{"id":47990,"date":"2026-08-22T09:49:11","date_gmt":"2026-08-22T09:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47990\/"},"modified":"2026-08-22T09:49:11","modified_gmt":"2026-08-22T09:49:11","slug":"notfallmechanismus-ebola-epidemie-in-der-dr-kongo-weiter-nicht-zu-stoppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/47990\/","title":{"rendered":"Notfallmechanismus \u2013 Ebola-Epidemie in der DR Kongo weiter nicht zu stoppen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img324613\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/324613.jpeg\" alt=\"Auch bei der Beerdigung von Ebola-Opfern braucht es Schutzma\u00dfnahmen.\"\/><\/p>\n<p>Auch bei der Beerdigung von Ebola-Opfern braucht es Schutzma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Foto: AFP\/JOSPIN MWISHA<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angetrieben durch das Bundibugyo-Virus breitet sich die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo mit beispielloser Geschwindigkeit aus. Insgesamt sind laut offiziellen Zahlen aktuell fast 5000 Infektionen best\u00e4tigt und \u00fcber 2300 Todesf\u00e4lle verzeichnet. Die Variante, f\u00fcr die es noch keine spezifischen Impfstoffe und Medikamente gibt, wird durch direkten Kontakt mit K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten \u00fcbertragen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbWir m\u00fcssen ehrlich sein: Die Epidemie ist noch lange nicht unter Kontrolle. Sie hatte einen Vorsprung, und wir laufen immer noch hinterher\u00ab, warnte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, diese Woche bei einem Treffen des Ebola-Notfallausschusses. \u00bbDies ist mittlerweile der zweitgr\u00f6\u00dfte jemals verzeichnete Ebola-Ausbruch, und er breitet sich schneller aus als jeder bisherige.\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Dunkelziffer bei den Fallzahlen ist noch deutlich h\u00f6her. Aktuelle epidemiologische Sch\u00e4tzungen des Afrikanischen Zentrums f\u00fcr Seuchenkontrolle (Africa CDC) zeigen, dass wohl nur etwa 30 bis 40 Prozent aller Infektionen erfasst w\u00fcrden. \u00bbBetrachtet man die tats\u00e4chliche Krankheitslast, sollten wir eigentlich von \u00fcber 10\u2005000 bis 15\u2005000 F\u00e4llen ausgehen\u00ab, erkl\u00e4rte Kyeng Mercy, Leiterin der Abteilung f\u00fcr epidemiologische \u00dcberwachung und Fr\u00fchwarnung bei Africa CDC, auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.<\/p>\n<p>Erste Impfstoffe freigegeben<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um unentdeckte \u00dcbertragungsketten zu durchbrechen, genehmigte die Internationale Koordinierungsgruppe, ein globaler Notfallmechanismus zur Verwaltung von Impfstoffvorr\u00e4ten, diese Woche die Freigabe von 70\u2005000 Dosen des Ebola-Impfstoffs Ervebo des US-Unternehmens Merck\/MSD. W\u00e4hrend 50000 Dosen dem Schutz von besonders gef\u00e4hrdeten Besch\u00e4ftigten im Gesundheitswesen dienen, werden 20\u2005000 Dosen f\u00fcr eine klinische Phase-3-Studie reserviert, um weitere wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar ist die Wirksamkeit des Vakzins, das f\u00fcr die Zaire-Variante entwickelt wurde, gegen den Bundibugyo-Stamm beim Menschen unbewiesen. Tierdaten lassen jedoch auf einen wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverl\u00e4ufen hoffen. Die Beschaffung der Ervebo-Notfallreserve wird von der globalen Impfstoffallianz Gavi finanziert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ferner befinden sich laut WHO derzeit zwei Impfstoffkandidaten in klinischen Phase-1-Studien am Menschen. Das erste Vakzin wurde von der Universit\u00e4t Oxford in Zusammenarbeit mit dem Serum Institute of India entwickelt. Ein zweiter Impfstoffkandidat des US-Unternehmens Moderna, der auf mRNA-Technologie basiert, wird derzeit in Kanada getestet. Beide Programme werden von der Forschungsallianz CEPI mit Unterst\u00fctzung des US-Au\u00dfenministeriums getragen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die EU finanziert die Koordinierungsarbeit der WHO im Forschungsbereich mit. Neben einem Gesamtpaket von knapp 500 Millionen Euro stellte die Europ\u00e4ische Kommission zuletzt einen Zuschuss in H\u00f6he von 2,5 Millionen Euro f\u00fcr Schnelltests bereit. Damit soll die Fallerkennung vor Ort deutlich beschleunigt werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz internationaler Zusagen bleiben die Finanzierungsl\u00fccken enorm: Von den f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der Krise veranschlagten 1,4 Milliarden US-Dollar wurde laut Africa CDC bislang nicht einmal die H\u00e4lfte tats\u00e4chlich ausgezahlt.<\/p>\n<p>Ebola in D\u00f6rfern unter dem Radar<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insbesondere in D\u00f6rfern ist die Zahl unentdeckter Infektionen hoch. Dort verzeichnet die afrikanische Beh\u00f6rde einen Anstieg der Todesf\u00e4lle au\u00dferhalb von Behandlungszentren. \u00bbAuch wenn uns Infektionen m\u00f6glicherweise entgehen, k\u00f6nnen wir Todesf\u00e4lle in den D\u00f6rfern nicht \u00fcbersehen\u00ab, erkl\u00e4rte Yap Boum II, Leiter der Abteilung f\u00fcr Notfallvorsorge bei Africa CDC.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den regionalen Kliniken fehlen oft grundlegende Mittel zur Infektionspr\u00e4vention und -kontrolle, was die unbemerkte Ausbreitung des Virus beg\u00fcnstigt. Auch ist die Bundibugyo-Variante laut Epidemiologen in vielen F\u00e4llen mit einem milderen Krankheitsverlauf verbunden, was bedeutet, dass Betroffene weniger schnell Hilfe suchen. Zudem ist die Gesundheitsinfrastruktur aufgrund anhaltender K\u00e4mpfe zwischen rivalisierenden Milizen bis zum Zerrei\u00dfen gespannt. Allein im Epizentrum Ituri hat der jahrzehntelange Konflikt laut UN-Angaben vom Freitag eine Million Menschen in die Flucht getrieben. Tief sitzendes Misstrauen der lokalen Gemeinschaften gegen\u00fcber der internationalen Hilfe und dem Staat erschwert die Arbeit der Beh\u00f6rden zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um das Vertrauen in die Unterst\u00fctzung im Gesundheitswesen zu st\u00e4rken, forderten die WHO und das Africa CDC in den letzten Wochen einen Wandel im Ansatz zur Krankheitsbek\u00e4mpfung. Lokale Amtstr\u00e4ger sollen demnach enger in die Koordination und Entscheidungsfindung eingebunden werden. Denn selbst die fortschrittlichsten Medikamente bleiben ohne das Vertrauen der lokalen Bev\u00f6lkerung wirkungslos, betonte der Afrika-CDC-Experte Boum II mit Blick auf den geplanten Einsatz der Impfstoffe. \u00bbJedes Mittel, das Leben retten kann \u2013 und sei es auch nur ein einziges \u2013, ist von entscheidender Bedeutung. Dies muss aber in Partnerschaft mit den lokalen Gemeinschaften geschehen.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auch bei der Beerdigung von Ebola-Opfern braucht es Schutzma\u00dfnahmen. 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