{"id":49767,"date":"2026-08-31T19:54:10","date_gmt":"2026-08-31T19:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/49767\/"},"modified":"2026-08-31T19:54:10","modified_gmt":"2026-08-31T19:54:10","slug":"berggorillas-durch-krankheiten-existenziell-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/49767\/","title":{"rendered":"Berggorillas durch Krankheiten existenziell bedroht?"},"content":{"rendered":"<p>pts20260828014 in Leben<\/p>\n<p><\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" itemprop=\"image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/lowres.jpg\" alt=\"Auf Augenh\u00f6he mit dem jungen Berggorilla (Foto: Matto Barfuss)\" title=\"Auf Augenh\u00f6he mit dem jungen Berggorilla (Foto: Matto Barfuss)\"\/><\/p>\n<p>\n                    Auf Augenh\u00f6he mit dem jungen Berggorilla (Foto: Matto Barfuss)\n                <\/p>\n<p><\/p>\n<p>Z\u00fcrich (pts014\/28.08.2026\/10:00)<\/p>\n<p>Die gute Nachricht ist, dass sich der Berggorillabestand von unter 600 Tieren vor dem Jahre 2000 auf aktuell etwas \u00fcber 1000 Berggorillas erholt hat. Die schlechte Nachricht ist, dass der Lebenraum, in dem Berggorillas \u00fcberleben k\u00f6nnen, sich im gleichen Zeitraum reduziert hat. Heute leben die etwas mehr als 1000 Berggorillas im circa 320 qkm gro\u00dfen gesch\u00fctzten &#8222;Bwindi Impenetrable Forest Reserve&#8220; im S\u00fcden Ugandas. Der zweite Lebensraum ist das Drei-L\u00e4ndereck Uganda-Ruanda-Demokratische Republik Kongo. Da es dort einen betr\u00e4chtlichen Anteil hochalpiner Gebiete gibt, in denen Berggorillas nicht \u00fcberleben k\u00f6nnen, ist dieses Gebiet faktisch nur unwesentlich gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Matto Barfuss beobachtet und dokumentiert seit 2002 Berggorillas in ihrem Verbreitungsgebiet. Er drehte einen Film \u00fcber die Rugendo-Familie. Zwei Jahre dauerten die Dreharbeiten im Kongo, ehe die Familie am 22.7.2027 fast komplett ausgel\u00f6scht wurde. Die Gorillas wurden von Wildh\u00fctern aus n\u00e4chster N\u00e4he erschossen. Vermutlich wurden diese von Rebellen bezahlt, die f\u00fcrchteten, dass Gorilla-Tourismus in den Kongo zur\u00fcckkehren k\u00f6nnte und ihnen das Leben schwer macht. Seit 1998 w\u00fctet im Osten der Demokratischen Republik Kongo nahezu unbeachtet von der Welt\u00f6ffentlichkeit ein f\u00fcrchterlicher B\u00fcrgerkrieg. Die Lage ist verzwickt.<\/p>\n<p>Vor wenigen Tagen kehrte Matto Barfuss aus Uganda zur\u00fcck. Jedes Jahr verbringt er Zeit in der Region, um vor Ort Ver\u00e4nderungen zu dokumentieren und einige der Berggorillas zu besuchen. Diese sind teilweise habituiert. So k\u00f6nnen die Gorillas gegen Bezahlung einer Geb\u00fchr besucht werden. Das Geld wird benutzt, um Menschen vor Ort in Lohn und Brot zu bringen und die stark wachsende Bev\u00f6lkerung in Uganda mit Anreizen zu \u00fcberzeugen, die so stark geschrumpften Prim\u00e4rw\u00e4lder f\u00fcr Berggorillas, aber auch Waldelefanten und teilweise auch Schimpansen zu erhalten. Bisher funktioniert das so gut, dass tats\u00e4chlich der Berggorillabestand anwachsen konnte.<\/p>\n<p>&#8222;Gerade kurz bevor ich nach Uganda aufbrach, kamen die eigentlich guten Nachrichten, dass der Bestand die Marke von 1000 Tieren deutlich \u00fcberschritten hat&#8220;, berichtet Matto Barfuss. &#8222;Gleichzeitig gab es aber alarmierende Nachrichten. Der Direktor des \u201aInfectious Diseases Institute&#8216; der Makerere-Universit\u00e4t in Uganda bem\u00e4ngelte in einem Interview die massiven K\u00fcrzungen der Mittel durch die USA f\u00fcr sein Institut, das auch die Aufgabe hat, Viren bei Menschenaffen zu finden, die eine potentielle Gefahr f\u00fcr Menschen darstellen k\u00f6nnten. Er warnte auch, dass es eine Berggorillafamilie im Bwindi-Schutzgebiet gibt, die seit l\u00e4ngerem unklare Symptome zeigt. Kurze Zeit danach war das Interview gel\u00f6scht.&#8220;<\/p>\n<p>Bereits seit mehreren Jahren verweisen verschiedene forschende Institutionen darauf hin, dass unter anderem parasit\u00e4re Krankheiten bei Berggorillas zunehmen. Die Tiere werden daher von der Organisation Gorilla Doctors regelm\u00e4\u00dfig beobachtet. Forschende des Instituts f\u00fcr Wirbeltierbiologie (IVB) in der Tschechischen Republik untersuchen den m\u00f6glichen Zusammenhang zwischen Infektionen mit parasit\u00e4ren W\u00fcrmern, der mikrobiellen Darmflora und dem chronischen Auszehrungssyndrom. Es gibt zahlreiche Hinweise f\u00fcr das sogenannte &#8222;Wasting-Syndrom&#8220;. Dieses geht mit Gewichtsverlust, in der Regel aufgrund einer gef\u00e4hrlichen Ver\u00e4nderung der Magen-Darm-Parasitenfauna einher. Langanhaltende Durchf\u00e4lle sind ein deutliches Zeichen. Es kann leicht t\u00f6dliche enden.<\/p>\n<p>Der Klimawandel setzt den wenigen noch einigerma\u00dfen intakten Gorillahabitaten ebenso deutlich zu. Der Wald verliert an Widerstandskraft und Biomasse.<\/p>\n<p>&#8222;Ich habe die W\u00e4lder noch nie so trocken erlebt&#8220;, erz\u00e4hlt Matto Barfuss. &#8222;Selbst im fast 800 Quadratkilometer gro\u00dfen Regenwaldgebiet des Kibale-Nationalparks waren die W\u00e4lder erschreckend trocken. Dieser Wald gilt mittlerweile als gr\u00f6\u00dfter zusammenh\u00e4ngender Regenwald Ostafrikas! Es gab keinen Regen teilweise \u00fcber mehrere Tage. Die W\u00e4lder der Berggorillas in den h\u00f6heren Regionen sind ebenso deutlich von den Auswirkungen des trockenen Klimas gezeichnet.&#8220;<\/p>\n<p>Warum erh\u00f6hen pl\u00f6tzlich die Uganda Wildlife Authorities die Anzahl der Touristen, die eine Berggorillafamilie besuchen d\u00fcrfen?<\/p>\n<p>Normalerweise gibt es sehr strikte Regeln, um die Berggorillas zu besuchen. Pro Tag darf nur eine Gruppe von maximal acht Touristen f\u00fcr strikt eine Stunde zu den Berggorillas. Nun war es aber so, dass diese Gruppen teilweise deutlich auf bis zu zw\u00f6lf Touristen vergr\u00f6\u00dfert wurden. Auf mehrfache Nachfrage gab es stets nur ein vages Statement, n\u00e4mlich dass man versucht, wegen der Nachfrage die Zahl probeweise zu erh\u00f6hen. Eine kritische Nachfrage, ob eventuell derzeit nicht alle habituierten Familien besucht werden k\u00f6nnen, weil sie Krankheitssymptome zeigen, wurde schlicht ignoriert oder kategorisch verneint.<\/p>\n<p>Nachhaltiger Gorilla-Tourismus ist wichtig und vermutlich die einzige Chance, dass Berggorillas \u00fcberleben. Es muss eben ein vern\u00fcnftiger Kompromiss gefunden werden. Derzeit steigen \u00fcberall die Geb\u00fchren f\u00fcr die Trekkings. Es gibt \u00dcberlegungen, mit den Einnahmen auch kultivierte Fl\u00e4chen in den Randregionen der Gorillaw\u00e4lder zu renaturieren. Ob dies allerdings den Gorillas noch helfen kann, ist sehr fraglich, denn die Renaturierung von tropischen Bergw\u00e4ldern bedarf intensiven Bem\u00fchung \u00fcber Generationen. Die, die heute damit anfangen, werden den Erfolg selbst kaum noch erleben. Steigt der Gorillabestand weiter, steigt die Gefahr f\u00fcr gef\u00e4hrliche Krankheiten, und auf dem Weg zu mehr intaktem Lebensraum k\u00f6nnten die Berggorillas vorzeitig verloren gehen.<\/p>\n<p>Die Matto Barfuss Stiftung arbeitet mit dem Projekt &#8222;Bildung f\u00fcr Artenschutz&#8220; daran, Mensch-Tierkonflikte auf dem Bildungsweg einzud\u00e4mmen und Konzepte zu unterst\u00fctzen, Wildlife nachhaltig als wirtschaftlichen Wert zu etablieren. Ebenso erfolgen fortlaufende Dokumentationen \u00fcber die Entwicklung der Artenvielfalt und der Aufbau eines Archivs mit Dokumentationsmaterial und Daten.<\/p>\n<p>Matto Barfuss f\u00fchrt einmal im Jahr auch eine interessierte und limitierte Gruppe zu den Berggorillas und Schimpansen. Weitere Infos hierzu auf: <a href=\"https:\/\/www.matto-barfuss.com\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.matto-barfuss.com<\/a><\/p>\n<p>                                                                                            (Ende)<\/p>\n<p>                    <a href=\"http:\/\/www.matto-barfuss-stiftung.de\" rel=\"external nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/logo.png\" alt=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/logo.png\" title=\"'Matto Barfuss Stiftung'\"\/><br \/>\n            <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"pts20260828014 in Leben Auf Augenh\u00f6he mit dem jungen Berggorilla (Foto: Matto Barfuss) Z\u00fcrich (pts014\/28.08.2026\/10:00) Die gute Nachricht ist,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":49768,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[24],"tags":[5497,302,5500,2775,5490,886,5491,5492,2389,5494,3243,730,5487,5496,5495,5488,5486,5489,5498,5499,207,5501,5493],"class_list":["post-49767","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-uganda","tag-agentur","tag-aktuell","tag-aussendung","tag-austria","tag-bildagentur","tag-business","tag-businessdienst","tag-hightech","tag-innovation","tag-journalist","tag-leben","tag-medien","tag-nachrichtenagentur","tag-nachrichtensuche","tag-newsletter","tag-presseinformation","tag-pressetext","tag-recherche","tag-termin","tag-termine","tag-uganda","tag-web-broadcast","tag-webtv"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117191879265696439","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49767","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=49767"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49767\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/49768"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=49767"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=49767"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=49767"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}