{"id":51853,"date":"2026-09-07T20:42:09","date_gmt":"2026-09-07T20:42:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/51853\/"},"modified":"2026-09-07T20:42:09","modified_gmt":"2026-09-07T20:42:09","slug":"sarah-khalifa-todesstrafe-fuer-tv-moderatorin-was-wird-ihr-vorgeworfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/51853\/","title":{"rendered":"Sarah Khalifa: Todesstrafe f\u00fcr TV-Moderatorin \u2013 Was wird ihr vorgeworfen?"},"content":{"rendered":"<p>Ein Gericht in Kairo hat die bekannte Fernsehmoderatorin Sarah Khalifa und elf weitere Angeklagte zum Tod durch Erh\u00e4ngen verurteilt. Was ist zu den Hintergr\u00fcnden bekannt?<\/p>\n<p>Die \u00e4gyptische TV-Moderatorin Sarah Khalifa ist in einem grossen Drogenprozess zum Tod verurteilt worden. Das Gericht befand sie und elf weitere Angeklagte f\u00fcr schuldig. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, Teil einer kriminellen Organisation gewesen zu sein, die Ausgangsstoffe f\u00fcr synthetische Drogen aus dem Ausland beschaffte und die hergestellten Substanzen in den Handel brachte Khalifa bestreitet eine Beteiligung. Ihr Anwalt will gegen das Urteil vorgehen.<\/p>\n<p>Warum wurde Sarah Khalifa zum Tode verurteilt?<\/p>\n<p>Insgesamt standen 28 Personen vor Gericht. Zw\u00f6lf von ihnen wurden zum Tod verurteilt, neun erhielten lebenslange Freiheitsstrafen, sieben wurden freigesprochen. Die zum Tod Verurteilten wurden zudem mit jeweils 500&#8217;000 \u00e4gyptischen Pfund geb\u00fcsst.<\/p>\n<p>Die mutmassliche Organisation soll arbeitsteilig vorgegangen sein. Laut Staatsanwaltschaft waren verschiedene Beteiligte f\u00fcr die Beschaffung, Herstellung, Lagerung und den Vertrieb zust\u00e4ndig. Im Verlauf der Ermittlungen wurden mehr als 750 Kilogramm Drogen und Rohstoffe sichergestellt.<\/p>\n<p>Die Anklage st\u00fctzte sich auf die Aussagen von 20 Zeugen sowie auf digitale Beweismittel, darunter Nachrichten, Fotos und Videos. Den Beschuldigten wurde zudem der Besitz nicht lizenzierter Schusswaffen und Munition vorgeworfen.<\/p>\n<p>Welche Rolle Sarah Khalifa gespielt haben soll<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft wirft Khalifa vor, Teile der Operation finanziert zu haben. Sie soll zudem ins Ausland gereist sein, um sich mit f\u00fchrenden Mitgliedern des Netzwerks zu treffen, und als Verbindung zu Beteiligten in \u00c4gypten fungiert haben.<\/p>\n<p>Auch Daten von Khalifas Mobiltelefon spielten im Verfahren eine Rolle. Ermittler fanden demnach WhatsApp-Nachrichten mit Videos von Substanzen, die den beschlagnahmten Materialien \u00e4hnelten, sowie Kommunikation mit anderen mutmasslichen Mitgliedern des Netzwerks.<\/p>\n<p>Eine Handschriftenanalyse kam ausserdem zum Schluss, dass Khalifa Eintr\u00e4ge in einem beschlagnahmten Notizbuch verfasst hatte. Darin waren Namen, Zahlen und Betr\u00e4ge vermerkt, die laut Staatsanwaltschaft mit Ausgaben f\u00fcr die Drogenoperation zusammenhingen.<\/p>\n<p>Khalifa bestreitet die Anschuldigungen. Laut BBC, das sich auf die staatliche Zeitung Akhbar al-Youm beruft, erkl\u00e4rte Khalifa vor Gericht, sie habe nie Drogen gesehen, bis sie in den R\u00e4umen der Anti-Drogen-Beh\u00f6rde damit fotografiert worden sei.<\/p>\n<p>Bekannt als TV-Moderatorin und Unternehmerin<\/p>\n<p>Khalifa ist in \u00c4gypten als Fernsehmoderatorin bekannt. Zu ihren Sendungen geh\u00f6rt das Kriminalformat \u00abMission Impossible\u00bb. CNN berichtet zudem, dass sie gemeinsam mit dem Musiker Hamo Bika eine Unterhaltungssendung moderierte.<\/p>\n<p>Neben ihrer Arbeit im Fernsehen ist Khalifa gesch\u00e4ftlich t\u00e4tig. Laut CNN betreibt sie eine Sch\u00f6nheitsklinik. Euronews berichtet ausserdem von einem Unternehmen im Veranstaltungsbereich. Auf Instagram folgen ihr nach Angaben von CNN rund 2,5 Millionen Menschen.<\/p>\n<p>Auch Khalifas Bruder Mohamed geh\u00f6rt zu den zw\u00f6lf Personen, die zum Tod verurteilt wurden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, an der Herstellung und Erprobung der Drogen beteiligt gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Anwalt will Todesurteil anfechten<\/p>\n<p>Das Urteil kann noch angefochten werden. Khalifas Anwalt Mohamed El-Gendy k\u00fcndigte an, gegen das Urteil vorzugehen und die verf\u00fcgbaren Rechtsmittel auszusch\u00f6pfen. Dabei kann die Verurteilung in weiteren Instanzen \u00fcberpr\u00fcft werden, auch eine Befassung des \u00e4gyptischen Kassationsgerichts ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Vor der Verh\u00e4ngung der Todesstrafe wurde der Fall dem \u00e4gyptischen Grossmufti zur Stellungnahme vorgelegt. Dieser Schritt ist bei Todesurteilen vorgeschrieben. Die Einsch\u00e4tzung des Grossmuftis ist laut Euronews beratend und f\u00fcr das Gericht nicht bindend.<\/p>\n<p>\u00c4gypten sieht die Todesstrafe auch f\u00fcr schwere Drogendelikte vor. Nach von BBC und CNN zitierten Zahlen von Amnesty International wurden im Land 2025 insgesamt 492 Todesurteile ausgesprochen und 23 Hinrichtungen vollstreckt. Amnesty kritisiert den Einsatz der Todesstrafe bei Straftaten, bei denen keine vors\u00e4tzliche T\u00f6tung vorliegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Gericht in Kairo hat die bekannte Fernsehmoderatorin Sarah Khalifa und elf weitere Angeklagte zum Tod durch Erh\u00e4ngen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":51854,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[7],"tags":[54,55],"class_list":["post-51853","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-aegypten","tag-aegypten","tag-egypt"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117231704245270203","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51853","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51853"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51853\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/51854"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51853"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51853"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51853"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}