{"id":48087,"date":"2026-08-23T02:38:27","date_gmt":"2026-08-23T02:38:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48087\/"},"modified":"2026-08-23T02:38:27","modified_gmt":"2026-08-23T02:38:27","slug":"gabun-fordert-truppenabzug-und-schliesst-mangan-deal-mit-frankreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48087\/","title":{"rendered":"Gabun fordert Truppenabzug und schlie\u00dft Mangan-Deal mit Frankreich"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Staatsbesuch von Pr\u00e4sident Brice Clotaire Oligui Nguema in Paris haben Gabun und Frankreich ihre Beziehungen neu ausgerichtet \u2013 mit einem milliardenschweren Rohstoffabkommen und klaren Forderungen nach einem weiteren Abzug franz\u00f6sischer Truppen. Im Zentrum der Gespr\u00e4che im \u00c9lys\u00e9e-Palast stand zun\u00e4chst die wirtschaftliche Zusammenarbeit, allen voran ein umfassender Deal zur lokalen Verarbeitung von Mangan.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gabun und der franz\u00f6sische Bergbaukonzern Eramet vereinbarten am 20. Juli 2026 einen Fahrplan, um bis Ende 2031 j\u00e4hrlich bis zu 700.000 Tonnen Mangan im Land zu verarbeiten. \u201eDie Vereinbarung ist eine gemeinsam entwickelte industrielle Roadmap\u201c, erkl\u00e4rte Eramet-Chefin Christel Bories. Sie respektiere Gabuns Ziel, \u201eseine Rohstoffe st\u00e4rker im eigenen Land zu verarbeiten\u201c.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Libreville will damit einen gr\u00f6\u00dferen Teil der Wertsch\u00f6pfung aus einem seiner wichtigsten Rohstoffe im Inland halten. Das Abkommen wurde in Anwesenheit von Oligui Nguema und Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron unterzeichnet.<\/p>\n<p>Drei Industrieprojekte als Kern des Rohstoffdeals<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Programm sieht drei zentrale Industrieprojekte vor. Den Auftakt k\u00f6nnte eine Anlage zur Herstellung von Manganoxid in der Region Libreville bilden. Sie soll zun\u00e4chst 10.000 Tonnen j\u00e4hrlich produzieren und bis Ende 2028 in Betrieb gehen. Bei steigender Nachfrage sind Erweiterungen geplant.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zweites Projekt betrifft die Modernisierung des Metallurgischen Komplexes von Moanda. Die Anlagen sollen bis 2029 erneuert werden und eine Kapazit\u00e4t von bis zu 70.000 Tonnen Manganlegierungen erreichen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als gr\u00f6\u00dftes Vorhaben wird eine neue Legierungsfabrik nahe der K\u00fcste gepr\u00fcft. Sie k\u00f6nnte ab 2031 j\u00e4hrlich bis zu 265.000 Tonnen produzieren \u2013 vorausgesetzt, Energieversorgung und Logistik sind gesichert.<\/p>\n<p>Gabun dr\u00e4ngt auf lokale Verarbeitung von Mangan<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gabun geh\u00f6rt zu den weltweit wichtigsten Produzenten von Manganerz, exportierte bislang jedoch einen Gro\u00dfteil unverarbeitet. Pr\u00e4sident Oligui Nguema will dieses Modell \u00e4ndern und hatte eine klare Frist gesetzt: Ab Januar 2029 soll Mangan vor dem Export mindestens teilweise im Land verarbeitet werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit folgt Gabun einer Strategie, die auf mehr industrielle Wertsch\u00f6pfung und Arbeitspl\u00e4tze abzielt. Das nun vereinbarte Programm konkretisiert erstmals Projekte und Produktionsziele, verschiebt jedoch einzelne Fristen \u00fcber 2029 hinaus.<\/p>\n<p>Energie, Bio-Kohle und Industriearbeitspl\u00e4tze<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Umsetzung h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich von einer stabilen Energieversorgung ab. Die Regierung soll diese sicherstellen, w\u00e4hrend Eramet die Projekte technisch und wirtschaftlich pr\u00fcft. Ein gemeinsamer Ausschuss soll die Fortschritte \u00fcberwachen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel wird der Aufbau einer Bio-Kohle-Produktion gepr\u00fcft, um importierten Koks zu ersetzen. Ein Pilotprojekt l\u00e4uft bereits in Lastourville. Zudem planen Eramet und Comilog einen Industriefonds \u201eFabriqu\u00e9 au Gabon\u201c, der langfristig 3.000 Arbeitspl\u00e4tze schaffen soll.<\/p>\n<p>Weitere wirtschaftliche Themen: Wasserprojekt und Schulden<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben dem Manganabkommen standen weitere wirtschaftliche Fragen auf der Agenda. Dazu geh\u00f6rt ein umstrittenes Wasserprojekt des franz\u00f6sischen Konzerns Suez im Wert von rund 183 Millionen Euro. Verz\u00f6gerungen sorgen f\u00fcr Spannungen zwischen beiden Seiten.<\/p>\n<p><img data-od-replaced- data-od-xpath=\"\/HTML\/BODY\/DIV[@id='page']\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::MAIN]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[17][self::DIV]\/*[1][self::FIGURE]\/*[1][self::IMG]\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG-20260720-WA0069-1024x683-jpg.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-28978 size-full\"  \/><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Gabuns hohe Staatsverschuldung von \u00fcber 70 Prozent der Wirtschaftsleistung wurde thematisiert. Die Regierung pr\u00fcft ihre Finanzen und verhandelt \u00fcber ein m\u00f6gliches Programm mit dem Internationalen W\u00e4hrungsfonds.<\/p>\n<p>Gabun fordert weiteren Abzug franz\u00f6sischer Truppen<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den wirtschaftlichen Themen r\u00fcckte die Sicherheitskooperation in den Fokus. Gabun verlangt einen weiteren R\u00fcckzug der franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4fte sowie die \u00dcbergabe des Gel\u00e4ndes des ehemaligen Camp de Gaulle.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die milit\u00e4rische Zusammenarbeit soll k\u00fcnftig vor allem auf Ausbildung beschr\u00e4nkt werden. <a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/afrika-braucht-eigene-verteidigungspolitik-frankreich-stellt-afrika-kooperation-neu-auf\/\" data-type=\"post\" data-id=\"26305\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich hat seine Pr\u00e4senz in mehreren afrikanischen Staaten bereits reduziert.<\/a> Gabun verfolgt dabei einen vergleichsweise kooperativen Ansatz und verhandelt direkt mit Paris.<\/p>\n<p>Neuordnung der Beziehungen und politische Spannungen<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/gabun-und-frankreich-vertiefen-partnerschaft-staatsbesuch-macrons-in-libreville\/\" data-type=\"post\" data-id=\"22289\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der Staatsbesuch war Teil einer umfassenden Neuausrichtung der bilateralen Beziehungen.<\/a> Gabun strebt eine Partnerschaft an, die st\u00e4rker auf Investitionen und industrielle Entwicklung ausgerichtet ist, w\u00e4hrend es gleichzeitig seine internationalen Beziehungen diversifiziert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberschattet wurde der Besuch von Kritik an der Inhaftierung des fr\u00fcheren Premierministers Alain-Claude Bilie-By-Nze. Seine Anw\u00e4lte forderten Frankreich auf, sich f\u00fcr die Einhaltung von \u201eindividuellen Rechten und \u00f6ffentlichen Freiheiten\u201c einzusetzen.<\/p>\n<p><img data-od-xpath=\"\/HTML\/BODY\/DIV[@id='page']\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::MAIN]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[24][self::IMG]\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/5f035d6fc3c74d20b59c9418f8000848.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Beim Staatsbesuch von Pr\u00e4sident Brice Clotaire Oligui Nguema in Paris haben Gabun und Frankreich ihre Beziehungen neu ausgerichtet&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":48088,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[241],"tags":[2075,14889,331,362,361,532,546],"class_list":["post-48087","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gabun","tag-2075","tag-14889","tag-frankreich","tag-gabon","tag-gabun","tag-militaer","tag-rohstoffe"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117142506904664587","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48087","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48087"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48087\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/48088"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48087"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48087"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48087"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}