{"id":52110,"date":"2026-09-08T21:39:28","date_gmt":"2026-09-08T21:39:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/52110\/"},"modified":"2026-09-08T21:39:28","modified_gmt":"2026-09-08T21:39:28","slug":"niemand-hat-das-recht-entsetzen-ueber-das-todesurteil-fuer-tv-moderatorin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/52110\/","title":{"rendered":"\u201eNiemand hat das Recht\u201c: Entsetzen \u00fcber das Todesurteil f\u00fcr TV-Moderatorin"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Tod durch Erh\u00e4ngen. So lautete das Urteil eines Gerichts in Kairo gegen die bekannte Fernsehmoderatorin und Influencerin <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/wegen-drogendelikten-aegyptische-tv-moderatorin-zum-tode-verurteilt-10368594\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sarah Khalifa<\/a>. Die 39-J\u00e4hrige wurde zusammen mit 20 weiteren Angeklagten \u2013 unter ihnen auch ihr Bruder \u2013 zum Tode verurteilt. Ihnen wird vorgeworfen, im gro\u00dfen Stil Drogen hergestellt und verkauft zu haben.<\/p>\n<p>Der \u00e4gyptischen regierungsnahen Zeitung Al-Ahram zufolge sollen in zwei als Rauschgiftlaboren genutzten Wohnungen \u00fcber 750 Kilogramm <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/drogen-im-briefkasten-was-eltern-im-notfall-sofort-tun-muessen-10177858\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bet\u00e4ubungsmittel<\/a> und Materialien zur Herstellung synthetischer Drogen sowie nicht registrierte Schusswaffen sichergestellt worden sein. Dar\u00fcber hinaus wurde Khalifa wegen des Angriffs auf ihren Chauffeur zu drei Jahren Haft verurteilt.\n            <\/p>\n<p>            \u00c4gypten: Fast 500 Todesurteile im vergangenen Jahr<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die Moderatorin, der auf Instagram \u00fcber 2,6 Millionen Menschen folgen, beteuert mehreren <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/english.ahram.org.eg\/UI\/Front\/Inner.aspx?NewsContentID=576035\">\u00e4gyptischen Medienberichten<\/a> zufolge ihre Unschuld. Noch ist das Urteil nicht rechtskr\u00e4ftig \u2013 ihr Anwalt hat bereits Berufung angek\u00fcndigt. Khalifa wurde im April 2025 verhaftet und sitzt laut Berichten noch in Haft. <\/p>\n<p>Bevor das Urteil gesprochen wurde, hatte das Gericht den Gro\u00dfmufti \u00c4gyptens, also den obersten und einflussreichsten islamischen Rechtsgelehrten, um eine Einsch\u00e4tzung gebeten. Dies ist f\u00fcr F\u00e4lle vorgeschrieben, in denen Angeklagten die Todesstrafe droht.\n            <\/p>\n<p class=\"text-sm\">Zustimmung wird gepr\u00fcft&#8230;<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Der Fall Sarah Khalifa ist ein Beispiel f\u00fcr die strenge Drogenpolitik \u00c4gyptens. Je nach Delikt reichen die Sanktionen im Land von mehrj\u00e4hrigen Haftstrafen und \u00e4u\u00dferst hohen Geldstrafen bis hin zu lebenslanger Haft und der Todesstrafe. Besonders hart werden wie in Khalifas Fall Schmuggel, Herstellung und Handel bestraft. F\u00fcr die Herstellung oder den Import von Drogen zum Zweck des Handels sieht das Gesetz grunds\u00e4tzlich die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/neues-gesetz-loest-kritik-aus-und-verschaerft-die-debatte-ueber-den-rechtsstaat-10028045\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Todesstrafe<\/a> und eine hohe Geldstrafe vor.<\/p>\n<p>Doch auch der Drogenhandel und Besitz mit Verkaufsabsicht k\u00f6nnen mit der Todesstrafe oder lebenslanger Haft geahndet werden. F\u00fcr Besitz und Konsum ohne nachgewiesene Handelsabsicht sind ebenfalls Haftstrafen vorgesehen, was gelegentlich auch Touristen zum Verh\u00e4ngnis wird.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Auch wenn in \u00c4gypten regelm\u00e4\u00dfig Todesurteile verh\u00e4ngt werden, sorgen die wenigsten f\u00fcr so viel Aufmerksamkeit wie der Fall Sarah Khalifa. Im Jahr 2025 wurden laut der Menschenrechtsorganisation <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/amnesty-international-trump-regierung-befeuert-weltweite-menschenrechtskrise-10031717\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Amnesty International<\/a> 492 Todesurteile gesprochen, von denen jedoch lediglich 23 auch vollstreckt wurden.\n            <\/p>\n<p>            \u201eNiemand sollte \u00fcber Leben und Tod entscheiden\u201c<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Innerhalb weniger Stunden nach Verk\u00fcndung des Urteilsspruchs erregte der Prozess viel Aufmerksamkeit. W\u00e4hrend die internationale Presse gr\u00f6\u00dftenteils n\u00fcchtern \u00fcber den Prozess berichtet und sich Prominente noch in Zur\u00fcckhaltung \u00fcben, erhitzen sich in den sozialen Medien bereits die Gem\u00fcter.<\/p>\n<p>\u201eNiemand sollte entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Man kann sie ins Gef\u00e4ngnis stecken und die Schl\u00fcssel wegwerfen. Aber sie (Khalifa) auf diese Weise zu bestrafen, macht sie (die Justiz) nicht besser als die Angeklagte selbst\u201c, hei\u00dft es in einem Kommentar. Ein anderer User schreibt: \u201eWenn <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/bushido-gegen-jochen-schweizer-der-gott-des-gemetzels-wohnt-in-gruenwald-10359995\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gott<\/a> das Leben gegeben hat, ist er der Einzige, der das Recht hat, es wieder zu nehmen! Niemand sonst darf bestimmen, wer lebt und wer stirbt.\u201c\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Besonders viele Kommentare unter den Beitr\u00e4gen von Khalifa sehen in dem Todesurteil allerdings auch eine gerechte Strafe. \u201eIch bin gegen die Todesstrafe. Aber sie wusste, dass sie daf\u00fcr mit ihrem Leben bezahlen m\u00fcsste, wenn sie in dieses \u201aGesch\u00e4ft\u2018 einsteigt. Und sie hat es akzeptiert\u201c, lautet beispielsweise noch einer der harmloseren Kommentare. <\/p>\n<p>Andere zeigen hingegen gar kein Verst\u00e4ndnis: \u201eIch w\u00e4re traurig. Aber nachdem ich geh\u00f6rt habe, was sie getan hat, f\u00fchlte ich mich nicht mehr schlecht. Bye bye!\u201c<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/images\/blz\/send-mail.svg\" alt=\"Send feedback\"\/><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tod durch Erh\u00e4ngen. 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