{"id":47400,"date":"2026-08-19T15:18:09","date_gmt":"2026-08-19T15:18:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47400\/"},"modified":"2026-08-19T15:18:09","modified_gmt":"2026-08-19T15:18:09","slug":"monheim-er-holt-tunesische-lkw-fahrer-nach-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47400\/","title":{"rendered":"Monheim: Er holt tunesische Lkw-Fahrer nach Deutschland"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">  In diesem Monat landen am D\u00fcsseldorfer Flughafen die ersten tunesischen Berufskraftfahrer, die Simon Kellermann aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/monheim\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Monheim<\/a> nach Deutschland begleitet hat. Ein Jahr lang h\u00e4tten sich die M\u00e4nner und ihre zuk\u00fcnftigen Arbeitgeber nur auf dem Bildschirm gesehen. Es habe Interviews per Video und regelm\u00e4\u00dfige Gespr\u00e4che gegeben, sagt Simon Kellermann. Unterlagen und Dokumente seien gepr\u00fcft worden. Die M\u00e4nner h\u00e4tten auf einen Visumtermin gewartet. Doch jetzt reisen die ersten Berufskraftfahrer und Mechatroniker aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/tunesien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tunesien<\/a>, die der 22-J\u00e4hrige von der Auswahl bis zur Ankunft begleitet hat, ein. Zwei Familienbetriebe im M\u00fcnsterland warten auf sie.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Kellermann ist in Monheim aufgewachsen und hat am Otto-Hahn-Gymnasium <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/abitur\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Abitur<\/a> gemacht. Beim D\u00fcsseldorfer Bildungsunternehmen Educaro verantwortet er den Aufbau eines Bereichs, den es dort vorher nicht gab: die Gewinnung von Berufskraftfahrern, Mechatronikern und Elektrikern aus dem Ausland. Es sei das erste abgeschlossene Projekt dieser Art in seinem Unternehmen, das bislang vor allem Pflegekr\u00e4fte begleitet habe, berichtet er.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWir haben diese Berufe \u00fcber Jahrzehnte entwertet und wundern uns jetzt, dass niemand mehr will&#8220;, sagt er. \u201eIn Tunesien hat der Fahrerberuf ein Ansehen, das er hier l\u00e4ngst verloren hat. Die Leute, die zu uns kommen, wollen genau das machen. Das ist der Kindheitstraum, der in Erf\u00fcllung geht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dass er ausgerechnet bei Lastwagen gelandet ist, habe mit seiner Familie zu tun. Sein Vater sei Berufskraftfahrer gewesen, sein Patenonkel fahre bis heute Lkw, seine Mutter arbeitet seit 35 Jahren in einem Logistikunternehmen. Er selbst und sein Bruder seien Transporter gefahren. Was in der Familie Alltag ist, sei heute ein Versorgungsproblem: Wenn ein Paket nicht ankomme oder ein Handwerksbetrieb auf Material warte, h\u00e4nge das oft daran, dass jemand fehle, der f\u00e4hrt, sagt Kellermann.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Weg f\u00fcr die Zusammenf\u00fchrung von Bewerbern und Firmen sei jedoch l\u00e4nger, als die meisten Betriebe erwarteten. In <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/tunis\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tunis<\/a> lernten die Kandidaten an einer unternehmenseigenen Schule Deutsch bis Niveau B1 oder B2, machten im eigenen Pr\u00fcfungszentrum die Deutschpr\u00fcfung, durchliefen eine Probezeit mit Leistungskontrollen und sprechen monatlich mit dem k\u00fcnftigen Arbeitgeber, bevor sie sich auf den Betrieb und Standort festlegten, an dem sie sich eine neue Heimat aufbauen wollten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Direkt nach der Ankunft d\u00fcrften sie zun\u00e4chst keinen Lastwagen fahren. Ein tunesischer F\u00fchrerschein werde in Deutschland weder anerkannt noch umgeschrieben. Die Fahrer mussten hier die komplette theoretische und praktische Pr\u00fcfung ablegen, dazu die beschleunigte Grundqualifikation mit IHK-Pr\u00fcfung. An deutschen Fahrschulen, von deutschen Pr\u00fcfern, auf Deutsch. In dieser Zeit arbeiteten sie im Lager oder als Beifahrer, berichtet der 22-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei Educaro trage der Arbeitgeber den Gro\u00dfteil der Kosten; F\u00fchrerschein und Grundqualifikation seien \u00fcber die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit oft weitgehend f\u00f6rderf\u00e4hig. Wenn die Gruppe lande, st\u00fcnden Kellermann und Kolleginnen aus der Integrationsbegleitung am Flughafen und begleiten die Ankommenden in den ersten Tagen zu \u00c4mtern, zur Bank und in die Wohnung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was ihn dabei am meisten besch\u00e4ftige, sei nicht die B\u00fcrokratie. \u201eManche unserer Leute erleben hier eine Ablehnung, die nichts mit ihrer Arbeit zu tun hat. Jemand, der sich ein Jahr lang vorbereitet hat, um in einem deutschen Betrieb zu arbeiten, wird im Supermarkt behandelt, als w\u00e4re er ein Problem. Dar\u00fcber redet in der Fachkr\u00e4ftedebatte kaum jemand, dabei entscheidet es mit dar\u00fcber, ob jemand bleibt. Deutschland steht nun mal im Wettbewerb mit angels\u00e4chsischen L\u00e4ndern wie England und den USA\u201c, so Kellermann.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ob alles glattgeht, wei\u00df Kellermann nicht. Zuversichtlich ist er trotzdem: Betrieb und Fahrer kennen sich aus einem Jahr monatlicher Gespr\u00e4che. \u201eDie haben gemeinsam R\u00fcckschl\u00e4ge erlebt, ausbleibende Visatermine, monatelange Unsicherheit. Das schwei\u00dft mehr zusammen, als man denkt. Ich glaube, es dauert nicht lange, bis niemand mehr sagt, das seien die Kollegen aus Tunesien. Dann sind es einfach die Kollegen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In diesem Monat landen am D\u00fcsseldorfer Flughafen die ersten tunesischen Berufskraftfahrer, die Simon Kellermann aus Monheim nach Deutschland&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":47401,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[9971,18211,18222,18212,7716,158,18220,16128,18215,18219,18221,18209,18214,18218,18223,18216,18217,18210,18213,211,212],"class_list":["post-47400","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-tunesien","tag-arbeitgeber","tag-begleitet","tag-beifahrer","tag-berufskraftfahrer","tag-deutsch","tag-deutschland","tag-deutschpruefung","tag-duesseldorfer","tag-fahrer","tag-fahrerberuf","tag-fahrerlaubnis","tag-kellermann","tag-monat","tag-monatelange","tag-monatlich","tag-monatliche","tag-monatlicher","tag-monheim","tag-simon","tag-tunesien","tag-tunisia"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117122846220267684","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47400","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47400"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47400\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47401"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47400"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47400"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47400"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}