{"id":50587,"date":"2026-09-03T12:23:28","date_gmt":"2026-09-03T12:23:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50587\/"},"modified":"2026-09-03T12:23:28","modified_gmt":"2026-09-03T12:23:28","slug":"gabun-militaer-erklaert-ende-des-derzeitigen-regimes-weitere-machtuebernahme-in-afrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50587\/","title":{"rendered":"Gabun: Milit\u00e4r erkl\u00e4rt \u201eEnde des derzeitigen Regimes\u201c &#8211; Weitere Macht\u00fcbernahme in Afrika"},"content":{"rendered":"<p>Das Milit\u00e4r hat in einem weiteren Land in Afrika geputscht. Nach Mali, Burkina Faso und dem Niger hat nun auch weiter s\u00fcdlich in Gabun die Armee die Macht \u00fcbernommen. Die Bev\u00f6lkerung feiert.<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Wenige Tage nach der Wahl in Gabun hat das Milit\u00e4r nach eigenen Angaben die Macht an sich gerissen. Die Abstimmung, die Pr\u00e4sident Ali Bongo Ondimba im Amt best\u00e4tigt hatte, sei gef\u00e4lscht, sagte eine Gruppe von Offizieren am Mittwochmorgen im Fernsehen des zentralafrikanischen Landes an der Atlantikk\u00fcste. Die Wahlergebnisse wurden annulliert und die Grenzen geschlossen. Und staatliche Institutionen seien ab sofort aufgel\u00f6st, hie\u00df es weiter von der Gruppe, die sich Ausschuss f\u00fcr \u00dcbergang und Wiederherstellung von Institutionen (CTRI) nennt. Man habe beschlossen, dem \u201ederzeitigen Regime ein Ende zu setzen\u201c, sagte einer der Offiziere.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Putschisten wurde Bongo unter Hausarrest gestellt. Ihm werde Hochverrat vorgeworfen, teilte die Gruppe hochrangiger Offiziere im Staatsfernsehen mit. Weitere Regierungsmitglieder sowie Bongos Sohn, Nouredine Bongo, seien festgenommen worden, hie\u00df es.\u00a0<\/p>\n<p>Der mehr als 50 Jahren autokratisch regierenden Bongo-Familie wird seit langem Korruption vorgeworfen. Sie gilt Berichten zufolge als eine der reichsten Familien der Welt, besitzt eine private Flugzeugflotte, etliche Luxusautos und soll gem\u00e4\u00df der Nichtregierungsorganisation Transparency International Dutzende Residenzen in Frankreich im Wert von vielen Millionen Euro besitzen.<\/p>\n<p>Wenige Stunden vor der Erkl\u00e4rung der Milit\u00e4rs hatte die Wahlbeh\u00f6rde den 64-j\u00e4hrigen Bongo zum Sieger der Wahl erkl\u00e4rt \u2013 mit 64,27 Prozent der Stimmen. Sein gr\u00f6\u00dfter Herausforderer, Albert Ondo Ossa, erhielt demnach 30,77 Prozent. Nun h\u00e4tte die dritte Amtszeit Bongos begonnen. Er hatte das Pr\u00e4sidentenamt 2009 von seinem Vater Omar Bongo \u00fcbernommen, der von 1967 bis zu seinem Tod regiert hatte. Eine erste Wiederwahl 2016 hatte Bongo nur mit einem Vorsprung von gut 5000 Stimmen gewonnen. Ihm wurde auch damals Manipulation vorgeworfen. In der Folge kam es zu schweren Ausschreitungen.<\/p>\n<p>Bongo bereits 2008 verklagt \u2013 Ermittlungen ohne Ergebnis<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung des Opec-Mitgliedsstaats Gabun, etwa 2,3 Millionen Menschen, lebt trotz \u00d6l-Reichtums gro\u00dfteils in Armut. Das Land liegt direkt am \u00c4quator, grenzt im Norden an Kamerun und hat etwa drei Viertel der Gr\u00f6\u00dfe Deutschlands. Um den Reichtum Bongos gab es immer wieder Skandale. Nach Angaben von Transparency International geh\u00f6rt Gabun zu den korruptesten L\u00e4ndern der Welt. 2008 verklagte die Gruppe Bongo aufgrund von Veruntreuung staatlicher \u00d6leinnahmen durch Privatkonten in Frankreich. Die Ermittlungen endeten jedoch ohne Ergebnis.<\/p>\n<p>Nach der Verk\u00fcndung des Putsches waren am Mittwochmorgen in der Hauptstadt Libreville Sch\u00fcsse zu h\u00f6ren, berichtete der franz\u00f6sische Sender RFI. In der westlichen Stadt Port Gentile str\u00f6mten Augenzeugenberichten zufolge Tausende Einwohner auf die Stra\u00dfen, um das Ende des Bongo-Regimes zu feiern.<\/p>\n<p>Die Abstimmung vom 26. August hatte in der ehemaligen franz\u00f6sischen Kolonie f\u00fcr Kritik gesorgt. W\u00e4hrend der Ausz\u00e4hlung hatte die Regierung am Wochenende den Internetzugang gesperrt, eine Ausgangssperre von 19.00 bis 6.00 Uhr verh\u00e4ngt und mehreren franz\u00f6sischen Rundfunksendern die Ausstrahlung verboten. Die Wahl war zudem durch das Fehlen internationaler Beobachter gepr\u00e4gt. Anfragen ausl\u00e4ndischer Journalisten auf Akkreditierung wurden systematisch abgelehnt.<\/p>\n<p>Der EU-Au\u00dfenbeauftragte Josep Borrell \u00e4u\u00dferte sich am Rande eines EU-Verteidigungsministertreffens im spanischen Toledo besorgt \u00fcber die Berichte aus Gabun. Wenn sich die Informationen best\u00e4tigen sollten, handele es sich um einen weiteren Milit\u00e4rputsch, der die Instabilit\u00e4t in der Region noch einmal erh\u00f6hen werde, sagte er.<\/p>\n<p>Erst vor knapp einem Monat hatte die Pr\u00e4sidentengarde im Niger den demokratisch gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten Mohamed Bazoum abgesetzt. Zuvor hatte in der Sahelzone auch in Mali und Burkina Faso das Milit\u00e4r die Macht \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>In Gabun war 2019 ein Milit\u00e4rputsch gescheitert. Mehrere bewaffnete Soldaten hatten damals den staatlichen Radiosender besetzt und die Einwohner zum Aufstand aufgerufen. Sicherheitskr\u00e4fte nahmen den Chef der Putschisten aber binnen kurzer Zeit fest und beendeten den Versuch einer Macht\u00fcbernahme.<\/p>\n<p>Reuters\/AFP\/jmr\/jmi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Milit\u00e4r hat in einem weiteren Land in Afrika geputscht. 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