{"id":48467,"date":"2026-08-24T15:30:11","date_gmt":"2026-08-24T15:30:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48467\/"},"modified":"2026-08-24T15:30:11","modified_gmt":"2026-08-24T15:30:11","slug":"mora-mora-in-madagaskar-route-aufwendig-saniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48467\/","title":{"rendered":"Mora Mora in Madagaskar: Route aufwendig saniert"},"content":{"rendered":"<p>\n                                        &#8222;Mora Mora&#8220; geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Linien des Tsaranoro<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Das Tsaranoro-Massiv im S\u00fcden Madagaskars ist f\u00fcr seine gro\u00dfen Granitw\u00e4nde und langen Kletterrouten bekannt. Eine der prominentesten Linien ist &#8222;Mora Mora&#8220; (8b) am Tsaranoro Atsimo. Die rund 700 Meter hohe Route wurde 1999 von Francisco Blanco und Toti Val\u00e9s eingerichtet. 2010 gelang <a href=\"https:\/\/www.alpin.de\/9917\/themenarchiv_adam_ondra.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Adam Ondra<\/a> die erste freie Begehung.<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Die Route folgt \u00fcber zw\u00f6lf Seill\u00e4ngen der markanten Granitwand. Nach Angaben von Edelrid wollten Daniel Gebel und D\u00f6rte Pietron bei ihrem Besuch in Madagaskar zun\u00e4chst die klassische Linie klettern. Vor Ort habe sich jedoch gezeigt, dass zahlreiche Bohrhaken stark korrodiert gewesen seien. Eine Begehung sei deshalb aus Sicht des Teams nicht mehr vertretbar gewesen.<\/p>\n<p>\n                                        Statt weiterzuklettern, wurde die Route saniert<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Gebel und Pietron entschieden sich, die Begehung zun\u00e4chst zur\u00fcckzustellen und die Route zu sanieren. Gemeinsam mit einem internationalen Team wurde daf\u00fcr umfangreiches Material nach Madagaskar gebracht.<\/p>\n<p>Das neue Material wird sortiert.<\/p>\n<p>\u00a9 Jan Novak<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Rund 120 kg Bohr- und Sanierungsmaterial, 150 neue Klebehaken und 800 Meter Statikseil wurden daf\u00fcr verwendet. Die Arbeiten fanden demnach \u00fcber mehrere Tage statt. Dazu geh\u00f6rten der Zugang zur Wand, der Aufbau einer Seilbr\u00fccke zwischen zwei Gipfeln und der Abstieg in die rund 700 Meter hohe Wand.<\/p>\n<p>                            <a href=\"https:\/\/www.alpin.de\/tests-produkte\/schuhe\/10658\/galerie_kletterschuhe_diese_verschiedenen_typen_gibt_es.html?artikel=64294\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/https:\/\/mediadb.alpin.de\/cms\/AlpinGallery\/58\/10658\/klettern-20250808080806.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Welcher Kletterschuh ist der richtige f\u00fcr mich? Acht Modelle im Detail\" class=\"lazyload\"\/><br \/>\n                                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.alpin.de\/content\/img\/Foto.svg\" alt=\"\"\/><br \/>\n                            <\/a><\/p>\n<p>\n                                        Ziel war eine m\u00f6glichst originalgetreue Sanierung<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Bei einer Routensanierung stellt sich immer die Frage, wie stark eine bestehende Linie ver\u00e4ndert werden darf. Gerade bei historischen Kletterrouten geht es nicht allein darum, m\u00f6glichst viele neue Sicherungspunkte anzubringen.\u00a0Das Team orientierte sich deshalb an der urspr\u00fcnglichen Absicherung. Die Zahl der Sicherungspunkte sollte weitgehend erhalten bleiben. Alte Haken wurden entfernt, die Bohrl\u00f6cher anschlie\u00dfend verschlossen und neue Sicherungspunkte m\u00f6glichst unauff\u00e4llig gesetzt.<\/p>\n<p>Die neuen Bohrhaken wurden in enger Absprache mit den Erstbegehern gesetzt.<\/p>\n<p>\u00a9 Jan Novak<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Eine besondere Schwierigkeit waren demnach &#8222;Removable Bolts&#8220;, die bei der Erstbegehung verwendet worden waren und heute nicht mehr erh\u00e4ltlich sind. Die Sanierung habe deshalb in enger Abstimmung mit Erstbegehern und Wiederholern stattgefunden.\u00a0Removable Bolts (RBs) sind tempor\u00e4re Sicherungspunkte: Sie werden in ein gebohrtes Loch eingesetzt, k\u00f6nnen nach der Erschlie\u00dfung aber wieder entfernt werden. So l\u00e4sst sich eine Route absichern, ohne an jeder Stelle einen permanenten Bohrhaken zu setzen.<\/p>\n<p>\n                                        Erst nach der Sanierung ging es wieder ans Klettern<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Nachdem die Arbeiten abgeschlossen und das gesamte Material aus der Wand entfernt worden war, blieb dem Team nur noch wenig Zeit f\u00fcr die eigentliche Begehung. D\u00f6rte Pietron habe anschlie\u00dfend alle Seill\u00e4ngen im ersten Versuch frei klettern k\u00f6nnen, einschlie\u00dflich der schwierigen Schl\u00fcssell\u00e4nge.<\/p>\n<p>Nach der Arbeit das Vergn\u00fcgen: D\u00f6rte Pietron in der sanierten Tour.<\/p>\n<p>\u00a9 Jan Novak<\/p>\n<p>\n                                        Korrosion ist bei alten Bohrhaken ein ernstes Problem<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Korrodierte Bohrhaken sind gerade in entlegenen Klettergebieten und in Meeresn\u00e4he ein langfristiges Problem.\u00a0Galvanische Korrosion (Kontakt- oder Bimetallkorrosion) entsteht, wenn Bauteile aus unterschiedlichen Metallen, z. B. verzinkter Stahl und Edelstahl, miteinander verbaut sind. Gelangt Feuchtigkeit ins System, entsteht ein elektrochemischer Prozess, bei dem das unedlere Metall (meist der verzinkte Stahl) mit der Zeit stark angegriffen wird.<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Das Problem: Von au\u00dfen k\u00f6nnen Bohrhaken oft noch gut aussehen, w\u00e4hrend der Schaft im Bohrloch bereits erheblich geschw\u00e4cht ist. Dadurch sinkt die Bruchlast und es kann ein ernstes Sicherheitsrisiko entstehen.<\/p>\n<p>Altes korrodiertes Material in der Tour.<\/p>\n<p>\u00a9 Jan Novak<\/p>\n<p>Besonders betroffen sind:<\/p>\n<p>Verzinkte Bohrhaken mit Edelstahl-Laschen<\/p>\n<p>Umlenker und Kettenst\u00e4nde mit gemischten Metallen<\/p>\n<p>Rapidglieder oder Schraubglieder aus verzinktem Stahl in Edelstahl-Laschen (und umgekehrt)<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Achtung: Korrosion ist vor allem in feuchten, warmen oder salzhaltigen Umgebungen st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Zwischen zwei Gipfeln musste zum Materialtransport eine Seilbr\u00fccke eingerichtet werden.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a9 Jan Novak<\/p>\n<p>Stark rostende oder auff\u00e4llig alte Haken kritisch betrachten.<\/p>\n<p>Mischkonstruktionen aus verzinktem Stahl und Edelstahl m\u00f6glichst vermeiden.<\/p>\n<p>Fehlende Laschen nicht einfach mit beliebigen Ersatzteilen erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Bei sanierten oder neu eingerichteten Kletterg\u00e4rten auf durchg\u00e4ngige Edelstahl-Ausr\u00fcstung achten.<\/p>\n<p>\n                                        Sanieren ist Teil der Klettergeschichte<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Eine neue Route zu er\u00f6ffnen, ist sichtbar: Die Erstbegehung bringt Aufmerksamkeit, Bilder und sportliche Anerkennung. Die Erneuerung einer bestehenden Route findet dagegen meist weitgehend unbemerkt statt.<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Gerade bei alten Bohrhaken kann die Sanierung aber dar\u00fcber entscheiden, ob eine Route weiterhin genutzt werden kann. &#8222;Mora Mora&#8220; zeigt damit auch eine weniger spektakul\u00e4re Seite des Klettersports. Eine Route ist nicht dauerhaft sicher, nur weil sie einmal eingerichtet wurde. Bohrhaken altern, Materialien korrodieren und Sicherungssysteme m\u00fcssen unter Umst\u00e4nden Jahrzehnte sp\u00e4ter erneuert werden.<\/p>\n<p class=\"artikel_para\">Bei einer Sanierung bleibt zudem die Frage, wie viel vom urspr\u00fcnglichen Charakter einer Route erhalten werden soll. Im Fall von &#8222;Mora Mora&#8220; sollte nach Angaben des Teams nicht aus einer historisch gewachsenen, anspruchsvoll abgesicherten Linie eine deutlich st\u00e4rker abgesicherte Sportkletterroute werden und der Orginal-Charakter beibehalten werden.\u00a0<\/p>\n<p>Topo der Tour &#8222;Mora Mora&#8220; (8b)<\/p>\n<p>\u00a9 Jan Novak<\/p>\n<p>                            <a href=\"https:\/\/www.alpin.de\/foto-video\/galerien\/48081\/galerie_schlauberger__meilensteine_des_kletterns.html?artikel=64294\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/https:\/\/mediadb.alpin.de\/cms\/AlpinGallery\/81\/48081\/meilensteine_klettern-20230804090604.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Grenzen verschieben: Die gr\u00f6\u00dften Meilensteine des Alpinkletterns\" class=\"lazyload\"\/><br \/>\n                                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.alpin.de\/content\/img\/Foto.svg\" alt=\"\"\/><br \/>\n                            <\/a><\/p>\n<p>                             &#8211; Themenarchive<\/p>\n<p>                                                <a href=\"https:\/\/www.alpin.de\/444\/themenarchiv_newsaufalpinde.html\" title=\"News auf alpin.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/https:\/\/mediadb.alpin.de\/cms\/AlpinLandingPage\/44\/444\/K\u00fche bei sch\u00f6nem Wetter auf der Wiese_PA-201507.jpeg\" loading=\"lazy\" alt=\"News auf alpin.de\" class=\"lazyload\"\/><br \/>\n                                                <\/a><\/p>\n<p>                                            <a href=\"https:\/\/www.alpin.de\/444\/themenarchiv_newsaufalpinde.html\" class=\"article__meta__label\" title=\"News auf alpin.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">News auf alpin.de<\/a><\/p>\n<p>News: Hier versammeln sich aktuelle Meldungen aus der Bergwelt. Von Expeditionserfolgen an Achttausendern und alpinen Spitzenleistungen \u00fcber Bergunf\u00e4lle, Rettungseins\u00e4tze und Naturereignisse bis zu Produktneuigkeiten und Umweltschutzthemen. Das Archiv b\u00fcndelt alle Kurzmeldungen, Eilmeldungen und Hintergrundnews der ALPIN-Redaktion aus der Welt des Bergsports.<\/p>\n<p>300 Artikel<\/p>\n<p>                                                <a href=\"https:\/\/www.alpin.de\/424\/themenarchiv_klettern.html\" title=\"Klettern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/http:\/\/origin-mediadb.alpin.de\/cms\/AlpinLandingPage\/24\/424\/57359562-20150422143921.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Klettern\" class=\"lazyload\"\/><br \/>\n                                                <\/a><\/p>\n<p>                                            <a href=\"https:\/\/www.alpin.de\/424\/themenarchiv_klettern.html\" class=\"article__meta__label\" title=\"Klettern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Klettern<\/a><\/p>\n<p>Klettern: Sport- oder Alpinklettern, Free Solo, Bigwall oder Eisklettern &#8211; alles zum Thema Klettern. <\/p>\n<p>300 Artikel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Mora Mora&#8220; geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Linien des Tsaranoro Das Tsaranoro-Massiv im S\u00fcden Madagaskars ist f\u00fcr seine gro\u00dfen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":48468,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[245],"tags":[380,379],"class_list":["post-48467","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-madagaskar","tag-madagascar","tag-madagaskar"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117151204876866158","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48467","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48467"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48467\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/48468"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48467"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48467"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48467"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}