{"id":46213,"date":"2026-08-12T15:41:13","date_gmt":"2026-08-12T15:41:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/46213\/"},"modified":"2026-08-12T15:41:13","modified_gmt":"2026-08-12T15:41:13","slug":"migration-ceuta-streit-um-abschiebezentrum-in-spanien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/46213\/","title":{"rendered":"Migration Ceuta: Streit um Abschiebezentrum in Spanien"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Am Strand El Trampol\u00edn stehen Zelte zwischen den Felsen. Andere Migranten haben sich aus Planen und Brettern notd\u00fcrftige H\u00fctten gebaut. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/exklave-ceuta-nun-schickt-spanien-das-militaer-zu-den-migranten-114923172\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Fast zwei Wochen nach dem gro\u00dfen Grenzsturm<\/a> leben in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta noch Tausende Menschen ohne feste Unterkunft \u2013 an Str\u00e4nden, auf der Stra\u00dfe oder in improvisierten Lagern. Niemand wei\u00df genau, wie viele Migranten sich derzeit in Ceuta befinden. Sch\u00e4tzungen gehen von 8000 bis 11.000 aus \u2013 in einer Stadt mit 84.000 Einwohnern.\n  <\/p>\n<p>            Ceutas B\u00fcrgermeister fordert ein geschlossenes Abschiedezentrum f\u00fcr Migranten<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ceutas konservativer B\u00fcrgermeister Juan Jes\u00fas Vivas sagt, so k\u00f6nne es nicht weitergehen. Nach einem Treffen mit Spaniens Minister f\u00fcr Territorialpolitik, \u00c1ngel V\u00edctor Torres, forderte er die Regierung in Madrid auf, m\u00f6glichst schnell ein gro\u00dfes geschlossenes Internierungs- und Abschiebezentrum f\u00fcr Ausl\u00e4nder einzurichten. Dort sollen irregul\u00e4re Migranten untergebracht werden und das Zentrum nicht verlassen d\u00fcrfen, bis \u00fcber ihre R\u00fcckf\u00fchrung entschieden ist.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die derzeitige Lage sei \u201eabsolut untragbar und inakzeptabel\u201c, sagt Vivas. Rund 70.000 Ende Juli nach Ceuta gekommene Migranten seien zwar inzwischen nach Marokko zur\u00fcckgekehrt. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/nach-ansturm-auf-ceuta-rueckkehr-zur-normalitaet-114933913\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Aber Tausende Menschen hielten sich immer noch ohne ein Dach \u00fcber dem Kopf in der Stadt auf<\/a>. Das werde zum Problem f\u00fcr Sicherheit und Zusammenleben. Ein Internierungszentrum, argumentiert der B\u00fcrgermeister, w\u00fcrde daf\u00fcr sorgen, dass die Lage besser kontrolliert werden k\u00f6nnte und die Migranten einen Schlafplatz und Essen bekommen.\n  <\/p>\n<p>            Bislang gibt es in Ceuta nur ein Aufnahmezentrum, das komplett \u00fcberf\u00fcllt ist<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ceuta besitzt zwar bereits ein staatliches Aufnahmezentrum f\u00fcr Migranten. Doch auch dieses ist l\u00e4ngst \u00fcberf\u00fcllt. Die Einrichtung verf\u00fcgt regul\u00e4r \u00fcber gut 500 Pl\u00e4tze; inzwischen sind dort provisorisch 800 Menschen untergebracht. Vor allem aber ist es kein Gef\u00e4ngnis. Seine Bewohner d\u00fcrfen das Gel\u00e4nde verlassen und sich frei  bewegen. Vivas fordert etwas anderes: Ein geschlossenes Internierungslager f\u00fcr Migranten, die abgeschoben werden sollen. Solche Abschiebezentren gibt es bereits auf dem spanischen Festland und den Kanaren. Dort k\u00f6nnen Ausl\u00e4nder auf richterliche Anordnung festgehalten werden. Vivas verlangt au\u00dferdem zus\u00e4tzliche Polizisten und Ausl\u00e4nderbeamte, damit die Asyl- sowie Abschiebeverfahren schneller abgewickelt werden k\u00f6nnen. Auch die Soldaten, die seit Beginn der Krise in der Stadt und an der Grenze eingesetzt werden, sollen bleiben.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Regierung in Madrid reagiert zur\u00fcckhaltend auf die Forderung nach einem solchen Internierungslager. Zun\u00e4chst soll vor allem die Lage der vielen unbegleiteten Kinder gekl\u00e4rt werden. Rund 1300 minderj\u00e4hrige Migranten sind inzwischen offiziell registriert. Bei ihnen wird gepr\u00fcft, ob eine R\u00fcckkehr zu ihren Familien nach Marokko m\u00f6glich ist. Spaniens Au\u00dfenminister Jos\u00e9 Manuel Albares k\u00fcndigte unterdessen einen harten Kurs an: \u201eJeder Einzelne, der illegal nach Spanien eingereist ist, wird nach Marokko zur\u00fcckgebracht.\u201d\u00a0\n  <\/p>\n<p>            Die Europ\u00e4ische Union hat die Asylregeln bereits versch\u00e4rft<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ceutas Forderung f\u00fcgt sich in einen europ\u00e4ischen Trend zu h\u00e4rteren Regeln bei Abschiebung ein. Anfang Juni einigten sich <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/asylpakt-der-eu-besaenftigt-auch-angela-merkels-kritiker-114420243\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">die EU-Staaten und das Europ\u00e4ische Parlament<\/a> grunds\u00e4tzlich auf eine neue R\u00fcckf\u00fchrungsverordnung. Sie soll Abschiebungen beschleunigen und erm\u00f6glicht unter bestimmten Voraussetzungen eine l\u00e4ngere Internierung. Vor allem aber ebnet sie den Weg f\u00fcr sogenannte \u201eReturn Hubs\u201c \u2013 R\u00fcckf\u00fchrungszentren au\u00dferhalb der Europ\u00e4ischen Union.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    W\u00e4hrend Ceuta noch mit den Folgen des Grenzsturms Ende Juli k\u00e4mpft, <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/kommt-es-am-15-august-zu-einem-erneuten-ansturm-auf-ceuta-114970571\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">w\u00e4chst die Sorge vor einem neuen Migrantenandrang am 15. August<\/a>. In marokkanischen sozialen Netzwerken kursieren Aufrufe, an diesem Tag erneut in gro\u00dfer Zahl zur Grenze aufzubrechen. Spanien begann deswegen, die Grenzanlagen technisch noch besser abzusichern \u2013 und die Soldaten und Grenzpolizisten in Ceuta bekamen Urlaubsverbot.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Strand El Trampol\u00edn stehen Zelte zwischen den Felsen. 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