{"id":51797,"date":"2026-09-07T16:25:08","date_gmt":"2026-09-07T16:25:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/51797\/"},"modified":"2026-09-07T16:25:08","modified_gmt":"2026-09-07T16:25:08","slug":"aegyptische-tv-moderatorin-sarah-khalifa-berufung-gegen-todesurteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/51797\/","title":{"rendered":"\u00c4gyptische TV-Moderatorin Sarah Khalifa: Berufung gegen Todesurteil"},"content":{"rendered":"<p>Eine \u00e4gyptische Fernsehmoderatorin steht vor einer m\u00f6glichen Hinrichtung. Ein Gericht in Kairo hat sie wegen Finanzierung und Koordinierung eines Netzes f\u00fcr synthetische Drogen zum Tode verurteilt. Ihr Anwalt will in Berufung gehen, Rechtsexperten halten das Verfahren noch lange nicht f\u00fcr abgeschlossen.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Sarah Khalifa, bekannt als Moderatorin der Sendung \u201eMission Impossible\u201c beim privaten Kanal Al-Mehwar und als Betreiberin einer Eventfirma, wurde am Samstag zusammen mit elf weiteren Angeklagten in einem gro\u00dfen Verfahren wegen Herstellung und Handel mit synthetischen Drogen verurteilt.<\/p>\n<p>Neun Angeklagte erhielten lebenslange Haftstrafen, sieben wurden freigesprochen. Die zum Tode Verurteilten m\u00fcssen zus\u00e4tzlich 500.000 \u00e4gyptische Pfund (8.000 Euro) zahlen.<\/p>\n<p>Zu den zum Tode Verurteilten geh\u00f6rt auch Khalifas Bruder Mohamed. Ihm wird vorgeworfen, Drogen hergestellt und getestet zu haben.<\/p>\n<p>Khalifas Anwalt Mohamed El-Gendy k\u00fcndigte an, die Verteidigung werde Berufung einlegen und alle rechtlichen M\u00f6glichkeiten aussch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>Ein h\u00f6heres Strafgericht kann die Beweise und die Rolle jedes Angeklagten neu pr\u00fcfen. Es kann die Urteile best\u00e4tigen, abmildern oder aufheben. Danach ist auch eine Anfechtung vor \u00c4gyptens Kassationsgericht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Vor dem Urteil am Samstag hatte das Gericht Khalifa und zw\u00f6lf weitere Angeklagte dem Gro\u00dfmufti \u00c4gyptens vorgelegt. Das ist eine formale Voraussetzung, bevor ein Strafgericht die Todesstrafe verh\u00e4ngen kann. Die Stellungnahme des Gro\u00dfmuftis ist nur beratend und nicht bindend.<\/p>\n<p>Zw\u00f6lf der dreizehn Betroffenen erhielten schlie\u00dflich Todesurteile.<\/p>\n<p>Mehr als gew\u00f6hnliches Haschisch<\/p>\n<p>\u00c4gyptische Medien berichteten zun\u00e4chst, es gehe um synthetisches Haschisch. Gerichtsmedizinische Gutachten im Prozess stellten jedoch fest, dass es sich um synthetische Cannabinoide handelt. Diese im Labor hergestellten Chemikalien ahmen bestimmte Wirkungen von Cannabis im Gehirn nach, k\u00f6nnen aber deutlich st\u00e4rker und unberechenbarer sein.<\/p>\n<p>Das B\u00fcro der Vereinten Nationen f\u00fcr Drogen- und Verbrechensbek\u00e4mpfung bezeichnet MDMB-4en-PINACA als stark wirkendes synthetisches Cannabinoid. Der Stoff steht seit 2021 nach einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation wegen schwerer Nebenwirkungen und Todesf\u00e4llen unter internationaler Kontrolle.<\/p>\n<p>Synthetische Cannabinoide k\u00f6nnen Psychosen, Krampfanf\u00e4lle sowie Herz- und Nierensch\u00e4den ausl\u00f6sen und in schweren F\u00e4llen zum Tod f\u00fchren.<\/p>\n<p>Das zust\u00e4ndige Fachgremium stellte fest, dass die Substanz nicht ausdr\u00fccklich im \u00e4gyptischen Bet\u00e4ubungsmittelverzeichnis aufgef\u00fchrt ist. Es kam jedoch zu dem Schluss, dass sie unter das \u00e4gyptische Recht f\u00e4llt, weil ihre chemische Struktur und Wirkung bereits gelisteten Stoffen \u00e4hnelt.<\/p>\n<p>Die Verteidigung focht diese Auslegung an, doch das Gericht folgte dem Gutachten.<\/p>\n<p>Der Fall begann im April 2025. Die \u00e4gyptische Anti-Drogen-Beh\u00f6rde teilte damals mit, sie habe ein Netzwerk aufgedeckt, das Grundstoffe f\u00fcr die Herstellung synthetischer Drogen einf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Polizei st\u00fcrmte zun\u00e4chst zwei Wohnungen in Kairo und stellte dort rund 200 Kilogramm Drogen, Ausgangsstoffe und Ger\u00e4te sicher.<\/p>\n<p>Mit fortschreitenden Ermittlungen gaben die Staatsanw\u00e4lte an, die Gesamtmenge der sichergestellten Stoffe liege bei \u00fcber 750 Kilogramm. Die Untersuchung dauerte etwa 40 Tage, bevor die Staatsanwaltschaft Haftbefehle erwirkte.<\/p>\n<p>Die Zeitung Al-Masry Al-Youm berichtete unter Berufung auf Justiz- und Sicherheitskreise, Ermittler gingen davon aus, dass die Ausgangsstoffe im Ausland beschafft und in Kosmetikbeh\u00e4ltern sowie im Gep\u00e4ck auf Flugreisen versteckt wurden.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die Mitglieder des Netzwerks spezialisierte Aufgaben: Beschaffung, Herstellung, Lagerung und Vertrieb. Die Anklage gegen 28 Beschuldigte st\u00fctzt sich auf die Aussagen von 20 Zeugen sowie auf digitale Beweise wie Nachrichten, Fotos und Videos.<\/p>\n<p>Khalifas mutma\u00dfliche Rolle<\/p>\n<p>Die Staatsanw\u00e4lte werfen Khalifa vor, Teile der Operation finanziert zu haben. Sie soll ins Ausland gereist sein, um sich mit ranghohen Mitgliedern des Netzwerks zu treffen, und als Bindeglied zu weiteren Beteiligten in \u00c4gypten fungiert haben.<\/p>\n<p>Laut Ermittlungsakten, \u00fcber die \u00e4gyptische Medien berichteten, kauften zwei im Ausland lebende Beschuldigte Chargen von Ausgangsstoffen f\u00fcr die Drogenproduktion in China und erhielten dort Anleitungen zur Herstellung.<\/p>\n<p>Andere Mitglieder mischten die Chemikalien nach Rezepturen, die von f\u00fchrenden Figuren des Netzwerks vorgegeben wurden. Sie testeten neu hergestellte Chargen an Drogenkonsumenten, um die Wirkung zu pr\u00fcfen, und organisierten anschlie\u00dfend das Wiegen, Verpacken und den Vertrieb.<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft f\u00fchrt Khalifas Bruder Mohamed Khalifa als einen der Beteiligten an Herstellung und Tests der Drogen. Auch er wurde zum Tode verurteilt.<\/p>\n<p>Die Ermittler st\u00fctzten sich zudem auf digitale Spuren von Khalifas Mobiltelefon.<\/p>\n<p>Laut Anklageschriften, die in \u00e4gyptischen Medien zitiert wurden, fanden Ermittler in WhatsApp-Nachrichten Videoclips von Substanzen, die den im Verfahren beschlagnahmten Stoffen \u00e4hneln, sowie Kontakt mit weiteren mutma\u00dflichen Mitgliedern des Netzwerks.<\/p>\n<p>Ein Schriftgutachten kam au\u00dferdem zu dem Ergebnis, dass Khalifa Eintr\u00e4ge in einem beschlagnahmten Notizbuch verfasst hat. Darin standen Namen, Zahlen und Betr\u00e4ge, die nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Ausgaben f\u00fcr die Drogengesch\u00e4fte dokumentieren.<\/p>\n<p>Khalifa hat eine Beteiligung an dem Netzwerk stets bestritten.<\/p>\n<p>Am Samstag wurde Khalifa zudem in einem getrennten Verfahren ein zweites Mal verurteilt.<\/p>\n<p>Ein Gericht in Kairo verh\u00e4ngte gegen sie wegen K\u00f6rperverletzung eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. Ermittler hatten auf ihrem Telefon Videomaterial gefunden, das einen jungen Mann zeigt, der als ihr Fahrer identifiziert wurde. Er wurde in ihrem Haus ausgezogen, geschlagen und nackt gefilmt.<\/p>\n<p>Zwei weitere Angeklagte in diesem Verfahren erhielten jeweils sieben Jahre Haft, ein vierter Angeklagter bekam f\u00fcnf Jahre.<\/p>\n<p>\u00c4gypten h\u00e4lt an der Todesstrafe f\u00fcr schwere Drogendelikte fest. Amnesty International verzeichnete 2025 im Land 23 Hinrichtungen, nach 13 im Vorjahr, und kritisiert den Einsatz der Todesstrafe bei Taten ohne vors\u00e4tzliche T\u00f6tung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine \u00e4gyptische Fernsehmoderatorin steht vor einer m\u00f6glichen Hinrichtung. 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