{"id":48179,"date":"2026-08-23T14:09:33","date_gmt":"2026-08-23T14:09:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48179\/"},"modified":"2026-08-23T14:09:33","modified_gmt":"2026-08-23T14:09:33","slug":"sambia-hichilema-fuehrt-nach-70-wahlkreisen-eu-kritisiert-ungleichen-wahlkampf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48179\/","title":{"rendered":"Sambia: Hichilema f\u00fchrt nach 70 Wahlkreisen \u2013 EU kritisiert ungleichen Wahlkampf"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Sambias Pr\u00e4sident Hakainde Hichilema f\u00fchrt bei der laufenden Ausz\u00e4hlung der Pr\u00e4sidentschaftswahl vor seinem Herausforderer Brian Mundubile. <a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/sambia-vor-richtungswahl-schafft-praesident-hichilema-die-wiederwahl\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Wahl fand am 13. August 2026 statt.<\/a> Nach dem bislang j\u00fcngsten konsolidierten Zwischenstand aus 70 von 226 Wahlkreisen kommt Hichilema auf 626.434 Stimmen, Mundubile auf 505.795. Die Ausz\u00e4hlung war zwischenzeitlich wegen Angriffen auf Wahlhelfer und des Diebstahls bereits ausgef\u00fcllter Stimmzettel gestoppt worden, l\u00e4uft inzwischen aber wieder.<\/p>\n<p>Hichilema liegt 120.639 Stimmen vorn<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wahlkommission ECZ ver\u00f6ffentlichte am Sonntag ihren dritten konsolidierten Zwischenstand. Demnach liegt Hichilema von der regierenden United Party for National Development mit 120.639 Stimmen vor Mundubile von der National Reconciliation Party for Unity and Prosperity. Erst 70 der insgesamt 226 Wahlkreise sind in diesem Stand ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter den beiden f\u00fchrenden Kandidaten folgen mit gro\u00dfem Abstand Harry Kalaba von Citizens First mit 6.469 Stimmen, Kelvin Bwalya von Zambia Must Prosper mit 5.565 und Fred M\u2019membe von der Socialist Party mit 3.747 Stimmen. Insgesamt waren 14 Kandidaten zur Pr\u00e4sidentschaftswahl angetreten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die regionalen Unterschiede bleiben gro\u00df. Hichilema erzielt besonders hohe Mehrheiten in seinen traditionellen Hochburgen im S\u00fcden, Westen und Nordwesten des Landes. Mundubile ist dagegen in Teilen der Nord-, Luapula- und Ostprovinz st\u00e4rker. Deshalb l\u00e4sst sich aus der Zahl der bereits ausgez\u00e4hlten Wahlkreise allein noch kein landesweites Endergebnis ableiten.<\/p>\n<p>Mundubile erkl\u00e4rte sich vorzeitig zum Sieger<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mundubile hatte bereits vor der Ver\u00f6ffentlichung der offiziellen Zwischenst\u00e4nde <a href=\"https:\/\/www.maravipost.com\/zambia-on-edge-this-was-not-politics-it-was-an-attack-on-our-lives-mundubile-claims-tasila-lungus-husband-among-those-missing-after-alleged-army-raid\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erkl\u00e4rt<\/a>, seine eigene Auswertung der Wahlergebnisse zeige einen Sieg. Belege f\u00fcr einen landesweiten Wahlsieg legte er nicht vor. Die Wahlkommission wies die Kandidaten daraufhin ausdr\u00fccklich darauf hin, dass allein die ECZ zur Verk\u00fcndung des Wahlergebnisses befugt ist und vorzeitige Siegeserkl\u00e4rungen gegen das Wahlrecht versto\u00dfen.<\/p>\n<p><img data-od-replaced- data-od-xpath=\"\/HTML\/BODY\/DIV[@id='page']\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::MAIN]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[9][self::DIV]\/*[1][self::FIGURE]\/*[1][self::IMG]\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"546\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/HPd4ngDXAAAIf5A-1024x546-jpeg.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-29323 size-full\"  \/><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hichilema sprach seinerseits von \u201eermutigenden Ergebnissen\u201c, rief seine Anh\u00e4nger jedoch dazu auf, friedlich und geduldig auf das offizielle Ergebnis zu warten.<\/p>\n<p>Gewalt und gestohlene Stimmzettel stoppen Ausz\u00e4hlung<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr zus\u00e4tzliche Spannungen sorgte die vor\u00fcbergehende Unterbrechung der Ausz\u00e4hlung. Die ECZ hatte die Z\u00e4hlung und Bekanntgabe von Ergebnissen landesweit ausgesetzt, nachdem Wahlhelfer angegriffen und in einzelnen F\u00e4llen Wahlurnen mit bereits markierten Stimmzetteln gestohlen worden waren.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch am selben Tag hob die Kommission die Suspendierung wieder auf. ECZ-Vorsitzende Mwangala Zaloumis erkl\u00e4rte, die Sicherheitsbedrohung f\u00fcr den Wahlprozess sei einged\u00e4mmt worden. Ob und in welchem Umfang die gestohlenen Stimmzettel Auswirkungen auf einzelne Ergebnisse haben, wurde zun\u00e4chst nicht mitgeteilt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gemeinsame Beobachtermission von Afrikanischer Union und dem Gemeinsamen Markt f\u00fcr das \u00d6stliche und S\u00fcdliche Afrika, COMESA, stellte fest, dass die vor\u00fcbergehende Aussetzung, Mundubiles vorzeitige Siegeserkl\u00e4rung und die Gewalt das politische Misstrauen und die Spannungen verst\u00e4rkt h\u00e4tten. Zugleich bewertete sie das Sicherheitsumfeld am eigentlichen Wahltag insgesamt als friedlich.<\/p>\n<p>EU sieht ungleiche Bedingungen im Wahlkampf<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutliche Kritik am Umfeld der Wahl kommt von der Wahlbeobachtungsmission der Europ\u00e4ischen Union. Sie bezeichnete den Wahltag selbst als insgesamt ruhig und sprach von einer echten Auswahl zwischen konkurrierenden Kandidaten. Der vorausgegangene Wahlprozess habe jedoch unter Bedingungen stattgefunden, die Grundfreiheiten eingeschr\u00e4nkt h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU-Beobachter kritisierten kurzfristige \u00c4nderungen des Wahlrechts, rechtliche Unsicherheiten und ungleiche Bedingungen im Wahlkampf. Vorteile des Amtsinhabers h\u00e4tten die Grenze zwischen Staat und Regierungspartei teilweise verwischt. Auch unterschiedliche Reaktionen der Sicherheitsbeh\u00f6rden auf politische Vorf\u00e4lle h\u00e4tten zu einem ungleichen politischen Wettbewerb beigetragen. Die Berichterstattung staatlicher Medien bewertete die Mission als stark zugunsten der Regierung verzerrt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">EU-Chefbeobachter Michael McNamara forderte nach der Unterbrechung der Ausz\u00e4hlung transparente Verfahren und eine klare Kommunikation durch die Wahlkommission. Die ECZ solle detaillierte Wahldaten bis auf die Ebene der einzelnen Wahllokale \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n<p>Wahlrecht erst drei Monate vor der Abstimmung ge\u00e4ndert<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die gemeinsame Mission von Afrikanischer Union und COMESA beanstandete den sp\u00e4ten Zeitpunkt wichtiger Wahlrechts\u00e4nderungen. Das neue Wahlgesetz wurde erst im Mai und damit drei Monate vor der Abstimmung verabschiedet. Nach Einsch\u00e4tzung der Beobachter blieb dadurch nur begrenzt Zeit, Wahlhelfer, Parteien und die Bev\u00f6lkerung mit den neuen Regeln vertraut zu machen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den \u00c4nderungen geh\u00f6rt ein neues gemischtes Wahlsystem f\u00fcr das Parlament. Gleichzeitig wurde die Zahl der Wahlkreise um 70 auf insgesamt 226 erh\u00f6ht. Die Reform soll unter anderem die parlamentarische Vertretung von Frauen, jungen Menschen und Menschen mit Behinderungen verbessern. AU und COMESA kritisierten jedoch, dass wesentliche Teile des neuen Systems erst kurz vor der Wahl umgesetzt wurden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Wahl waren 8.786.300 Menschen registriert. Neben dem Pr\u00e4sidenten bestimmten die Sambier auch die Zusammensetzung der Nationalversammlung und die kommunalen Vertretungen. Die Pr\u00e4sidentschaft gewinnt ein Kandidat nur mit mehr als der H\u00e4lfte der g\u00fcltigen Stimmen. Erreicht niemand diese Mehrheit, ist eine Stichwahl vorgesehen.<\/p>\n<p><img data-od-xpath=\"\/HTML\/BODY\/DIV[@id='page']\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::MAIN]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[22][self::IMG]\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/25e4cc08986e4490a7d97348b0d203f7.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sambias Pr\u00e4sident Hakainde Hichilema f\u00fchrt bei der laufenden Ausz\u00e4hlung der Pr\u00e4sidentschaftswahl vor seinem Herausforderer Brian Mundubile. 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