{"id":48555,"date":"2026-08-25T05:24:12","date_gmt":"2026-08-25T05:24:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48555\/"},"modified":"2026-08-25T05:24:12","modified_gmt":"2026-08-25T05:24:12","slug":"lauingen-wenn-andere-pfarrer-im-urlaub-sind-kommt-er-aus-uganda-nach-lauingen-und-hilft-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48555\/","title":{"rendered":"Lauingen: Wenn andere Pfarrer im Urlaub sind, kommt er aus Uganda nach Lauingen und hilft aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eHilary gen\u00fcgt\u201c, bescheidet er der Anruferin, nachdem diese den komplizierten Nachnamen ein paarmal zuvor ge\u00fcbt hat, nicht sicher, ob sie ihn auch wirklich richtig ausspricht. Hilary, das schaffen alle, Clinton sei Dank. Hilary Munyaneza kommt aus Uganda, hat in der Hauptstadt Kampala Philosophie und Theologie studiert, wurde 2009 zum Priester geweiht und war 2013 zum ersten Mal in Deutschland, damals in <a href=\"https:\/\/www.mainpost.de\/wuerzburg\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">W\u00fcrzburg<\/a>. Das hatte ihm so gut gefallen, dass er sich beim Bistum <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Augsburg<\/a> f\u00fcr eine Urlaubsvertretung bewarb und 2015 zum ersten Mal f\u00fcr Pfarrer di Blasi in <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/panorama\/feiertage\/sankt-martin-2024-was-hat-der-martinstag-fuer-eine-bedeutung-09-12-25-103113396\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">St. Martin<\/a> einsprang. Von den drei \u201eCorona-Jahren\u201c 2020 bis 2022 abgesehen, hat Hilary jeden Sommer vier Wochen als Priester in <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/dillingen\/ort\/lauingen\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Lauingen<\/a> verbracht, <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/dillingen\/geschichte-wie-die-oberschlesier-nach-lauingen-kamen-114959870\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" class=\"underline \">das er als seine \u201ezweite Heimat\u201c ins Herz geschlossen hat.<\/a>\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wie sehr er hier heimisch ist, zeigt sich sofort, als er zum verabredeten Interview-Termin das Pfarramt betritt und erst einmal mit \u201eKarin\u201c scherzt, der Pfarramtssekret\u00e4rin, die \u201eheute eigentlich gar nicht da\u201c ist. Das Lachen bricht aus ihm heraus wie eine erfrischende kleine Sommer-Salve, es kommt aus dem Herzen und ist ansteckend. Beim Gespr\u00e4ch im B\u00fcro des Stadtpfarrers erz\u00e4hlt Hilary, wo er sein ausgezeichnetes Deutsch erworben hat: zuerst als Student in Rom, sp\u00e4ter beim Goethe-Institut in Uganda bis zum Niveau B1. Das meiste verdankt er jedoch den vielen pers\u00f6nlichen Begegnungen und Gespr\u00e4chen w\u00e4hrend der Sommerwochen in Lauingen. Er liebt den Klang des hiesigen Dialekts, auch wenn er nicht alles versteht. Und Hilary liest viel, besonders die Donau Zeitung.\n  <\/p>\n<p>            Der Priester liest viel Zeitung<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auf die Frage, was f\u00fcr ihn das Sch\u00f6nste in Lauingen sei, kommt es wie aus der Pistole geschossen: die Kirchen. Also deren k\u00fcnstlerische Gestaltung, wobei er klar die Leonhardikirche bevorzugt. Dann die Freundschaften, die er hier geschlossen hat. Und was das Essen betrifft: Sp\u00e4tzle. Schon bevor Hilary zum ersten Mal nach Deutschland kam, hatte er viel dar\u00fcber gelesen. Im Kopf hatte er das Bild der Deutschen als sehr flei\u00dfig, genau und p\u00fcnktlich. Er fragte sich, warum das so sei, und in der ersten Woche seines Aufenthaltes bekam er die Antwort: \u201eSchaffe, schaffe, H\u00e4usle baue, und ned nach de M\u00e4dle schaue\u201c &#8211; Hilary kichert, als er den unvergesslichen Refrain zitiert.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Was sind f\u00fcr ihn die wichtigsten Unterschiede zwischen seiner Heimat und Deutschland? Die Tierwelt. Und die gro\u00dfe Vielfalt an Kulturen und Sprachen, es gibt in Uganda rund vierzig verschiedene St\u00e4mme. Die Mentalit\u00e4t unterscheide sich stark, in Uganda seien die Menschen sehr offen und lustig, auch in der Gestaltung der Heiligen Messe, die in seiner Heimat viel l\u00e4nger dauert und angef\u00fcllt ist mit Musik und Tanz, nicht nur Gospels, sondern auch heimische Lieder. F\u00fcr die Menschen in Uganda sei beides sehr wichtig, denn sie identifizierten sich zum einen mit ihrem Stamm, zum Zweiten mit der Religion. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/dillingen\/domvikar-alexander-lungu-verstaerkt-das-team-des-augsburger-domkapitels-114854073\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" class=\"underline \">Und, zumindest die Jungen: mit Fu\u00dfball.<\/a>\n  <\/p>\n<p>            Er ist auch Lehrer im Kampala<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Was h\u00e4lt ein katholischer \u201eProfi\u201c, der im Rahmen seiner Priesterausbildung drei Jahre Philosophie und vier Jahre Theologie studiert hat, von den verschiedenen P\u00e4psten der j\u00fcngeren Vergangenheit? \u201eJeder Papst ist wichtig in seiner Zeit\u201c, ist Hilary \u00fcberzeugt, \u201eGott w\u00e4hlt f\u00fcr jede Zeit den richtigen Papst.\u201c Was jedoch Afrika betrifft, gibt es eine Leuchtturm-Figur, den inzwischen heilig gesprochenen Papst Paul VI., der im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) als erster Papst \u00fcberhaupt 1969 den afrikanischen Kontinent besuchte und dort zw\u00f6lf Bisch\u00f6fe weihte, davon zuerst Uganda mit vier Bisch\u00f6fen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Hilary Munyaneza ist nicht nur Priester, sondern auch Lehrer am Priesterseminar in Kampala, in dem sich im vergangenen Jahr 286 Kandidaten auf den Beruf des katholischen Priesters vorbereiteten. F\u00fcr seine Lehrt\u00e4tigkeit nimmt Hilary immer wieder Anregungen aus der deutschen Pfarrpraxis mit, etwa den Kirchenanzeiger, also das Informationswerk \u00fcber s\u00e4mtliche kirchliche Veranstaltungen einer Region, dergleichen gebe es in Uganda bisher nicht.  Er ist ein offener, zugewandter Mann, mit dem man sofort ins Gespr\u00e4ch kommt, mit dem man sofort lachen kann, doch ist auch sp\u00fcrbar, dass er auf der H\u00f6he der Zeit lebt und sich den ernsten Problemen nicht verschlie\u00dft. Er spricht \u00fcber Konsumismus, S\u00fcchte und was es f\u00fcr eine Gesellschaft bedeutet, dass so viele alte Menschen alleine in Pflegeheimen leben m\u00fcssen. Was Armut ist. \u201eMan darf Armut nicht nur wirtschaftlich denken &#8211; Einsamkeit ist auch Armut.\u201c\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eHilary gen\u00fcgt\u201c, bescheidet er der Anruferin, nachdem diese den komplizierten Nachnamen ein paarmal zuvor ge\u00fcbt hat, nicht sicher,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":48556,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[24],"tags":[3660,158,18645,8151,18644,18646,1607,207,847,684],"class_list":["post-48555","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-uganda","tag-augsburg","tag-deutschland","tag-goethe-institut","tag-kampala","tag-lauingen","tag-pfarrei","tag-st-martin","tag-uganda","tag-urlaub","tag-wuerzburg"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117154484235814454","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48555","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48555"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48555\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/48556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48555"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48555"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48555"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}