{"id":50577,"date":"2026-09-03T11:58:19","date_gmt":"2026-09-03T11:58:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50577\/"},"modified":"2026-09-03T11:58:19","modified_gmt":"2026-09-03T11:58:19","slug":"kritik-an-besuch-deutscher-delegation-in-tansania-maasai-fordern-unabhaengige-untersuchung-deutscher-naturschutzfoerderung-in-tansania","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50577\/","title":{"rendered":"Kritik an Besuch deutscher Delegation in Tansania \u2013 Maasai fordern unabh\u00e4ngige Untersuchung deutscher Naturschutzf\u00f6rderung in Tansania"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"336\" height=\"269\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Massais.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-38455\"  \/><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Menschenrechtsorganisationen Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker (GfbV) und FIAN Deutschland fordern die Bundesregierung auf, die menschenrechtlichen Auswirkungen deutscher Naturschutz- und Entwicklungsprojekte in Tansania unabh\u00e4ngig untersuchen zu lassen und die diesbez\u00fcglichen Beschwerden von Maasai-Gemeinschaften ernst zu nehmen. Anlass ist der Besuch einer deutschen Regierungs- und Entwicklungsdelegation am 17. August 2026 in Loliondo, Tansania. <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der Delegation waren Vertreter des Bundesministeriums f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW), der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) sowie der deutschen Botschaft in Daressalam beteiligt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem Treffen mit den deutschen Institutionen hatten Maasai-Vertreter und tansanische zivilgesellschaftliche Organisationen gravierende Bedenken hinsichtlich der Landrechte, Lebensgrundlagen und Beteiligung der Maasai sowie der aktuellen Naturschutzpolitik ge\u00e4u\u00dfert. In einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung vom 24. August fordern sie eine unabh\u00e4ngige, transparente und menschenrechtsbasierte Untersuchung ihrer Beschwerden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDeutsche Entwicklungszusammenarbeit darf keine Naturschutzprojekte finanzieren, die die Rechte der betroffenen Bev\u00f6lkerung verletzen. Die Bundesregierung kann sich nicht darauf ausruhen, dass tansanische Beh\u00f6rden f\u00fcr das Handeln vor Ort verantwortlich sind. Wer Projekte finanziert, mitgestaltet und politisch unterst\u00fctzt, tr\u00e4gt auch Verantwortung f\u00fcr deren menschenrechtliche Auswirkungen\u201c, erkl\u00e4rt Laura Mahler, GfbV-Referentin f\u00fcr Subsahara-Afrika. \u201eDie Bundesregierung muss sich \u00f6ffentlich zu den Vorw\u00fcrfen \u00e4u\u00dfern und sicherstellen, dass deutsche Entwicklungsgelder nicht f\u00fcr die Vertreibung der Maasai genutzt werden\u201c, fordert sie.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eNaturschutz mit den Gemeinden, nicht \u00fcber die Gemeinden hinweg\u201c lautet die zentrale Forderung der tansanischen Organisationen. Die GfbV und FIAN schlie\u00dfen sich ihrem Appell an das BMZ an, die vorgebrachten Beschwerden formell anzuerkennen und ein unabh\u00e4ngiges Untersuchungsverfahren einzuleiten. Dabei m\u00fcssten betroffene Gemeinschaften direkt und vertraulich einbezogen werden. Zudem fordern die Organisationen eine \u00dcberpr\u00fcfung der Projekte hinsichtlich der Land- und Beteiligungsrechte sowie des v\u00f6lkerrechtlich bindenden Prinzips der freien, vorherigen und informierten Zustimmung (FPIC), das Indigene V\u00f6lker vor Enteignung, Landraub und Vertreibung sch\u00fctzt. Die Ergebnisse und daraus abgeleiteten Ma\u00dfnahmen sollen transparent kommuniziert werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMenschenrechtsstandards d\u00fcrfen nicht erst dann eine Rolle spielen, wenn ein Entwicklungsprojekt bereits Konflikte verursacht hat. Sie m\u00fcssen von Beginn an Grundlage der Planung, Finanzierung und Umsetzung sein\u201c, so Mahler.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrem Statement fordern die Maasai KfW und ZGF au\u00dferdem auf, offenzulegen, welche Schutzstandards f\u00fcr die Rechte Indigener V\u00f6lker in ihren Projekten in Tansania gelten und wie Beteiligung, FPIC, der Schutz von Land und Lebensgrundlagen sowie funktionierende Beschwerdemechanismen gew\u00e4hrleistet werden. \u201eDie ZGF und die KfW m\u00fcssen darlegen, wie diese Standards konkret umgesetzt wurden, und die Ergebnisse bisheriger Untersuchungen f\u00fcr die Betroffenen einsehbar machen\u201c, so Roman Herre von FIAN. Von der GIZ verlangen die Organisationen eine \u00dcberpr\u00fcfung ihrer bisherigen Analyse zu Loliondo. Dabei m\u00fcsse st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden, inwiefern restriktive Naturschutz- und Landnutzungspolitiken selbst zur Unsicherheit der Lebensgrundlagen beitragen. (GfbV)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Menschenrechtsorganisationen Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker (GfbV) und FIAN Deutschland fordern die Bundesregierung auf, die menschenrechtlichen Auswirkungen deutscher&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":50578,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[19],"tags":[9603,4305,178,179],"class_list":["post-50577","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-tansania","tag-maasai","tag-naturschutz","tag-tansania","tag-tanzania"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117206994592367221","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50577","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50577"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50577\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/50578"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50577"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50577"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50577"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}