{"id":46236,"date":"2026-08-12T17:45:09","date_gmt":"2026-08-12T17:45:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/46236\/"},"modified":"2026-08-12T17:45:09","modified_gmt":"2026-08-12T17:45:09","slug":"libyen-haftars-geheimdienstchef-bei-autobombenanschlag-in-bengasi-getoetet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/46236\/","title":{"rendered":"Libyen: Haftars Geheimdienstchef bei Autobombenanschlag in Bengasi get\u00f6tet"},"content":{"rendered":"<p>Der Chef des Milit\u00e4rgeheimdienstes der von Feldmarschall Khalifa Haftar gef\u00fchrten Libyschen Nationalarmee (LNA) ist bei einem Autobombenanschlag in Bengasi get\u00f6tet worden, wie die Beh\u00f6rden am Dienstag best\u00e4tigten.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Fawzi al-Mansouri wurde am Montag get\u00f6tet. Ein an seinem Auto angebrachter Sprengsatz explodierte, als er nachts eine lokale Moschee verlie\u00df, hie\u00df es in der Mitteilung.<\/p>\n<p>Al-Mansouri geh\u00f6rte zur Spitze des Nachrichtendienstes der LNA und stand der Familie Haftar nahe.<\/p>\n<p>Er spielte eine zentrale Rolle in der LNA-Kampagne gegen dschihadistische Gruppen, darunter die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), zwischen 2014 und 2017 in Ostlibyen.<\/p>\n<p>Al-Mansouri, den die LNA als \u201eheldenhaften M\u00e4rtyrer\u201c bezeichnete, war auch eine f\u00fchrende Figur w\u00e4hrend der Offensive Haftars im Jahr 2019, mit der er die Hauptstadt Tripolis einnehmen wollte. Die Operation wurde von Russland und \u00c4gypten unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Die Offensive Haftars wurde schlie\u00dflich von Kr\u00e4ften zur\u00fcckgeschlagen, die der Regierung in Tripolis loyal sind und von der T\u00fcrkei unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n<p>Khaled Haftar, der Sohn Khalifas und Generalstabschef der LNA, erkl\u00e4rte in einer Stellungnahme, es sei eine Untersuchung eingeleitet worden. \u201eDie Hinweise deuten auf eine verabscheuungsw\u00fcrdige terroristische Taktik\u201c, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p>\u201eTerrorismus ist ein Projekt, das nicht nur Libyen, sondern die gesamte Region ins Visier nimmt\u201c, hie\u00df es weiter.<\/p>\n<p>Der Anschlag durchkreuzte die Bem\u00fchungen der Haftars, die von ihnen kontrollierten Gebiete als stabil darzustellen.<\/p>\n<p>\u201eEin derart komplexer Anschlag in einer LNA-Hochburg ist auch ein schwerer Schlag f\u00fcr den Sicherheitsruf der Gruppe\u201c, sagte Hamish Kinnear vom britischen Analysehaus Verisk Maplecroft.<\/p>\n<p>\u201eDie Geheimdienstinformationen, die n\u00f6tig sind, um eine derart prominente Figur gezielt zu t\u00f6ten, zeugen von erheblichen F\u00e4higkeiten der verantwortlichen Akteure\u201c, f\u00fcgte Kinnear hinzu.<\/p>\n<p>Die Beh\u00f6rden haben die T\u00e4ter bislang nicht identifiziert.<\/p>\n<p>Regierung in Tripolis verurteilt \u201eterroristischen Anschlag\u201c<\/p>\n<p>Libyen ist seit der NATO-Intervention, die 2011 zum Sturz von Muammar al-Gaddafi beitrug, zwischen rivalisierenden Verwaltungen geteilt.<\/p>\n<p>Derzeit ringen zwei Regierungen um die Macht. In Tripolis sitzt die von den UN anerkannte Regierung von Premierminister Abdulhamid Dbeibah. In Bengasi steht eine Gegenregierung, die vom \u00e4lteren Haftar unterst\u00fctzt wird, der als faktischer Machthaber gilt.<\/p>\n<p>Dbeibah regiert seit 2021 auf Grundlage eines von den UN vermittelten politischen Abkommens. Eine neue demokratische Legitimation fehlt ihm jedoch, denn die f\u00fcr Dezember 2021 geplante Wahl wurde wegen Streitigkeiten \u00fcber die Zulassung der Kandidaten und die Rechtsgrundlage abgesagt.<\/p>\n<p>Seine Regierung steht innenpolitisch unter Dauerbeschuss. In Tripolis kam es Anfang dieses Jahres zu Protesten wegen Stromausf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Haftar, fr\u00fcher General im Dienste Gaddafis und enger Vertrauter, lief \u00fcber und lebte fast zwei Jahrzehnte in den USA, bevor er nach 2011 nach Libyen zur\u00fcckkehrte. Er formte die LNA zur dominierenden Streitmacht im Osten und S\u00fcden des Landes.<\/p>\n<p>Die Regierung in Tripolis verurteilte in einer Erkl\u00e4rung einen \u201eterroristischen Anschlag\u201c auf al-Mansouri. Man verurteile die T\u00f6tung \u201eunabh\u00e4ngig von den Positionen oder Allianzen der jeweiligen Seite\u201c.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter teilte Khaleds B\u00fcro mit, die Beh\u00f6rden h\u00e4tten in Bengasi eine \u201eTerrorzelle festgenommen, die Sabotageakte vorbereitete\u201c. Ob ein Zusammenhang mit der T\u00f6tung al-Mansouris besteht, blieb offen.<\/p>\n<p>Die Beh\u00f6rden in Bengasi organisierten am Dienstagnachmittag die Beerdigung al-Mansouris. Ver\u00f6ffentlichten Fotos zeigen bewaffnete M\u00e4nner in Uniform; unter den Trauerg\u00e4sten waren hochrangige LNA-Vertreter, darunter Khaled und Saddam Haftar.<\/p>\n<p>In einer Erkl\u00e4rung k\u00fcndigte die LNA an, den \u201eKampf gegen den Terrorismus\u201c nicht einzustellen. Man werde weiter \u201ef\u00fcr Stabilit\u00e4t und Sicherheit in Libyen und f\u00fcr die Vereinigung seiner Institutionen\u201c k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>USA wollen Saddam Haftar an Libyens Spitze?<\/p>\n<p>Libyen verf\u00fcgt \u00fcber die gr\u00f6\u00dften nachgewiesenen Erd\u00f6lreserven Afrikas. Sie finanzieren beide Lager im politischen Konflikt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig laufen weiter Bem\u00fchungen, die Exekutivgewalt des Landes nach einem von Washington vermittelten Plan zu vereinen, den die LNA \u00f6ffentlich unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Nach durchgesickerten Details des Plans bliebe Premier Abdulhamid Dbeibah an der Spitze der Regierung in Tripolis. Generalleutnant Saddam Haftar, ebenfalls ein Sohn Khalifas, w\u00fcrde in eine hohe nationale Exekutivfunktion aufr\u00fccken und m\u00f6glicherweise eine einheitliche Pr\u00e4sidialstruktur anf\u00fchren.<\/p>\n<p>Saddam Haftar wurde im August 2025 zum stellvertretenden Oberbefehlshaber der LNA ernannt. Die damalige Umstrukturierung verteilte die operative F\u00fchrung faktisch auf die wichtigsten Erben Khalifas.<\/p>\n<p>\u201eAll dies verhei\u00dft nichts Gutes f\u00fcr den US-Plan zur Wiedervereinigung Libyens\u201c, sagte Kinnear. Nach dieser Roadmap werde keine der beiden Seiten \u201emit ihrer jeweiligen Position lange zufrieden sein\u201c.<\/p>\n<p>\u201eEin neuer, destabilisierender Machtkampf k\u00f6nnte bald ausbrechen.\u201c<\/p>\n<p>Der Libyen-Experte Jalel Harchaoui erkl\u00e4rte, die T\u00f6tung werde das von den USA vermittelte Abkommen \u201est\u00f6ren oder zumindest verz\u00f6gern\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDas Abkommen beruht auf zwei Annahmen: In Bengasi herrscht h\u00f6chste Sicherheitsstufe, und f\u00fcr ranghohe Offiziere garantiert die Loyalit\u00e4t zu Saddam \u2013 Haftars Sohn und designiertem Nachfolger \u2013 Schutz in der Bastion Bengasi\u201c, erl\u00e4uterte Harchaoui.<\/p>\n<p>Doch \u201eeine Bombe, die den Chef des Milit\u00e4rgeheimdienstes trifft, wenn er eine Moschee verl\u00e4sst, untergr\u00e4bt diese Annahmen\u201c, so Harchaoui.<\/p>\n<p>Eine Wiedervereinigung w\u00fcrde zudem \u201eGesten der Offenheit f\u00fcr Reformen und Ver\u00e4nderungen innerhalb der Armee erfordern\u201c, schloss Harchaoui.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Chef des Milit\u00e4rgeheimdienstes der von Feldmarschall Khalifa Haftar gef\u00fchrten Libyschen Nationalarmee (LNA) ist bei einem Autobombenanschlag in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":46237,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[28],"tags":[5900,286,285,345],"class_list":["post-46236","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-libyen","tag-banghazi","tag-libya","tag-libyen","tag-terrorismus"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117083787959148545","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46236","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46236"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46236\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/46237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}