{"id":51237,"date":"2026-09-05T07:43:11","date_gmt":"2026-09-05T07:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/51237\/"},"modified":"2026-09-05T07:43:11","modified_gmt":"2026-09-05T07:43:11","slug":"safari-slum-und-eine-spur-suedoststeiermark-in-kenia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/51237\/","title":{"rendered":"Safari, Slum und eine Spur S\u00fcdoststeiermark in Kenia"},"content":{"rendered":"<p>Kenia serviert Besuchern eine Opulenz an Natur, die sprachlos macht. Abseits des Idylls gibt es Irritationen \u2013 und Spuren, die bis in die Steiermark f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Mitten in Kibera st\u00f6\u00dft man pl\u00f6tzlich auf ein St\u00fcck S\u00fcdoststeiermark. \u201eThe Great Furstenfield Posho Mill\u201c steht \u00fcber dem Eingang zu einem gartenh\u00fcttengro\u00dfen Geb\u00e4ude mit gr\u00fcner Eingangst\u00fcre und ziegelroten Mauern in dem Slum, der gesch\u00e4tzt eine Million Einwohner hat, im S\u00fcdwesten von Kenias Hauptstadt Nairobi. Drinnen rattert eine kleine M\u00fchle und schrotet Maisk\u00f6rner, die sp\u00e4ter in den K\u00fcchen der Nachbarschaft zu Ugali verkocht werden, dem polentaartigen \u201eSignature Dish\u201c der einfachen kenianischen Hochlandk\u00fcche.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Die Reminiszenz an F\u00fcrstenfeld gr\u00fcndet sich auf der Biografie des M\u00fchlenbesitzers. Die s\u00fcdoststeirische Stadt war der erste Ort, den Stephen Ndungu Kiarie in \u00d6sterreich besucht hat, als er 2009 Wettk\u00e4mpfe f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/www.run2gether.com\/hoehentraining-kenia\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00f6sterreichisch-kenianischen Laufverein \u201erun2gether\u201c<\/a> absolvierte. Die im Laufe der folgenden Jahre erlaufenen Preisgelder investierte Kiarie in den Kauf der M\u00fchle in Kibera, wo er heute noch mit seiner Frau und drei Kindern wohnt.<\/p>\n<p>Kibera in Nairobi: Kenias andere Seite<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Er empf\u00e4ngt den Besucher mit herzlicher Gastfreundschaft in einem fensterlosen Raum, der als K\u00fcche und Wohn- und Schlafzimmer dient. Durch ein enges, un\u00fcbersichtliches Gassengeflecht f\u00fchrt Kiarie sp\u00e4ter durch den Slum, dessen Siedlungsgeschichte auf nubische Soldaten zur\u00fcckgeht, die hier 1918 in einem Wald au\u00dferhalb Nairobis mit kleinen Grundst\u00fccken f\u00fcr ihren Einsatz im Ersten Weltkrieg belohnt wurden. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Von Soldaten, B\u00e4umen und Landwirtschaft ist l\u00e4ngst nichts mehr zu sehen. Stattdessen: Leben auf engstem Raum, zahllose Minigesch\u00e4fte, in denen alles von Holzkohle \u00fcber Lebensmittel bis zu gebrauchten Handys, neuen Schuhen und Plastikramsch aus Asien verkauft wird. In dem den Horizont sprengenden Teppich aus H\u00fctten hat sich ein vitales, von Armut gepr\u00e4gtes Alltagswirrwarr ausgebreitet \u2013 ein scharfer Kontrast zum Reichtum an Natur, mit dem Kenia seine Besucher in den mehr als zwanzig Nationalparks, zahlreichen Naturreservaten und Meeresschutzgebieten verw\u00f6hnt.<\/p>\n<p>1 \/ 5<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/La\u0308ufer. Mu\u0308hle.jpg\" alt=\"Stephen Ndungu ist Mitgr\u00fcnder des \u201erun2gether\u201c-Laufteams, in dessen Camp nahe des Mount Longonot Kenianer mit Besuchern aus Europa gemeinsam trainieren\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\" class=\"image-swiper-img\"\/>Stephen Ndungu ist Mitgr\u00fcnder des \u201erun2gether\u201c-Laufteams, in dessen Camp nahe des Mount Longonot Kenianer mit Besuchern aus Europa gemeinsam trainieren \u00a9 Klaus H\u00f6flerSafari in Kenia: Der Preis f\u00fcr die Wildnis<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Gute sechs Autostunden sind es von Nairobi in die <a href=\"https:\/\/www.masaimara.travel\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Masai Mara, dem kenianischen Teil der Serengeti im Grenzgebiet zu Tansania<\/a>, ebenso lang f\u00e4hrt man zum <a href=\"https:\/\/kws.go.ke\/park\/amboseli-national-park\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Amboseli-Nationalpark<\/a> weiter im S\u00fcden. Beide Naturschutzgebiete sind ein Eldorado f\u00fcr Liebhaber der afrikanischen Tierwelt.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Die Regierung l\u00e4sst sich den Besuch ihres Goldschatzes aber teuer abgelten. Binnen zwei Jahren wurde der Eintrittspreis von 70 auf 200 Euro erh\u00f6ht \u2013 zum Leidwesen der Tourismuswirtschaft vor den Eingangstoren. Manche Lodge hat G\u00e4ster\u00fcckg\u00e4nge von \u00fcber 70 Prozent zu verkraften. Auch Fahrer der Gel\u00e4ndewagen, die Besucher auf Pirschfahrten kreuz und quer durch den Park pilotieren, klagen. Viele Verkaufsst\u00e4nde f\u00fcr Wasser, Snacks und Souvenirs haben geschlossen. Kenias Staatshaushalt generiert j\u00e4hrlich bis zu drei Milliarden Dollar aus Safaritourismus \u2013 rund sieben Prozent des Bruttosozialprodukts des Landes. Die Betroffenen hoffen jetzt auf einen Richtungswechsel bei den Wahlen im kommenden Jahr.<\/p>\n<p>Kenias Nationalparks: Wildnis hautnah erleben<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Die Kehrseite der Medaille: Das Naturerlebnis als Besucher ist (noch) unmittelbarer, die \u201eStaus\u201c bei besonders lohnenden Spots bleiben \u00fcberschaubar. Die Geparden, die sich vor der sengenden Sonne in den Schatten unter einem Busch verkriechen, hat man f\u00fcr sich allein. Auch die L\u00f6wenfamilie, die gerade ein kurz davor gerissenes Zebra mit blutverschmierten Schnauzen zerlegt, bleibt die l\u00e4ngste Zeit ein exklusives, atemberaubendes Schauspiel nur wenige Meter vor der eigenen Nase.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Noch spannender wird es, als eine Reifenpanne ein Verlassen des Gel\u00e4ndewagens notwendig macht. \u201eNur nicht zu weit vom Auto entfernen\u201c, r\u00e4t der Fahrer. Als wenige Minuten sp\u00e4ter ein L\u00f6wenp\u00e4rchen keine hundert Meter an dem als Freiluftwerkstatt ausgesuchten Baum vorbeispaziert, sp\u00fcrt man seinen eigenen Herzschlag pl\u00f6tzlich bis in den Hals pochen. Afrikavibes, unverd\u00fcnnt.<\/p>\n<p>1 \/ 5<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IMG_4298.JPG\" alt=\"Was f\u00fcr ein Ort f\u00fcr eine Panne: Reifentausch in der Masai Mara ...\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\" class=\"image-swiper-img\"\/>Was f\u00fcr ein Ort f\u00fcr eine Panne: Reifentausch in der Masai Mara &#8230; \u00a9 Klaus H\u00f6flerGreat Migration: Gnus und Zebras in der Masai Mara<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Die gibt es sp\u00e4ter auch ganz ohne Reparaturbedarf an einer Biegung des Mara Rivers, dem Hauptfluss des Schutzgebiets, der auch ber\u00fchmte Kulisse der gro\u00dfen Gnu- und Zebrawanderung ist, die hier zwischen Juli und September f\u00fcr dichten Tierverkehr sorgt. Auf beiden Uferseiten haben es sich Flusspferdfamilien im seichten Wasser gem\u00fctlich gemacht. Die beh\u00e4big wirkenden Kolosse mit ihren kugelrunden B\u00e4uchen, kurzen Beinen und schrankartigen M\u00e4ulern gelten neben den archaische Urkraft ausstrahlenden Wasserb\u00fcffeln als am gef\u00e4hrlichsten f\u00fcr den Menschen.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Als Laie w\u00fcrde man auch auf ein Treffen mit den elendslangen Krokodilen verzichten, die sich auf der gegen\u00fcberliegenden Flussseite aus dem Wasser schleppen und mit aufgerissenen M\u00e4ulern in den Sand fallen lassen. Am Abend wird der Fotospeicher am Handy neue Rekordwerte aufweisen.<\/p>\n<p>Amboseli-Nationalpark: Elefanten vor dem Kilimandscharo<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Im Amboseli-Nationalpark sorgen vor allem die Elefanten f\u00fcr fotografisches Dauerfeuer. Die rund 1600 Tiere starke Population, die hier in Sichtweite zum gleich hinter der nahen Grenze zu Tansania liegenden Kilimandscharo grast, ist weltber\u00fchmt. In j\u00fcngster Vergangenheit hat sich allerdings ein dunkler Schleier \u00fcber das Idyll gelegt. Im Juli fanden Ranger von Kenias Wildtierschutzbeh\u00f6rde (KWS) nach und nach 16 Elefantenkadaver in der Savanne, die Mehrzahl waren Elefantenk\u00fche mit ihren Jungtieren. Die Ermittlungen laufen.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Von Polizeikontrollen h\u00f6rt man auch am Lake Naivasha. Fischer, die hier ohne Genehmigung ihre Angelk\u00f6der auswerfen und erwischt werden, droht ein Jahr Gef\u00e4ngnis. Die gr\u00f6\u00dfere Gefahr geht aber von den rund tausend Flusspferden aus, die dort wohnen. Ber\u00fchmter ist das auf rund 1800 Metern Seeh\u00f6he im Rift Valley gelegene Gew\u00e4sser aber f\u00fcr seine Vogelvielfalt und den Umstand, dass auf Crescent Island Szenen des oscarpr\u00e4mierten Films \u201eJenseits von Afrika\u201c mit Meryl Streep und Robert Redford gedreht wurden. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Die Stars und Filmteams zogen ab, die extra f\u00fcr die Aufnahmen auf die Insel gebrachten Tiere \u2013 von Zebras \u00fcber Affen und Gazellen bis zu Giraffen \u2013 blieben. Nirgendwo sonst kommt man ihnen als Spaziergeher n\u00e4her. Nur vor den auf der \u201eEinwohnerliste\u201c ebenfalls vermerkten Pythons sollte man sich h\u00fcten.<\/p>\n<p>Reisetipps<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Reiseziel. Neben einer \u00fcppigen Tierwelt in den ber\u00fchmten Nationalparks wie Amboseli, Tsavo, Samburu oder der Masai Mara lockt Kenia auch mit sch\u00f6nen Bergtouren (etwa auf den Mount Kenya) und paradiesischen Str\u00e4nden am Indischen Ozean. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Reisezeit. F\u00fcr Tierbeobachtungen wie die \u201eGreat Migration\u201c,  bei der tausende Gnus und Zebras den Mara-Fluss queren, eignet sich die Trockenzeit von Juli bis Oktober, f\u00fcr Strandurlaube eher der Jahresbeginn.  <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Laufcamp. Ambitionierte L\u00e4ufer k\u00f6nnen im Camp des <a href=\"https:\/\/www.run2gether.com\/hoehentraining-kenia\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00f6sterreichisch-kenianischen Vereins run2gether<\/a> in Kiambogo f\u00fcr Trainingsaufenthalte in H\u00f6henlage einchecken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kenia serviert Besuchern eine Opulenz an Natur, die sprachlos macht. 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