{"id":47548,"date":"2026-08-20T09:38:13","date_gmt":"2026-08-20T09:38:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47548\/"},"modified":"2026-08-20T09:38:13","modified_gmt":"2026-08-20T09:38:13","slug":"13-vorfaelle-in-7-monaten-warum-der-iran-krieg-die-rueckkehr-der-somalia-piraten-beguenstigen-koennte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47548\/","title":{"rendered":"13 Vorf\u00e4lle in 7 Monaten: Warum der Iran-Krieg die R\u00fcckkehr der Somalia-Piraten beg\u00fcnstigen k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Somalische Piraten haben in den vergangenen Monaten wieder mehrere Handelsschiffe gekapert. Diese Entwicklung f\u00e4llt in eine Phase, in der viele internationale Kriegsschiffe abgezogen und Richtung Persischer Golf und Rotes Meer verlegt wurden. <\/p>\n<p>Der Sicherheitsberater Brett Erickson sieht den Iran-Krieg deshalb als Vorteil f\u00fcr die Angreifer. \u201eSie sind Profiteure, und das hier ist eine Gelegenheit, Profit zu machen\u201c, sagt der Leiter der Beratungsfirma Obsidian Risk Advisors gegen\u00fcber dem <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.politico.com\/news\/2026\/08\/19\/one-beneficiary-of-the-iran-war-pirates-01042190\">Nachrichtenportal Politico<\/a>. Auch eine Analyse Sicherheitsfirma Windward legt den Zusammenhang nahe.<\/p>\n<p>Das Wei\u00dfe Haus sieht das anders. Ein Vertreter nannte es \u201efalsch\u201c, lokale Piraterie-Angriffe mit den j\u00fcngsten regionalen Konflikten mit dem Iran zu erkl\u00e4ren. Sicher ist: Die Zahl der Vorf\u00e4lle vor Somalia liegt laut Daten des Seehandelsb\u00fcros IMB auf einem Zehn-Jahres-Hoch.\n            <\/p>\n<p>            Was der Iran-Krieg mit den Somalia-Piraten zu tun hat<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Im Zentrum steht die Verschiebung der Marinekr\u00e4fte. Nach der <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/windward.ai\/knowledge-base\/somali-piracy-is-back-what-the-incident-data-shows-and-where-the-risk-is-concentrating\/?utm_campaign=Oktopost-2026-08+Native+Posts&amp;utm_content=Oktopost-Twitter&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=Twitter\">Windward-Analyse<\/a>\u00a0wurden bedeutende Marine-Einheiten, der EU-Mission Operation Atalanta und der Vereinigten Arabischen Emirate aus dem westlichen Indischen Ozean abgezogen \u2013 hin zur Stra\u00dfe von Hormus und zum Roten Meer.<\/p>\n<p>Windward zufolge patrouilliert im Somali-Becken derzeit so wenig Marine wie seit dem Start von Operation Atalanta Ende 2008 nicht mehr.<\/p>\n<p>Genau darin sieht Erickson den entscheidenden Vorteil f\u00fcr die Angreifer. \u201eDas ist offensichtlich ein sehr, sehr lukratives Gesch\u00e4ft f\u00fcr sie, und im Moment ist das Risiko einer amerikanischen Reaktion viel geringer, weil so viele Ressourcen im Nahen Osten gebunden sind\u201c, sagt er gegen\u00fcber Politico.\n            <\/p>\n<p>                  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/7cd2511b-8bc1-4b61-a583-e55dc18a6ea4.jpg\"   alt=\"Indische Einsatzkr\u00e4fte bei der Festnahme von mutma\u00dflichen Piraten. \u00dcberf\u00e4lle haben in den vergangenen Monaten offenbar zugenommen.\" class=\"w-full h-full object-cover cursor-pointer\" loading=\"lazy\" data-original-url=\"\" data-caption=\"Indische Einsatzkr\u00e4fte bei der Festnahme von mutma\u00dflichen Piraten. \u00dcberf\u00e4lle haben in den vergangenen Monaten offenbar zugenommen.\" data-source=\"Indian Navy\/AP\" data-link-href=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"font-roboto text-sm leading-[22px] font-normal not-italic text-gray-800 text-left flex-[3]\">Indische Einsatzkr\u00e4fte bei der Festnahme von mutma\u00dflichen Piraten. \u00dcberf\u00e4lle haben in den vergangenen Monaten offenbar zugenommen.\n                  <\/p>\n<p class=\"text-left md:text-right font-roboto text-xs leading-[18px] font-normal not-italic text-gray-700 flex-1 mt-1 md:mt-0\">\n                    \u00a9 Indian Navy\/AP<\/p>\n<p>            Warum hohe \u00d6lpreise die Tanker zum Ziel machen<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Hinzu kommt der \u00d6lmarkt. Weil der Preis pro Barrel gestiegen und der Markt angespannt sei, seien beladene Tanker f\u00fcr die Piraten ein besonders attraktives Ziel, so Erickson laut dem Nachrichtenportal.<\/p>\n<p>Zugleich meiden viele Reedereien die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/strasse-von-hormus-fast-dicht-oelmarkt-schreibt-iran-deal-ab-10299502\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">umk\u00e4mpfte Stra\u00dfe von Hormus<\/a> und das Rote Meer, wo die Huthi Schiffe angreifen. Ein Teil des Verkehrs weicht laut Windward um das Kap der Guten Hoffnung und durch Gew\u00e4sser nahe Somalia aus \u2013 mehr Ziele bei zugleich d\u00fcnnerer Bewachung.\n            <\/p>\n<p>            Wie viele Schiffe die Somalia-Piraten gekapert haben<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Zuletzt meldeten die \u00dcberwachungsstellen UKMTO und das EU-Zentrum MSCIO die Kaperung eines nicht n\u00e4her benannten Frachters vor der somalischen K\u00fcste. Acht bewaffnete Angreifer seien an Bord gegangen, die Besatzung sei zun\u00e4chst in Sicherheit.<\/p>\n<p>Zwischen dem 21. April und dem 2. Mai 2026 z\u00e4hlte Windward <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/somalia-mutmassliche-piraten-kapern-frachtschiff-und-steuern-es-richtung-kueste-10032910\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">sechs Sicherheitsvorf\u00e4lle<\/a>, darunter vier Kaperungen. Drei Handelsschiffe befanden sich Mitte Mai gleichzeitig in der Hand der Piraten.<\/p>\n<p>Eines der ersten Ziele war der unter Palau-Flagge fahrende Produktentanker \u201eHonour 25\u201c, rund 30 Seemeilen vor der K\u00fcste. An Bord waren 18.500 Barrel \u00d6l f\u00fcr das von Treibstoffmangel geplagte Mogadischu und eine 17-k\u00f6pfige Crew.<\/p>\n<p>Beim gekaperten Schiff \u201eEureka\u201c stieg die geforderte L\u00f6segeldsumme laut Windward von 3 auf 10 Millionen US-Dollar.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Der d\u00e4nische Reederverband Danish Shipping hat Zahlen des IMB ausgewertet. Demnach gab es im Jahr 2024 acht und 2025 f\u00fcnf Vorf\u00e4lle vor Somalia \u2013 allein in den ersten sieben Monaten 2026 waren es bereits 13.\n            <\/p>\n<p>            Piraterie sorgte f\u00fcr Schaden in Milliardenh\u00f6he<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Vom Ausma\u00df der Jahre 2009 bis 2011 ist die Lage weit entfernt, als j\u00e4hrlich mehr als 200 Angriffe registriert wurden, bevor die Nato und die 47 Nationen umfassende \u201eCombined Maritime Forces\u201c die Bedrohung weitgehend eind\u00e4mmten. <\/p>\n<p>Auf dem H\u00f6hepunkt bezifferte Windward die j\u00e4hrlichen Kosten f\u00fcr die globale Schifffahrt auf rund sieben Milliarden US-Dollar \u2013 Erickson nennt f\u00fcr die Jahre 2005 bis 2011 sogar etwa 18 Milliarden US-Dollar Schaden pro Jahr.\n            <\/p>\n<p>            Wei\u00dfes Haus bestreitet Zusammenhang<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die US-Regierung weist die Deutung, der Anstieg der Piraterie h\u00e4nge mit dem Iran-Krieg zusammen, zur\u00fcck. Die USA seien der gr\u00f6\u00dfte Geldgeber f\u00fcr Somalias Sicherheit, sagte ein Vertreter des Wei\u00dfen Hauses gegen\u00fcber Politico.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten unterhielten \u201erobuste, hochleistungsf\u00e4hige Seesicherheitskr\u00e4fte\u201c in der Region, die kritische Schifffahrtswege einschlie\u00dflich des \u00d6ltransports sch\u00fctzen k\u00f6nnten \u2013 und zugleich umfassendere regionale Bedrohungen angehen k\u00f6nnten.\n            <\/p>\n<p>            Kommen Waffen von den Huthi? Was belegt ist \u2013 und was nicht<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Ob die Piraten externe Unterst\u00fctzung erhalten, ist offen. Laut Berichten aus dem Mai 2026 sollen Piratengruppen im Somali-Becken GPS-Technik und Kleinwaffen aus Huthi-Netzwerken erhalten haben \u2013 m\u00f6glich w\u00fcrden damit Angriffe bis zu 600 Seemeilen vor der K\u00fcste.<\/p>\n<p>Windward betont in seiner Analyse jedoch ausdr\u00fccklich, dass diese Berichte nicht best\u00e4tigt seien.\n            <\/p>\n<p>            Was Reeder bef\u00fcrchten<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              F\u00fcr die Schifffahrt bedeutet die Entwicklung vor allem steigende Kosten. Erickson warnt vor \u201emehreren Faktoren\u201c, die die Preise in die H\u00f6he trieben, Unternehmen zum R\u00fcckzug zw\u00e4ngen und die Weltwirtschaft bedrohten.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Danish-Shipping-Vize Jacob K. Clasen r\u00e4t zu gr\u00fcndlichen Risikoanalysen und Schutzma\u00dfnahmen \u2013 von Stacheldraht \u00fcber Wasserwerfer bis hin zu bewaffneten Wachen. Schiffe, die den internationalen Best-Management-Practices folgten, seien deutlich weniger gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Als Ursachen an Land nennt Clasen unter anderem D\u00fcrre, illegale Fischerei, wirtschaftliche Not und schwache staatliche Strukturen.<\/p>\n<p>Ob aus der H\u00e4ufung ein dauerhaftes Muster wird, h\u00e4ngt nach Einsch\u00e4tzung von Windward auch davon ab, ob die Marinekr\u00e4fte in den westlichen Indischen Ozean zur\u00fcckkehren \u2013 oder weiter am Golf und im Roten Meer gebunden bleiben.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/images\/blz\/send-mail.svg\" alt=\"Send feedback\"\/><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Somalische Piraten haben in den vergangenen Monaten wieder mehrere Handelsschiffe gekapert. Diese Entwicklung f\u00e4llt in eine Phase, in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":47549,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[248],"tags":[428],"class_list":["post-47548","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-somalia","tag-somalia"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117127171511304053","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47548","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47548"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47548\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47549"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47548"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47548"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47548"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}