{"id":50925,"date":"2026-09-04T05:54:12","date_gmt":"2026-09-04T05:54:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50925\/"},"modified":"2026-09-04T05:54:12","modified_gmt":"2026-09-04T05:54:12","slug":"ceuta-wie-desinformation-das-rote-kreuz-ins-visier-nimmt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/50925\/","title":{"rendered":"Ceuta: Wie Desinformation das Rote Kreuz ins Visier nimmt"},"content":{"rendered":"<p>Die anhaltende Migrationskrise im spanischen Ceuta an der Grenze zu Marokko sorgt in den sozialen Netzwerken weiterhin f\u00fcr eine Welle von Falschinformationen. Spaniens Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez sagte, Untersuchungen des diplomatischen Dienstes der EU deuteten darauf hin, dass russische und israelische Netzwerke hinter der Flut gef\u00e4lschter Beitr\u00e4ge in den sozialen Medien steckten. <\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Am Montag sagte er dem Radiosender Cadena Ser, auch die &#8222;internationale extreme Rechte&#8220; trage Verantwortung. Sie nutze Migration immer wieder, um &#8222;nicht nur Spanien, sondern auch Europa anzugreifen&#8220;. Russland und Israel haben die Vorw\u00fcrfe zur\u00fcckgewiesen. <\/p>\n<p>Innerhalb von nur zwei Tagen \u00fcberquerten mehr als 72.000 Menschen von Marokko aus die Grenze in das spanische Ceuta. Der beispiellose Zustrom forderte mindestens 100 Todesopfer und st\u00fcrzte die Enklave in eine humanit\u00e4re und politische Krise. Tausende Menschen sitzen weiterhin in der Enklave fest. Die spanische Regierung spricht von rund 5.000 Personen, lokale Sch\u00e4tzungen liegen deutlich h\u00f6her. <\/p>\n<p>\u00dcberf\u00fcllte Unterk\u00fcnfte, Massenproteste in ganz Spanien und vereinzelte Gewaltausbr\u00fcche setzen Ceuta zus\u00e4tzlich unter Druck. Auch das Rote Kreuz ist zu einem der wichtigsten Ziele der Desinformation rund um die Krise geworden. Am 27. August versuchten Demonstrierende in Ceuta, Fahrzeuge des Roten Kreuzes zu blockieren, die Lebensmittel zu Migranten bringen sollten. Die Stimmung gegen\u00fcber der Hilfsorganisation wird zunehmend feindselig.<\/p>\n<p>Das Rote Kreuz versorgt seit Ende Juli Menschen mit Essen und Trinkwasser, die von Marokko aus schwimmend oder \u00fcber die Grenzz\u00e4une in das spanische Gebiet gelangt sind. Vor diesem Hintergrund verbreiten sich im Internet zahlreiche falsche oder irref\u00fchrende Behauptungen \u00fcber die Organisation. <\/p>\n<p>Ein Video, das mehr als 13.000-mal geteilt wurde, soll angeblich zeigen, wie M\u00e4nner von Ceuta auf das spanische Festland gebracht werden. Einige Nutzer behaupten, dabei w\u00fcrden Ma\u00dfnahmen zur Verlegung unbegleiteter Minderj\u00e4hriger missbraucht. Das Video liefert daf\u00fcr jedoch keinen Beleg.<\/p>\n<p>Die Aufnahmen entstanden am Strand El Trampol\u00edn in Ceuta und zeigen, wie das Rote Kreuz rund 2.000 Migranten mit Lebensmitteln versorgt. Das l\u00e4sst sich durch anderes Videomaterial belegen, das einige Tage zuvor von der spanischen Nachrichtenagentur Europa Press ver\u00f6ffentlicht wurde. Die Aufnahmen zeigen aus einem anderen Blickwinkel, wie das Rote Kreuz und weitere Hilfsorganisationen am 3. August am Strand Lebensmittel an Migranten verteilen.<\/p>\n<p>Andere Beitr\u00e4ge werfen dem Roten Kreuz vor, Migranten zu helfen und gleichzeitig spanische B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die von den Waldbr\u00e4nden betroffen sind, im Stich zu lassen. In diesem Sommer verbrannten in Spanien und anderen Teilen Europas Tausende Hektar Land. Beg\u00fcnstigt wurden die Br\u00e4nde durch den menschengemachten Klimawandel und rekordhohe Temperaturen. So behauptete ein Nutzer etwa, er habe bei den Br\u00e4nden keinen einzigen Einsatz von Helfern des Roten Kreuzes gesehen. <\/p>\n<p>Andere Beitr\u00e4ge unterstellen, spanische Steuergelder w\u00fcrden daf\u00fcr verwendet, Migranten zu versorgen, anstatt betroffene spanische B\u00fcrger zu unterst\u00fctzen. Weitere Beitr\u00e4ge behaupten, das Rote Kreuz habe auch die Opfer der DANA-Sturzfluten 2024 ignoriert. Bei den \u00dcberschwemmungen kamen mehr als 220 Menschen ums Leben, die Sch\u00e4den gingen in die Milliarden. Demnach seien NGOs erst aufgetaucht, als &#8222;die Kameras schon da waren&#8220;, w\u00fcrden aber &#8222;wie ein Schweizer Uhrwerk&#8220; arbeiten, sobald es um die Unterst\u00fctzung von Migranten gehe. Unterlagen des Roten Kreuzes zeigen jedoch, dass die Organisation in beiden Notlagen im Einsatz war.<\/p>\n<p>Nach eigenen Angaben hatte das Rote Kreuz bis zum 24. August mehr als 938 Mitarbeitende und Freiwillige mobilisiert, w\u00e4hrend die Br\u00e4nde auf der Iberischen Halbinsel w\u00fcteten. Sie leisteten fast 6.900 Hilfseins\u00e4tze und stellten vor\u00fcbergehende Unterk\u00fcnfte f\u00fcr mehr als 5.600 Menschen bereit. <\/p>\n<p>Auch nach den verheerenden \u00dcberschwemmungen 2024 war das Rote Kreuz sofort im Einsatz. Zum ersten Jahrestag der Katastrophe <a href=\"https:\/\/www2.cruzroja.es\/web\/ahora\/-\/cruz-roja-impulsa-la-recuperaci-c3-b3n-de-m-c3-a1s-de-143000-personas-un-ano-despues-de-la-dana\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">berichtete<\/a> die Organisation, mehr als 143.000 Menschen mit akuter Nothilfe und langfristigen Wiederaufbauprogrammen unterst\u00fctzt zu haben. In anderen Beitr\u00e4gen im Internet hei\u00dft es, der Druck aus der Bev\u00f6lkerung habe das Rote Kreuz gezwungen, Ceuta zu verlassen und die Hilfe f\u00fcr Migranten einzustellen. <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich blockierten Demonstrierende die Fahrzeuge zeitweise. Lokale Medienberichte zeigen jedoch, dass der Konvoi \u00fcber eine Ausweichroute den Strand El Trampol\u00edn erreichte und die Verteilung abschlie\u00dfen konnte.<\/p>\n<p>Das Spanische Rote Kreuz wollte sich auf Anfrage von &#8222;The Cube&#8220;, dem Faktencheck-Team von Euronews, nicht dazu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die anhaltende Migrationskrise im spanischen Ceuta an der Grenze zu Marokko sorgt in den sozialen Netzwerken weiterhin f\u00fcr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":50926,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[10],"tags":[1615,672,95,96,790,1544],"class_list":["post-50925","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-marokko","tag-ceuta","tag-einwanderung","tag-marokko","tag-morocco","tag-rotes-kreuz","tag-spanien"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117211225653142317","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50925","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50925"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50925\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/50926"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50925"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50925"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50925"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}