{"id":46580,"date":"2026-08-14T19:27:10","date_gmt":"2026-08-14T19:27:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/46580\/"},"modified":"2026-08-14T19:27:10","modified_gmt":"2026-08-14T19:27:10","slug":"ceuta-wer-steckt-hinter-den-aufrufen-zum-grenzuebertritt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/46580\/","title":{"rendered":"Ceuta: Wer steckt hinter den Aufrufen zum Grenz\u00fcbertritt?"},"content":{"rendered":"<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Am Strand von Ceuta baden ein paar Menschen, das Meer ist ruhig und wird von einer Grenzbarriere durchzogen, die  sich am Festland mit einem Zaun fortsetzt.\" alt=\"Am Strand von Ceuta baden ein paar Menschen, das Meer ist ruhig und wird von einer Grenzbarriere durchzogen, die  sich am Festland mit einem Zaun fortsetzt.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/ceuta-strand-grenze-100-1920x1080.jpg\" \/><\/p>\n<p>                  Nur Grenzzaun und Wasserbarriere st\u00f6ren die Urlaubsidylle: Anfang August ist es ruhig am Strand der spanischen Exklave Ceuta (picture alliance \/ Hans Lucas \/ Thomas Lukes)<\/p>\n<p>Am 15. August k\u00f6nnte es wieder Bilder geben, auf die die Europ\u00e4ische Union (EU) gern verzichten w\u00fcrde. Bilder von Tausenden Migranten, die aus Marokko illegal in die EU einreisen. Die meisten, die Ende Juli die Grenze passierten und am Strand der spanischen Exklave Ceuta ankamen, wurden inzwischen wieder in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckgeschickt.\u00a0 <\/p>\n<p>Doch der Fall zeigte, wie leicht sich Zwietracht in Europa s\u00e4en l\u00e4sst: Mehrere EU-Staaten kritisierten die spanische Migrationspolitik, wollten das Land aus dem Schengen-Raum dr\u00e4ngen und verst\u00e4rkten ihre Grenzkontrollen, obwohl kein einziger Migrant Ceuta verlassen hat.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p>Am Samstag k\u00f6nnten abermals Tausende Menschen versuchen, aus Marokko \u00fcber die spanische Exklave Ceuta nach Spanien zu kommen \u2013 so wie Ende Juli. Der 15. August taucht seit einiger Zeit in Facebook-Gruppen und auf Instagram als der Tag auf, an dem ein Grenz\u00fcbertritt m\u00f6glich sein wird.\u00a0 <\/p>\n<p>Angeblich, so hei\u00dft es in einem mehr als 30.000-mal aufgerufenen Video, wolle Spanien 15 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung stellen, um Einwanderer aus Ceuta willkommen zu hei\u00dfen. Das stimmt nicht und ist ein klarer Fall von Desinformation. Marokkanische Beh\u00f6rden warnen vor verd\u00e4chtigen und irref\u00fchrenden Aufrufen im Internet.\u00a0 <\/p>\n<p>Schon weit vor dem Andrang Zehntausender Menschen aus Marokko und anderen afrikanischen Staaten am 30. und 31. Juli kursierten Falschmeldungen in den sozialen Netzwerken. Daraufhin st\u00fcrzten sich viele Menschen ins Meer, um nach Ceuta zu schwimmen. Mehr als 80 von ihnen kamen dabei ums Leben.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p>Noch immer befinden sich rund 2000 Migranten in Ceuta, darunter viele Jugendliche, die auf der Stra\u00dfe leben, am Strand duschen und auf die Unterst\u00fctzung der lokalen Bev\u00f6lkerung angewiesen sind, die Essen verteilt oder Schutzr\u00e4ume anbietet.\u00a0 <\/p>\n<p>Auch ein Team aus EU-Kommission, Europ\u00e4ischer Grenzschutzagentur Frontex, Europol und der Europ\u00e4ischen Asylagentur ist vor Ort, um einzusch\u00e4tzen, wo und wie die EU der Exklave helfen kann.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p>Nach der unkontrollierten Situation Ende Juli bem\u00fchte sich die EU um Aufarbeitung. Ohne Schmugglernetzwerke und Falschinformationen in den sozialen Netzwerken w\u00e4ren nicht so viele Menschen gekommen, ist EU-Innenkommissar Magnus Brunner \u00fcberzeugt. Wer hinter den Falschmeldungen steckt, ist noch unklar.\u00a0 <\/p>\n<p>                Die spanische KI-Sicherheitsfirma Golden Owl kommt anhand von Datenanalysen zu dem <a title=\"Link auf: Datenauswertung von Golden Owl zur Ceuta-Mobilisierung (Englisch)\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/goldenowl.ai\/resources\/research\/The-Ceuta-Mobilisation-Network-Recruitment-Amplification-and-Operational-Security\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/goldenowl.ai\/resources\/research\/The-Ceuta-Mobilisation-Network-Recruitment-Amplification-and-Operational-Security&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;Ergebnis&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Ceuta - Banges Warten auf den 15. August&quot;,&quot;level2&quot;:1}\" rel=\"nofollow noopener\">Ergebnis<\/a>, dass der Massenandrang in Ceuta Ende Juli auf eine organisierte Operation zur\u00fcckgeht und kein spontanes Ereignis war. Bereits Monate zuvor sollen der oder die Drahtzieher darauf hingearbeitet haben.\u00a0 <\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sei die Idee zur Massenmigration heimlich in kleinem Kreis besprochen worden. Dann sei der Aufruf zum Grenz\u00fcbertritt in Facebook-Gruppen mit jeweils mehr als 100.000 Mitgliedern geteilt worden. Schlie\u00dflich seien Informationen dazu in kleineren WhatsApp-Gruppen verbreitet worden. <\/p>\n<p>Accounts und Kommunikationskan\u00e4le wechselten st\u00e4ndig. Bestimmte W\u00f6rter seien mit Satzzeichen unterbrochen worden, damit die Sicherheitsdienste sie nicht scannen konnten. <\/p>\n<p>Inzwischen sind ein in Istanbul lebender Marokkaner sowie weitere Verd\u00e4chtige verhaftet worden. Sie sollen die Menschen zur illegalen Einreise nach Ceuta und Melilla angestiftet haben.\u00a0 <\/p>\n<p>Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass staatliche Akteure, Geheimdienste, Parteien oder Nichtregierungsorganisationen hinter der Aktion stecken, die in der EU eine handfeste Krise ausl\u00f6ste. Ausschlie\u00dfen l\u00e4sst sich das jedoch auch nicht.\u00a0 <\/p>\n<p>Diese neue Form der organisierten Migrationsbewegung zeigt, dass es mit sehr einfachen Mitteln und einer konspirativ arbeitenden Struktur m\u00f6glich ist, Zehntausende zu mobilisieren.\u00a0<\/p>\n<p>Die EU hat sich mit den Betreibern der gro\u00dfen Social-Media-Plattformen ausgetauscht, um zu verhindern, dass es abermals aufgrund von Chatnachrichten, Kurzvideos und Facebook-Postings zu einem Massenandrang an einer EU-Au\u00dfengrenze kommt. <\/p>\n<p>TikTok und Meta, zu dem Instagram, Facebook und WhatsApp geh\u00f6ren, haben nun ihren Krisenmechanismus aktiviert und arbeiten mit Faktencheckern zusammen. Ziel ist es, dass sie Inhalte mit Falsch- und Desinformationen kennzeichnen. <\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr den Notfallplan im Netz ist der Digital Services Act. Die EU-Verordnung regelt, was die gro\u00dfen Plattformen in Europa d\u00fcrfen und was nicht. In der EU sind TikTok und Co. f\u00fcr die von ihnen verbreiteten Inhalte mitverantwortlich. <\/p>\n<p>H\u00f6rfunkbeitr\u00e4ge: Sabrina Fritz, Annabell Brockhues, Hans-G\u00fcnter Kellner<br \/>Onlinetext: Kristina Reymann-Schneider<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nur Grenzzaun und Wasserbarriere st\u00f6ren die Urlaubsidylle: Anfang August ist es ruhig am Strand der spanischen Exklave Ceuta&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":46581,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[10],"tags":[1615,436,17907,5966,95,746,96],"class_list":["post-46580","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-marokko","tag-ceuta","tag-eu","tag-eu-aussengrenzen","tag-grenze","tag-marokko","tag-migration","tag-morocco"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117095513846660026","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46580","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46580"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46580\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/46581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46580"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46580"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46580"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}