{"id":50337,"date":"2026-09-03T00:30:07","date_gmt":"2026-09-03T00:30:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50337\/"},"modified":"2026-09-03T00:30:07","modified_gmt":"2026-09-03T00:30:07","slug":"ceuta-zehntausende-spanier-protestieren-gegen-fluechtlingspolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50337\/","title":{"rendered":"Ceuta: Zehntausende Spanier protestieren gegen Fl\u00fcchtlingspolitik"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">In der spanischen Nordafrika-Exklave <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ceuta\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Ceuta<\/a> und auf dem Festland haben am Mittwoch Zehntausende Menschen gegen die Migrationspolitik der Regierung in Madrid protestiert. Teilnehmende und Redner warfen der Zentralregierung von Ministerpr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/pedro-sanchez\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Pedro S\u00e1nchez<\/a> eine Beschwichtigungspolitik gegen\u00fcber Marokko und mangelnde Hilfe f\u00fcr <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ceuta\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ceuta<\/a> vor.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00fcnf Wochen nachdem rund 72.000 Migranten von <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/marokko\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Marokko<\/a> nach Ceuta geschwommen oder \u00fcber Grenzz\u00e4une geklettert waren, befinden sich nach Regierungsangaben noch immer mindestens 5.000 Hilfesuchende in der kleinen Stadt, darunter 1.200 Minderj\u00e4hrige. Viele Migranten schlafen im Freien auf der Stra\u00dfe oder an Str\u00e4nden. Einwohner der 80.000-Einwohner-Exklave nutzten nun einen j\u00e4hrlichen Feiertag, um eine R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t zu fordern.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Einige Demonstrierende schwenkten spanische Flaggen und Transparente mit der Aufschrift \u00bbInvasoren \u2013 geht nach Hause!\u00ab. Andere forderten zugleich, dass das winzige spanische Territorium, auf das auch <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/marokko\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marokko<\/a> seit Langem einen Anspruch erhebt, in spanischer Hand bleiben solle.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch in der Hauptstadt <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/madrid\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Madrid<\/a> und in mehr als 200 anderen spanischen St\u00e4dten gingen Menschen wegen der Situation in Ceuta auf die Stra\u00dfe, um gegen die Politik der linksgerichteten S\u00e1nchez-Regierung zu protestieren. Der Dachverband FEMP der spanischen Kommunen, der von der konservativen oppositionellen Volkspartei PP geleitet wird, hatte zu den Kundgebungen aufgerufen. Die rechtspopulistische Vox beteiligte sich ebenfalls. \u00bbCeuta ist spanisch und wird nicht allein gelassen\u00ab, sagte der konservative B\u00fcrgermeister von Madrid, Jos\u00e9 Luis Mart\u00ednez-Almeida.\n<\/p>\n<p>                            In Ceuta schlafen immer noch viele Migranten in der Gegend um Loma Colmenar im Freien.            \u00a9\u00a0Marcos Moreno\/\u200bEuropa Press\/\u200bdpa<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Chef der spanischen Oppositionspartei PP, Alberto N\u00fa\u00f1ez Feij\u00f3o, beschuldigte Marokko, f\u00fcr die \u00bbInvasion\u00ab durch Migranten in Ceuta mitverantwortlich zu sein. Er bezichtigte S\u00e1nchez und dessen Regierung der L\u00fcge. Diese h\u00e4tte bisher eine Verantwortung Marokkos ausdr\u00fccklich ausgeschlossen.\n<\/p>\n<p>            Polizeibericht beschuldigt marokkanische Polizei der Nachsicht            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ein spanischer Polizeibericht, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, wirft der marokkanischen <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/polizei\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Polizei<\/a> allerdings Fehlverhalten w\u00e4hrend des Andrangs von Migranten in Ceuta Ende Juli vor. In dem Bericht des Nationalen Zentrums f\u00fcr Einwanderung und Grenzen (Cenif) der spanischen Polizei hie\u00df es, die Reaktion der marokkanischen Polizei auf den Massenandrang der Migranten sei \u00bbvon v\u00f6lliger Nachsicht gepr\u00e4gt\u00ab gewesen. Die Beamten h\u00e4tten demnach keinen ernsthaften Versuch unternommen, \u00bbdie Menschenmenge im Grenzbereich zu verringern, aufzul\u00f6sen oder wegzuschicken\u00ab.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. Erhalten Sie zudem freitags das digitale Magazin ZEIT am Wochenende.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! 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Migranten h\u00e4tten nahezu einstimmig gesagt, dass die Polizeikr\u00e4fte gegen\u00fcber den Einreiseversuchen nicht nur passiv blieben, sondern ihnen auch zu einem bestimmten \u00dcbergang rieten.\n<\/p>\n<p>                                    Wurden Warnzeichen ignoriert?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00bbWas uns passiert ist, war keine Migrationskrise\u00ab, sagte der Verwaltungschef von Ceuta, Juan Jes\u00fas Vivas, am Mittwoch anl\u00e4sslich des Feiertags zum 2. September in der Exklave. \u00bbWas passiert ist, war die Verletzung der territorialen Integrit\u00e4t Spaniens.\u00ab Die \u00f6rtlichen Beh\u00f6rden werfen der spanischen Zentralregierung vor, sie habe Warnzeichen im Vorfeld der Grenz\u00fcberquerungen ignoriert. In den vergangenen Wochen waren Anwohner von Ceuta wegen der Migranten bereits gewaltt\u00e4tig geworden. Einige hatten <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2026-08\/migration-ceuta-exklave-feuer-lager\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Lager in Brand gesetzt<\/a>.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Spaniens Regierungschef Pedro S\u00e1nchez hatte dagegen noch am Montag gesagt, weder die spanischen Sicherheitskr\u00e4fte noch der Geheimdienst CNI oder ausl\u00e4ndische Partnerdienste h\u00e4tten Hinweise auf eine Beteiligung marokkanischer Beh\u00f6rden geliefert. Zugleich hatte er Israel, Russland und der internationalen extremen Rechten die <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-08\/desinformation-ceuta-migration-russland-israel-pedro-sanchez-gxe\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Verbreitung von \u00bbFalschinformationen\u00ab im Zusammenhang mit der Ceuta-Krise vorgeworfen<\/a>. Israel wies den Vorwurf als \u00bbschamlose L\u00fcge\u00ab zur\u00fcck.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der spanische Minister f\u00fcr Territorialpolitik, \u00c1ngel V\u00edctor Torres, bezeichnete die Proteste als politisch motiviert. \u00bbDas dient nicht dazu, Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Stadt Ceuta oder ihre Bewohner zu zeigen; es dient dazu, die Regierung Spaniens anzugreifen\u00ab, sagte Torres im spanischen Radio. Die spanische Regierung hatte diese Woche <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-09\/ceuta-migration-spanien-hilfspaket-proteste\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ein Hilfspaket von 309 Millionen Euro f\u00fcr die Exklave beschlossen<\/a>.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Am 30. und 31. Juli waren mehr als 72.000 Menschen <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2026-07\/migration-ceuta-melilla-spanien-marokko-grenze-liveblog\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zu Fu\u00df oder schwimmend aus Marokko nach Ceuta gelangt<\/a>. Die meisten kehrten kurz darauf zur\u00fcck oder wurden zur\u00fcckgebracht. Mindestens 91 Menschen kamen nach offiziellen spanischen Angaben ums Leben.\n<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>            Spanische Exklave Ceuta        <\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-08\/muslimischer-friedhof-ceuta-migration-identifizierung-trauer\" data-ct-label=\"Muslimischer Friedhof in Ceuta: \u00bbT\u00e4glich rufen Leute an und fragen, ob ich ihre Kinder begraben habe\u00ab\" data-uuid=\"4e052211-f14c-442c-81f9-be8c7d2835d6\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Muslimischer Friedhof in Ceuta:<br \/>\n                        \u00bbT\u00e4glich rufen Leute an und fragen, ob ich ihre Kinder begraben habe\u00ab<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2026-08\/kwame-anthony-appiah-philosoph-grenzen-nur-eine-frage-interview\" data-ct-label=\"\u00bbNur eine Frage\u00ab: Braucht die Welt Grenzen, Kwame Anthony Appiah?\" data-uuid=\"699de92c-02e8-43b2-b755-8e25ae7d367a\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        \u00bbNur eine Frage\u00ab:<br \/>\n                        Braucht die Welt Grenzen, Kwame Anthony Appiah?<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/2026-08\/kinder-jugendliche-ceuta-migration-nachrichtenpodcast\" data-ct-label=\"Nachrichtenpodcast: Wer nimmt die in Ceuta gestrandeten Kinder auf?\" data-uuid=\"004fa7c3-e15d-406c-8c23-ac41754af231\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Nachrichtenpodcast:<br \/>\n                        Wer nimmt die in Ceuta gestrandeten Kinder auf?<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta und auf dem Festland haben am Mittwoch Zehntausende Menschen gegen die Migrationspolitik der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":50338,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[10],"tags":[1615,273,5966,10883,95,5093,96,17058,283,161,1544],"class_list":["post-50337","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-marokko","tag-ceuta","tag-feiertag","tag-grenze","tag-madrid","tag-marokko","tag-migrationspolitik","tag-morocco","tag-pedro-sanchez","tag-politik","tag-polizei","tag-spanien"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117204288993597063","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50337","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50337"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50337\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/50338"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50337"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50337"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50337"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}