{"id":5182,"date":"2026-04-20T17:06:24","date_gmt":"2026-04-20T17:06:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5182\/"},"modified":"2026-04-20T17:06:24","modified_gmt":"2026-04-20T17:06:24","slug":"pistorius-in-niger-im-gespraech-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5182\/","title":{"rendered":"Pistorius in Niger: Im Gespr\u00e4ch bleiben"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/pistorius-niger-104.jpg\" alt=\"Boris Pistorius (links) und Salifou Modi\" title=\"Boris Pistorius (links) und Salifou Modi | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 19.12.2023 \u2022 19:06 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Niger wird seit Ende Juli von Milit\u00e4rmachthabern regiert. Verteidigungsminister Pistorius signalisierte bei seinem Besuch im Land Gespr\u00e4chsbereitschaft &#8211; auch, weil noch deutsche Soldaten dort stationiert sind.\n    <\/p>\n<p>Von Kai K\u00fcstner, ARD-Studio Nordwestafrika\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es war ein erstes, vorsichtiges Abtasten mit den neuen Machthabern in Niger. Doch das Wort Hoffnung ist eines, das Boris Pistorius nach den politischen Gespr\u00e4chen gleich mehrfach verwendet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Verteidigungsminister berichtet zwar von einer Unterredung &#8222;unter erschwerten Rahmenbedingungen&#8220; nach dem Treffen mit seinem nigrischen Amtskollegen Salifou Modi. Und er l\u00e4sst damit auch nicht unerw\u00e4hnt, dass man es mit einer Milit\u00e4rregierung zu tun hat, die durch Putsch an die Macht gelangt war.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch Pistorius bilanziert das Gespr\u00e4ch dann auch mit den Worten: &#8222;Eines, das Hoffnung macht f\u00fcr eine Fortsetzung der guten Beziehungen &#8211; unter den Gegebenheiten, mit denen wir es zu tun haben.&#8220; Womit der SPD-Politiker daran erinnerte, dass Niger vor dem Putsch einst zu den engsten Partnern in der Sahel-Region gez\u00e4hlt hatte.<\/p>\n<p>    Deutschland blickt auf Niger<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Von dieser engen Partnerschaft kann zwar heute keine Rede mehr sein. Aber Pistorius lie\u00df keinen Zweifel daran, dass Deutschland durchaus ein Interesse daran hat, bei bestimmten Projekten weiter mit der Milit\u00e4rregierung zusammenzuarbeiten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das betrifft unter anderem den Bau eines Krankenhauses, vor allem aber den Lufttransport-St\u00fctzpunkt in der Hauptstadt Niamey, an dem derzeit noch immer rund 120 deutsche Soldaten ausharren, die Pistorius am Nachmittag besucht hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Er habe signalisiert, dass Deutschland ein Interesse daran habe, den St\u00fctzpunkt zu behalten, so der Verteidigungsminister: &#8222;Die nigrische Seite habe ich so verstanden, dass sie sich das auch sehr gut vorstellen kann.&#8220; Hoffnung also auch hier. Nigers Verteidigungsminister Modi, der gleichzeitig General ist, dr\u00fcckte sich etwas allgemeiner aus: &#8222;Wir sehen weiterhin Projekte, die wichtig sind&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Arbeitsgruppen sollen nun im neuen Jahr die M\u00f6glichkeiten pr\u00fcfen. Dass man mit den neuen Machthabern in Niamey im Gespr\u00e4ch bleiben m\u00f6chte, daran lie\u00df Boris Pistorius bei seinem Besuch jedenfalls keinen Zweifel.<\/p>\n<p>    Ein diplomatischer Drahtseilakt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die Bundesregierung ist das durchaus eine Gratwanderung: Zum einen will man &#8211; gerade nach dem Abzug der Bundeswehr aus Mali &#8211; den Sahel nicht v\u00f6llig sich selbst oder auch Russland \u00fcberlassen, das seinen Einfluss in der vom islamistischen Terror ersch\u00fctterten Region gerade massiv ausbaut. &#8222;Wie es im Sahel aussieht, davon h\u00e4ngt auch unsere Sicherheit in Europa ab&#8220;, erkl\u00e4rte erst vor wenigen Tagen der Staatssekret\u00e4r im Ausw\u00e4rtigen Amt, Tobias Lindner. Politisch und zivil will Deutschland also weiter in der Region engagiert bleiben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gleichzeitig bergen hochrangige Besuche wie der des Verteidigungsministers stets die Gefahr, dass sie von den Putschisten propagandistisch ausgeschlachtet werden. Kontakt halten, ja &#8211; aber mit Fingerspitzengef\u00fchl, muss deshalb die Devise lauten: &#8222;Jedwede vertiefte Kooperation erfordert nat\u00fcrlich einen glaubw\u00fcrdigen, messbaren, ernsthaften Willen der dortigen Machthaber, der dortigen Regierungen, zu einer R\u00fcckkehr zur verfassungsm\u00e4\u00dfigen Ordnung.&#8220; So hatte der Vertreter des Ausw\u00e4rtigen Amts, Tobias Lindner, schon mal vorab den Spielraum f\u00fcr Gespr\u00e4che abgesteckt.<\/p>\n<p>    R\u00fcckkehr zur Demokratie<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Fingerspitzengef\u00fchl ist \u00fcbrigens auch erforderlich, damit die Bundesregierung sich nicht den \u00c4rger wichtiger B\u00fcndnispartner zuzieht. Dabei geht es weniger um die USA: Die haben ihre Soldaten im Land belassen und scheinen durchaus gewillt, in Sachen Sicherheit die Zusammenarbeit mit dem Regime in Niger wieder aufzunehmen &#8211; wenn dieses denn einen glaubw\u00fcrdigen Fahrplan f\u00fcr die R\u00fcckkehr zur Demokratie vorlegt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Paris hingegen w\u00fcnscht man sich eigentlich einen h\u00e4rteren europ\u00e4ischen Kurs gegen\u00fcber der Milit\u00e4rregierung. Die Putschisten werfen die Franzosen derzeit buchst\u00e4blich aus dem Land, bis Ende der Woche sollen alle franz\u00f6sischen Soldaten Niger verlassen haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und in Berlin wird man sich h\u00fcten wollen, seinen wichtigsten europ\u00e4ischen Partner zu vergraulen. Klar ist, dass die EU gerade dabei ist, sich eine neue Sahel-Strategie auszudenken. Bis die aber fertig ist, d\u00fcrfte es noch viele Diskussionen geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 19.12.2023 \u2022 19:06 Uhr Niger wird seit Ende Juli von Milit\u00e4rmachthabern regiert. Verteidigungsminister Pistorius signalisierte bei seinem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5183,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[243],"tags":[29,366,3231],"class_list":{"0":"post-5182","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-niger","8":"tag-afrika","9":"tag-niger","10":"tag-pistorius"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116438131236131222","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5182"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5182\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}