{"id":50820,"date":"2026-09-03T22:23:36","date_gmt":"2026-09-03T22:23:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50820\/"},"modified":"2026-09-03T22:23:36","modified_gmt":"2026-09-03T22:23:36","slug":"afrika-cup-in-der-elfenbeinkueste-vermehrte-geldquellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50820\/","title":{"rendered":"Afrika-Cup in der Elfenbeink\u00fcste: Vermehrte Geldquellen"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Und pl\u00f6tzlich ist es hell auf den Start- und Landebahnen des F\u00e9lix Houphouet Boigny Airport in Abidjan. Seit ein paar Wochen leuchten die neuen Lampen, mit denen der Flughafen best\u00fcckt wurde. Die Besucher des bevorstehenden Afrika-Cups sollen auch nachts landen und starten k\u00f6nnen. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Gastgeber-Kamerun-beim-Afrika-Cup\/!5827356\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Das gr\u00f6\u00dfte Sportevent des afrikanischen Kontinents<\/a> steht vor der T\u00fcr: Vom 13. Januar bis 11. Februar findet der 34. Afrika-Cup in der Elfenbeink\u00fcste statt. Die 24 besten Mannschaften des Kontinents werden um die Troph\u00e4e k\u00e4mpfen, es wird ein riesiges gesellschaftliches Ereignis.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Die Stra\u00dfen in Abidjan, mit rund 6 Millionen Einwohnern eine der gr\u00f6\u00dften Metropolen Westafrikas, sind mit bunten Fahnen geschm\u00fcckt. Fliegende H\u00e4ndler verkaufen bunte T-Shirts, K\u00e4ppis und Fanschals mit dem Logo des Afrika-Cups in rauen Mengen. Wohin man auch sieht, an den Stra\u00dfenecken, vor den Kiosken, an den M\u00e4rkten stehen die Leute zusammen und diskutieren. Lebhaft und mit weit ausholenden Gesten wird debattiert: Wer wird den Cup gewinnen? Wie schl\u00e4gt sich das heimische Team? Welche Stars werden den Erwartungen gerecht und f\u00fchren ihre Nation zum Titel?<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Fu\u00dfball ist wichtig in Afrika, noch viel bedeutender als irgendwo sonst auf der Welt. Die Siegernation wird mindestens zwei Jahre lang \u2013 bis zur n\u00e4chsten Austragung des Turniers \u2013 mit Ehrfurcht betrachtet. Wer den Afrika-Cup gewinnt, ist sozusagen K\u00f6nig des Kontinents.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">F\u00fcr die Elfenbeink\u00fcste hat das Turnier noch eine andere Bedeutung. Eigentlich sollte es im Sommer 2023 stattfinden, doch aufgrund der zu erwartenden Schwierigkeiten mit der Regenzeit wurde das Event um ein halbes Jahr nach hinten verschoben. Man hatte ein wenig mehr Zeit f\u00fcr die umfangreichen Vorbereitungen, die weit \u00fcber die Flughafenbeleuchtung hinausgingen.<\/p>\n<p>      Chinesischer Einfluss<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Vier der sechs Fu\u00dfballstadien, die in f\u00fcnf Ausrichterst\u00e4dten stehen, wurden neu gebaut, zwei umfassend renoviert. Es entstanden neue Stra\u00dfen, neue Hotels, einige Krankenh\u00e4user wurden auf Vordermann gebracht. Laut Idriss Diallo, Pr\u00e4sident des ivorischen Fu\u00dfballverbands, hat das Land im Zusammenhang mit dem Wettbewerb mehr als eine Milliarde US-Dollar in die Infrastruktur investiert.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Nat\u00fcrlich hat beim Ausbau der Infrastruktur <a href=\"https:\/\/taz.de\/Biennale-Dakart-im-Senegal\/!5855515\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das auf dem gesamten Kontinent eifrig investierende China<\/a> seine H\u00e4nde und Bauarbeiter mit im Spiel. Im Fr\u00fchjahr 2016, zum feierlichen Baubeginn des Alassane-\u00adOuattara-Stadions in Abidjan, wo das Er\u00f6ffnungsspiel und das Finale stattfinden werden, wurde der ehemalige Pre\u00admier\u00administer der Elfenbeink\u00fcste, \u00adDaniel Kablan Duncan, von mehreren im Land ans\u00e4ssigen chinesischen Botschaftsbeamten begleitet.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Ihre Anwesenheit war keine \u00dcberraschung. Schlie\u00dflich wurde das Stadion vom \u00adBeijing Institute of \u00adArchitectural \u00adDesign \u00adentworfen und von der \u00adBeijing \u00adConstruction \u00adEngineering Group gebaut. Bei beiden handelt es sich um chinesische Staatsbetriebe.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"9\">Auch an anderen Turnierorten wird Chinesisch gesprochen. In San Pedro wurde das Laurent-Pokou-Stadion von der ebenfalls im Staatsbesitz befindlichen China Civil \u00adEngineering \u00adConstruction Corporation errichtet. Und die China \u00adNational Building Material Group fungierte als Generalunternehmer f\u00fcr das Amadou-Gon-\u00adCoulibaly-Stadion in Korhogo.<\/p>\n<p>      Wirtschaftlicher Aufschwung ist bedeutend f\u00fcr das Land<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"11\">Bis 2020 hatte China 1,5 Milliarden US-Dollar in der Elfenbeink\u00fcste investiert. Im Gegenzug erh\u00e4lt die asiatische Gro\u00dfmacht Zugang zu afrikanischen Ressourcen und Bodensch\u00e4tzen. Mittlerweile exportiert die Elfenbeink\u00fcste j\u00e4hrlich nat\u00fcrliche Ressourcen und G\u00fcter im Wert von 700 Millionen US-Dollar nach China. 2016 waren es noch etwa 100 Millionen US-Dollar.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"12\"><a href=\"https:\/\/taz.de\/Fortschritt-in-Westafrika\/!5980062\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der Aufschwung der Wirtschaft ist bedeutend<\/a> f\u00fcr ein Land, das noch immer unter den Nachwirkungen zweier B\u00fcrgerkriege leidet. 2002 scheiterte ein Milit\u00e4rputsch, der die ehemalige franz\u00f6sische Kolonie in eine mehrj\u00e4hrige Krise f\u00fchrte: Der Nordteil des Landes wurde von Soldatenrebellen besetzt, im S\u00fcdteil standen die Truppen der Regierung.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"13\">Nach Neuwahlen 2010 ging das Ganze wieder los, als die Gefolgsleute des bis dahin amtierenden Pr\u00e4sidenten Laurent Gbagbo die knappe Wahlniederlage gegen den Herausforderer Alassane Ouattara nicht akzeptieren wollten und es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Hunderten Toten kam. Erst nach dem Eingreifen der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich und der Verhaftung Gbagbos konnte die Lage unter Kontrolle gebracht werden.<\/p>\n<p>      Schwache ivorische Liga<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-18\" pos=\"15\">Seither ist das Land, das als gr\u00f6\u00dfter Kakaoexporteur der Welt bekannt ist und durchaus gutes wirtschaftliches Potenzial besitzt, mit Wiederaufbau besch\u00e4ftigt und gilt als am st\u00e4rksten wachsende Volkswirtschaft in Westafrika.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-19\" pos=\"16\">Der Afrika-Cup soll die fu\u00dfballerische Entwicklung des Landes voranbringen. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kolumne-Pressschlag\/!5020939\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Elfenbeink\u00fcste hat schon in der Vergangenheit<\/a> Weltstars wie Didier Drogba, Salomon Kalou, Kolo und Yaya Tour\u00e9 oder Gervinho hervorgebracht. Doch sie alle spielten in Europa und eigentlich nie im eigenen Land.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-20\" pos=\"17\">Mit dem Cup soll endlich auch die heimische Liga, die bisher bei den Fans im Land kaum Aufmerksamkeit genie\u00dft, auf Vordermann gebracht werden. \u201eDie Grundlage des Fu\u00dfballs ist die Infrastruktur\u201c, sagt Fu\u00dfballpr\u00e4sident Diallo. \u201eDie L\u00e4nder, die im Fu\u00dfball erfolgreich waren, sind diejenigen, die mit dem Aufbau grundlegender Infrastruktur begonnen haben: Trainingspl\u00e4tze, Wettkampfpl\u00e4tze, lokale Spielfelder. Das ist ein wichtiger erster Schritt. Er wird dem ivorischen Fu\u00dfball Auftrieb geben.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-21\" pos=\"18\">Bislang kommen zu den Spielen der Ligue 1, der h\u00f6chsten ivorischen Spielklasse, selten mehr als ein paar Hundert Zuschauer. Die Fans gucken lieber die englische oder spanische Liga im TV, als den heimischen Kickern im Stadion zuzuschauen. Schlie\u00dflich spielen die gr\u00f6\u00dften Stars des Landes ja auch in diesen ausl\u00e4ndischen Ligen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-22\" pos=\"19\">Den einheimischen Klubs fehlen daher Zuschauereinnahmen, Erl\u00f6se aus Fanartikeln und Sponsoren. ASEC Momosas, mit 29 Titeln bislang unangefochtener Rekordmeister und mit Abstand f\u00fchrender Klub des Landes, leistet zwar ausgezeichnete Jugendarbeit, spielt international aber keine Rolle. In den 90ern war man mal in der afrikanischen Champions League vorn mit dabei \u2013 seit dem B\u00fcrgerkrieg ist man aber international unbedeutend.<\/p>\n<p>      \u201e\u00dcbernahme\u201c von Infantino<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-24\" pos=\"21\">Der Cup soll Geld ins Land des Ausrichters sp\u00fclen \u2013 aber auch der Veranstalter, der afrikanische Fu\u00dfballverband CAF, hofft auf ein dickes finanzielles Plus durch sein Flaggschiff Afrika-Cup. Nachdem der s\u00fcdafrikanische Unternehmer Patrice Motsepe im M\u00e4rz 2021 die Pr\u00e4sidentschaft des Verbands \u00fcbernommen hat, geht es wirtschaftlich bergauf. Was viel damit zu tun hat, dass sich Motsepe und seine Leute wirtschaftliches Know-how vom Fu\u00dfballweltverband Fifa geholt haben. Der Einfluss von Fifa-Pr\u00e4sident \u00adGianni Infantino und seinen Leuten soll so gro\u00df geworden sein, dass einige Zyniker sogar von einer \u201e\u00dcbernahme\u201c sprechen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-25\" pos=\"22\">Fakt ist, dass sich die Einnahmen der CAF durch TV-Vermarktung und Rekrutierung neuer Sponsoren in den letzten beiden Jahren enorm gesteigert haben. 2023 sollen die Einnahmen laut CAF um 17 Prozent zugelegt haben, man habe die In\u00adves\u00adti\u00adtio\u00adnen sogar um 25 Prozent steigern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-26\" pos=\"23\">In dieser Bilanz sind die fetten Einnahmen aus dem Turnier in der Elfenbeink\u00fcste noch gar nicht enthalten. Dass unter den neuen Geldgebern einige direkt oder indirekt aus Saudi-Arabien stammen, entspricht dem aktuellen weltweiten Trend. Der W\u00fcstenstaat will mit aller Macht die WM-Austragung 2034 und l\u00e4sst sich dies auf der ganzen Welt so einiges kosten. Die afrikanische Gunst ist f\u00fcr Saudi-Arabien nicht zuletzt deshalb wichtig, weil Afrika in den Fifa-Entscheidungsgremien mit 54 Nationalverb\u00e4nden vertreten ist. Exakt so viele Stimmen bringt der Kontinent bei Wahlen und Entscheidungsfindungen ein.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-27\" pos=\"24\">Entsprechend stolz vermeldete die CAF dieser Tage, das Preisgeld f\u00fcr seinen Afrika-Cup gegen\u00fcber der letzten Auflage um 40 Prozent zu erh\u00f6hen. Der Sieger wird 7 Millionen US-Dollar erhalten, der Zweite 4, die beiden restlichen Halbfinalisten je 2,5 und jeder der vier \u00fcbrigen Viertelfinalisten noch 1,3 Mil\u00adlio\u00adnen US-Dollar. Der Kampf um den Sieg wird sich nicht nur in Ruhm und Ehre auszahlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Und pl\u00f6tzlich ist es hell auf den Start- und Landebahnen des F\u00e9lix Houphouet Boigny Airport in Abidjan. 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