{"id":50222,"date":"2026-09-02T18:12:09","date_gmt":"2026-09-02T18:12:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50222\/"},"modified":"2026-09-02T18:12:09","modified_gmt":"2026-09-02T18:12:09","slug":"migration-ich-gehe-nach-europa-ist-in-marokko-laengst-grosse-mode-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50222\/","title":{"rendered":"Migration: \u201eIch gehe nach Europa\u201c ist in Marokko l\u00e4ngst gro\u00dfe Mode"},"content":{"rendered":"<p>Marokkos Wirtschaft w\u00e4chst \u00fcberdurchschnittlich, das K\u00f6nigreich investiert viel Geld in die Infrastruktur \u2013 und in subsaharische L\u00e4nder. Trotzdem wollen viele junge Menschen das Land verlassen. Das ist nicht unbedingt paradox.<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die K\u00fcstenstra\u00dfe, die von Tanger aus entlang der Meerenge von Gibraltar f\u00fchrt, z\u00e4hlt besonders im Sommer zu den eindrucksvollsten der Welt. Ein atemberaubender Blick auf das glitzernde Mittelmeer, langsam passierende Schiffe und F\u00e4hren. Auf der gegen\u00fcberliegenden Seite liegt die wei\u00dfe spanische Surferstadt Tarifa, weiter rechts der dunkle, 426 Meter hohe Affenfelsen des britischen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/gibraltar\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/gibraltar\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gibraltars<\/a>. Nach rund 40 Kilometern wird die faszinierende Idylle pl\u00f6tzlich unterbrochen. <\/p>\n<p>Hohe Metallz\u00e4une versperren die Sicht, dahinter ragen Containerkr\u00e4ne in die H\u00f6he. Sie geh\u00f6ren zu Tanger Med, dem marokkanischen Hafenkomplex, der mittlerweile als f\u00fchrender Hafen Afrikas und des Mittelmeerraums gilt.  <\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr wurden dort<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.dvz.de\/unternehmen\/see\/detail\/news\/tanger-med-verzeichnet-umschlagsplus.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.dvz.de\/unternehmen\/see\/detail\/news\/tanger-med-verzeichnet-umschlagsplus.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"> mehr als 11,1 Millionen Standardcontainer abgefertigt<\/a>. Hinzu kamen rund 3,2 Millionen Passagiere, 535.000 Lastkraftwagen und knapp 527.000 Fahrzeuge \u2013 darunter zahlreiche f\u00fcr den Export bestimmte Autos aus den marokkanischen Werken von Renault und Stellantis. Der 2007 von K\u00f6nig Mohammed VI. eingeweihte Hafen gilt als zentraler Baustein des wirtschaftlichen Aufschwungs <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/marokko-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/marokko-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marokkos<\/a> der vergangenen zwei Jahrzehnte.<\/p>\n<p>Tanger Med ist \u00fcber ein landesweites Netz neuer Bahnlinien und Autobahnen mit zahlreichen Freihandelszonen und einer stetig wachsenden Zahl von Industriebetrieben aus dem In- und Ausland verbunden. Es ist die Grundlage des tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandels Marokkos in den vergangenen zwei Jahrzehnten. <\/p>\n<p>Das Bruttoinlandsprodukt ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen und betr\u00e4gt heute 182,5 Milliarden Dollar (2025). Damit ist das K\u00f6nigreich zwar nur die f\u00fcnftgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft Afrikas, steht jedoch auf dem Industrialisierungsindex der African Development Bank erstmals vor <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/suedafrika-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/suedafrika-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">S\u00fcdafrika<\/a> auf Platz\u00a01. Vergangenes Jahr belief sich die Wachstumsrate auf 4,9 Prozent. <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.gtai.de\/de\/trade\/marokko-wirtschaft\/wirtschaftsausblick\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.gtai.de\/de\/trade\/marokko-wirtschaft\/wirtschaftsausblick&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">F\u00fcr 2026<\/a> rechnen Weltbank und Internationaler W\u00e4hrungsfonds mit einem Wachstum von gut vier Prozent.<\/p>\n<p>Man will eine moderne Industrienation sein. Insbesondere die Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie erneuerbare Energien sollen \u201egrundlegende S\u00e4ulen der nationalen Produktionsstruktur sein\u201c, hatte <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/mohammed-vi\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/mohammed-vi\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">K\u00f6nig Mohammed VI<\/a>. an seinem 27. Thronjubil\u00e4um im Juli versichert.<\/p>\n<p>Marokko ist den Zahlen nach eine Erfolgsgeschichte. Da scheint es geradezu paradox, dass so viele junge Marokkaner nach Europa auswandern wollen. Dies jedenfalls suggerierten die Bilder von Zehntausenden, die im Juli Ceuta st\u00fcrmten. Die spanische Enklave in Marokko, die nur eine halbe Autostunde von Tanger Med entfernt liegt, ist zum Sinnbild f\u00fcr den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/migration\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/migration\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Emigrationswunsch<\/a> einer ganzen Generation geworden. <\/p>\n<p>Die einfache Erkl\u00e4rung: Marokkos <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/generation-z\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/generation-z\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Generation Z<\/a> findet zu Hause keine Arbeit, ist arm, und k\u00e4mpft mit einem miserablen Gesundheits- und Bildungssystem. Doch es ist komplizierter.<\/p>\n<p>\u201eDas ist nat\u00fcrlich der europ\u00e4ische Blickwinkel\u201c, sagt Miguel Sabio. Er ist Direktor der spanischen Firma Alvaplast Maroc Sarl in Tanger, die seit 1997 in dem Land t\u00e4tig ist. \u201eSprechen Sie mit Leuten im Senegal oder Niger: F\u00fcr die ist Marokko ein Vorbild und sie w\u00fcrden dort sofort gerne leben\u201c, sagt der 54-j\u00e4hrige Unternehmer. Marokko hat 20 Prozent seiner gesamten <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/auslandsinvestitionen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/auslandsinvestitionen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Auslandsinvestitionen<\/a> in subsaharische L\u00e4nder gesteckt, insbesondere in strategische Sektoren wie Bankwesen, Telekommunikation, Landwirtschaft und erneuerbare Energien.<\/p>\n<p>\u201eMarokko ist wirklich wie eine Rakete und das in vielen Belangen\u201c, erkl\u00e4rt Sabio weiter. \u201eDie Ver\u00e4nderungen in den letzten 20 Jahren sind grundlegend auf vielen Ebenen.\u201c Tats\u00e4chlich hat sich das K\u00f6nigreich nicht allein auf die wirtschaftliche Entwicklung fokussiert. Die \u00f6ffentliche Infrastruktur wurde verbessert. In den St\u00e4dten fahren neue, kosteng\u00fcnstige Buslinien, \u00f6ffentliche Parks und die Altst\u00e4dte wurden renoviert. Ein Schnellzug verbindet Tanger mit der Hauptstadt <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/rabat\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/rabat\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rabat<\/a> und Casablanca. Die Strecke soll bis Marrakesch und Agadir ausgebaut werden. <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.hcp.ma\/region-meknes\/docs\/docs\/Rapport%20de%20pauvrete%20Multidimensionnelle%20Province%20d%27%27Ifrane%20VF.pdf?utm_source=chatgpt.com\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.hcp.ma\/region-meknes\/docs\/docs\/Rapport%20de%20pauvrete%20Multidimensionnelle%20Province%20d%27%27Ifrane%20VF.pdf?utm_source=chatgpt.com&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Gleichzeitig sank die multidimensionale Armutsquote<\/a> innerhalb von zehn Jahren beinahe um die H\u00e4lfte: von 11,9 Prozent im Jahr 2014 auf 6,8 Prozent 2024. Sie misst nicht nur das Einkommen, sondern auch Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Der Anteil der Analphabeten sank im gleichen Zeitraum von knapp einem Drittel auf etwa ein Viertel.<\/p>\n<p>Umso unverst\u00e4ndlicher scheint der Wunsch vieler marokkanischer Jugendlicher zu sein, nach Spanien und in andere europ\u00e4ische L\u00e4nder auswandern zu wollen. Mehr als vier Millionen Menschen marokkanischer Herkunft leben Sch\u00e4tzungen zufolge im Ausland. Die gr\u00f6\u00dfte Gemeinschaft befindet sich in Frankreich mit rund 1,5 Millionen. In Deutschland sind es Sch\u00e4tzungen zufolge rund 300.000.<\/p>\n<p>Arbeitslosigkeit liegt bei 13 Prozent<\/p>\n<p>F\u00fcr Hein de Haas, einen niederl\u00e4ndischen Soziologen, der sich seit fast 30 Jahren mit der marokkanischen Migration besch\u00e4ftigt, ist daran nichts R\u00e4tselhaftes. Marokko ist f\u00fcr den Professor der Universit\u00e4t Amsterdam und Autor des Buches \u201eHow Migration Really Works\u201c nur ein eindrucksvolles Beispiel daf\u00fcr, wie Entwicklung und hohe Auswanderungsraten Hand in Hand gehen k\u00f6nnen. \u201eWenn L\u00e4nder den Sprung vom Niedrigeinkommens- zum Mitteleinkommensstatus schaffen, f\u00fchrt die Entwicklung in der Regel zu mehr und nicht zu weniger Auswanderung\u201c, erkl\u00e4rt de Haas in einem <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/feed\/update\/urn:li:activity:7490724657659199488\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.linkedin.com\/feed\/update\/urn:li:activity:7490724657659199488\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Beitrag auf LinkedIn.<\/a> <\/p>\n<p>\u201eVerbesserungen in den Bereichen Bildung, Lebensstandard, Armutsbek\u00e4mpfung und Zugang zu Informationen wecken bei jungen Menschen h\u00f6here Lebenserwartungen und verbessern gleichzeitig ihre M\u00f6glichkeiten zur Auswanderung\u201c, schreibt er. Der Satz \u201eIch gehe nach Europa\u201c ist in Marokko l\u00e4ngst gro\u00dfe Mode und verspricht die magische L\u00f6sung aller Probleme.<\/p>\n<p>Einem Bericht des Arab Barometers aus dem Jahr 2024 zufolge sollen 35 Prozent, vorzugsweise junge Marokkaner, eine Auswanderung in Erw\u00e4gung ziehen. Sie geben wirtschaftliche Gr\u00fcnde an, suchen \u201ebessere M\u00f6glichkeiten\u201c. Im K\u00f6nigreich lag die Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr bei 13 Prozent, wobei sie jedoch laut Daten der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/weltbank\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/weltbank\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Weltbank<\/a> unter der jungen Bev\u00f6lkerung zwischen 15 und 24 mit 37,2 Prozent besonders hoch ist. Letztendlich kein Wunder, bedenkt man, dass fast die H\u00e4lfte der marokkanischen Gesellschaft unter 25 Jahren ist. <\/p>\n<p>Zwischen 2000 und 2024 wuchs die Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter fast 2,5-mal schneller als die Besch\u00e4ftigung. 300.000 junge Menschen dr\u00e4ngen jedes Jahr auf den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/arbeitsmarkt\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/arbeitsmarkt\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Arbeitsmarkt<\/a>. Aber die Wirtschaft des Landes schafft nicht gen\u00fcgend neue Arbeitspl\u00e4tze. Die nationale Statistikbeh\u00f6rde Haut-Commissariat au Plan (HCP) verzeichnete 2025 einen Nettozuwachs von 193.000 Arbeitspl\u00e4tzen. 2024 waren es noch 82.000 neue Arbeitsstellen.<\/p>\n<p>Die Besch\u00e4ftigungslage bleibt die gr\u00f6\u00dfte Schwachstelle der marokkanischen Wirtschaft. Der Gouverneur der Al-Maghrib-Bank, Abdellatif Jouahri, gab im Juli in einer Rede vor dem K\u00f6nig zu, dass \u201edas verst\u00e4rkte Wachstum zu einer deutlichen Verbesserung bei der Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen gef\u00fchrt hat\u201c, aber die Arbeitslosenquote sich nicht ver\u00e4ndert habe.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Kritikpunkt der GenerationZ ist auch das Bildungs- und Gesundheitswesen. \u201eWir haben Fu\u00dfballstadien, aber wo bleiben die Krankenh\u00e4user?\u201c, hatten junge Protestierer auf den Stra\u00dfen Marokkos skandiert. Jeder Marokkaner, den man \u00fcber das \u00f6ffentliche Gesundheitswesen befragt, spricht gem\u00e4\u00df seiner pers\u00f6nlichen Erfahrungen von einer \u201eKatastrophe\u201c. \u00c4hnlich negativ f\u00e4llt das Urteil \u00fcber \u00f6ffentliche Schulen aus, denen es an Lehrern und Ausstattung fehlt.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst hat sich eine Parallelwirtschaft zu den \u00f6ffentlichen Einrichtungen gebildet, mit gut ausgestatteten privaten Krankenh\u00e4usern und Privatschulen aller Art \u2013 vorausgesetzt, man kann sie sich leisten. Rabat hat allerdings erkannt, dass es Zeit ist, im \u00f6ffentlichen Sektor nachzulegen. Im Haushalt f\u00fcr 2026 sind umgerechnet 15 Milliarden Dollar f\u00fcr Gesundheit und Bildung verplant\u00a0\u2013 16 Prozent mehr als noch im Vorjahr. <\/p>\n<p>\u201eIch bin \u00fcberzeugt, die Lage verbessert sich\u201c, sagt der spanische Unternehmer Sabio. Der K\u00f6nig habe schon mehrmals Flexibilit\u00e4t und Verst\u00e4ndnis bewiesen. \u201eOhne ihn w\u00e4re das Land in ein Chaos wie in Libyen oder Tunesien gest\u00fcrzt.\u201c<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/alfred-hackensberger\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/alfred-hackensberger\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alfred Hackensberger<\/a> berichtet seit 2009 im Auftrag von WELT aus Kriegs- und Krisengebieten, aus L\u00e4ndern im Nahen und Mittleren Osten wie auch aus der Ukraine.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Marokkos Wirtschaft w\u00e4chst \u00fcberdurchschnittlich, das K\u00f6nigreich investiert viel Geld in die Infrastruktur \u2013 und in subsaharische L\u00e4nder. Trotzdem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":50223,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[10],"tags":[19238,16952,1579,2152,19237,95,3070,96,74],"class_list":["post-50222","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-marokko","tag-bruttoinlandsprodukt-bip-ks","tag-ceuta-und-melilla-exklaven","tag-europaeische-union-eu","tag-generation-z","tag-hackensberger-alfred","tag-marokko","tag-migration-ks","tag-morocco","tag-texttospeech"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117202802557900432","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50222","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50222"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50222\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/50223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50222"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50222"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50222"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}