{"id":51762,"date":"2026-09-07T14:12:09","date_gmt":"2026-09-07T14:12:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/51762\/"},"modified":"2026-09-07T14:12:09","modified_gmt":"2026-09-07T14:12:09","slug":"afrika-ist-viel-zu-klein-die-weltkarte-aus-dem-erdkundeunterricht-ist-falsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/51762\/","title":{"rendered":"Afrika ist viel zu klein: Die Weltkarte aus dem Erdkundeunterricht ist falsch"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Am Ende ist es Togo mit seinen rund neun Millionen Einwohnern, das sich die Ver\u00e4nderung der Weltkarte auf die Fahnen schreiben kann. Das kleine westafrikanische Land brachte das Thema im Februar auf die Tagesordnung des Gipfels der Afrikanischen Union in Addis Abeba. Und hat damit am Freitag etwas geschafft, was in der internationalen Diplomatie selten gelingt: fast alle hinter sich zu bringen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    164 Staaten stimmten in der UN-Generalversammlung f\u00fcr die von Togo im Namen der afrikanischen Staaten eingebrachte Resolution \u201eCorrect the Map\u201c. Es geht um die Weltkarte aus dem Erdkundeunterricht, von der nur die wenigsten wissen, wie verzerrt sie ist. Auf der seit dem 16. Jahrhundert verbreiteten Mercator-Karte erscheint Afrika ungef\u00e4hr so gro\u00df wie Gr\u00f6nland. Tats\u00e4chlich ist der Kontinent rund 14-mal gr\u00f6\u00dfer. Europa, Russland oder Kanada wirken dagegen erheblich gr\u00f6\u00dfer, als sie es im Verh\u00e4ltnis zu anderen Weltregionen sind.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Besonders Togos Au\u00dfenminister Robert Dussey lie\u00df das Thema kaum los. \u201eSt\u00e4ndig\u201c habe er davon gesprochen, berichtet ein westlicher Beobachter in Lom\u00e9, der im Rahmen eines Projekts mit Dussey zusammengearbeitet hat. Dessen Mitarbeiter feiern die j\u00fcngste Abstimmung bei den Vereinten Nationen zugunsten von fl\u00e4chendeckenden Projektionen wie der im Jahr 2018 von Kartografen entwickelten Equal-Earth-Karte nun als gro\u00dfen au\u00dfenpolitischen Erfolg.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Sechs L\u00e4nder enthielten sich, darunter die Ukraine. Sie unterst\u00fctzt zwar die ma\u00dfstabsgetreuere Darstellung Afrikas, kritisiert aber, dass die von Russland annektierte Krim auf einer Karte des Equal-Earth-Projekts farblich vom \u00fcbrigen ukrainischen Staatsgebiet abgesetzt wird. Kiew f\u00fcrchtet, solche Darstellungen k\u00f6nnten Russlands Gebietsanspr\u00fcche indirekt legitimieren.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Nur die USA stimmten dagegen. Washington bestritt die klar ersichtliche Verzerrung der Mercator-Karte nicht, st\u00f6rte sich aber an der politischen Aufladung der Initiative. Statt sich mit \u201eechten Problemen\u201c von Frieden, Wohlstand und internationalen Beziehungen zu besch\u00e4ftigen, befasse sich die Uno mit Kartenprojektionen aus dem 16. Jahrhundert, kritisierte die US-Vertreterin Yaryna Ferencevych.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Tats\u00e4chlich hatten die Initiatoren die anhaltende Verwendung der Karte als Folge historischer Machtverh\u00e4ltnisse dargestellt. Das ist teils richtig \u2013 zur Wahrheit geh\u00f6rt aber auch, dass sie vom fl\u00e4mischen Kartografen Gerardus Mercator f\u00fcr die Seefahrt entwickelt wurde. Sie erm\u00f6glicht es Navigatoren ganz pragmatisch, einen konstanten Kurs als gerade Linie einzuzeichnen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Je n\u00e4her ein Land an den Polen liegt, desto st\u00e4rker wird seine Fl\u00e4che vergr\u00f6\u00dfert dargestellt. Afrika trifft es besonders deutlich. Der Kontinent umfasst gut 30 Millionen Quadratkilometer. Die USA, China, Indien und ein gro\u00dfer Teil Europas w\u00fcrden gemeinsam hineinpassen \u2013 und es w\u00e4re noch immer Platz. Die Equal-Earth-Projektion bildet die Fl\u00e4chenverh\u00e4ltnisse korrekt ab und versucht zugleich, die vertrauten Formen der Kontinente m\u00f6glichst weitgehend zu erhalten.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Im Februar hatten sich bereits die 54 Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union hinter die Initiative gestellt. Dort h\u00e4lt man den Schritt f\u00fcr \u00fcberf\u00e4llig. \u201eEine faire Welt beginnt mit einer fairen Karte\u201c, sagte Dussey vor der Abstimmung. Karten seien niemals neutral. Sie beeinflussten, wie Menschen den Platz von L\u00e4ndern und Kontinenten in der Welt wahrn\u00e4hmen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das bleibt letztlich dann doch jedem selbst \u00fcberlassen. Denn rechtlich bindend ist die UN-Resolution nat\u00fcrlich nicht.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Ende ist es Togo mit seinen rund neun Millionen Einwohnern, das sich die Ver\u00e4nderung der Weltkarte auf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":51763,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[1461,29,1535,91,1994,19752,381,318,287,12533],"class_list":["post-51762","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-afrika","tag-addis-abeba","tag-afrika","tag-afrikanische-union","tag-europa","tag-groenland","tag-robert-dussey","tag-russland","tag-togo","tag-usa","tag-weltkarte"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117230170610489810","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51762","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51762"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51762\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/51763"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51762"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51762"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51762"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}