2026\/07\/30\/6a6ba3cde85ece904b8b4576.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.elmundo.es\/espana\/2026\/07\/30\/6a6ba3cde85ece904b8b4576.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">El Mundo<\/a>\u201c rund 1000 Menschen auf. \u201eAus polizeilicher Sicht ist es materiell unm\u00f6glich, die Lage unter Kontrolle zu bringen\u201c, sagte Rachid Sbihi, Generalsekret\u00e4r der Guardia-Civil-Berufsvereinigung AUGC in Ceuta, der Zeitung. \u201eDie Stadt befindet sich derzeit in einem Zustand des v\u00f6lligen Chaos.\u201c<\/p>\n<p>Alle Entwicklungen zur Ceuta-Krise finden Sie <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a6bb459dd06dd5ef2e3fe60\/ceuta-60-000-migranten-erreichen-exklave-spaniens-ministerpraesident-von-wuetenden-buergern-beschimpft.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a6bb459dd06dd5ef2e3fe60\/ceuta-60-000-migranten-erreichen-exklave-spaniens-ministerpraesident-von-wuetenden-buergern-beschimpft.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">im Liveticker.<\/a><\/p>\n<p>Bis zum Freitagvormittag hatten nach Angaben des spanischen Innenministeriums binnen 24 Stunden rund 49.000 Migranten die Grenze von Marokko in die spanische Exklave \u00fcberquert. Am Freitagnachmittag sprachen die Beh\u00f6rden schon von 60.000. Am sp\u00e4ten Donnerstagabend hatte die spanische Regierung das Milit\u00e4r an die Grenze geschickt.<\/p>\n<p>Mindestens 43 Menschen starben bei dem Versuch, Ceuta zu erreichen. Viele seien ertrunken, andere im Gedr\u00e4nge am Wellenbrecher ums Leben gekommen, sagte Sbihi. Er sprach von einer \u201eschweren humanit\u00e4ren Krise\u201c.<\/p>\n<p>Die Personalst\u00e4rke im Hochsommer sei \u201edrei- oder viermal geringer, als man f\u00fcr so etwas br\u00e4uchte\u201c, sagte David G\u00f3mez, Kommunikationssekret\u00e4r von Jucil in Ceuta. Ausgeholfen habe der Servicio Mar\u00edtimo der Guardia Civil mit etwa 15 Booten, von denen mehrere nicht einsatzf\u00e4hig waren \u2013 einige mit Wassereinbr\u00fcchen, andere mit Sch\u00e4den. Das Innenministerium verwies auf Doppelschichten, auf Eingreifkr\u00e4fte aus Sevilla und auf Verst\u00e4rkungen bis zu einer Sollst\u00e4rke von 200 Beamten. Vollst\u00e4ndig vor Ort war dieses Kontingent laut \u201eEl Mundo\u201c nicht, als der Andrang begann. Am sp\u00e4ten Donnerstagabend entsandte das Ministerium laut \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2026\/07\/30\/hunderte-migranten-marokko-ceuta\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2026\/07\/30\/hunderte-migranten-marokko-ceuta&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Euronews<\/a>\u201c 60 Soldaten und 200 Polizei-Spezialkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Es geht um die \u201eVerhinderung von Ausschreitungen\u201c<\/p>\n<p>Mehr als Eind\u00e4mmung war offenbar nicht m\u00f6glich. Die spanische Polizeigewerkschaft Jupol berichtet, dass sich ihre Bem\u00fchungen auf die \u201eVerhinderung von Ausschreitungen\u201c konzentrierten. <\/p>\n<p>Ein Versuch, den Zustrom zu stoppen, h\u00e4tte die Sicherheit der Beamten selbst gef\u00e4hrdet. Unter den Ankommenden seien neben jungen M\u00e4nnern auch M\u00fctter mit Kleinkindern auf dem R\u00fccken und Hochbetagte gewesen, sagte G\u00f3mez; man habe ihnen zu erkl\u00e4ren versucht, wohin sie gehen sollten, \u201eaber sie haben Angst, dass wir sie zur\u00fcckschicken, h\u00f6ren nicht auf uns und laufen weg\u201c.<\/p>\n<p>Einige Migranten rufen \u201eViva Espa\u00f1a\u201c<\/p>\n<p>Am Freitag kamen weitere Menschen \u00fcber die Grenze. Die verlegten Soldaten seien vor allem damit besch\u00e4ftigt, Verletzte zu versorgen und humanit\u00e4re Aufgaben zu \u00fcbernehmen, sagte Sbihi. Tausende Migranten, darunter unbegleitete Minderj\u00e4hrige, h\u00e4tten keine Unterkunft und schliefen in Parks oder auf B\u00fcrgersteigen, andere liefen orientierungslos durch die Stra\u00dfen. \u201eEs ist chaotisch.\u201c <\/p>\n<p>Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP beobachtete in der Nacht zum Freitag, wie auf marokkanischer Seite weiter Menschen auf Ceuta zuhielten, w\u00e4hrend andere den R\u00fcckweg antraten. Einige riefen \u201eViva Espa\u00f1a\u201c (\u201eHoch lebe Spanien\u201c).<\/p>\n<p>Regierungschef S\u00e1nchez: Angriff auf spanisches Staatsgebiet<\/p>\n<p>Spaniens Regierungschef Pedro S\u00e1nchez sprach von einem \u201eAngriff\u201c auf das spanische Staatsgebiet. Er w\u00fcrde \u201edas, was geschehen ist, als einen Angriff, eine Verletzung der territorialen Integrit\u00e4t Spaniens bezeichnen\u201c, sagte der Politiker der sozialistischen Partei bei einem Besuch Ceutas am Freitag.<\/p>\n<p>Der pl\u00f6tzliche Ansturm auf Ceuta ist S\u00e1nchez zufolge auf Ger\u00fcchte zur\u00fcckzuf\u00fchren, die von der Schleusermafia infolge eines aktuellen Gerichtsurteils in Spanien zur Einwanderung verbreitet worden seien. \u201eAus unseren Gespr\u00e4chen mit den marokkanischen Beh\u00f6rden geht hervor, dass die Schleusermafia ein f\u00fcr sie vorteilhaftes Verst\u00e4ndnis eines Urteils des Obersten Gerichtshofs verbreitet hat\u201c, sagte er. Diese Auslegung habe sich \u201ein den letzten Stunden wie ein Lauffeuer verbreitet\u201c.<\/p>\n<p>S\u00e1nchez bezog sich auf ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs von Anfang dieses Monats, wonach die sofortige R\u00fcckf\u00fchrung von Migranten, die die Grenze illegal \u00fcberqueren, nicht f\u00fcr diejenigen gilt, die auf dem Seeweg ankommen.<\/p>\n<p>Die \u200bEreignisse \u2060wecken Erinnerungen an den Mai 2021, als innerhalb \u200bweniger Tage rund 10.000 Menschen aus Marokko und L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara die Enklave erreichten.<\/p>\n<p>Der Migrationsforscher Gerald Knaus warnte im Gespr\u00e4ch mit WELT TV davor, die Vorg\u00e4nge vorschnell zu deuten. \u201eEs gibt ganz viele Theorien in den sozialen Medien, aber man muss da sehr aufpassen, nicht zu spekulieren\u201c, sagte der Gr\u00fcnder der Denkfabrik Europ\u00e4ische Stabilit\u00e4tsinitiative. 2021 sei die Lage eindeutig gewesen: \u201eDa war es glasklar, die Marokkaner waren unzufrieden mit der spanischen Au\u00dfenpolitik.\u201c Damals sei es um die Westsahara und die Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung Polisario gegangen. Ob Marokko auch diesmal aus au\u00dfenpolitischem Unmut handele, sei offen. \u201eWir wissen es nicht.\u201c <\/p>\n<p>M\u00f6glich sei ein Zusammenhang mit Spaniens Ann\u00e4herung an Algerien, den Rivalen Marokkos. Denkbar sei auch, dass Marokko die spanische Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber das Gebiet infrage stelle \u2013 \u201ebis jetzt hat es das nicht getan, es gibt keine Anzeichen. Die Spanier sagen, Marokko kooperiert.\u201c Eine Stellungnahme des marokkanischen Innenministeriums liegt bislang nicht vor.<\/p>\n<p>Italiens Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni nannte die Bilder aus Ceuta \u201eschockierend\u201c und k\u00fcndigte an, Rom sei zu \u201eau\u00dfergew\u00f6hnlichen Ma\u00dfnahmen\u201c bereit, darunter \u201edie Aussetzung des Schengen-Raums mit Spanien\u201c. Spaniens Au\u00dfenminister Jos\u00e9 Manuel Albares bestellte daraufhin den italienischen Botschafter ein.<\/p>\n<p>Knaus wies den italienischen Vorsto\u00df zur\u00fcck. \u201eAlle Europ\u00e4er m\u00fcssen ganz klar sagen: Die Schuld liegt nicht in Spanien.\u201c Bei der \u00dcberstellung irregul\u00e4rer Migranten im Dublin-System kooperiere Spanien \u201ebesser mit Deutschland und Frankreich als jedes andere Land im Mittelmeer\u201c. Im vergangenen Jahr habe Frankreich 1900 Menschen nach Spanien \u00fcberstellt, Deutschland 900; nach Italien habe Frankreich keinen einzigen gebracht, Deutschland einen. Italien habe im vergangenen wie im laufenden Jahr mehr irregul\u00e4re Migration verzeichnet als Spanien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die spanische Exklave Ceuta erlebt eine beispiellose Migrationskrise. In der Stadt herrscht Chaos. Wie konnte es dazu kommen?&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":45789,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[10],"tags":[16952,17601,95,3070,96,750,1544,74],"class_list":["post-45788","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-marokko","tag-ceuta-und-melilla-exklaven","tag-dpw-live","tag-marokko","tag-migration-ks","tag-morocco","tag-newsteam","tag-spanien","tag-texttospeech"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117070438371924430","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45788"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45788\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45789"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}