{"id":47665,"date":"2026-08-20T18:29:09","date_gmt":"2026-08-20T18:29:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47665\/"},"modified":"2026-08-20T18:29:09","modified_gmt":"2026-08-20T18:29:09","slug":"von-wegen-entspannung-immer-mehr-bootsmigranten-aus-algerien-erreichen-die-balearen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47665\/","title":{"rendered":"Von wegen Entspannung: Immer mehr Bootsmigranten aus Algerien erreichen die Balearen"},"content":{"rendered":"<p>Die Blicke m\u00f6gen dieser Tage auf Spaniens Exklave Ceuta gerichtet sein, doch auch Mallorca hat mit den Folgen irregul\u00e4rer Migration alle H\u00e4nde voll zu tun. Seit Mitte Mai sind nach Angaben der balearischen Regierung mehr als 3.000 Menschen in sogenannten pateras auf den Inseln angekommen. Damit hat sich der Zustrom aus Nordafrika in den vergangenen Monaten auf einem hohen Niveau gehalten.<\/p>\n<p>Von Mitte Mai bis zur zweiten Augusth\u00e4lfte z\u00e4hlten die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden 3.041 Menschen, die die Balearen auf dem Seeweg erreichten. Das entspricht durchschnittlich mehr als 1.000 Ank\u00fcnften pro Monat. Seit Jahresbeginn registrierte die Madrider Regierungsvertretung auf den Balearen 4.544 Migranten. Zusammen mit den 7.321 Menschen, die im vergangenen Jahr auf diesem Weg auf die Inseln gelangten, ergibt sich innerhalb von gut eineinhalb Jahren eine Zahl von fast 12.000.<\/p>\n<p>Die Regionalregierung spricht deshalb l\u00e4ngst nicht mehr von einer vor\u00fcbergehenden Entwicklung. Die Migration habe sich vielmehr zu einer &#8222;strukturellen Herausforderung&#8220; entwickelt. Besonders deutlich wird der anhaltende Druck an den j\u00fcngsten Zahlen: Nach 613 Ank\u00fcnften in der zweiten Maih\u00e4lfte und 488 im Juni wurden im Juli bereits 1.180 Menschen registriert. Bis zum 17. August kamen weitere 760 hinzu. Hintergrund sind vorteilhafte Wetterbindungen, die die risikobehaftete \u00dcberfahrt aus Algerien weniger gef\u00e4hrlich machen.<\/p>\n<p>Die Zahl der Neuank\u00f6mmlinge \u00fcbersteige die Aufnahmekapazit\u00e4ten der Inseln, warnt Palma. Die Regionalregierung fordert von Madrid deshalb einen &#8222;eigenen Aktionsplan f\u00fcr die Balearen&#8220;. N\u00f6tig seien unter anderem ein st\u00e4rkeres Vorgehen gegen die Ursachen der Migrationsbewegungen, eine bessere Kontrolle der Au\u00dfengrenzen und mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Aufnahmezentren.<\/p>\n<p>Damit sieht sich die Regionalregierung auch in ihrer Kritik an Innenminister Fernando Grande-Marlaska (Sozialdemokraten, PSOE) best\u00e4tigt. Dieser hatte im Mai zwar auf einen landesweiten R\u00fcckgang der irregul\u00e4ren Ank\u00fcnfte um 40 Prozent verwiesen, zugleich aber einger\u00e4umt, dass Mallorca und die Nachbarinseln von diesem Trend ausgenommen seien. Er setzte darauf, dass die Zusammenarbeit mit den Herkunfts- und Transitstaaten die Entwicklung allm\u00e4hlich &#8222;umkehren&#8220; werde, sagte Grande-Marlaska.<\/p>\n<p>Besonders angespannt ist die Lage bei den unbegleiteten Minderj\u00e4hrigen. Nach Angaben der Landesregierung leben inzwischen rund 900 Kinder und Jugendliche ohne Begleitung auf den Inseln. Das regul\u00e4re System der Jugendhilfe verf\u00fcgt dagegen lediglich \u00fcber 434 Pl\u00e4tze. F\u00fcr die Unterbringung und Betreuung dieser Personengruppe sind die jeweiligen Inselr\u00e4te zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Die Balearen fordern deshalb mehr Geld, Personal und eine koordinierte Unterst\u00fctzung durch Madrid. Die Situation hat sich zuletzt durch t\u00f6dliche Bootsungl\u00fccke weiter versch\u00e4rft. Nach Angaben von Frontex (Europ\u00e4ischen Agentur f\u00fcr die Grenz- und K\u00fcstenwache) nahm die Zahl der Menschen, die \u00fcber die Algerien-Route auf die Balearen gelangen, im ersten Halbjahr 2026 um 17 Prozent zu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Blicke m\u00f6gen dieser Tage auf Spaniens Exklave Ceuta gerichtet sein, doch auch Mallorca hat mit den Folgen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":47666,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[9],"tags":[93,92,9540,18327,4747,2628,9542,9541],"class_list":["post-47665","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-algerien","tag-algeria","tag-algerien","tag-balearen","tag-illegale-einwanderer","tag-lokales","tag-mallorca","tag-mallorca-news","tag-mallorca-urlaub"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117129259506087551","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47665","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47665"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47665\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47666"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47665"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47665"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47665"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}