{"id":45815,"date":"2026-08-10T10:47:54","date_gmt":"2026-08-10T10:47:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45815\/"},"modified":"2026-08-10T10:47:54","modified_gmt":"2026-08-10T10:47:54","slug":"papst-sieht-zunehmende-gefahr-durch-rohstoffspekulation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45815\/","title":{"rendered":"Papst sieht zunehmende Gefahr durch Rohstoffspekulation"},"content":{"rendered":"<p>\n        Papst Leo XIV. hat sich besorgt \u00fcber eine Ausweitung von internationalen Konflikten durch die zunehmende Ausbeutung von Rohstoffen mit neuen Technologien ge\u00e4u\u00dfert. Zum Auftakt eines Besuchs im westafrikanischen Staat \u00c4quatorialguinea sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche: &#8222;Der rasante technologische Wandel, den wir derzeit erleben, beschleunigt die Spekulation mit Rohstoffen noch weiter.&#8220; Umso wichtiger sei es, bestehende internationale Abkommen auch einzuhalten.\n      <\/p>\n<p>\n        21. 04. 2026,  17:27\u00a0Uhr<br \/>\n        Lesedauer:        2 Minuten<\/p>\n<p>\u00c4quatorialguinea ist f\u00fcr den Papst die letzte Station einer elft\u00e4gigen Afrika-Reise. In dem Zwei-Millionen-Einwohner-Staat ist Pr\u00e4sident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo seit 1979 im Amt &#8211; l\u00e4nger als jedes andere Staatsoberhaupt. Mit seiner Familie kontrolliert der 82-J\u00e4hrige Politik und Einnahmen des \u00f6lreichen Landes. Auch auf fr\u00fcheren Stationen wie Kamerun und Angola hatte Leo vor einer Ausbeutung des Kontinents durch ausl\u00e4ndische M\u00e4chte und internationale Konzerne gewarnt. <\/p>\n<p>Leo verlangt &#8222;Kurswechsel&#8220; angesichts neuer Technologien<\/p>\n<p>Das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken beklagte in einer Rede, durch die technologisch einfachere Nutzung von \u00d6l- und Mineralvorkommen w\u00fcrden bewaffnete Konflikte noch mehr vorangetrieben, &#8222;wobei internationales Recht und das Selbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker missachtet werden&#8220;. Auch der Schutz der Sch\u00f6pfung und die Rechte lokaler Gemeinschaften w\u00fcrden offensichtlich weiter in den Hintergrund gedr\u00e4ngt. <\/p>\n<p>Dieselben Technologien k\u00e4men auch zu kriegerischen Zwecken zum Einsatz. &#8222;Gott will das nicht&#8220;, sagte der Papst. &#8222;Das Schicksal der Menschheit l\u00e4uft Gefahr, tragisch beeintr\u00e4chtigt zu werden, wenn es nicht zu einem Kurswechsel in der \u00dcbernahme politischer Verantwortung und zur Achtung von Institutionen und internationalen Abkommen kommt.&#8220; <\/p>\n<p>Bei der Ankunft in Malabo, der bisherigen Hauptstadt von \u00c4quatorialguinea, wurde Leo von Zehntausenden am Stra\u00dfenrand gefeiert. Anfang des Jahres wurde der Ort Ciudad de la Paz &#8211; Stadt des Friedens &#8211; auf dem Festland zur Hauptstadt gemacht. Damit l\u00f6st er die auf der Insel Bioko gelegene Stadt Malabo als politisches Zentrum ab. Nach wie vor befinden sich aber \u00fcbergangsweise noch viele Regierungseinrichtungen in Malabo.<\/p>\n<p>Bev\u00f6lkerung profitiert von \u00d6lreichtum \u00c4quatorialguineas nicht<\/p>\n<p>Durch die Entdeckung von \u00d6l entwickelte sich \u00c4quatorialguinea vor drei Jahrzehnten zu einem Land mit h\u00f6herem mittlerem Einkommen, schreibt die Weltbank laut Kathpress. Auch z\u00e4hle es mit t\u00e4glich 9,4 US-Dollar (7,99 Euro) zu den zehn L\u00e4ndern mit dem h\u00f6chsten Pro-Kopf-Verbrauch in Subsahara-Afrika. Im afrikanischen Vergleich ist die Alphabetisierungsrate ebenfalls hoch und liegt bei etwa 90 Prozent.<\/p>\n<p>Doch davon profitiert die Bev\u00f6lkerung nicht: Die H\u00e4lfte lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze; laut Weltbank k\u00f6nnten zwei Drittel der Einwohner in naher Zukunft in Armut abrutschen. Den Nutzen zieht eine kleine Gruppe, die seit Jahrzehnten an der Macht ist. Im Mittelpunkt steht der diktatorisch regierende Pr\u00e4sident Obiang, der 1979 nach einem Putsch Staatsoberhaupt wurde &#8211; nachdem er seinen Onkel gest\u00fcrzt hatte. Grundfreiheiten im Land sind laut Nichtregierungsorganisationen stark eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Drei Viertel sind Katholiken<\/p>\n<p>Nach verschiedenen Sch\u00e4tzungen sind rund zwei Drittel bis drei Viertel der 1,9 Millionen Einwohner \u00c4quatorialguineas Katholiken. Die Rolle der Kirche ist auch bei Bildung und Gesundheitssystem gro\u00df. Die nunmehrige Reise von Leo XIV. f\u00e4llt zusammen mit dem 170-Jahr-Jubil\u00e4um der Ankunft der ersten christlichen Missionare im Land.<\/p>\n<p>In allen f\u00fcnf Di\u00f6zesen des Landes haben sich die Gl\u00e4ubigen mit Gebeten und Glaubensunterweisungen auf die Ankunft Leos XIV. vorbereitet. Der Papst werde &#8222;Bote des Friedens&#8220; und als Sch\u00f6pfer &#8222;gr\u00f6\u00dferer Einheit in der Kirche und in der Gesellschaft&#8220; erwartet, sagte der Bischof von Mongomo, Juan Domingo Beka Esono Ayang, im Vorfeld des Besuchs.<\/p>\n<p>Dichtes Programm bis Donnerstag<\/p>\n<p>Neben Malabo macht Papst Leo XIV. in den kommenden Tagen auch Halt in den St\u00e4dten Mongomo und Bata. Am Mittwoch fliegt er zun\u00e4chst in die ganz im Osten des Landes an der Grenze zu Gabun gelegene Stadt Mongomo. Dort feiert er einen Gottesdienst mit den Gl\u00e4ubigen und besucht eine technische Schule, die den Namen seines Vorg\u00e4ngers Franziskus tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>In Bata, der gr\u00f6\u00dften Stadt des Landes, besucht Leo XIV. am selben Tag Gef\u00e4ngnisinsassen. Ebenso gedenkt er der Opfer einer gro\u00dfen Explosionsserie im Jahr 2021, bei der \u00fcber 100 Menschen starben und viele ihr Zuhause verloren.<\/p>\n<p>Am Donnerstag wird eine Stadionmesse in der alten Hauptstadt Malabo der vorerst letzte Akt von Papst Leo auf dem afrikanischen Kontinent sein. Zu Mittag tritt er den R\u00fcckflug nach Rom an. Seit 13. April hat der Papst Rahmen seiner Afrikareise bereits Algerien, Kamerun und Angola besucht. Die n\u00e4chste Auslandsreise wird ihn im Juni nach Spanien f\u00fchren.<\/p>\n<p>(Quelle: APA\/dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Papst Leo XIV. hat sich besorgt \u00fcber eine Ausweitung von internationalen Konflikten durch die zunehmende Ausbeutung von Rohstoffen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":45816,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[247],"tags":[165,427],"class_list":["post-45815","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-aequatorialguinea","tag-aequatorialguinea","tag-equatorial-guinea"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117070823838052279","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45815","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45815"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45815\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45816"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45815"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45815"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45815"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}