{"id":47125,"date":"2026-08-18T07:17:08","date_gmt":"2026-08-18T07:17:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47125\/"},"modified":"2026-08-18T07:17:08","modified_gmt":"2026-08-18T07:17:08","slug":"konflikte-humanitaere-helfer-riskieren-in-krisengebieten-ihr-leben-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47125\/","title":{"rendered":"Konflikte &#8211; Humanit\u00e4re Helfer riskieren in Krisengebieten ihr Leben &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nairobi (dpa) &#8211; Humanit\u00e4re Helfer arbeiten dort, wo die Not am gr\u00f6\u00dften ist &#8211; in Gebieten, in denen Erdbeben gew\u00fctet haben oder Kriege toben. Der Welttag der humanit\u00e4ren Hilfe am Mittwoch erinnert an die Menschen, die gegen Hunger, Armut und Ungleichheit im Einsatz sind. In immer mehr L\u00e4ndern brauchen sie nicht nur Fachwissen und Idealismus, sondern auch Mut: In Krisen- und Konfliktgebieten werden Helfer oft selbst Opfer von Angriffen.<\/p>\n<p>Keiner wei\u00df, was morgen ist<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wenn Mona Mahadi von der Kinderrechtsorganisation Plan International im sudanesischen Bundesstaat Nord Kordofan unterwegs ist, hat sie doppelt Sorge: Wird sie ihr Ziel sicher erreichen, oder macht ein Drohnenangriff den Weg in ein Fl\u00fcchtlingslager oder in eine Dorfgemeinschaft unm\u00f6glich? Und: Bleiben ihr Ehemann, ihre Eltern, ihre Schwestern von Angriffen verschont? Nord Kordofan ist derzeit eines der Zentren in dem seit bald dreieinhalb Jahren andauernden B\u00fcrgerkrieg im <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Sudan\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sudan<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auch f\u00fcr das Mitarbeiterteam hat die immer pr\u00e4sente Gefahr Auswirkungen. \u201eWenn wir uns am Ende des Tages verabschieden, wenn wir &#8222;Auf Wiedersehen&#8220; sagen, tun wir das so, als w\u00fcrden wir uns morgen nicht wiedersehen\u201c, erz\u00e4hlt Mahadi. Die junge Sudanesin hat selbst mehrere Angeh\u00f6rige und eine Kollegin bei Drohnenangriffen verloren.<\/p>\n<p>Zwischen Risiko und dem Wunsch zu helfen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">F\u00fcr internationale humanit\u00e4re Helfer ist das Land eine \u201enon-family station\u201c &#8211; zu gef\u00e4hrlich, um dorthin mit den Angeh\u00f6rigen zu ziehen. F\u00fcr die einheimischen Helfer ist eine Evakuierung im Notfall keine L\u00f6sung, sie haben hier ihre Familien. \u201eEnde Mai, im ganzen Juni und Anfang Juli hatten wir Drohnenangriffe fast rund um die Uhr, jetzt ist es etwas besser, Alhamdulillah (Gott sei Dank)\u201c, sagt Mahadi, die als Lehrerin t\u00e4tig war, ehe sie sich 2022 entschloss, als humanit\u00e4re Helferin f\u00fcr Kinder- und M\u00e4dchenrechte zu arbeiten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Oft schon habe sie sich gefragt, ob es sich lohne, ihr Leben bei der Arbeit zu riskieren, gibt sie zu. \u201eAber wenn ich an die wertvolle Arbeit denke, die wir leisten, bin ich einfach nur dankbar. Ich habe das Gef\u00fchl, dass ich etwas tue, etwas Gutes f\u00fcr Menschen, die die Unterst\u00fctzung und Hilfe von uns, unseren humanit\u00e4ren Helfern, brauchen.\u201c<\/p>\n<p>Wei\u00dfe Flagge und Logo der Hilfsorganisation sind kein Schutz mehr<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eFr\u00fcher reichte oft eine wei\u00dfe Flagge am Fahrzeug aus, um in Ortschaften zu gelangen &#8211; auch dort, wo K\u00e4mpfer pr\u00e4sent waren oder das Milit\u00e4r Bombenangriffe flog\u201c, sagt Unni Krishna, Globaler Humanit\u00e4rer Direktor bei Plan International in London. Als Arzt war er selbst f\u00fcr Hilfsorganisationen im humanit\u00e4ren Einsatz. \u201eDas hat sich dramatisch ge\u00e4ndert.\u201c W\u00e4hrend ein Logo des Roten Kreuzes oder einer Hilfsorganisation am Fahrzeug fr\u00fcher die Helfer sch\u00fctzten, reiche das nun nicht mehr aus. \u201eHelfer werden nun selbst zur Zielscheibe.\u201c\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Denn es seien oft die Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, die Zeugen von Kriegsverbrechen werden, die Berichte \u00fcber sexuelle Gewalt und Menschenrechtsverbrechen an die internationale \u00d6ffentlichkeit bringen.<\/p>\n<p>Drohnen: unvorhersehbare Gefahr<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Sudan geh\u00f6rt zu den gef\u00e4hrlichsten Einsatzl\u00e4ndern f\u00fcr humanit\u00e4re Helfer. Mehr als 130 von ihnen sind seit Beginn des B\u00fcrgerkriegs get\u00f6tet worden. \u201eWir wollen keine Helden sein. Wir wollen einfach nur unsere Arbeit sicher verrichten\u201c, sagt Francesco Lanino, stellvertretender Landesdirektor von Save the Children im Sudan. Doch f\u00fcr diese Sicherheit gibt es immer \u00f6fter keine Garantien.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Lanino ist besorgt \u00fcber den verst\u00e4rkten Einsatz von Drohnen. Die Lage und der Einsatz der Mitarbeiter w\u00fcrden dadurch unvorhersehbar. \u201eDass wir eine sichere Route freigemacht haben, \u00fcber die wir Notunterk\u00fcnfte oder Medikamente liefern k\u00f6nnen, bedeutet nicht, dass wir vor Angriffen durch Drohnen sicher sind. Und jedes Mal, wenn es zu einem Angriff auf einen unserer Mitarbeiter kommt, hat das nat\u00fcrlich nicht nur Folgen f\u00fcr uns, sondern auch f\u00fcr die lokalen Gemeinschaften.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Fr\u00fcher habe man den Verlauf der Frontlinie beobachtet und danach entschieden, wo Knotenpunkte f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe eingerichtet werden konnten. Jetzt aber werden auch diese Gebiete von Drohnen getroffen. Und es seien die einheimischen Helfer, die buchst\u00e4blich an vorderster Front stehen. Internationale Mitarbeiter hingegen k\u00f6nnten sich zur\u00fcckziehen, nach Kenia gehen, von dort aus arbeiten oder nach Hause zur\u00fcckkehren, sagt Lanino.<\/p>\n<p>Immense Risiken f\u00fcr Helfer und deren Familien<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Als im vergangenen Jahr die Stadt Al-Faschir von der Miliz RSF eingenommen wurde, seien auch mehrere Mitarbeiter der Welthungerhilfe unmittelbar betroffen gewesen, berichtet Denis Drichi, Nothilfekoordinator der Hilfsorganisation im Sudan. \u201eEin Kollege aus dem Logistikteam wurde w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe in Al-Faschir festgenommen und nach etwa einer Woche Gefangenschaft wieder freigelassen\u201c, erz\u00e4hlt Drichi. Ein anderer Kollege kam ums Leben. \u201eEr hinterlie\u00df seine Frau und seine kleine Tochter und war der Hauptverdiener seiner Gro\u00dffamilie\u201c, sagt Drichi. \u201eSein Verlust war nicht nur eine tiefe pers\u00f6nliche Trag\u00f6die, sondern auch ein verheerender Schlag f\u00fcr all jene, die f\u00fcr ihren Lebensunterhalt und ihre Unterst\u00fctzung auf ihn angewiesen waren.\u201c<\/p>\n<p>Mehr als tausend humanit\u00e4re Helfer in drei Jahren weltweit get\u00f6tet<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In der Datenbank zur Sicherheit humanit\u00e4rer Helfer werden f\u00fcr das laufende Jahr bislang 133 schwerwiegende Angriffe auf humanit\u00e4re Helfer verzeichnet &#8211; t\u00f6dliche Zwischenf\u00e4lle ebenso wie Entf\u00fchrungen oder Verletzte bei Luftangriffen. Als besonders gef\u00e4hrliche Einsatzgebiete wurden der Gazastreifen und Sudan genannt, gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/S%C3%BCdsudan\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">S\u00fcdsudan<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Tom Fletcher, Direktor der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/UN\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">UN<\/a>-Nothilfeorganisation OCHA, wies im April vor dem UN-Sicherheitsrat darauf hin, dass in den vergangenen Jahren mehr als tausend humanit\u00e4re Helfer get\u00f6tet worden seien, darunter waren allein im vergangenen Jahr 326 Menschen in 21 L\u00e4ndern. \u201eSie wurden get\u00f6tet, w\u00e4hrend sie Nahrungsmittel, Wasser, Medikamente und Unterk\u00fcnfte verteilten. Sie starben in deutlich gekennzeichneten Konvois und bei Eins\u00e4tzen, die direkt mit den Beh\u00f6rden koordiniert wurden. Und allzu oft wurden sie von Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen get\u00f6tet.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260818-930-545047\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nairobi (dpa) &#8211; Humanit\u00e4re Helfer arbeiten dort, wo die Not am gr\u00f6\u00dften ist &#8211; in Gebieten, in denen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":47126,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[235],"tags":[29,1995,188,9184,2008,1481,18094,18093,283,267,284,3355,765,485],"class_list":["post-47125","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-sudan","tag-afrika","tag-ausland","tag-demokratische-republik-kongo","tag-hilfsangebote-und-initiativen","tag-hilfsorganisation","tag-konflikte","tag-kordofan","tag-palaestinensische-gebiete","tag-politik","tag-sudan","tag-sueddeutsche-zeitung","tag-suedsudan","tag-ukraine","tag-un"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117115292407254870","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47125","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47125"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47125\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47126"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47125"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47125"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47125"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}