{"id":47316,"date":"2026-08-19T09:06:14","date_gmt":"2026-08-19T09:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47316\/"},"modified":"2026-08-19T09:06:14","modified_gmt":"2026-08-19T09:06:14","slug":"ebola-im-kongo-ebola-ausbruch-noch-lange-nicht-unter-kontrolle-gesundheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47316\/","title":{"rendered":"Ebola im Kongo &#8211; Ebola-Ausbruch noch lange nicht unter Kontrolle &#8211; Gesundheit"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nairobi\/Berlin\/Bunia (dpa) &#8211; Mehr als 5.000 Krankheitsf\u00e4lle und bald 2.500 Tote in knapp 100 Tagen &#8211; das ist die aktuelle Bilanz des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo. Fragen und Antworten zur Epidemie:<\/p>\n<p>Wie entwickeln sich die Fallzahlen?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus findet klare Worte: \u201eDie Epidemie ist noch lange nicht unter Kontrolle. Dies ist nun der zweitgr\u00f6\u00dfte jemals verzeichnete Ebola-Ausbruch, und er breitet sich schneller aus als jeder vorherige.\u201c\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Experten der Weltgesundheitsorganisation und der afrikanischen Gesundheitsbeh\u00f6rde Africa CDC bef\u00fcrchten schon jetzt, dass der Ebola-Ausbruch im Kongo sich zum gr\u00f6\u00dften des Kontinents entwickeln k\u00f6nnte. Beim bislang schwersten Ausbruch waren in den Jahren 2014 und 2015 in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/c0c4e649-baa6-4a0c-8dad-8cc60c9c63f6.jpg\"   alt=\"WHO-Generaldirektor Tedros sieht den Ausbruch noch lange nicht unter Kontrolle.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>WHO-Generaldirektor Tedros sieht den Ausbruch noch lange nicht unter Kontrolle. Salvatore Di Nolfi\/KEYSTONE\/dpa<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eEs gibt weiterhin eine gro\u00dfe Dunkelziffer\u201c, betont Maximilian Gertler, Tropenmediziner an der Berliner Charit\u00e9, der f\u00fcr die Hilfsorganisation \u00c4rzte ohne Grenzen w\u00e4hrend des gro\u00dfen Ebola-Ausbruchs in Westafrika im Einsatz war und auch im Kongo f\u00fcr die Organisation arbeitete. \u201eMan muss davon ausgehen, dass viele F\u00e4lle und auch Todesf\u00e4lle gar nicht registriert werden.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eWir sehen allein seit Bekanntwerden des Ausbruchs weit \u00fcber 2.000 Todesf\u00e4lle\u201c, sagt Gertler. \u201eIm Vergleichszeitraum w\u00e4hrend der gro\u00dfen Epidemie in Westafrika waren es etwa 300 Todesf\u00e4lle. Die allermeisten neuen F\u00e4lle waren vorher nicht als Kontaktf\u00e4lle registriert, wir sehen also weiterhin nicht das ganze Geschehen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eSolange nicht jede Kette gefunden und unterbrochen ist, wird die Epidemie andauern\u201c, betonte Tedros in einem Bericht zur Ebola-Lage.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch K\u00f6rperkontakt und Kontakt mit K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten \u00fcbertragen und l\u00f6st ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.\u00a0<\/p>\n<p>Wann begann der Ausbruch wirklich?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der 17. Ebola-Ausbruch im Kongo wurde Mitte Mai offiziell bekanntgegeben. Angesichts der bereits damals hohen Fallzahlen gingen Experten aber schon zu dem Zeitpunkt davon aus, dass die hochansteckende Infektionskrankheit bereits seit l\u00e4ngerer Zeit im Umlauf war. \u201eDer Ausbruch wurde sicherlich sehr sp\u00e4t bemerkt und l\u00e4uft wohl mindestens seit Anfang des Jahres\u201c, sch\u00e4tzt Gertler.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/a21587ae-6cce-4efd-9170-99ea87681fdb.jpg\"   alt=\"Dem Berliner Infektiologen Maximilian Gertler macht insbesondere die Zahl unentdeckter F\u00e4lle und das Auftreten von Ebola in entlegenen Regionen Sorgen. (Archivbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Dem Berliner Infektiologen Maximilian Gertler macht insbesondere die Zahl unentdeckter F\u00e4lle und das Auftreten von Ebola in entlegenen Regionen Sorgen. (Archivbild) Eva Krafczyk\/dpaWarum wurde der Ausbruch so sp\u00e4t bemerkt?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eDas Perfide an Ebola ist, dass es in der fr\u00fchen Phase keine besonders spezifischen Symptome gibt\u201c, so Gertler. Die Patientinnen und Patienten haben Fieber, ein allgemeines Krankheitsgef\u00fchl, Ganzk\u00f6rper- und Kopfschmerzen, \u00e4hnlich wie bei grippalen Infekten oder einer Malaria. Wenn medizinische Fachkr\u00e4fte dann keinen Zugang zu ad\u00e4quater Labordiagnostik haben und Erkrankte die ohnehin schwachen Gesundheitseinrichtungen aus Angst nicht aufsuchen, ist es schwer bis unm\u00f6glich, die Krankheit sofort zu erkennen.\u00a0<\/p>\n<p>Welche Gebiete sind von Ebola betroffen?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Bei der Bekanntgabe des Ebola-Ausbruchs war zun\u00e4chst nur die Provinz Ituri im Nordosten des Kongo betroffen &#8211; inzwischen ist das Fieber in sechs Provinzen des zentralafrikanischen Landes aufgetreten, das von der Fl\u00e4che das zweitgr\u00f6\u00dfte Land Afrikas ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eDie aktuelle Herausforderung ist, dass wir immer mehr F\u00e4lle und Todesf\u00e4lle in entlegenen Regionen sehen\u201c, sagt Gertler. Das seien Gebiete, die d\u00fcnner besiedelt, schlecht zu erreichen und meist sehr unsicher sind. Die Hilfe kommt nur schwer vor Ort &#8211; das gilt f\u00fcr Tests, Isolierung, Behandlung und Aufkl\u00e4rungsarbeit.\u00a0<\/p>\n<p>Wie funktioniert die Bek\u00e4mpfung des Ausbruchs?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten wie etwa Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri, konnten recht schnell Behandlungs- und Laborkapazit\u00e4ten ausgebaut werden. Allein \u00c4rzte ohne Grenzen betreibt insgesamt sieben Behandlungszentren und zahlreiche Isolierstationen in Ituri, Nord-Kivu und S\u00fcd-Kivu sowie in der Provinz Tshopo, wo gerade ein neues Behandlungszentrum aufgebaut wird. Insgesamt sind das laut Gertler etwa\u00a0430 Betten sowie mehr als 1.400 Mitarbeitende in der Region. \u201eDort, wo wir Erkrankte behandeln k\u00f6nnen, das berichten mir die Kolleginnen und Kollegen von vor Ort immer wieder, w\u00e4chst auch das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung\u201c, sagt der Mediziner. \u201ePatienten kommen dann fr\u00fcher und wir erkennen mehr Kontaktpersonen.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/a88ae2f3-fa0d-48b9-be7d-6e0adb552a93.jpg\"   alt=\"Neue Behandlungs- und Isolationszentren werden gebaut - doch zugleich nehmen die F\u00e4lle rapide zu. (Archivbild)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Neue Behandlungs- und Isolationszentren werden gebaut &#8211; doch zugleich nehmen die F\u00e4lle rapide zu. (Archivbild) Moses Sawasawa\/AP\/dpa<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In den l\u00e4ndlichen Regionen aber gebe es gravierende L\u00fccken und kaum Zugang zu rascher Diagnostik. \u201eDie ist nat\u00fcrlich essenziell, um F\u00e4lle tats\u00e4chlich zu erkennen, zu registrieren, ad\u00e4quat zu behandeln und auch um die Nichtf\u00e4lle sicher zu identifizieren\u201c, sagt Gertler. Insbesondere in l\u00e4ndlichen Regionen m\u00fcssten dringend mehr Isolierstationen eingerichtet werden.<\/p>\n<p>Welche Probleme gibt es bei der Bek\u00e4mpfung der Epidemie?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Vor allem im Osten und Nordosten des Kongos gibt es zahlreiche bewaffnete Gruppen und bewaffnete Konflikte, die bereits seit Jahrzehnten andauern. Die Region ist von hoher Unsicherheit gepr\u00e4gt &#8211; das erschwert auch den Zugang f\u00fcr Helfende. Hinzu kommen Einschr\u00e4nkungen im Grenz- und Flugverkehr. \u201eSie verz\u00f6gern die Ankunft von medizinischen G\u00fctern, humanit\u00e4rer Hilfe und spezialisiertem Personal in sehr dramatischer Weise\u201c, sagt Gertler.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Jetzt steht zudem die n\u00e4chste Regenzeit im Kongo bevor. In dieser Zeit kommt es \u00fcblicherweise zu einer erheblichen Zunahme von Infektionskrankheiten wie Malaria, Durchfallerkrankungen wie Cholera, aber auch Masern und Atemwegsinfektionen. Dies k\u00f6nnte die aktuelle Situation noch einmal massiv erschweren, weil allein durch\u00a0Malaria massiv Fieberf\u00e4lle dazukommen, die diagnostisch abgegrenzt werden m\u00fcssen von den Ebola-F\u00e4llen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Aber auch Angst in der Bev\u00f6lkerung vor der Isolation von Ebola-Patienten erschwert die Bek\u00e4mpfung der Epidemie, berichtet die Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger. Ebola-Behandlungszentren w\u00fcrden nach wie vor h\u00e4ufig mit einem Todesurteil gleichgesetzt. Aus Angst verbergen manche Familien erkrankte Angeh\u00f6rige, verz\u00f6gern deren Verlegung in spezialisierte Einrichtungen oder suchen zun\u00e4chst traditionelle Heiler auf, so Landesdirektorin Julie Drouet. Au\u00dferdem: \u201eF\u00fcr einen Motorradtaxifahrer, einen Marktverk\u00e4ufer oder einen Goldsch\u00fcrfer bedeutet ein Tag in Isolation einen Tag ohne Nahrung f\u00fcr seine Kinder.\u201c Und Hunger werde als gr\u00f6\u00dfere Bedrohung angesehen als das Virus, dessen Existenz viele leugnen.<\/p>\n<p>Droht eine Ausweitung in die Millionenstadt Kinshasa?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In der vergangenen Woche wurden Ebola-F\u00e4lle in der Provinz Tshopo bekannt. Von der Provinzhauptstadt Kisangani fahren regelm\u00e4\u00dfig Schiffe auf dem Kongo-Fluss in die Hauptstadt Kinshasa, in der etwa 17 Millionen Menschen leben. Ein Ebola-Ausbruch dort k\u00f6nnte die Lage drastisch verschlechtern. In der Vergangenheit kam es bereits wiederholt zu Cholera-Ausbr\u00fcchen, die durch Schiffsreisende eingeschleppt wurden. Noch hoffen die \u00c4rzte im Kongo und dar\u00fcber hinaus, dass dies im Fall von Ebola nicht eintritt. Trainingsma\u00dfnahmen sollen dennoch auf eine solche M\u00f6glichkeit vorbereiten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260819-930-550715\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nairobi\/Berlin\/Bunia (dpa) &#8211; Mehr als 5.000 Krankheitsf\u00e4lle und bald 2.500 Tote in knapp 100 Tagen &#8211; das ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":47317,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[29,192,194,190,188,193,191,462,461,335,189,4970,4971,284,2850],"class_list":["post-47316","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-demokratische-republik-kongo","tag-afrika","tag-dem-rep-kongo","tag-democratic-republic-of-the-congo","tag-demokratische-republik","tag-demokratische-republik-kongo","tag-dr-congo","tag-dr-kongo","tag-drc","tag-drk","tag-gesundheit","tag-kongo","tag-krankheit","tag-krankheiten","tag-sueddeutsche-zeitung","tag-wissenschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117121383692077245","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47316"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47316\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47317"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}