{"id":48691,"date":"2026-08-25T16:34:16","date_gmt":"2026-08-25T16:34:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48691\/"},"modified":"2026-08-25T16:34:16","modified_gmt":"2026-08-25T16:34:16","slug":"maghreb-experte-beat-stauffer-gefaengnisse-schrecken-sie-nicht-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/48691\/","title":{"rendered":"Maghreb-Experte Beat Stauffer: \u00abGef\u00e4ngnisse schrecken sie nicht ab\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/8037951538409664.webp\" fetchpriority=\"high\" width=\"2000\" height=\"1333\" alt=\"Ein unbegleiteter minderjaehriger Asylsuchender (UMA) sitzt am Handy, im Transitzentrum fuer Asylsuchende &quot;Landhaus&quot;, am Freitag, 1. April 2016, in Davos. (KEYSTONE\/Gian Ehrenzeller)\" data-image-id=\"8037951538409664\" class=\"watson-snippet__image block h-auto w-full bg-grey-10 \"\/><\/p>\n<p>Asylsuchende aus dem Maghreb sind in der Schweiz oft auff\u00e4llig. Ein Problem: Schweizer Gef\u00e4ngnisse wirken auf sie kaum abschreckend.Bild: KEYSTONE<\/p>\n<p>80 Prozent der Asylsuchenden aus Tunesien, Marokko und Algerien werden einer Straftat beschuldigt. Ein Experte erkl\u00e4rt, warum das so ist.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] leading-normal md:w-3\/5 lg:text-[18px]\">Seit der \u00abBlick\u00bb eine interne Auswertung des Staatssekretariats f\u00fcr Migration ver\u00f6ffentlicht hat, aus der hervorgeht, dass 80 Prozent der Asylsuchenden aus den Maghreb-Staaten mindestens einer Straftat beschuldigt werden, fragt sich die \u00d6ffentlichkeit: Warum verhalten sich Asylsuchende aus Marokko, Tunesien und Algerien so auff\u00e4llig? Und welche L\u00f6sungen schlagen Experten vor?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/8236296139125000.webp\" loading=\"lazy\" width=\"905\" height=\"877\" alt=\"Beat Stauffer\" data-image-id=\"8236296139125000\" class=\"watson-snippet__image block h-auto w-full bg-grey-10 \"\/><\/p>\n<p>Beat Stauffer ist Experte f\u00fcr den Maghreb.Bild: zvg<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] leading-normal md:w-3\/5 lg:text-[18px]\">Ein solcher Experte ist Beat Stauffer. Er hat zwei B\u00fccher \u00fcber den Maghreb geschrieben \u2013 und jetzt den <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/beat-stauffer-warum-80-prozent-der-maghreb-asylsuchenden-straffaellig-werden-998447846318\" class=\"\">Zeitungen von Tamedia<\/a> ein Interview gegeben. Darin spricht er \u00fcber \u2026<\/p>\n<p>&#8230;die Gr\u00fcnde, warum Asylsuchende aus dem Maghreb so oft kriminell werden:<br \/>\u00abEs handelt sich um irregul\u00e4re Wirtschaftsmigranten, denen es im Grunde v\u00f6llig egal ist, was im Asylverfahren passiert. F\u00fcr Personen, die ernsthaft auf einen positiven Asylentscheid hoffen, w\u00e4re es kontraproduktiv und irrational, w\u00e4hrend der Wartezeit so h\u00e4ufig Straftaten zu begehen.\u00bb<br \/>&#8230;die Frage, ob es sich dabei um ein kulturelles Ph\u00e4nomen handelt:<br \/>\u00abNur zu einem geringen Teil. Eigentlich stehen junge Maghrebiner Europa kulturell n\u00e4her als beispielsweise Asylsuchende aus Eritrea, Somalia oder Afghanistan. Die maghrebinische Kultur ist noch immer sehr stark von der franz\u00f6sischen, der spanischen und der italienischen Kolonialzeit gepr\u00e4gt. Zudem ist die Auslegung des Islam im Maghreb \u2013 extremistische Minderheiten einmal ausgenommen \u2013 viel liberaler als etwa in Saudi-Arabien oder Afghanistan. Es gibt dort keine Steinigungen oder schweren K\u00f6rperstrafen.\u00bb&#8230;welche Menschen aus dem Maghreb in die Schweiz kommen:<br \/>\u00abWir haben es mit einem massiven Unterschichts- und Verwahrlosungsproblem zu tun. Diese jungen M\u00e4nner, die sogenannten Harraga, stammen sehr h\u00e4ufig aus zerr\u00fctteten Familien, wachsen in beengten, \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen bei alleinerziehenden M\u00fcttern oder als Strassenkinder auf. Sie haben fr\u00fch Gewalt und Verwahrlosung erlebt. Das Vertrauen in den eigenen Staat haben sie verloren, genauso wie die Hoffnung, dass sich f\u00fcr die junge Generation jemals etwas verbessern k\u00f6nnte.\u00bb<br \/>&#8230;warum der Schweizer Rechtsstaat M\u00fche mit Ihnen bekundet:<br \/>\u00abDer Abschreckungseffekt eines Schweizer Gef\u00e4ngnisses ist im Vergleich zu einem nordafrikanischen praktisch null. Ich habe k\u00fcrzlich von einem unbegleiteten minderj\u00e4hrigen Asylsuchenden aus dem Maghreb geh\u00f6rt, der nach einer Straftat kurz im Gef\u00e4ngnis landete. Er wollte danach nicht mehr ins Asylzentrum zur\u00fcckkehren, weil er die Haftanstalt gar nicht so schlimm fand: Einzel- oder Zweibettzellen, Fernseher, Sportger\u00e4te, eine ordentliche Dusche und anst\u00e4ndige Mahlzeiten.\u00bb<br \/>&#8230;warum es schwierig ist, sie r\u00fcckzuf\u00fchren:<br \/>\u00abEine R\u00fcckkehr ohne Geld und Papiere ist f\u00fcr diese M\u00e4nner eine immense Schande vor ihren Familien. Doch die R\u00fcckf\u00fchrungen scheitern oft an der Identifikation. Viele Migranten geben falsche Namen oder Geburtsorte an. Dann sagen beispielsweise die marokkanischen Konsularbeh\u00f6rden: Beweisen Sie uns erst einmal, dass das kein Algerier ist. Die Migranten wissen genau, wie schwer arabische Namen zu transkribieren und zu verifizieren sind. Deshalb kann allein die Papierbeschaffung ein Jahr oder l\u00e4nger dauern.\u00bb<br \/>&#8230;welche L\u00f6sungen er sieht:<br \/>\u00abEinfache und schnelle L\u00f6sungen sind illusorisch. In Tunesien hat allein in den letzten 15 Jahren eine Million junge Menschen die Schule abgebrochen. In Marokko gibt es zwei bis zweieinhalb Millionen junge Leute zwischen 15 und 30 Jahren ohne Ausbildung, ohne Job und faktisch ohne Perspektive. Der einzige Ausweg besteht f\u00fcr uns darin, die Zusammenarbeit mit den Maghrebstaaten zu vertiefen. Wir m\u00fcssten dort massiv investieren, etwa in Heime f\u00fcr Strassenkinder. Oder in Berufsausbildungen nach Schweizer Vorbild, um den Hunderttausenden von Schulabbrechern eine echte Perspektive zu bieten. Und das Wichtigste: Wir m\u00fcssen legale Wege der Arbeitsmigration schaffen.\u00bb<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] leading-normal md:w-3\/5 lg:text-[18px]\">(her)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Asylsuchende aus dem Maghreb sind in der Schweiz oft auff\u00e4llig. 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