{"id":45823,"date":"2026-08-10T12:09:24","date_gmt":"2026-08-10T12:09:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45823\/"},"modified":"2026-08-10T12:09:24","modified_gmt":"2026-08-10T12:09:24","slug":"lagos-abuja-wadephul-in-nigeria-warum-afrika-wichtig-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45823\/","title":{"rendered":"Lagos\/Abuja | Wadephul in Nigeria: Warum Afrika wichtig ist"},"content":{"rendered":"<p>Lagos\/Abuja (dpa) &#8211; Es ist ein eher ungew\u00f6hnlicher Termin f\u00fcr Johann Wadephul: In der nigerianischen Wirtschaftsmetropole trifft der deutsche Au\u00dfenminister Influencerinnen und Influencer. Darunter ein Musiker, ein Unternehmer aus der Kulturbranche, eine Filmemacherin. Berlinale, die Fashion Week in Berlin &#8211; das sind Dinge, die den jungen Frauen und M\u00e4nnern einfallen, wenn sie nach Deutschland gefragt werden.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr Wadephul ist das eine Steilvorlage. Vom Kreativgeist der Influencer \u00abk\u00f6nnen wir in Europa und in Deutschland viel lernen\u00bb, sagt der Minister im Anschluss.\u00a0<\/p>\n<p>Auf seiner Reise nach Mauretanien, Nigeria und S\u00fcdafrika wird Wadephul von Wirtschaftsvertretern begleitet. In Richtung Wirtschaft geht auch der Aufruf, den er mit seinem Treffen mit den jungen Kreativen verbindet: Die deutsche Wirtschaft m\u00fcsse mehr Flexibilit\u00e4t bei Investitionen auf dem afrikanischen Kontinent zeigen. Wadephul macht Wirtschaftsau\u00dfenpolitik, auch in Afrika.\u00a0<\/p>\n<p>Afrika als Chancenkontinent, das ist f\u00fcr Wadephul ein zentraler Grund daf\u00fcr, dass er schon zum dritten Mal in diesem Jahr in Afrika ist. Im Januar war er in Kenia und \u00c4thiopien, im April in Marokko. Am Dienstagnachmittag sagt er mit Blick auf das Engagement der deutschen Unternehmer auf dem Kontinent: \u00abAlle m\u00fcssen sich bewegen. Alle m\u00fcssen flexibler werden. Und das gilt auch f\u00fcr die deutsche Wirtschaft.\u00bb Und f\u00fcgt hinzu: \u00abWer heute nicht in Afrika pr\u00e4sent ist, der riskiert, entscheidende Chancen zu verpassen.\u00bb<\/p>\n<p>Vier Gr\u00fcnde, warum Afrika f\u00fcr die Bundesregierung und Wadephul wichtig ist:\u00a0<\/p>\n<p>Die Suche nach neuen M\u00e4rkten\u00a0<\/p>\n<p>Die Bundesregierung sucht vor dem Hintergrund der protektionistischen Handels- und Zollpolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump weltweit nach neuen Wirtschaftspartnern. Nigeria ist mit mehr als 240 Millionen Einwohnern Afrikas bev\u00f6lkerungsreichster Staat, gr\u00f6\u00dfer Binnenmarkt Afrikas und eine seiner gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften. Und mit einem niedrigen Durchschnittsalter ein vielversprechender Zukunftsmarkt.\u00a0<\/p>\n<p>Bereits jetzt ist das Land nach S\u00fcdafrika zweitwichtigster Handelspartner Deutschlands in Subsahara-Afrika. Bislang sind etwa 80 deutsche Unternehmen in Nigeria vertreten, gro\u00dfe Neuinvestitionen gab es zuletzt nicht.\u00a0<\/p>\n<p>Die Suche nach Rohstoffpartnerschaften\u00a0<\/p>\n<p>Auch um Deutschland unabh\u00e4ngiger von China bei der Versorgung mit den f\u00fcr die Zukunftstechnologien wichtigen sogenannten Seltenen Erden und kritischen Rohstoffen sowie bei der Energieversorgung zu machen, ist Wadephul auf der Suche nach neuen Partnern. Mauretanien, wo er am Montag war, bietet hier nach Einsch\u00e4tzung von Experten gro\u00dfe Potenziale, auch bei erneuerbaren Energien und gr\u00fcnem Wasserstoff.\u00a0<\/p>\n<p>Der Energiebereich ist bisher auch Schwerpunkt der Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands zu Nigeria. Nigeria ist Afrikas gr\u00f6\u00dfter \u00d6lproduzent und lebt zu einem gro\u00dfen Teil durch Einnahmen aus dem Export von Roh\u00f6l. Seit 2008 gibt es eine vom Ausw\u00e4rtigen Amt gef\u00fchrte deutsch-nigerianische Energiepartnerschaft, 2022 wurde in Abuja ein deutsch-nigerianisches Wasserstoffb\u00fcro er\u00f6ffnet.\u00a0<\/p>\n<p>Doch auch China ist schon da: Peking ist wichtiger bilateraler Handelspartner f\u00fcr Nigeria \u2013 mit wachsenden Investitionen etwa in den Bereichen Infrastruktur, Bergbau, Mobilfunk und R\u00fcstung.\u00a0<\/p>\n<p>S\u00fcdafrika, das der Minister am Donnerstag besuchen will, ist mit knapp 600 deutschen Firmen und als bei weitem bedeutendster Handelspartner in Afrika \u00abzentraler Ankerpunkt\u00bb (Wadephul) f\u00fcr die deutsche Wirtschaft. Aber auch hier sieht er besonders bei der Energiewirtschaft und im Rohstoffbereich gro\u00dfe Chancen f\u00fcr mehr Wirtschaftszusammenarbeit.\u00a0<\/p>\n<p>Neue Migrationsbewegungen verhindern<\/p>\n<p>Wadephul verspricht deutsche Investitionen in mehr Sicherheit und gegen Extremismus und Terrorismus. Ohne Hintergedanken ist dieser Ansatz nicht. In Westafrika und der Sahel-Region herrscht nach verschiedenen Milit\u00e4rputschen eine Dauerkrise.\u00a0<\/p>\n<p>Mit einer verst\u00e4rkten Sicherheitszusammenarbeit mit Mauretanien und auch mit Nigeria versucht Deutschland, neue gr\u00f6\u00dfere Fl\u00fcchtlingsbewegungen in Richtung Europa zu verhindern. Denn auch nach Nigeria schwappt die Sahel-Krise und der Terrorismus \u00fcber.\u00a0<\/p>\n<p>Die Suche nach neuen politischen Partnern\u00a0<\/p>\n<p>Mauretanien, Nigeria und S\u00fcdafrika gelten der Bundesregierung als wichtige Partner beim Einsatz f\u00fcr internationale Krisenl\u00f6sung und in multilateralen Organisationen wie den Vereinten Nationen &#8211; anders als die USA, die sich zum Beispiel aus verschiedenen UN-Organisationen zur\u00fcckgezogen haben.\u00a0<\/p>\n<p>Nigeria gilt dagegen als politische F\u00fchrungsmacht, die sich in multilaterale und regionale Foren einbringt. Auch deshalb will Wadephul in der Hauptstadt Abuja das Sekretariat der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (Ecowas) besuchen.\u00a0<\/p>\n<p>S\u00fcdafrika gilt schon lange als deutscher Schl\u00fcsselpartner in Afrika. Man habe eine gemeinsame demokratische Wertebasis, sagt Wadephul. \u00abAls entschiedener Verfechter des Multilateralismus und als einziges afrikanisches G20-Mitglied\u00bb habe das Land besonderes Gewicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lagos\/Abuja (dpa) &#8211; Es ist ein eher ungew\u00f6hnlicher Termin f\u00fcr Johann Wadephul: In der nigerianischen Wirtschaftsmetropole trifft der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":45824,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[8],"tags":[1757,158,147,2894,1481,168,746,77,43],"class_list":["post-45823","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nigeria","tag-bundesregierung","tag-deutschland","tag-diplomatie","tag-internationale-beziehung","tag-konflikte","tag-krieg","tag-migration","tag-nigeria","tag-suedafrika"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117071142074226228","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45823","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45823"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45823\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45824"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45823"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45823"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45823"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}