{"id":48057,"date":"2026-08-22T20:10:15","date_gmt":"2026-08-22T20:10:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48057\/"},"modified":"2026-08-22T20:10:15","modified_gmt":"2026-08-22T20:10:15","slug":"ebola-in-dr-kongo-hilfe-schneller-und-flexibler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48057\/","title":{"rendered":"Ebola in DR Kongo: Hilfe schneller und flexibler."},"content":{"rendered":"<p>Bunia\/Berlin, 21. August 2026. Der Ausbruch der Ebola-Krankheit in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) dauert bald 100 Tage an. \u00c4rzte ohne Grenzen warnt, dass die Hilfe f\u00fcr die betroffenen Gebiete nicht ausreicht, um die Krankheit unter Kontrolle zu bringen. Der Ausbruch ist mittlerweile zum gr\u00f6\u00dften in der Geschichte des Landes geworden, mit einer so hohen Zahl von Todesf\u00e4llen wie noch nie.<\/p>\n<p>Die Krankheit breitet sich weiterhin mit alarmierender Geschwindigkeit aus. Dabei trifft sie auf eine Bev\u00f6lkerung, die bereits unter den Folgen von bewaffneten Konflikten, Vertreibung, Hunger und anderen gesundheitlichen Krisen leidet.<\/p>\n<p>Dringend ben\u00f6tigt werden mehr Schulungen f\u00fcr das Gesundheitspersonal und Gemeindevorsteher*innen zur Fallerkennung und \u00dcberweisung von Erkrankten an Gesundheitseinrichtungen sowie verst\u00e4rkte Ma\u00dfnahmen zur Infektionspr\u00e4vention und -kontrolle.<\/p>\n<p>Jede halbe Stunde stirbt ein Mensch an Ebolafieber<\/p>\n<p>In der vergangenen Woche wurde im Schnitt halbst\u00fcndlich ein Ebola-Todesfall gemeldet. Von Beginn des Ausbruchs bis zum 16. August wurden mehr als 5000 best\u00e4tigte F\u00e4lle und \u00fcber 2300 Todesf\u00e4lle gemeldet.<\/p>\n<p>Diese Epidemie breitet sich mit einer Geschwindigkeit aus, mit der die Hilfe nicht mithalten kann. Behandlungszentren sind unverzichtbar, um Leben zu retten, aber es braucht mehr als zus\u00e4tzliche Betten. Wichtig sind auch eine bessere Erkennung, sichere Isolier- und Beobachtungsstationen f\u00fcr Erkrankte und ihre Kontaktpersonen, aber auch mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Gesundheitspersonal. Auch Menschen, die aus anderen Gr\u00fcnden eine Gesundheitseinrichtung aufsuchen, m\u00fcssen vor einer Ansteckung gesch\u00fctzt werden. Entscheidend ist, dass die Ma\u00dfnahmen gemeinsam mit der Bev\u00f6lkerung erarbeitet werden und nicht an ihr vorbei.<\/p>\n<p>Javid Abdelmoneim, der internationale Pr\u00e4sident von \u00c4rzte ohne Grenzen<\/p>\n<p>So waren im Vertriebenencamp Rho bei Drodro in der Provinz Ituri Gemeindevorsteher*innen gemeinsam mit \u00c4rzte ohne Grenzen im Einsatz, um Menschen zu ermutigen, sich bei Symptomen fr\u00fchzeitig testen, isolieren und behandeln zu lassen. Sie machten au\u00dferdem auf die Wichtigkeit von Ma\u00dfnahmen zur Infektionspr\u00e4vention und -kontrolle aufmerksam. In dem \u00fcberf\u00fcllten Camp leben fast 50.000 Menschen auf engem Raum. Die gemeinsamen Bem\u00fchungen trugen dazu bei, die Ausbreitung von Ebola einzud\u00e4mmen und die Sterblichkeitsrate zu senken.<\/p>\n<p>Viele Menschen sterben weit entfernt von medizinischen Einrichtungen<\/p>\n<p>Seit der offiziellen Bekanntgabe des Ausbruchs wurden mehr als 60 Prozent der Ebola-Todesf\u00e4lle in der DR Kongo au\u00dferhalb der Ebola-Behandlungszentren verzeichnet. Das bedeutet, dass viele Menschen zu Hause oder in ihrem Dorf sterben, ohne eine Behandlung erhalten zu haben. So kann sich das Virus unbemerkt weiter ausbreiten. Besorgniserregend ist, dass die Fallzahlen auch au\u00dferhalb des Epizentrums Ituri rapide ansteigen. In der Provinz Nord-Kivu sind sowohl die Sterblichkeitsraten als auch das Misstrauen gegen\u00fcber den Hilfsma\u00dfnahmen besonders hoch.<\/p>\n<p>\u00c4rzte ohne Grenzen ist aktuell in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu, S\u00fcd-Kivu, Tshopo und Haut-U\u00e9l\u00e9 im Einsatz. Dort leiten die Teams sechs Ebola-Behandlungszentren und mehrere Isolier- und Beobachtungsstationen. Insgesamt sind mehr als 1400 Mitarbeitende von \u00c4rzte ohne Grenzen im Einsatz. Seit Beginn des Ausbruchs haben Teams der Organisation mehr als 2000 Patient*innen aufgenommen, von denen bei mehr als 800 die Ebola-Krankheit best\u00e4tigt wurde.<\/p>\n<p>Mehr Anstrengungen erforderlich<\/p>\n<p>\u00c4rzte ohne Grenzen fordert dringend zus\u00e4tzliche Anstrengungen von allen Akteuren \u2013 von der WHO \u00fcber andere UN-Organisationen und Hilfsorganisationen bis zu den kongolesischen Gesundheitsbeh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Bundesregierung mahnt \u00c4rzte ohne Grenzen, dass diese ihr finanzielles Engagement ausweiten soll. Dar\u00fcber hinaus muss sie sich daf\u00fcr einsetzen, die Koordinierung nationaler und internationaler Akteure zu verbessern. Sie muss au\u00dferdem ihren Einfluss und ihre Expertise nutzen, damit zugesagte Gelder vor Ort noch effektiver und schneller eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gemeindevorsteher wie Emery Guba Mateso, der im Vertriebenencamp Rho lebt, teilen ihre Erfahrungen mit dem Ziel, die Menschen zu ermutigen, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Er verlor seinen Sohn durch Ebolafieber und steckte sich sp\u00e4ter selbst an.<\/p>\n<p>\u201eAls jemand, der selbst an Ebola erkrankte und wieder gesund wurde, kann ich es nicht genug betonen: Bei ersten Symptomen ist es von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit, unverz\u00fcglich medizinische Hilfe aufzusuchen, denn eine fr\u00fchzeitige Behandlung erh\u00f6ht die Heilungschancen enorm,\u201c so Guba Mateso.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bunia\/Berlin, 21. August 2026. 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