{"id":49926,"date":"2026-09-01T14:41:06","date_gmt":"2026-09-01T14:41:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/49926\/"},"modified":"2026-09-01T14:41:06","modified_gmt":"2026-09-01T14:41:06","slug":"kenia-indigene-gemeinden-wehren-sich-gegen-umstrittenes-co%e2%82%82-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/49926\/","title":{"rendered":"Kenia: Indigene Gemeinden wehren sich gegen umstrittenes CO\u2082-Projekt"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" class=\"img-fluid\" loading=\"lazy\" onerror=\"this.srcset='\/assets\/structure\/missing_940-642588a5.jpg'); this.src='\/assets\/structure\/missing_940-642588a5.jpg';\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/width460-18b57e46f92678f9d692f4f0092928bc.png\" \/>\u00a9 Leparua community member<\/p>\n<p>Maasai im Schutzgebiet Leparua sprechen sich gegen neue Vereinbarungen aus, zu deren Unterzeichnung sie gedr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>Projekt, zu dessen Kund*innen Nivea, Meta und Netflix z\u00e4hlen, wegen N\u00f6tigung gegen\u00fcber Indigenen kritisiert<\/p>\n<p>Indigene Gemeinden im Norden Kenias werfen der umstrittenen Naturschutzorganisation Northern Rangelands Trust (NRT) \u201eTricks und unredliche Machenschaften\u201c vor. Sie verurteilen NRTs Versuche, das ber\u00fcchtigte und bereits zum zweiten Mal ausgesetzte Northern Kenya Grassland Carbon Project (NKGCP) wiederzubeleben.<\/p>\n<p><a class=\"preview-card-link\" href=\"https:\/\/assets.survivalinternational.org\/documents\/2467\/230316_NRT_Report_Final_DE.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">NRT dr\u00e4ngt<\/a> indigene Gemeinden im betroffenen Projektgebiet dazu, Vertr\u00e4ge zu unterzeichnen, die als L\u00f6sung f\u00fcr die Probleme des Projekts beworben werden. Tats\u00e4chlich jedoch k\u00f6nnten sie die Verwaltung ihres Landes und ihre angestammten Weidepraktiken weiter einschr\u00e4nken. Maasai- und Rendille-Gemeinden in den Schutzgebieten Leparua und Melako berichten, dass NRT sie zur Unterzeichnung der Vereinbarungen n\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Das NKGCP hat CO\u2082-Zertifikate an Nivea, Meta, Netflix und andere multinationale Unternehmen verkauft. Dabei schr\u00e4nkt das Projekt die traditionellen Weidepraktiken der Maasai, Borana, Samburu und anderer Hirt*innen-V\u00f6lker stark ein, deren Land zur Generierung dieser Zertifikate genutzt wird.<\/p>\n<p>Rose Orguba, Menschenrechtsverteidigerin und Mitglied des Landverwaltungskomitees der Melako Conservancy, erkl\u00e4rte gegen\u00fcber Survival International: \u201eViele hatten das Gef\u00fchl, unter Druck gesetzt, eingesch\u00fcchtert oder durch diesen Prozess gehetzt zu werden, der eigentlich transparent, inklusiv und auf der Grundlage der freien, vorherigen und informierten Zustimmung erfolgen sollte \u2026 Die Menschen, die mit Bussen zum [Versammlungs-]Ort gebracht wurden, wurden dazu angehalten, der Unterzeichnung zuzustimmen, ohne das Dokument zu lesen &#8230; Neunzig Prozent der Angeh\u00f6rigen der Gemeinde sind Analphabet*innen. Deshalb wurde Propaganda eingesetzt \u2013 man sagte ihnen, sie m\u00fcssten heute unterschreiben, nur heute sei es m\u00f6glich, sonst ginge das CO\u2082-Geld f\u00fcr immer verloren.\u201c<\/p>\n<p>Laut Wall Street Journal hat NRT mehr als 6 Millionen CO\u2082-Zertifikate im Wert von 42 bis 90 Millionen US-Dollar verkauft. Dennoch wurden viele Menschen im Projektgebiet nie angemessen \u00fcber das Projekt oder dessen Auswirkungen informiert. Ohne freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) fehlt dem Projekt die rechtliche Grundlage.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren wurde das Klimaprojekt immer wieder von Krisen ersch\u00fcttert: Die Zertifizierungsstelle Verra <a class=\"preview-card-link\" href=\"https:\/\/www.survivalinternational.de\/nachrichten\/14212\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">setzte den Verkauf der CO\u2082-Gutschriften zweimal aus<\/a>; ein Gericht in Isiolo (Kenia) entschied 2025, dass ein zentrales NRT-Schutzgebiet <a class=\"preview-card-link\" href=\"https:\/\/www.survivalinternational.de\/nachrichten\/14122\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">illegal eingerichtet wurde<\/a>; und neue kenianische Gesetze zum CO\u2082-Markt schaffen zus\u00e4tzliche Verpflichtungen f\u00fcr die Betreibenden solcher Projekte.<\/p>\n<p><a class=\"preview-card-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/en\/global-carbon-offset-sector-under-scrutiny\/a-71733505\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Internationale Medienberichte<\/a> und <a class=\"preview-card-link\" href=\"https:\/\/asf.be\/access-to-remedy-community-rights-undermined-in-kenyas-conservancies\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Untersuchungen der Zivilgesellschaft<\/a> dokumentierten zudem, dass NRT-Ranger in Gewalt, T\u00f6tungen, erzwungenes Verschwindenlassen und Einsch\u00fcchterungen verwickelt gewesen sein sollen \u2013 Vorw\u00fcrfe, die in dem Gerichtsverfahren 2025 best\u00e4tigt wurden.<\/p>\n<p>Jackson Lokadelio aus dem Leparua-Schutzgebiet erkl\u00e4rte: \u201eAls Gemeinde der Leparua Conservancy verstehen wir diese Vereinbarung zum CO\u2082-Projekt von NRT nicht. Wir k\u00f6nnen auch nicht akzeptieren, einfach zur Unterschrift aufgefordert zu werden, ohne zu wissen, was darin steht. [\u2026] Wenn wir unterschreiben, ohne den Inhalt zu verstehen, w\u00e4re das so, als ob wir unser Land verschenken. Ich bitte auch alle, sich nicht vom Geld t\u00e4uschen zu lassen.\u201c<\/p>\n<p>Caroline Pearce, Direktorin von Survival International, sagte: \u201eDer mutige Widerstand gegen diese neuen Vereinbarungen zeigt, dass indigene V\u00f6lker nicht bereit sind, ein Projekt einfach abzunicken, das Gewinne aus ihrem Land zieht, ohne ihre Rechte und ihr Leben zu respektieren. Das CO\u2082-Projekt von NRT ist zudem durch Gerichtsurteile und die Aussetzung des CO\u2082-Handels diskreditiert worden. Es ist h\u00f6chste Zeit, dass die Zertifizierungsstelle Verra das Projekt endg\u00fcltig stoppt.\u201c<\/p>\n<p>Anmerkungen an die Redaktion:<\/p>\n<p>Entw\u00fcrfe der neuen Vereinbarungen zeigen strengere Verpflichtungen f\u00fcr indigene Hirt*innen-V\u00f6lker, erweitern die Zahl der Entscheidungstr\u00e4ger*innen und lenken einen erheblichen Anteil der zuk\u00fcnftigen Einnahmen an lokale Beh\u00f6rden. Dies k\u00f6nnte neue Konflikte \u00fcber Landnutzung und die Verteilung der Einnahmen ausl\u00f6sen und die Kontrolle der indigenen Gemeinden \u00fcber ihr angestammtes Land weiter schw\u00e4chen.<br \/>\nNRT hat nicht offengelegt, wie viele der Schutzgebiete den neuen Bedingungen bereits zugestimmt haben.<br \/>\nDie neuen Vereinbarungen sollen das Projekt mit aktuellen kenianischen Klimagesetzen in Einklang bringen.<br \/>\nDas Northern Kenya Grassland Carbon Project wird von NRT betrieben und umfasst mehr als 2 Millionen Hektar \u2013 nach eigenen Angaben das gr\u00f6\u00dfte Boden-Kohlenstoffprojekt weltweit. Das Projekt betrifft gro\u00dfe Fl\u00e4chen indigenen Weidelands und zwingt pastoralistische Gesellschaften, ihre angestammten Weidemuster zu \u00e4ndern. CO\u2082-Zertifikate werden dann auf Basis der Behauptung verkauft, dass das Land dadurch mehr Kohlenstoff speichert \u2013 eine Annahme, die <a class=\"preview-card-link\" href=\"https:\/\/assets.survivalinternational.org\/documents\/2467\/230316_NRT_Report_Final_DE.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">von Fachleuten bestritten<\/a> wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:<\/p>\n<p>Niklas Ennen<\/p>\n<p>+49 (0)30 7229 3108<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.survivalinternational.de\/cdn-cgi\/l\/email-protection\" class=\"__cf_email__\" data-cfemail=\"0676746375756346757374706f70676a6f687263746867726f6968676a286263\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">[email\u00a0protected]<\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"end-of-content animate fade\" data-controller=\"numiko--animation\" data-numiko--animation-repeat-value=\"true\" data-numiko--animation-target=\"animate\" data-numiko--animation-threshold-value=\"0.1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/survival-logo-plain_original.png\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00a9 Leparua community member Maasai im Schutzgebiet Leparua sprechen sich gegen neue Vereinbarungen aus, zu deren Unterzeichnung sie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":49927,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[11],"tags":[3379,3382,3373,3372,118,119,206,3376,3380,3371,3375,3374,3369,3370,3378,3377,3381],"class_list":["post-49926","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-kenia","tag-indianer","tag-indigene","tag-indigene-gruppen","tag-indigene-voelker","tag-kenia","tag-kenya","tag-menschenrechte","tag-naturvoelker","tag-regenwald","tag-staemme","tag-stammesgemeinschaften","tag-stammesvoelker","tag-survival","tag-survival-international","tag-ureinwohner","tag-urvoelker","tag-wueste"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117196310821073483","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49926","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=49926"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49926\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/49927"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=49926"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=49926"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=49926"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}