{"id":49323,"date":"2026-08-29T12:34:16","date_gmt":"2026-08-29T12:34:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/49323\/"},"modified":"2026-08-29T12:34:16","modified_gmt":"2026-08-29T12:34:16","slug":"afrikanische-union-kaempft-mit-finanzierungskrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/49323\/","title":{"rendered":"Afrikanische Union k\u00e4mpft mit Finanzierungskrise"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Afrikanische Union steht vor wachsenden finanziellen Problemen. Mehr als 40 Prozent ihrer Mitgliedstaaten zahlen ihre j\u00e4hrlichen Beitr\u00e4ge nicht vollst\u00e4ndig. Gleichzeitig bleiben internationale Gebermittel hinter den Erwartungen zur\u00fcck. Selbst h\u00f6here Beitr\u00e4ge einzelner Staaten wie \u00c4thiopien k\u00f6nnen die strukturellen Finanzierungsl\u00fccken der Organisation nicht schlie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4thiopien erh\u00f6ht seinen j\u00e4hrlichen Pflichtbeitrag zur Afrikanischen Union ab 2027 auf 15 Millionen US-Dollar und steigt damit in die h\u00f6chste Beitragsklasse auf. Die Entscheidung wurde bei der 49. ordentlichen Sitzung des AU-Exekutivrats in Addis Abeba bekanntgegeben. Das Land zahlt k\u00fcnftig ann\u00e4hernd doppelt so viel wie bisher und reiht sich finanziell neben Algerien, \u00c4gypten, Nigeria, S\u00fcdafrika, Marokko und Angola ein.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bislang geh\u00f6rte \u00c4thiopien zur zweiten Beitragsklasse. Ende 2025 belief sich sein regul\u00e4rer Pflichtbeitrag auf knapp acht Millionen Dollar, die vollst\u00e4ndig gezahlt wurden, wie\u00a0The Reporter\u00a0unter Berufung auf AU-Dokumente berichtet. Auch Kenia soll ab 2027 h\u00f6here Beitr\u00e4ge leisten.<\/p>\n<p>Hohe Beitragsr\u00fcckst\u00e4nde<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste Beitragsklasse umfasst die finanziell st\u00e4rksten Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union. Zusammen tragen sie 45,15 Prozent der regul\u00e4ren Haushaltsmittel und der Beitr\u00e4ge zum Friedensfonds. Zus\u00e4tzliche Stimmrechte erhalten sie durch ihre h\u00f6heren Zahlungen jedoch nicht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders hoch sind die offenen Forderungen gegen\u00fcber Sudan. Nach AU-Dokumenten summieren sich dessen ausstehende Beitr\u00e4ge auf 74 Millionen Dollar. Bei Libyen, S\u00fcdsudan, Burkina Faso, Mali, Guinea und Niger kommen weitere R\u00fcckst\u00e4nde von insgesamt mehr als 30 Millionen Dollar hinzu.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die AU bezeichnet ihre Finanzierung als weder vorhersehbar noch nachhaltig oder ausgewogen. Ein gro\u00dfer Teil ihrer Programme wird weiterhin von internationalen Partnern getragen. \u00dcblicherweise stammen nahezu zwei Drittel des Budgets aus externen Quellen, insbesondere von der Europ\u00e4ischen Union und weiteren Entwicklungspartnern.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch diese Unterst\u00fctzung f\u00e4llt geringer aus als geplant. F\u00fcr 2024 hatte die AU mit 404 Millionen Dollar von Entwicklungspartnern gerechnet. Tats\u00e4chlich erhielt sie lediglich 288,6 Millionen Dollar.<\/p>\n<p>Eigenfinanzierung bleibt hinter den Zielen zur\u00fcck<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits 2016 beschlossen die Mitgliedstaaten in Kigali ein Modell zur st\u00e4rkeren Eigenfinanzierung. <a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/un-au-und-eu-buendeln-kraefte-fuer-frieden-und-entwicklung-in-afrika\/\" data-type=\"post\" data-id=\"20100\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vorgesehen war eine Abgabe von 0,2 Prozent auf bestimmte Importe.<\/a> Die Staaten konnten ihre Verpflichtungen gegen\u00fcber der AU jedoch auch aus anderen nationalen Einnahmen erf\u00fcllen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rund 20 Mitgliedstaaten haben entsprechende Gesetze verabschiedet, die Abgabe in ihre Zollsysteme integriert oder damit ihre AU-Beitr\u00e4ge finanziert. 17 Staaten haben das Modell vollst\u00e4ndig umgesetzt oder bereits Zahlungen dar\u00fcber geleistet. Dazu geh\u00f6ren Ruanda, Kenia, \u00c4thiopien, Dschibuti, Ghana, C\u00f4te d\u2019Ivoire, die Demokratische Republik Kongo, Marokko und Sudan.<\/p>\n<p><img data-od-replaced- data-od-unknown-tag=\"\" data-od-xpath=\"\/HTML\/BODY\/DIV[@id='page']\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::MAIN]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[13][self::DIV]\/*[1][self::FIGURE]\/*[1][self::IMG]\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/HQ4nTajXMAABI6p-1024x683-jpeg.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-29631 size-full\"  \/><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urspr\u00fcnglich wollte die AU ihren Verwaltungshaushalt vollst\u00e4ndig, den Programmhaushalt zu 75 Prozent und den Friedensfonds zu 25 Prozent aus eigenen Mitteln finanzieren. Diese Ziele wurden bislang nicht erreicht.<\/p>\n<p>Finanzkrise belastet Friedenseins\u00e4tze<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders deutlich zeigt sich die Finanzierungskrise bei den Friedens- und Sicherheitseins\u00e4tzen der Organisation. Die Afrikanische Unterst\u00fctzungs- und Stabilisierungsmission in Somalia, AUSSOM, arbeitet bereits mit begrenzten Mitteln.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/uganda-kuendigt-truppenabzug-aus-somalia-bis-2027-an\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Vereinigten Staaten haben angek\u00fcndigt, die bisherige Finanzierung der logistischen Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Somalia-Mission \u00fcber Ende 2026 hinaus nicht fortzusetzen<\/a>.<a href=\"https:\/\/fokus-afrika.de\/vereinte-nationen-warnen-vor-finanzkollaps-bis-mitte-august\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Die Unterst\u00fctzung wird \u00fcber das United Nations Support Office in Somalia, UNSOS, organisiert.<\/a><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem gibt es Streit \u00fcber die Anwendung der Resolution 2719 des UN-Sicherheitsrats. Das Modell sieht grunds\u00e4tzlich vor, dass von den Vereinten Nationen autorisierte AU-Missionen 75 Prozent ihrer Kosten \u00fcber Pflichtbeitr\u00e4ge der UN-Mitgliedstaaten finanzieren. Die Afrikanische Union m\u00fcsste die \u00fcbrigen 25 Prozent \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vereinigten Staaten blockierten eine Anwendung des Modells auf AUSSOM und verwiesen auf finanzielle Fragen sowie Anforderungen an Menschenrechte und operative Rechenschaftspflichten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">AUSSOM \u00fcbernahm au\u00dferdem rund 94 Millionen Dollar an offenen Verpflichtungen gegen\u00fcber truppenstellenden Staaten aus der Vorg\u00e4ngermission ATMIS. Der bisherige logistische Beitrag von UNSOS wird\u00a0auf mehr als eine halbe Milliarde Dollar beziffert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Afrikanische Union gab 2024 insgesamt 169 Millionen Dollar f\u00fcr Personal und Leistungen aus. Weitere 143 Millionen Dollar entfielen auf Friedensmissionen. Gleichzeitig beliefen sich die offenen Verbindlichkeiten der Organisation auf 283 Millionen Dollar. Fast die H\u00e4lfte davon war gegen\u00fcber Staaten f\u00e4llig, die Soldaten f\u00fcr AU-Missionen bereitgestellt hatten.<\/p>\n<p><img data-od-unknown-tag=\"\" data-od-xpath=\"\/HTML\/BODY\/DIV[@id='page']\/*[1][self::DIV]\/*[3][self::MAIN]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[2][self::DIV]\/*[1][self::DIV]\/*[22][self::IMG]\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1a17baaeb6f74cd7813eaeac5be3a925.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Afrikanische Union steht vor wachsenden finanziellen Problemen. 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