{"id":51571,"date":"2026-09-06T16:30:09","date_gmt":"2026-09-06T16:30:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/51571\/"},"modified":"2026-09-06T16:30:09","modified_gmt":"2026-09-06T16:30:09","slug":"tunesien-leidet-unter-wassermangel-und-stromausfaellen-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/51571\/","title":{"rendered":"Tunesien leidet unter Wassermangel und Stromausf\u00e4llen &#8211; News"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-lead\" data-news-landmark=\"article-lead\">Die extreme Hitze zeigte den Tunesierinnen und Tunesiern drastisch, wie schlecht die Infrastruktur ihres Landes ist \u2013 und wie wenig der Staatschef darauf zu antworten weiss.<\/p>\n<p>  Jetzt h\u00f6ren<\/p>\n<p>            Jetzt h\u00f6ren<\/p>\n<p class=\"article-author__name\" data-news-landmark=\"article-author-name\">\n                        Autor:\u00a0<\/p>\n<p>      Philipp Scholkmann<\/p>\n<p class=\"article-author__date js-dateline\" data-publicationdate=\"2026-09-06T17:46:02+02:00\" data-modificationdate=\"2026-09-06T17:46:02+02:00\" data-i18n-text-published-today=\"Heute, #TIME# Uhr\" data-i18n-text-published-yesterday=\"Gestern, #TIME# Uhr\" data-i18n-text-published-else=\"#DATE#, #TIME# Uhr\" data-i18n-text-modified-today=\"Aktualisiert heute, #TIME# Uhr\" data-i18n-text-modified-yesterday=\"Aktualisiert gestern, #TIME# Uhr\" data-i18n-text-modified-else=\"Aktualisiert #DATE#, #TIME# Uhr\" data-news-landmark=\"article-author-date\">\n            06.09.2026, 17:46\n        <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Seit Juli h\u00e4ufen sich die Stromausf\u00e4lle in Tunesien, mancherorts ist sogar das Trinkwasser knapp geworden. Vor Einkaufszentren stehen die Menschen Schlange, selbst der Verkauf von Mineralwasser ist rationiert. Die staatliche Elektrizit\u00e4tsgesellschaft schafft es nicht, den kleinen Maghrebstaat im Sommer fl\u00e4chendeckend zu versorgen. Die Klimaanlagen fressen zu viel Strom. Um das Netz vor dem Zusammenbruch zu sch\u00fctzen, wird im Turnus der Strom abgeschaltet, manchmal f\u00fcr Stunden, manchmal f\u00fcr halbe Tage. Es hat fatale Folgen. <\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" alt=\"Menschen gehen entlang einer sonnigen antiken Ziegelmauer unter einem bew\u00f6lkten Himmel.\" class=\"image__img\" loading=\"lazy\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\"\/><\/p>\n<p>                    Legende:<\/p>\n<p>                Im Landesinneren, wie hier in der Stadt Kairouan, wurden auch diese Woche noch gegen 40 Grad gemessen. Im Juli und August waren es meist \u00fcber 45 Grad.<\/p>\n<p>                    Getty Images\/Universal Images Group Editorial<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Im Netz kursieren die Videos von verzweifelten Menschen: Ein Bauer zeigt auf hunderte verendete H\u00fchner. In seinem Stall stand die Ventilation so lange still, bis die Tiere dahingerafft waren. Auch ein Metzger verliert seine Eink\u00fcnfte: \u00abHier das Rindfleisch, verdorben in der Hitze, ich muss es wegwerfen.\u00bb Wegen der Stromknappheit versagten im ganzen Land K\u00fchlsysteme und K\u00fchlschr\u00e4nke ihren Dienst. Die hitzebedingten Produktionsausf\u00e4lle verknappen Lebensmittel \u2013 und verteuern sie weiter. Tunesien steckt bereits in einer Wirtschaftskrise, die Kaufkraft sinkt seit Jahren. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Hinzu kam diesen Sommer der Wassermangel. Elektrische Pumpen, die Leitungswasser in die Haushalte bringen, funktionierten nicht mehr. Und wer seinen Durst mit Wasser aus Plastikflaschen stillen wollte, stiess ebenfalls auf Probleme: Die Mineralwasserproduktion hielt nicht Schritt mit der grossen Nachfrage. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Entsprechend blank liegen die Nerven. Da und dort brannten Reifen \u2013 es kam zu spontanen n\u00e4chtlichen Protesten. <\/p>\n<p>                                                        Br\u00fcchige Wasserleitungen<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Viel Wasser versickert in altersschwachen Leitungssystemen. Schon deren Sanierung k\u00f6nnte die Versorgung deutlich verbessern. Die Beh\u00f6rden hoffen stattdessen aufs Meerwasser. <\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" alt=\"Dattelb\u00e4ume mit gelben S\u00e4cken um die Fr\u00fcchte.\" class=\"image__img\" loading=\"lazy\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\"\/><\/p>\n<p>                    Legende:<\/p>\n<p>                Tunesiens exportorientierte Landwirtschaft beansprucht f\u00fcr sich schon enorm viel Wasser. Dazu kommt: Die Infrastruktur ist marode. (Bild: Dattelplantage in Tunesien)<\/p>\n<p>                    BSIP\/Universal Images Group via Getty Images<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Der Ausbau von teuren Entsalzungsanlagen wird jedoch weitere L\u00f6cher in die tunesische Staatskasse reissen.<\/p>\n<p>                                                        Verschw\u00f6rungstheorien<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Haupts\u00e4chlich fl\u00fcchtete sich Pr\u00e4sident Kais Saied aber in Verschw\u00f6rungstheorien, um die Engp\u00e4sse zu erkl\u00e4ren. \u00abWir werden nicht hinnehmen, dass Agenten im Auftrag der Feinde Tunesiens versuchen, das Land ins Chaos zu st\u00fcrzen\u00bb, kommentierte er die Versorgungsn\u00f6te und drohte mit milit\u00e4rischer Gewalt: \u00abSabotage wird nicht akzeptiert, die Armee ist einsatzbereit.\u00bb<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Kais Saied verweist regelm\u00e4ssig auf Machenschaften angeblich dunkler M\u00e4chte, wenn es darum geht, Systemversagen zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>          Putsch von oben<\/p>\n<p>    Box aufklappen<br \/>\n    Box zuklappen<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Der Verfassungsrechtler war 2019 angetreten mit dem Versprechen, die \u00abRevolution in Tunesien zu vollenden\u00bb. Er traf damit einen Nerv, besonders bei jungen Tunesierinnen und Tunesiern, die bitter entt\u00e4uscht waren vom Gez\u00e4nk der Parteien \u2013 und einem Jahrzehnt des politischen Stillstands. Doch statt neuen Schwung zu bringen, hebelte Saied 2021 die Institutionen aus. Kritikerinnen und Kritiker werden eingesch\u00fcchtert. Viele Oppositionelle sind im Gef\u00e4ngnis. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Die Hitzekrise f\u00fchrte in der Hauptstadt Tunis zu neuen Demonstrationen. \u00abKais Saied ist am Ende\u00bb lautete eine der Parolen. Auch \u00abD\u00e9gage!\u00bb war wieder zu h\u00f6ren. \u00abVerschwinde!\u00bb \u2013 der Ruf aus den Tagen des \u00abarabischen Fr\u00fchlings\u00bb, als Langzeitherrscher Ben Ali gest\u00fcrzt worden war.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Die Mobilisierung aber h\u00e4lt sich in Grenzen. Es braucht Mut, sich noch offen gegen den autorit\u00e4ren Pr\u00e4sidenten zu stellen. Gleichzeitig verharrt die Opposition in ihren Grabenk\u00e4mpfen. Die Parteien schaffen es trotz der Krise noch nicht, sich zusammenzuraufen. Das spielt Kais Saied in die H\u00e4nde. Der Unmut \u00fcber den politischen Stillstand aber w\u00e4chst. Er wird nicht verschwinden, wenn die Sommerhitze vor\u00fcber ist. <\/p>\n<p>                                                        Diskutieren Sie mit:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die extreme Hitze zeigte den Tunesierinnen und Tunesiern drastisch, wie schlecht die Infrastruktur ihres Landes ist \u2013 und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":51572,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[211,212],"class_list":["post-51571","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-tunesien","tag-tunesien","tag-tunisia"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117225050807694701","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51571","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51571"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51571\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/51572"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51571"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51571"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51571"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}