{"id":4619,"date":"2026-04-20T08:48:46","date_gmt":"2026-04-20T08:48:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4619\/"},"modified":"2026-04-20T08:48:46","modified_gmt":"2026-04-20T08:48:46","slug":"statt-in-die-heimatlaender-%e2%81%a3schieben-wir-bald-nach-uganda-ab-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/4619\/","title":{"rendered":"Statt in die Heimatl\u00e4nder: \u2063Schieben wir bald nach Uganda ab? | Politik"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p>M\u00fcnchen \u2013 Immer wieder scheitern in Europa rechtm\u00e4\u00dfige Abschiebungen. Mal weigern sich die Betroffenen, mal blockieren die Herkunftsstaaten.<\/p>\n<p>Damit soll Schluss sein. Ein neuer Ansatz: Wer nicht ins Heimatland zur\u00fcck kann, soll in ein Drittland gebracht werden, per sogenannter Ersatzabschiebung. Allein in Deutschland gibt es derzeit 226.000 ausreisepflichtige Ausl\u00e4nder.<\/p>\n<p>Die Pl\u00e4ne werden beim \u201eMunich Meeting on Migration\u201c diskutiert. Im Hotel Bayerischer Hof kommen heute Innenminister aus Polen, Italien, Luxemburg, der Schweiz, D\u00e4nemark, Schweden, Belgien und den Niederlanden zusammen. Gastgeber ist Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (55, CSU). Ziel ist es, den \u00f6sterreichischen EU-Kommissar Magnus Brunner (53, \u00d6VP) zu schnellen Reformen zu zwingen.<\/p>\n<p>Dobrindt sagte vor Beginn des Treffens: \u201eEuropa braucht Klarheit, Konsequenz und Kontrolle in der Migrationspolitik. Wir m\u00fcssen den EU-Migrationspakt h\u00e4rten und die Abschiebe-Regeln sch\u00e4rfen.\u201c <\/p>\n<p>Sein Credo: \u201eStarke Au\u00dfengrenzen, schnelle Abschiebungen, innovative L\u00f6sungen. Nur so sichern wir Ordnung, Offenheit und den europ\u00e4ischen Zusammenhalt.\u201c<\/p>\n<p>Und dann wird Dobrindt knallhart. Zu BILD sagt er: \u201eDas Ziel von M\u00fcnchen ist es, eine Koalition der Willigen bei der Umsetzung von Return-Hubs zu schmieden.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Im Juli brachte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) seine Kollegen ins Gebirge. Diesmal geht es in das Hotel Bayerischer Hof nach M\u00fcnchen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/8093e549e100872f87efbe80ebab7d5d,5d8077bc.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Im Juli brachte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) seine Kollegen ins Gebirge. Diesmal geht es in das Hotel Bayerischer Hof nach M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Foto: Sven Hoppe\/dpa<\/p>\n<p>Der niederl\u00e4ndische Innen- und Asylminister David van Weel (49, Volkspartei) will sein Uganda-Modell vorstellen. Van Weel erkl\u00e4rte gegen\u00fcber BILD: \u201eDie Niederlande bef\u00fcrworten, dass auch andere Mitgliedstaaten innovative L\u00f6sungen entwickeln. Ich bin daher durchaus bereit, das Modell einer R\u00fcckkehr- oder Transit-Hub-L\u00f6sung in allgemeinem Sinne mit meinen Kollegen zu er\u00f6rtern.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"David van Weel (49) begann seine Karriere bei der k\u00f6niglichen niederl\u00e4ndischen Marine\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/c32be23badbffe8be3a3506db4457418,48017ddf.png\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\"> David van Weel (49) begann seine Karriere bei der K\u00f6niglichen Marine der Niederlande<\/p>\n<p>Foto: picture alliance \/ ANP<\/p>\n<p>So funktioniert das Uganda-Modell<\/p>\n<p>In New York unterzeichneten van Weel und Ugandas Au\u00dfenminister Jeje Odongo (74) Ende September eine Absichtserkl\u00e4rung f\u00fcr ein gemeinsames R\u00fcckkehrzentrum. Der niederl\u00e4ndische Minister betont: \u201eEs ist kein Fl\u00fcchtlingslager, sondern eine anst\u00e4ndige Unterkunft, kein Gef\u00e4ngnis.\u201c<\/p>\n<p>Das Modell richtet sich laut niederl\u00e4ndischem Migrationsministerium an abgelehnte Asylbewerber, deren Herkunftsl\u00e4nder nicht kooperieren. Sie k\u00f6nnten in ein afrikanisches Nachbarland gebracht werden. In Uganda sollen sie sogar eine Ausbildung erhalten \u2013 als Hilfe f\u00fcr einen Neustart in der Heimat. <\/p>\n<p>In Planungen, die BILD vorliegen, hei\u00dft es: \u201eWenn die betreffende Person nicht freiwillig mitwirkt, kommt eine zwangsweise R\u00fcckf\u00fchrung in das Herkunftsland in Betracht. Sollte es nicht gelingen, diese Person kurzfristig direkt in ihr Herkunftsland zur\u00fcckzuf\u00fchren, kann der Einsatz des Transit-Hubs erwogen werden.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Innenminister in Uniform-Jacke der Polizei: Alexander Dobrimdt (55, CDU)\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/b9718af89c14d47d1558bef5f36af16e,78d54b7c.png\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Innenminister in Uniform-Jacke der Polizei: Alexander Dobrindt (55, CDU)<\/p>\n<p>Foto: ddp\/Michael Bihlmayer<\/p>\n<p>Dobrindt k\u00fcndigte im \u201eM\u00fcnchner Merkur\u201c an: \u201eWir wollen beim Vorhaben der Return- Hubs (deutsch f\u00fcr R\u00fcckkehrzentren) vorankommen.\u201c <\/p>\n<p>Geplant sind Zentren nach britischem und italienischem Vorbild, m\u00f6glichst nahe an den Herkunftsl\u00e4ndern. Konkrete Standorte stehen noch nicht fest. Berlin will daf\u00fcr eine EU-Regelung, schlie\u00dft aber auch Kooperationen einzelner Staaten nicht aus. <\/p>\n<p>Auch van Weel sieht in seinem Modell Chancen f\u00fcr Deutschland: \u201eTheoretisch ist dieses Modell auch f\u00fcr andere Mitgliedstaaten nutzbar.\u201c <\/p>\n<p>Zustimmung kommt aus \u00d6sterreich. Innenminister Gerhard Karner (57, \u00d6VP) sagte BILD: \u201eEs braucht gesamteurop\u00e4ische L\u00f6sungen. An diesen wird aktuell intensiv gearbeitet. Durch Asylverfahren in Drittstaaten, zum Beispiel in Uganda, k\u00f6nnte das Gesch\u00e4ft der Schleppermafia nachhaltig zerst\u00f6rt werden.\u201c<\/p>\n<p>Mehr zum ThemaExperten sehen Chancen<\/p>\n<p>Der Koalitionsvertrag erlaubt solche L\u00f6sungen. Union und SPD vereinbarten im Mai, die Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Abschiebehaft deutlich zu erh\u00f6hen und rechtliche Grundlagen auszubauen.<\/p>\n<p>Asyl-Experte Prof. Daniel Thym (51, Uni Konstanz) bewertete das Modell positiv. Er sagte zu BILD: \u201eDas Uganda-Modell halte ich f\u00fcr ein gutes Werkzeug einer modernen Ausl\u00e4nderpolitik. Denn: Es w\u00e4re wirksam und rechtlich vergleichsweise unproblematisch umzusetzen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen M\u00fcnchen \u2013 Immer wieder scheitern in Europa rechtm\u00e4\u00dfige Abschiebungen. 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