{"id":50814,"date":"2026-09-03T22:09:09","date_gmt":"2026-09-03T22:09:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50814\/"},"modified":"2026-09-03T22:09:09","modified_gmt":"2026-09-03T22:09:09","slug":"wie-ein-neuer-kompass-mich-nach-sambia-fuehrte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50814\/","title":{"rendered":"Wie ein neuer Kompass mich nach Sambia f\u00fchrte"},"content":{"rendered":"<p>Muli Shani. Ich hei\u00dfe Bea, bin 20 Jahre alt und darf mit Brot f\u00fcr die Welt einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Sambia machen. Ich lebe aktuell in Kabwe, fr\u00fcher Broken Hill, der Hauptstadt der sambischen Zentralprovinz. Hier leben circa 290.000 Menschen, was Kabwe zur viertgr\u00f6\u00dften Stadt in ganz Sambia macht. Die gr\u00f6\u00dfte Stadt Sambias ist Lusaka mit rund 2 Millionen Einwohner*innen. In Kabwe wird Bemba gesprochen. Es gibt allerdings insgesamt 43 verschiedene Sprachen, die in ganz Sambia gesprochen werden. Die Amtssprache ist nicht Bemba, Nyanja (was in Lusaka gesprochen wird) oder Tonga, sondern Englisch. Das kommt daher, dass Sambia bis 1964 eine englische Kolonie war. Aber jetzt dazu, wie ich hier gelandet bin.<\/p>\n<p>Ein turbulenter Start<\/p>\n<p>Die Fahrt zum Flughafen stellte sich schon als sehr turbulent heraus. Bei mir fielen n\u00e4mlich s\u00e4mtliche Bahnen aus, weshalb wir auf ein Bolt zur\u00fcckgreifen mussten. Am Flughafen ging es dann turbulent weiter. Die Fluggesellschaft wollte uns nicht fliegen lassen, da wir\u00a0kein einj\u00e4hriges Visum und auch keinen R\u00fcckflug hatten, der 30 Tage sp\u00e4ter h\u00e4tte zur\u00fcckgehen m\u00fcssen. Nach sehr viel Hin und Her reservierten wir uns Fl\u00fcge. Wir, das waren Milan, Sarah, Sophie und ich. Allerdings klappte es dann doch und wir konnten einchecken. Schnell noch der Familie Tsch\u00fcss sagen, da wir nicht mehr so viel Zeit hatten und ab durch die Sicherheitskontrolle und zum Gate. Das Boarding hatte n\u00e4mlich schon angefangen. Wir waren alle gl\u00fccklich, als wir im Flugzeug sa\u00dfen und es kurz darauf am BER abhob. Nach circa 8 Stunden landeten wir gut in Doha und warteten auf die anderen. Als Max und Valentin dann auch da waren, gingen wir gemeinsam zum Gate und flogen circa 7 Stunden, bis wir endlich in Lusaka landeten. Durch die Passkontrolle ging es zu den Koffern. Zum Gl\u00fcck waren alle Koffer da und es ging aus dem Flughafen raus, wo wir von Charlotte, unserer Landesmentorin, empfangen wurden. Danach wurden wir zur Gossner Mission gefahren, wo wir die ersten sechs Tage verbringen sollten.\u00a0<\/p>\n<p>Und auf einmal war ich 11.340 km weit weg<\/p>\n<p>Angekommen in Lusaka, hie\u00df es erst einmal Willkommensseminar. Wir haben \u00fcber unsere Erwartungen an den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst gesprochen und uns gegenseitig unsere Organisationen vorgestellt. Au\u00dferdem haben wir viel \u00fcber die Kultur gelernt, \u00fcber die Unterschiede zu Deutschland und wir hatten die M\u00f6glichkeit, mit Esther und Beatrice (ehemalige S\u00fcd-Nord-Freiwillige) den lokalen Markt in Lusaka zu erkunden. Sie haben uns gezeigt, wie und wo man was gut einkaufen kann und wir haben danach alle unsere erste gemeinsame Erfahrung im Minibus gemacht. Das war sehr lustig, da die Busse wirklich klein sind und man nicht wie in Deutschland feste Haltestellen hat, sondern selbst wissen muss, wo man hinwill und wo man aussteigen muss. Als wir dann wieder zur\u00fcck waren, kochten wir das erste Mal Nshima (das ist hier das Nationalgericht und wird immer gegessen). Am n\u00e4chsten Tag hatten wir die M\u00f6glichkeit, den Vertreter der German Embassy kennenzulernen, konnten uns dort vorstellen und unsere Beweggr\u00fcnde f\u00fcr den Freiwilligendienst erl\u00e4utern. Das war sehr hilfreich, weil wir auch nochmal viele Fragen stellen konnten. Am Nachmittag erkundeten wir dann alle selbstst\u00e4ndig die Stadt, da es am n\u00e4chsten Morgen Abschied nehmen hie\u00df, weil wir zu unseren Organisationen gefahren wurden.<\/p>\n<p>Und nun geht das Abenteuer Kabwe richtig los<\/p>\n<p>Nach circa 3 Stunden Fahrt wurden wir (Max und ich) von unseren Mentoren abgeholt und uns wurde erst einmal das Projekt von Max gezeigt. Danach ging es in unser neues Zuhause. Am n\u00e4chsten Morgen wurden wir wieder abgeholt und uns wurde mein Projekt, das Hospiz, gezeigt und im Anschluss sind wir einkaufen gegangen. Am Freitag ging dann die Arbeit richtig los. Um 8 Uhr angekommen, hie\u00df es erst einmal beten und anschlie\u00dfend gab es eine Visite durchs Hospiz. Danach bin ich zum Children Center gegangen, wo ich in der Perception Class (eine Art Vorschule) mitgearbeitet habe. Wir haben Armb\u00e4nder gebastelt und nach einer Pause Ausmalbilder ausgemalt. Um 13 Uhr hatten die Kinder Schluss und sind nach Hause gegangen. Am Wochenende haben wir uns mit einer weiteren Freiwilligen, Lina, getroffen und sind mit ihr zum Fu\u00dfball gegangen, was auch sehr interessant war. Dort konnten wir gute Kontakte zu Menschen in Kabwe kn\u00fcpfen.\u00a0<\/p>\n<p>Mittlerweile sieht meine Arbeitswoche so aus, dass ich um 07:30 Uhr mit dem Fahrrad los\u00a0zur Arbeit fahre und um 8 Uhr ankomme. Dann wird erst einmal gebetet und anschlie\u00dfend gibt es die Visite im Hospiz. Danach gehe ich zum Children Center, unterrichte manchmal selbst oder unterst\u00fctze die Lehrer*innen, indem ich mit einzelnen Kindern arbeite, die zum Beispiel Schwierigkeiten in Mathe oder Englisch aufweisen. Danach gibt es immer Pause, wo ich meine Tea Time genie\u00dfe und anschlie\u00dfend mit den Kindern auf dem Hof Fu\u00dfball, Fangen oder Tanzspiele spiele. Anschlie\u00dfend gibt es meistens nochmal Unterricht und dann Mittagessen f\u00fcr die Kiddies. Danach ist meistens die Schule aus und ich gehe zum Hospiz und helfe dort, die Vitalzeichen zu messen und zu dokumentieren, wie es den Patient*innen geht. Anschlie\u00dfend gibt es f\u00fcr mich auch Mittagessen und gegen 16 Uhr darf ich dann nach Hause gehen. Am Wochenende kommt ab und zu das Heimweh auf, weshalb ich sehr dankbar bin, dass ich hier schon viele neue Leute kennenlernen durfte, die mich aufmuntern und ablenken. Wir treffen uns meistens, reden, spielen Spiele und mit Lina mache ich \u00dcbernachtungen. So ganz angekommen bin ich hier noch nicht, da f\u00fcr mich hier alles sehr neu und vieles fremd ist, wie zum Beispiel der begrenzte Strom oder nicht immer Wasser zu haben, aber die Menschen hier helfen einem sehr, sich schnell einzuleben und daf\u00fcr bin ich sehr dankbar.\u00a0<\/p>\n<p>Wenn ihr mein Abenteuer noch weiterverfolgen wollt, k\u00f6nnt ihr das entweder auf meinem Instagramaccount @beaslifeinsambia tun oder meinem WhatsApp-Channel folgen:\u00a0 <a href=\"https:\/\/whatsapp.com\/channel\/0029Vb660RvFSAswM82z5P28\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">https:\/\/whatsapp.com\/channel\/0029Vb660RvFSAswM82z5P28<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Muli Shani. 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