{"id":48442,"date":"2026-08-24T13:33:09","date_gmt":"2026-08-24T13:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48442\/"},"modified":"2026-08-24T13:33:09","modified_gmt":"2026-08-24T13:33:09","slug":"kardinal-vesco-in-algerien-ist-der-heilige-augustinus-ein-universeller-bruder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48442\/","title":{"rendered":"Kardinal Vesco: In Algerien ist der heilige Augustinus ein \u201cuniverseller Bruder\u201d"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\tKardinal Vesco: In Algerien ist der heilige Augustinus ein \u201cuniverseller Bruder\u201d<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/primopiano_22443.jpg\" class=\"img-responsive\" alt=\"\"\/>\t\t\t\t\t<\/p>\n<p style=\"font-size:9px\">Vatican Media<\/p>\n<p style=\"font-size:1.2em;\">&#13;<br \/>\nRimini (Fides) \u2013 Beim \u201eMeeting\u201c in Rimini, ein bedeutendes Katholikentreffen, das jedes Jahr Ende August an der Adria stattfindet, stand der heilige Augustinus im Mittelpunkt einer Begegnung an der die Wissenschaftlerin Catherine Conybeare, der Generalprior der Augustiner, Pater Joseph L. Farrell, und der Erzbischof von Algier, Kardinal Jean-Paul Vesco, teilnahmen. Die Veranstaltung mit dem Titel \u201eAuf den Spuren des heiligen Augustinus: Wahrheit, Unruhe und Sehnsucht\u201c fand am vergangenen Freitag (21. August) statt.<br \/>&#13;<br \/>\nWenige Monate nach dem Besuch von Papst Leo XIV. in Algerien gewann diese Begegnung besondere Bedeutung. Der Papst, der sich selbst als \u201eSohn des Heiligen Augustinus\u201c bezeichnet, war nach Annaba (dem antiken Hippo) gereist, wo Augustinus Bischof war und im Jahr 430 starb. In der Augustinus-Basilika zelebrierte er eine Messe und erinnerte an den Wert dieser Pilgerreise zu den Wurzeln seiner geistlichen Familie und an den Dienst an Frieden und Vers\u00f6hnung. Dabei konzentrierte er sich auf das Zeugnis kleiner christlicher Gemeinden.<\/p>\n<p>\u00abIch kann sagen, dass ich sein Neffe bin\u201c <\/p>\n<p>Kardinal Vesco begann mit der Schilderung seiner spirituellen Verbundenheit mit dem Bischof von Hippo. Als Dominikaner erinnerte er daran, dass der heilige Dominikus ein Kanoniker nach der Regel des heiligen Augustinus war, die sp\u00e4ter auch zur Regel des Predigerordens wurde. \u201eWenn sich der Heilige Vater Sohn als Sohn des heiligen Augustinus bezeichnet, kann ich sagen, dass ich sein Neffe bin\u201c, bemerkte er l\u00e4chelnd. Ohne sich als Experte f\u00fcr Augustinus darzustellen, erkl\u00e4rte der Erzbischof von Algier, wie sehr ihn die Gestalt des Heiligen nach seiner Ankunft in Algerien vor fast f\u00fcnfundzwanzig Jahren ber\u00fchrt hatte. Ein Spaziergang durch die Ruinen von Hippo, bekr\u00e4ftigte, lasse Augustinus vertrauter erscheinen und die Jahrhunderte, die uns von ihm trennen, \u00fcberbr\u00fccken. Aus dieser N\u00e4he erw\u00e4chst die \u00dcberzeugung, dass Augustinus wahrlich \u201eein Mann unserer Zeit\u201c ist.<br \/>&#13;<br \/>\nDie erste Eigenschaft, in der sich Kardinal Vesco wiedererkannte, war die des jungen Augustinus aus den \u201eBekenntnissen\u201c: \u201eEin brillanter junger Mann, der nach gesellschaftlichem Erfolg strebte, nach Erfolg und nichts anderem\u201c, doch \u201eder all seine Tr\u00e4ume zerplatzen sah, leer und bedeutungslos, nutzlos, weil sein Durst letztlich etwas anderes war\u201c und \u201eseine Suche ein Durst nach Wahrheit\u201c. Tats\u00e4chlich war Jean-Paul Vesco, als er sich zu etwas anderem berufen f\u00fchlte, ein brillanter Anwalt. \u201eDer junge Anwalt, der ich war\u201c, so Vesco, \u201eder ebenfalls nach Idealen und Erfolg strebte, erkannte auch die Sinnlosigkeit seines Strebens nach beruflichem und gesellschaftlichem Erfolg, und erkennt sich leicht in dem jungen Augustinus wieder, den kein menschlicher Erfolg befriedigen konnte.\u201c<br \/>&#13;<br \/>\nAugustinus entdeckt schlie\u00dflich, dass diese Wahrheit eine Person ist, Christus, dem er in einer pers\u00f6nlichen Beziehung begegnet. Vesco erinnerte an die ber\u00fchmte Passage aus den Bekenntnissen: \u201eSp\u00e4t habe ich dich geliebt, o Sch\u00f6nheit, so alt und doch so neu, sp\u00e4t habe ich dich geliebt\u201c, und an das Bekenntnis eines Mannes, der Gott au\u00dferhalb seiner selbst suchte, obwohl Gott bereits in ihm war. Der ehemalige Anwalt Jean-Paul Vesco sagte, er erkenne sich in dieser Suche wieder. Auch heute noch, so Vesco, suchten junge Menschen nach Sinn, Wahrheit und Berufung, insbesondere in einer Welt, die von tiefgreifenden Umbr\u00fcchen gepr\u00e4gt ist. Deshalb spreche Augustinus, obwohl er aus einer fernen Vergangenheit stammt, auch heute noch zu den Menschen.<\/p>\n<p>Theologe und Hirte <\/p>\n<p>Der zweite vom Kardinal hervorgehobene Aspekt betrifft Augustinus als Hirten. Als bedeutender Theologe und zugleich Bischof, der tief im konkreten Leben seiner Kirche verwurzelt war, gelang es Augustinus, zwei schwer vereinbare Dimensionen zu vereinen: theologische Reflexion, die Studium und Distanz erfordert, und pastorales Handeln, das einen t\u00e4glich mit den Fragen, Wunden und Bed\u00fcrfnissen der Menschen konfrontiert. Augustinus\u2019 Denken, so Vesco, sei auch von der Auseinandersetzung mit den gro\u00dfen H\u00e4resien seiner Zeit gepr\u00e4gt gewesen. Seine Reflexionen \u00fcber Gnade, Vergebung und freien Willen seien niemals abstrakte \u00dcbungen: Sie entsprangen der Antwort auf konkrete menschliche und kirchliche Situationen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne schlug der Kardinal vor, Augustinus als einen der V\u00e4ter der Pastoraltheologie zu betrachten. Seine zahlreichen Missionen, Reisen und Eins\u00e4tze, die durch die \u201eecclesiasticae necessitates\u201c bedingt waren, zeugten von einem Bischof, der immer wieder aus seiner Stille gerissen wurde. Unter Berufung auf Studien, die Augustins h\u00e4ufige Abwesenheiten aus dem kleinen Bistum Hippo belegen, bekr\u00e4ftigte Vesco: \u201eDas tr\u00f6stet mich ein wenig: Allzu oft bin auch ich ein \u201aFlughafenbischof\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Die Erinnerung an den heiligen Augustinus in Algerien<\/p>\n<p>Der Kardinal wandte sich schlie\u00dflich dem alten, kranken Augustinus zu, der am Ende seines Lebens stand, als Hippo kurz davor war, in die H\u00e4nde der Vandalen zu fallen. W\u00e4hrend man zwischen den Ruinen der sogenannten \u201eBasilika des Friedens\u201c umhergehe, wo der Heilige m\u00f6glicherweise die Eucharistie gefeiert und gelehrt hatte, k\u00f6nne man sich den alten Bischof vorzustellen, der dem Untergang seiner Welt und einer ganzen Zivilisation gegen\u00fcberstand. \u201eWas muss er in diesem Moment gedacht haben, angesichts dessen, was wie die Vernichtung seines gesamten Lebens aussah?\u201c, fragte Vesco. \u201eF\u00fcnfzehn Jahrhunderte sp\u00e4ter\u201c, fuhr er fort, \u201eist es doch wunderbar zu sehen, dass sein Denken die Theologie weiterhin n\u00e4hrt und Generation um Generation von M\u00e4nnern und Frauen pr\u00e4gt! Er h\u00e4tte sich niemals vorstellen k\u00f6nnen, dass ein Papst kommen w\u00fcrde, um ihm in eben dieser Basilika seine Ehre zu erweisen!\u201c. Diese Best\u00e4ndigkeit, bemerkte der Erzbischof von Algier, beweise die Universalit\u00e4t des heiligen Augustinus: ein Mann, der tief in seinem Land, seiner Kultur und seiner Zeit verwurzelt war und doch f\u00e4hig, die Grenzen von Epochen und Zugeh\u00f6rigkeiten zu \u00fcberwinden.<br \/>&#13;<br \/>\nDiese Universalit\u00e4t zeige sich besonders deutlich in Algerien. Vesco erinnerte an das erste Internationale Kolloquium \u00fcber den Heiligen Augustinus, das 2001 in Annaba unter dem Vorsitz von Abdelaziz Bouteflika stattfand. F\u00fcr viele Algerier ist Augustinus, obwohl Christ, nach wie vor eine Symbolfigur des Nationalstolzes und Teil des kulturellen Erbes des Landes. Schon die Wahl von Leo XIV., der sich als \u201eSohn des Heiligen Augustinus\u201c vorstellte, rief in Algerien sofort ein Gef\u00fchl der Verbundenheit und Vertrautheit hervor. \u201eAls Papst Leo sich kurz nach seiner Wahl als \u201aSohn des Heiligen Augustinus\u2018 bezeichnete, war die Resonanz in Algerien unmittelbar\u201c, erinnerte sich der Kardinal. \u201eSchnell sprach es sich herum, dass der neue Papst famili\u00e4re Wurzeln in Algerien hatte, vielleicht sogar Verwandte in Annaba! Diese famili\u00e4re Verbindung, unabh\u00e4ngig von der Religionszugeh\u00f6rigkeit, spricht B\u00e4nde. Papst Leo wurde in Algerien wie ein Bruder, wie einer der Ihren, erwartet und willkommen gehei\u00dfen\u201c.<\/p>\n<p>\u00abWir sind nicht die Eigent\u00fcmer des heiligen Augustinus\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr Kardinal Vesco bedeutet die Anerkennung der Universalit\u00e4t des heiligen Augustins, ihn nicht auf das christliche Gedankengut zu beschr\u00e4nken, und doch anzuerkennen, dass seine theologische Reflexion untrennbar mit dem Glauben an Christus verbunden ist. Mehrere algerische muslimische Autoren haben sich mit dem Bischof von Hippo befasst und \u00fcber ihn geschrieben; diese Rezeption aus einer anderen Perspektive stellt laut dem Erzbischof eine wertvolle Auseinandersetzung dar. \u201eAugustinus und sein Denken geh\u00f6ren uns nicht\u201c, erkl\u00e4rte er. \u201eDie Universalit\u00e4t des Heiligen entspringt daher nicht abstraktem oder \u201echemisch reinem\u201c Denken, losgel\u00f6st von der Konkretheit der Geschichte. Im Gegenteil, sie entspringt einem wahrhaft gelebten Dasein in einem Land und einer Zeit, die von tiefgreifenden politischen, kulturellen und religi\u00f6sen Umbr\u00fcchen gepr\u00e4gt waren\u201c.<br \/>&#13;<br \/>\n \u201eHeute mehr denn je\u201c, schloss Vesco, \u201em\u00fcssen wir einander trotz aller Unterschiede in Glauben und Religion als Br\u00fcder und Schwestern anerkennen.\u201c Augustinus \u201ewird als vertrauensw\u00fcrdiger Gl\u00e4ubiger anerkannt, selbst von denen, die seinen Glauben nicht teilen. Deshalb ist Augustinus ganz und gar ein Mann unserer Zeit.\u201c Hierin liegt f\u00fcr Kardinal Vesco Augustinus\u2019 Bedeutung. In einer Welt voller religi\u00f6ser und kultureller Unterschiede l\u00e4dt der Heilige von Hippo die Gl\u00e4ubigen ein, in ihrem Glauben verwurzelt zu bleiben, ohne ihn zu Eigentum oder Abgrenzung verkommen zu lassen. Die Aufgabe bestehe darin, authentische Gl\u00e4ubige zu sein, \u201egen\u00e4hrt von einer religi\u00f6sen Tradition, die uns formt, aber als M\u00e4nner und Frauen anerkannt, denen man vertrauen kann, selbst von denen, die unseren Glauben nicht teilen.\u201c \u201eB\u00fcrger der Stadt der Menschen und zugleich B\u00fcrger des Gottesstaates.\u201c<br \/>&#13;<br \/>\n (MLK) (Fides 24\/8\/2026)<br \/>&#13;\n<\/p>\n<p><\/p>\n<p>\t\t\tTeilen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kardinal Vesco: In Algerien ist der heilige Augustinus ein \u201cuniverseller Bruder\u201d Vatican Media &#13; Rimini (Fides) \u2013 Beim&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":48443,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[9],"tags":[93,92],"class_list":["post-48442","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-algerien","tag-algeria","tag-algerien"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117150744833401934","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48442","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48442"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48442\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/48443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48442"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48442"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48442"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}