{"id":50420,"date":"2026-09-03T04:33:12","date_gmt":"2026-09-03T04:33:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50420\/"},"modified":"2026-09-03T04:33:12","modified_gmt":"2026-09-03T04:33:12","slug":"polizeibericht-marokkos-sicherheitskraefte-hinter-massenuebertritt-nach-ceuta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50420\/","title":{"rendered":"Polizeibericht: Marokkos Sicherheitskr\u00e4fte hinter Massen\u00fcbertritt nach Ceuta"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Der Massen\u00fcbertritt tausender Migranten in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta Ende Juli ist nach einem Bericht der spanischen Polizei von marokkanischen Sicherheitskr\u00e4ften gesteuert worden. <\/p>\n<p>Wie die Online-Zeitung<a href=\"https:\/\/www.elespanol.com\/espana\/tribunales\/20260901\/policia-informa-juez-invasion-ceuta-guiada-gendarmes-marroquies-ordenes-agentes-paisano-fin-distinto-migratorio\/1003744369590_0.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> El Espa\u00f1ol berichtete<\/a> und der \u00f6ffentlich-rechtliche Sender RTVE unter Berufung auf Justizkreise best\u00e4tigte, kommt die Aufkl\u00e4rungseinheit der spanischen Grenzpolizei zu dem Schluss, dass uniformierte marokkanische Gendarmen sowie Beamte in Zivil die Migranten in mehreren Wellen zur Grenze dirigiert h\u00e4tten.\u00a0Ziel sei es gewesen, die Grenzkontrollen zu \u00fcberlasten und Spaniens Grenzschutz zu \u00fcberrumpeln.\n            <\/p>\n<p>            S\u00e1nchez schloss eine Beteiligung\u00a0Marokkos aus<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die Einsch\u00e4tzung widerspricht der bisherigen Linie der Regierung. Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez hatte am Montag eine Mitverantwortung Marokkos ausdr\u00fccklich ausgeschlossen. Weder die spanischen Sicherheitskr\u00e4fte noch der Nachrichtendienst CNI oder ausl\u00e4ndische Partnerdienste h\u00e4tten Hinweise auf eine Beteiligung marokkanischer Beh\u00f6rden geliefert, erkl\u00e4rte er.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Zugleich warf Spaniens Regierungschef Israel, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/category\/russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> und der internationalen extremen Rechten <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/ceuta-krise-sanchez-beschuldigt-netzwerke-aus-russland-und-israel-10345970\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Verbreitung von Falschinformationen vor<\/a>. Nach seinen Angaben lieferte der Europ\u00e4ische Ausw\u00e4rtige Dienst Madrid Informationen zur Zuordnung dieser Netzwerke.\u00a0Israel wies die Vorw\u00fcrfe als \u201eschamlose L\u00fcge\u201c zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Als konkreten Ausl\u00f6ser der Krise nannte S\u00e1nchez die verzerrte Darstellung eines am 8. Juli bekannt gewordenen Urteils des Obersten Gerichtshofs in Madrid. Online sei die Falschmeldung verbreitet worden, schwimmend ankommende Migranten d\u00fcrften nicht nach Marokko zur\u00fcckgeschickt werden.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Der Ministerpr\u00e4sident f\u00fchrt seit November 2023 eine Minderheitsregierung seiner Sozialisten mit der Linksallianz Sumar.\n            <\/p>\n<p>            Nicht spontan, sondern nach Plan<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die Polizei verwirft in ihrem Bericht die These eines spontanen, \u00fcber soziale Netzwerke ausgel\u00f6sten Vorgangs. Als Beleg f\u00fcr die planm\u00e4\u00dfige Steuerung f\u00fchrt sie an, dass rund 90 Prozent der Menschen, die illegal spanisches Gebiet erreichten, binnen weniger Stunden nach Marokko zur\u00fcckkehrten.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              In einer ersten Welle vor elf Uhr am 30. Juli seien vor allem M\u00e4nner zwischen 15 und 25 Jahren mit Neoprenanz\u00fcgen, Flossen und Schwimmhilfen an die Str\u00e4nde gekommen, nahezu ausnahmslos Marokkaner.\n            <\/p>\n<p>            Warnung schon einen Tag vorher<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Der Bericht des Grenzschutzes ging <a href=\"https:\/\/www.rtve.es\/noticias\/20260902\/crisis-migratoria-ceuta-informe-policia\/17209185.shtml\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">nach RTVE-Angaben<\/a> am Montag an die Richterin Mar\u00eda Tard\u00f3n am Nationalen Gerichtshof (Audiencia Nacional). Sie pr\u00fcft, ob hinter dem Massen\u00fcbertritt eine gegen den spanischen Staat gerichtete Straftat steckt. Demnach gab die Grenzpolizei bereits am 29. Juli eine erste Warnung heraus, in der ein \u201eextremes Risiko\u201c koordinierter illegaler Grenz\u00fcbertritte f\u00fcr den 30. Juli festgestellt wurde.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Das deckt sich mit Aussagen von Verteidigungsministerin Margarita Robles im Parlament, wonach der Nachrichtendienst CNI einen Tag vorher gewarnt habe. Innenminister Fernando Grande-Marlaska hatte zuvor bestritten, dass es einen Bericht gegeben habe, der eine massive Einreise dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung erkennen lie\u00df.\n            <\/p>\n<p>            Minister fordert Antworten vom Polizeichef<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Grande-Marlaska ordnete nach Angaben aus seinem Ministerium eine \u00dcberpr\u00fcfung der Berichte an. Sollte eine solche Information existiert haben, h\u00e4tte sie unverz\u00fcglich dem Nationalen Sicherheitsrat und weiteren zust\u00e4ndigen Stellen \u00fcbermittelt werden m\u00fcssen, hei\u00dft es in dem Schreiben an den Chef der Nationalpolizei, Francisco Pardo.\n            <\/p>\n<p>            Tausende Migranten noch in Ceuta<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Am 30. und 31. Juli waren nach Regierungsangaben mehr als 72.000 Menschen schwimmend oder \u00fcber die Grenzz\u00e4une nach Ceuta gelangt. Die meisten kehrten binnen Stunden zur\u00fcck oder wurden zur\u00fcckgebracht. Mindestens 91 Menschen kamen nach offiziellen spanischen Angaben ums Leben, marokkanische Nichtregierungsorganisationen sprechen von mindestens 141 Toten.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Einen Monat sp\u00e4ter halten sich noch rund 5000 Migranten in der Exklave auf, darunter 1200 Minderj\u00e4hrige.\n            <\/p>\n<p>            Millionenhilfen und politischer Streit<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Bereits am Dienstag hatte der Ministerrat in Madrid<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/migrationskrise-sanchez-regierung-beschliesst-millionenhilfen-fuer-ceuta-10349714\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> ein Hilfspaket f\u00fcr die Exklave beschlossen<\/a>. Den gr\u00f6\u00dften Einzelposten bilden mit 118 Millionen Euro Mittel f\u00fcr die Aufnahme und Versorgung von Migranten. F\u00fcr die Sicherheitskr\u00e4fte sind mehr als 90 Millionen Euro vorgesehen, rund 80 Millionen Euro flie\u00dfen an Unternehmen und Selbstst\u00e4ndige.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die Stadtregierung von Ceuta erkl\u00e4rte jedoch, ohne R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t n\u00fctzten wirtschaftliche Hilfen wenig. Ceutas Pr\u00e4sident Juan Jes\u00fas Vivas von der konservativen Volkspartei PP fordert st\u00e4rkere Grenzkontrollen und eine Reform des Ausl\u00e4nderrechts. Die Regierung S\u00e1nchez setzt dagegen auf Kooperation mit Herkunfts- und Transitstaaten sowie auf das europ\u00e4ische Asylsystem.\n            <\/p>\n<p>            EU-Au\u00dfengrenze auf dem afrikanischen Kontinent<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Ceuta und Melilla geh\u00f6ren als Teil Spaniens zur Europ\u00e4ischen Union, innerhalb des Schengen-Systems gelten f\u00fcr sie aber Sonderregeln. Marokko betrachtet die beiden Exklaven seit seiner Unabh\u00e4ngigkeit 1956 als von Spanien besetzte Gebiete, w\u00e4hrend Madrid sie als integralen Bestandteil des eigenen Staatsgebiets ansieht.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/images\/blz\/send-mail.svg\" alt=\"Send feedback\"\/><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Massen\u00fcbertritt tausender Migranten in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta Ende Juli ist nach einem Bericht der spanischen Polizei&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":50421,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[10],"tags":[1615,17462,95,19330,96,161,19331,1544],"class_list":["post-50420","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-marokko","tag-ceuta","tag-grenzsturm","tag-marokko","tag-massenuebertritt","tag-morocco","tag-polizei","tag-polizeibericht","tag-spanien"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117205244584571864","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50420","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50420"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50420\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/50421"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50420"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50420"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50420"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}