{"id":45852,"date":"2026-08-10T15:17:14","date_gmt":"2026-08-10T15:17:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45852\/"},"modified":"2026-08-10T15:17:14","modified_gmt":"2026-08-10T15:17:14","slug":"weltsozialforum-wir-muessen-auf-die-eigenen-ressourcen-setzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/45852\/","title":{"rendered":"Weltsozialforum: &#8222;Wir m\u00fcssen auf die eigenen Ressourcen setzen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/kundgebung-weltsozialforum-102.jpg\" alt=\"Kundgebung beim Weltsozialforum in Cotonou (Benin).\" title=\"Kundgebung beim Weltsozialforum in Cotonou (Benin). | ARD Nairobi\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 10.08.2026 \u2022 16:33 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Alle zwei Jahre besch\u00e4ftigt sich das Weltsozialforum mit der Lage des Globalen S\u00fcdens. In diesem Jahr kam man in Benin zusammen &#8211; und hatte eine selbstbewusste Botschaft f\u00fcr die Staaten des Nordens.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/korrespondent-602.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Georg Restle\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/restle-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;So-, So-, Solidarit\u00e9!\u201c schallt es \u00fcber den Campus der weitl\u00e4ufigen Universit\u00e4t von Cotonou, der gr\u00f6\u00dften Stadt Benins an der westafrikanischen Atlantikk\u00fcste. Zur Abschlusskundgebung haben sich nochmal rund 1.000 Teilnehmende des Weltsozialforums versammelt. Es sind Menschen aus mehr als 50 L\u00e4ndern, die meisten aus afrikanischen Staaten, aber auch aus Lateinamerika und Asien. Viele marschieren in den farbenreichen Kleidern ihrer Herkunftsl\u00e4nder, tragen Banner ihrer Organisationen vor sich her.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Stimmung ist k\u00e4mpferisch. Ihre Slogans klingen wie ein selbstbewusstes Statement des Globalen S\u00fcdens an die reichen Industriestaaten im Norden der Welt. &#8222;Solidarit\u00e4t mit den Kleinbauern Afrikas!&#8220;, &#8222;Solidarit\u00e4t mit den Migranten und Migrantinnen!&#8220;, &#8222;Solidarit\u00e4t mit den Entrechteten und Vertriebenen!&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Sie fordern Gerechtigkeit, auch durch die internationale Klimapolitik: Demonstranten am Rande des Weltsozialforums in Benin.\n                    <\/p>\n<p>    Gegenentwurf zum Weltwirtschaftsforum<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Fast eine Woche lang dauerte das gr\u00f6\u00dfte Treffen der Zivilgesellschaften der Welt, das sich seit seiner Gr\u00fcndung 2001 im brasilianischen Porto Alegre als Gegenentwurf zum Weltwirtschaftsforum in Davos begreift. Regierungspolitiker sind hier ausdr\u00fccklich unerw\u00fcnscht; es ist ein Treffen von Nichtregierungsorganisationen, die vor allem denen eine Stimme geben wollen, die sonst nicht geh\u00f6rt werden: Kleinb\u00e4uerinnen und Kleinbauern, Fischern und Fischerinnen, Gefl\u00fcchteten und Vertriebenen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Titel der Foren auf dem Campus lesen sich wie eine Agenda der gro\u00dfen Themen dieser Welt: Es geht um Klimagerechtigkeit, Ern\u00e4hrungssicherheit, Landraub und Menschenrechte &#8211; Themen, die dringlicher erscheinen als je zuvor. Und das hat viel mit den Kriegen und Konflikten im Norden zu tun: der R\u00fcckgang der Getreideimporte aufgrund des Ukrainekriegs oder die Verteuerung von Kunstd\u00fcnger wegen der Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dazu kommt der R\u00fcckzug der USA und anderer westlicher Staaten aus der Entwicklungszusammenarbeit und die Schw\u00e4chung vieler UN-Institutionen durch die Politik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump. Man m\u00fcsse das Motto des Weltsozialforums eigentlich umformulieren, sagt Franciso Mari, der f\u00fcr das evangelische Hilfswerk Brot f\u00fcr die Welt in Benin ist. Statt &#8222;Eine andere Welt ist m\u00f6glich!&#8220; m\u00fcsste es eigentlich hei\u00dfen: &#8222;Eine andere Welt ist dringend n\u00f6tig!&#8220;, so Mari. Das gelte insbesondere f\u00fcr den Klimawandel, dessen Folgen die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens besonders hart treffen.<\/p>\n<p>    Klimaschutz gef\u00e4hrdet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Was das bedeutet, kann man nur zwei Autostunden entfernt, westlich von Cotonou besichtigen, in den Mangrovenw\u00e4ldern von Grand Popo. Die W\u00e4lder geh\u00f6ren zu einem riesigen Biosph\u00e4renreservat, das sich \u00fcber 35.000 Quadratkilometer von Benin bis Togo erstreckt. Sie sind Teil der gr\u00fcnen Lunge Westafrikas &#8211; wichtig f\u00fcr den Klimaschutz.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit Jahren ist der Bestand der W\u00e4lder durch Abholzung bedroht. Vor Ort k\u00fcmmert sich die Umweltorganisation Eco-B\u00e9nin darum, die Mangroven mithilfe von Aufforstungsprogrammen zu sch\u00fctzen. Doch jetzt droht die dringend ben\u00f6tigte Hilfe aus Europa und den USA zu versiegen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Um 40 Prozent seien die Mittel der Geldgeberstaaten f\u00fcr Umwelt- und Klimaschutzprojekte im letzten Jahr zur\u00fcckgegangen, teilt Eco-B\u00e9nin mit. &#8222;Ohne dieses Geld werden wir die Aufforstung hier beenden m\u00fcssen, weil wir nicht \u00fcber gen\u00fcgend Eigenmittel verf\u00fcgen&#8220;, erkl\u00e4rt Frank Equ\u00e9, der f\u00fcr die Umweltorganisation vor Ort ist.<\/p>\n<p>    Die Chance der Krise<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass der R\u00fcckzug westlicher Staaten aus der Entwicklungshilfe aber auch Chancen bietet, auch das kann man in Benin besichtigen: bei einer kleinb\u00e4uerlichen Initiative, rund 50 Kilometer n\u00f6rdlich von Cotonou. Mitten zwischen Palmenhainen befindet sich hier die Saatgutbank von CEVASTE, mit deren Hilfe kleinb\u00e4uerliche Betriebe in der Umgebung mit Pflanzensorten versorgt werden sollen, die widerstandsf\u00e4higer sind als herk\u00f6mmliche Sorten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Dadurch brauchen wir keinen chemischen Kunstd\u00fcnger, kein hybrides Saatgut, keine Pestizide und Herbizide, die Bauern sonst teuer von gro\u00dfen Saatgut- oder D\u00fcngemittelkonzernen zukaufen m\u00fcssen&#8220;, sagt No\u00ebl Jah, der die Saatgutbank mit aufgebaut hat. Damit sei es f\u00fcr kleine landwirtschaftliche Betriebe attraktiv, weil es sich am Ende eben auch rechne, erg\u00e4nzt er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t lautet der Fachbegriff dazu, und man h\u00f6rt ihn oft bei den Veranstaltungen der Kleinbauern und Kleinb\u00e4uerinnen auf dem Weltsozialforum in Benin. Was damit gemeint ist, erkl\u00e4rt Imke Tiedemann, Afrikareferentin von Brot f\u00fcr die Welt: &#8222;Verst\u00e4rkt auf lokale L\u00f6sungen zu setzen, auf lokale D\u00fcnger und neue Methoden, die eigentlich gar nicht so neu sind, sondern auf altem Wissen basieren.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Widerstandsf\u00e4higes Saatgut aus der Saatgutbank &#8211; damit arbeitet auch diese kleinb\u00e4uerliche Ananasplantage.\n                    <\/p>\n<p>    Neues Selbstbewusstsein<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Was f\u00fcr die Landwirtschaft gilt, k\u00f6nnte auch als Programm f\u00fcr das Weltsozialforum insgesamt gelten: weniger Abh\u00e4ngigkeiten von internationalen Geldgebern, stattdessen eigene lokale L\u00f6sungen, die auf Erfahrungen der L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens beruhen. So formuliert es Massa Kon\u00e9 aus Mali, Sprecher der westafrikanischen Landrechtsbewegung: &#8222;Wir m\u00fcssen zuerst auf die eigenen Ressourcen und M\u00f6glichkeiten setzen und nicht auf Scheinl\u00f6sungen aus EU-L\u00e4ndern, China, den USA oder der Weltbank.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es ist ein neues Selbstbewusstsein, das die Zivilgesellschaft des Globalen S\u00fcdens in Benin pr\u00e4sentierte; geboren aus den gro\u00dfen Krisen dieser Zeit. Man habe erleben k\u00f6nnen, sagt Francisco Mari, &#8222;dass sich die globalen Bewegungen und Zivilgesellschaften nicht unterkriegen lassen von schrecklichen Bedingungen, von Kriegen und Krisen, von Unterdr\u00fcckung und Einsch\u00fcchterung, von der Klimakatastrophe oder dem Hass und der Gewalt gegen Minderheiten&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In zwei Jahren soll das n\u00e4chste Weltsozialforum stattfinden, dann voraussichtlich in S\u00fcdamerika.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 10.08.2026 \u2022 16:33 Uhr Alle zwei Jahre besch\u00e4ftigt sich das Weltsozialforum mit der Lage des Globalen S\u00fcdens.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":45853,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[240],"tags":[360,2087,17626],"class_list":["post-45852","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-benin","tag-benin","tag-usaid","tag-wsf"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117071881501578931","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45852","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45852"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45852\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/45853"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45852"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45852"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45852"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}