{"id":47699,"date":"2026-08-20T23:20:53","date_gmt":"2026-08-20T23:20:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47699\/"},"modified":"2026-08-20T23:20:53","modified_gmt":"2026-08-20T23:20:53","slug":"aufatmen-in-ceuta-trotz-netz-aufrufen-kein-neuer-ansturm-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47699\/","title":{"rendered":"Aufatmen in Ceuta: Trotz Netz-Aufrufen kein neuer Ansturm"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n            Madrid\/Ceuta. Der bef\u00fcrchtete neue Ansturm von Migranten auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta ist ausgeblieben. Trotz Aufrufen in Online-Netzwerken, erneut wie schon Ende Juli in Massen die Grenze zu \u00fcberwinden, blieb die Lage am Wochenende ruhig. Spanien und vor allem Marokko hatten ihre Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld deutlich verst\u00e4rkt. <\/p>\n<p>Zwar wurden rund 300 Migranten, die mutma\u00dflich zur Exklave wollten, von Sicherheitskr\u00e4ften nahe der rund 20 Kilometer entfernten Grenzstadt Fnideq gestoppt, wie Medien unter Berufung auf marokkanische Beh\u00f6rden berichteten. Diese Zahl ist aber Alltag. Entsprechend bilanzierte die Zeitung \u201eEl Mundo\u201c: \u201eDas Regime von K\u00f6nig Mohammed VI. hat ein derart massives Sicherheitsaufgebot an der Grenze aufgefahren, dass so wenige Maghrebiner wie seit langem nicht mehr versucht haben, nach Spanien zu gelangen.\u201c <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            Angst vor Chaos, dann Aufatmen\u00a0 <\/p>\n<p>Die Erleichterung in Ceuta war gro\u00df. \u201eDie Exklave atmete am Samstag auf\u201c, berichteten die Zeitung \u201eEl Correo\u201c und andere spanische Medien unisono. Eine \u00e4ltere Anwohnerin sagte im Fernsehen: \u201eUns f\u00e4llt ein Stein vom Herzen. Viele hier hatten gro\u00dfe Angst, dass sich das Chaos wiederholt.\u201c Ende Juli waren Sch\u00e4tzungen zufolge bis zu 80.000 Migranten nach Ceuta gelangt, von denen kurz darauf die allermeisten wieder nach Marokko zur\u00fcckkehrten. <\/p>\n<p>Den Eindruck einer weitgehend entspannten Lage best\u00e4tigte auch ein dpa-Reporter vor Ort. Im Stadtzentrum sei so etwas wie heile Welt. \u201eMan sieht nur gelegentlich Polizei und Milit\u00e4r, die patrouillieren.\u201c Nur in den Au\u00dfenbezirken seien gr\u00f6\u00dfere Gruppen junger Migranten zu sehen, erz\u00e4hlte er. Auch am Sonntag sei es ruhig gewesen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Vor-allem-auf-der-marokkanischen-Seite-der-Grenze-wurden-1376062.jpg\" title=\"Aufatmen in Ceuta: Trotz Netz-Aufrufen kein neuer Ansturm \" alt=\"Vor allem auf der marokkanischen Seite der Grenze wurden die Sicherheitsma\u00dfnahmen deutlich versch\u00e4rft.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Vor allem auf der marokkanischen Seite der Grenze wurden die Sicherheitsma\u00dfnahmen deutlich versch\u00e4rft. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Antonio Sempere\/AP\/dpa<\/p>\n<p>Marokkanische Sicherheitskr\u00e4fte waren Augenzeugen zufolge rund um Ceuta und auch an der Grenze zur zweiten spanischen Exklave Melilla mit einem Gro\u00dfaufgebot im Einsatz &#8211; und verhinderten m\u00f6gliche Grenz\u00fcbertritte bereits weit vor der Grenze. Nach Angaben marokkanischer Sicherheitskreise wurden dort 294 Menschen festgenommen, darunter 248 aus L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara sowie 46 Marokkaner. Zudem seien mindestens 61 weitere Personen wegen des Verdachts festgenommen worden, in sozialen Netzwerken zu irregul\u00e4rer Migration aufgerufen oder diese gef\u00f6rdert zu haben. <\/p>\n<p>Stacheldraht, Wasserwerfer und Patrouillenboote <\/p>\n<p>Mit der Verst\u00e4rkung der Sicherheitsvorkehrungen wollten die Beh\u00f6rden beider L\u00e4nder verhindern, dass sich die Ereignisse von Ende Juli wiederholen, als nach verschiedenen Sch\u00e4tzungen Zehntausende Migranten nach Ceuta gelangten. Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska hatte dieser Tage vor dem Hintergrund der neuen Sorgen erneut betont, die damalige Massenankunft sei ein \u201eau\u00dfergew\u00f6hnliches\u201c Ereignis gewesen, das sich nicht wiederholen werde. <\/p>\n<p>In Fnideq errichetete Marokko laut RTVE unter anderem zus\u00e4tzliche Sperren aus Stacheldraht und Nato-Draht. Patrouillenboote \u00fcberwachten die K\u00fcste, Wasserwerfer standen an der Grenze bereit. Zudem wurden auf den Zufahrtsstra\u00dfen zahlreiche Kontrollstellen eingerichtet. <\/p>\n<p>Schl\u00fcsselrolle Marokkos r\u00fcckt in den Fokus <\/p>\n<p>Auch Spanien hatte die Sicherheitsvorkehrungen deutlich erh\u00f6ht. In Ceuta sind inzwischen 880 Beamte der Nationalpolizei im Einsatz &#8211; 270 mehr als noch Ende Juli. Unterst\u00fctzt werden sie von rund 2.000 Soldaten und mehr als 700 Beamten der milit\u00e4risch organisierten Polizeieinheit Guardia Civil. <\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von Sicherheitskreisen unterstreicht der ausgebliebene Ansturm die zentrale Rolle Marokkos bei der Kontrolle irregul\u00e4rer Migration in Richtung Europa. \u201eDas zeigt, dass Rabat irregul\u00e4re Migration stoppen kann, wenn es das will\u201c, zitierte \u201eEl Pa\u00eds\u201c einen ranghohen Polizeibeamten. \u201eMarokko zeigt seine ganze Macht als Grenzw\u00e4chter Ceutas\u201c, titelte das Blatt. <\/p>\n<p>R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t braucht Zeit <\/p>\n<p>Der Ansturm vor gut zwei Wochen gilt als beispiellos. Vor allem am 30. Juli waren Zehntausende Migranten meist schwimmend nach Ceuta gelangt. Nach der j\u00fcngsten offiziellen Mitteilung Madrids wurden im Meer 83 Leichen geborgen. Nichtregierungsorganisationen sch\u00e4tzen die Zahl der Todesopfer auf weit \u00fcber hundert. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Nach-spanischen-Angaben-halten-sich-derzeit-noch-rund-5000-1376058.jpg\" title=\"Aufatmen in Ceuta: Trotz Netz-Aufrufen kein neuer Ansturm \" alt=\"Nach spanischen Angaben halten sich derzeit noch rund 5.000 Migranten in Ceuta auf.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Nach spanischen Angaben halten sich derzeit noch rund 5.000 Migranten in Ceuta auf. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Sven Kaeuler\/dpa<\/p>\n<p>Die meisten Ank\u00f6mmlinge kehrten nach Angaben der spanischen Regierung innerhalb weniger Stunden oder Tage nach Marokko zur\u00fcck. Nach Angaben von Innenminister Grande-Marlaska halten sich derzeit noch rund 5.000 Migranten in Ceuta auf. Es werde noch etwas Zeit dauern, bis die Exklave wieder vollst\u00e4ndig zur Normalit\u00e4t zur\u00fcckkehre, r\u00e4umte er ein. <\/p>\n<p>Die linke Zentralregierung will trotz ihrer migrantenfreundlichen Politik die R\u00fcckf\u00fchrungen den irregul\u00e4ren Ank\u00f6mmlingen fortsetzen. Dagegen protestierten am Sonntag am Strand in Ceuta Dutzende Migranten. Sie trugen Schilder mit Aufschriften wie \u201eWe are also human\u201c (Auch wir sind Menschen) oder \u201eNo Regreso a Marruecos &#8211; Asilo\u201c (Keine R\u00fcckkehr nach Marokko &#8211; Asyl). <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/In-den-sozialen-Netzwerken-kursierten-Aufrufe-zu-einem-1376056.jpg\" title=\"Aufatmen in Ceuta: Trotz Netz-Aufrufen kein neuer Ansturm \" alt=\"In den sozialen Netzwerken kursierten Aufrufe zu einem neuen Ansturm auf die Exklave.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>In den sozialen Netzwerken kursierten Aufrufe zu einem neuen Ansturm auf die Exklave. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Sven Kaeuler\/dpa<\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Spanien-will-die-Rueckfuehrungen-der-Migranten-fortsetzen-1376057.jpg\" title=\"Aufatmen in Ceuta: Trotz Netz-Aufrufen kein neuer Ansturm \" alt=\"Spanien will die R\u00fcckf\u00fchrungen der Migranten fortsetzen.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Spanien will die R\u00fcckf\u00fchrungen der Migranten fortsetzen. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Sven Kaeuler\/dpa<\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Die-Lage-an-der-Grenze-blieb-am-Samstag-ruhig-1376059.jpg\" title=\"Aufatmen in Ceuta: Trotz Netz-Aufrufen kein neuer Ansturm \" alt=\"Die Lage an der Grenze blieb am Samstag ruhig.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Die Lage an der Grenze blieb am Samstag ruhig. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Sven Kaeuler\/dpa<\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Ceuta-kehrt-langsam-zur-Normalitaet-zurueck-1376060.jpg\" title=\"Aufatmen in Ceuta: Trotz Netz-Aufrufen kein neuer Ansturm \" alt=\"Ceuta kehrt langsam zur Normalit\u00e4t zur\u00fcck.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Ceuta kehrt langsam zur Normalit\u00e4t zur\u00fcck. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Sven Kaeuler\/dpa<\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Ende-Juli-waren-Zehntausende-in-die-Exklave-gestuermt-1376061.jpg\" title=\"Aufatmen in Ceuta: Trotz Netz-Aufrufen kein neuer Ansturm \" alt=\"Ende Juli waren Zehntausende in die Exklave gest\u00fcrmt. (Archivbild)\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Ende Juli waren Zehntausende in die Exklave gest\u00fcrmt. (Archivbild) &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Marcos Moreno\/EUROPA PRESS\/dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; Madrid\/Ceuta. Der bef\u00fcrchtete neue Ansturm von Migranten auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta ist ausgeblieben. 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