{"id":46627,"date":"2026-08-15T04:48:14","date_gmt":"2026-08-15T04:48:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/46627\/"},"modified":"2026-08-15T04:48:14","modified_gmt":"2026-08-15T04:48:14","slug":"zwischen-biologie-und-yoga-seniorweb-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/46627\/","title":{"rendered":"Zwischen Biologie und Yoga &#8211; Seniorweb Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Sabine Kon\u00e9-Hirsiger ist Biologin, Yogalehrerin und -therapeutin. \u00dcber Indien und Kanada kam sie ins westafrikanische Mali, wo sie seit rund 45 Jahren in der Hauptstadt Bamako lebt. Wie sie den Spagat zwischen den Kulturen schafft, erz\u00e4hlt sie in einem Gespr\u00e4ch an der Limmat in Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>Eines Tages klopfte es an die T\u00fcr, als mein Mann und ich selbst noch in Bamako lebten. Sabine Kon\u00e9-Hirsiger stand vor uns. Wir kannten sie nicht. Sie war kurz zuvor in Mali angekommen und h\u00f6rte von uns Schweizern. Es muss Herbst 1981 gewesen sein. Seither treffen wir uns regelm\u00e4ssig, wenn Sabine im Sommer die Schweiz besucht. Noch heute ist sie, 80j\u00e4hrig, in Bamako zu Hause und erteilt dort Yogastunden. Nouhoum, ihr Ehemann starb 2016, die Tochter lebt und arbeitet in Paris, der Sohn im Welschland.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-141760 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"716\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1-IMG_1982.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"1000\" data-eio-rheight=\"716\"\/>Sabine Kon\u00e9-Hirsiger bei unserem Gespr\u00e4ch an der Limmat. Foto: rv<\/p>\n<p>Auf die Frage \u00abwie bist Du eigentlich nach Mali gekommen, das ist doch aussergew\u00f6hnlich\u00bb, sagt sie trocken: \u00abDas war \u00fcberhaupt nicht ungew\u00f6hnlich. Schon als ich aus Indien nach Kanada kam, tauchte ich in die malische Kultur ein. In Montreal war ich w\u00e4hrend mehrerer Jahre Teil der etwa zehnk\u00f6pfigen malischen <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Yaya_Diallo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Musik- und Tanzgruppe Cl\u00e9ba von Yaya Diallo<\/a>. Ich studierte und spielte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balafon\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Balafon<\/a>, eine Art Xylofon mit Kalebassen als Resonanzk\u00f6rper und tanzte in der Gruppe.\u00bb<\/p>\n<p>Von Spl\u00fcgen nach Indien\u00a0<\/p>\n<p>Wie alles begann, erz\u00e4hlt mir die 1946 in Aarau geborene Sabine Kon\u00e9-Hirsiger bei afrikanischen Temperaturen am Ufer der Limmat. Sie studierte an der Uni Z\u00fcrich Biologie und bewarb sich nach Studienabschluss um eine Stelle in S\u00fcdamerika. In Erwartung einer Antwort arbeitete sie w\u00e4hrend eines Jahres als Primarlehrerin in Spl\u00fcgen im B\u00fcndnerland. Nach der Absage aus S\u00fcdamerika konnte sie als Biologin von der Uni Z\u00fcrich aus an einem einmonatigen Studienprojekt im Kanha Nationalpark in Indien teilnehmen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-141761 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"607\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/2-arbre-dans-la-foret-sacre.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"350\" data-eio-rheight=\"607\"\/>Wege zu Yoga und Meditation im Ashram <\/p>\n<p>Nach diesem Projekt blieb sie in Indien und reiste w\u00e4hrend acht Monaten herum. Dabei lernte sie den Amerikaner Jay kennen, der dort als Mediziner ein Praktikum absolvierte. \u00abMit ihm zusammen lernte ich in Rishikesh verschiedene Yoga- und Meditationsmethoden. Jeden Morgen meditierten wir nach dem Aufwachen w\u00e4hrend 20 Minuten, was ich noch heute mache. Das beruhigt den Geist, f\u00f6rdert geistige Klarheit und gibt Energie.\u00bb Doch Yoga kannte Sabine seit ihrer Jugend, so auch die B\u00fccher des indischen Philosophen und Mystikers Sri Aurobindo (1872-1950). Und sie erkl\u00e4rt: \u00abYoga ist bis heute der Kernpunkt in meinem Leben.\u00bb<\/p>\n<p>K\u00fcnstlerleben in Kanada<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in der Schweiz \u00abwar ich nach dem Leben in Indien vollkommen desorientiert\u00bb, erinnert sie sich. Sie unterrichtete wieder, um Geld zu verdienen, aber es gefiel ihr nicht. So fasste sie den Entschluss, mit dem Schiff nach Kanada auszuwandern.<\/p>\n<p>Hier traf sie auf eine lebendige Kunst- und Musikszene und lernte viele junge Leute kennen. Zuerst wohnte sie bei Jay und arbeitete als Biologin in der Krebsforschung in einem Spital. \u00abAber st\u00e4ndig M\u00e4use und Ratten f\u00fcr die Forschung zu t\u00f6ten\u00bb, behagte ihr nicht. So unterrichtete sie in Schulen, schuf Batikbilder und Aquarelle im gemeinsamen Atelier mit einer Freundin, spielte Balafon in Yaya Diallos Musikgruppe, die auch Tourneen innerhalb von Qu\u00e9bec machte. \u00abKanada war sehr wichtig f\u00fcr meine Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung\u00bb, res\u00fcmiert sie.<\/p>\n<p>Entscheidung f\u00fcr Nouhoum, f\u00fcr Mali<\/p>\n<p>Nouhoum, ihren k\u00fcnftigen Ehemann, lernte Sabine in Montreal kennen. Er studierte Geologie und kam wie auch andere Studenten aus der vorwiegend malischen Kommune zu den Konzerten im Loft hoch \u00fcber dem St. Lorenzstrom. Nach seinem Studienabschluss musste er wegen des Stipendienvertrags wieder nach Mali zur\u00fcck. \u00abDa mit Nouhoum eine ernsthafte Liebesbeziehung bestand, musste ich mich entscheiden, weiterhin ein K\u00fcnstlerleben in Kanada zu f\u00fchren oder nach Mali zu gehen; ich war 33 Jahre alt\u00bb, sagt sie.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-141762 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"1019\" height=\"957\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/3-Sabine-1982-Kopie-Kopie.jpeg\"  data- data-eio-rwidth=\"1019\" data-eio-rheight=\"957\"\/>Sabine und ihre Tochter Salimata, 1982<\/p>\n<p>Sabine entschied sich f\u00fcr Nouhoum, und kam in Mali mitten in der Armut an. Die beiden mieteten ein Haus mit zwei Zimmern, ohne Elektrizit\u00e4t, ohne K\u00fchlschrank, aber mit einem Ziehbrunnen im Hof. \u00abWir lebten in einfachsten Verh\u00e4ltnissen, nicht wie die weissen Experten aus dem Ausland, die in klimatisierten Villen mit W\u00e4chter und G\u00e4rtner leben. Diese Kontakte suchten wir nicht.\u00bb<\/p>\n<p>Nouhoum wusste, dass Sabine nicht in einer engen Siedlung mit anderen Familien wohnen konnte. So planten sie, ein St\u00fcck Land zu kaufen, um darauf ein eigenes Haus zu bauen. Sabines Mutter schickte ihr daf\u00fcr etwas Geld. Mit einem auf Lehmbauten spezialisierten Architekten aus Bamako planten sie ihr Haus mit einem grossen Garten. Doch es dauerte rund vier Jahre, bis es fertiggebaut war. Sabine lebt noch heute dort. F\u00fcr das Trinkwasser liessen sie einen 50 Meter tiefen Brunnen bohren. Das Wasser wird mit einer Pumpe in einen Tank hochgepumpt. Solarpanels erzeugen Strom. In diesem Haus l\u00e4sst es sich gut leben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-141763 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"952\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/4-Bamako_037.jpg\" data-\/>Bamako, im Hintergrund der Niger mit der Pont du roi Fahd. Foto: Arensond, Wikimedia Commons<\/p>\n<p>Dennoch ist der Alltag in der Hitze anstrengend, besonders wenn man in einem Aussenbezirk von Bamako wohnt und zu Fuss, ohne \u00d6V, unterwegs ist. Anf\u00e4nglich erleichterte ein Motorrad die Wege, sp\u00e4ter ein Auto, um die Kinder in den Kindergarten zu bringen. \u00abImmer wenn ich in die Schweiz komme, f\u00fchle ich mich wie im Paradies\u00bb, schw\u00e4rmt sie, \u00abdie guten Verkehrsverbindungen, das milde Klima, keine krankmachenden M\u00fccken. Der Liebe wegen bin ich in Bamako geblieben.\u00bb<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-141764 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"466\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/5-ymtorsion.jpg\" data-\/>Sabine Kon\u00e9-Hirsiger erteilt Yogastunden in Mali und in der Schweiz<\/p>\n<p>In Mali arbeitete Sabine in verschiedenen landwirtschaftlichen Entwicklungshilfeprojekten in Zusammenarbeit mit Deutschland und Kanada. Manchmal musste sie ausw\u00e4rts wohnen, weil der Weg zu weit war. Das alles ging nur, weil sie Hilfe f\u00fcr die Kinder, beim Kochen, Einkaufen und Putzen hatte und sich ihr Mann f\u00fcr die Familie engagierte. \u00abIch begleitete als Biologin interessante Projekte, die besonders die Frauen unterst\u00fctzten, wie die Verarbeitung und Vermarktung von Seife oder die verbesserte Herstellung von <a href=\"https:\/\/sheayeah.ch\/blogs\/news\/vorkommen-und-herstellung-von-unraffinierter-sheabutter?srsltid=AfmBOoqILKORIbMCt-PFES0Mf11GyQg0pGcRy7bgdVOkw71j8WBdOCXH\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Karit\u00e9butter<\/a>, englisch Sheabutter, einer Hautsalbe und auch Nahrungsmittel. Es ging darum, dass die Frauen f\u00fcr die Produkte besser bezahlt werden.<\/p>\n<p>Doch Sabines Herzensprojekt ist das Erteilen von Yogastunden. Das macht sie in ihrem Haus und zus\u00e4tzlich in verschiedenen Quartieren Bamakos. Obwohl sie Yoga schon lange kannte, studierte sie w\u00e4hrend drei Jahren an der <a href=\"https:\/\/yoga-university.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Yoga University<\/a> in der Berner Gemeinde Villeret. 2007 gr\u00fcndete sie in Bamako ihr eigenes Yoga-Zentrum, um die Praktiken des Yoga und der Yogatherapie einem breiten Publikum zu vermitteln.<\/p>\n<p>Yoga ist in Mali inzwischen so gut angekommen, dass ihr Kollege Oumar Coulibaly in ihre Fussstapfen treten und regelm\u00e4ssig Yogastunden geben kann. Er ist Englischlehrer und konnte dank seiner Englischkenntnisse eine Yoga Ausbildung in Indien absolvieren. So h\u00e4lt er Yoga am Leben, w\u00e4hrend sich Sabine in den heissen und feuchten Monaten in der Schweiz und in Frankreich aufhalten und ihre erwachsenen Kinder und Freunde besuchen kann, wie gerade jetzt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-141765 size-full lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"823\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/6-1000pxythadult-1.png\" data-\/>Yoga ist in Mali beliebt<\/p>\n<p>Ende September kehrt Sabine wieder zur\u00fcck. \u00abObschon das Leben in der Schweiz komfortabler ist, kehre ich immer wieder gerne nach Mali zur\u00fcck, weil das Leben f\u00fcr mich dort erf\u00fcllender ist\u00bb, sagt sie. \u00abIch bin umgeben von der Familie meines verstorbenen Mannes und habe ein interessantes professionelles Leben. Mit den Yogastunden kann ich den Menschen etwas zur\u00fcckgeben, ihnen einen Weg aufzeigen, der sie st\u00e4rkt, zufriedener und bewusster macht\u00bb.<\/p>\n<p>Fotos: Privatarchiv Sabine Kon\u00e9-Hirsiger<\/p>\n<p>Hier geht es zur Webseite von <a href=\"http:\/\/www.yoga-so.com\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Sabine Kon\u00e9-Hirsiger<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sabine Kon\u00e9-Hirsiger ist Biologin, Yogalehrerin und -therapeutin. \u00dcber Indien und Kanada kam sie ins westafrikanische Mali, wo sie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":46628,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[237],"tags":[1586,3727,1932,309,17916,17917,17918,17919,17920],"class_list":["post-46627","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-mali","tag-bamako","tag-indien","tag-kanada","tag-mali","tag-meditation","tag-montreal","tag-nouhoum-kone","tag-sabine-kone-hirsiger","tag-yoga"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117097719619426754","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46627","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46627"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46627\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/46628"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46627"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46627"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46627"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}