{"id":52160,"date":"2026-09-09T06:36:09","date_gmt":"2026-09-09T06:36:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/52160\/"},"modified":"2026-09-09T06:36:09","modified_gmt":"2026-09-09T06:36:09","slug":"grabkammer-in-aegypten-zeigt-nach-4-400-jahren-noch-ihre-originalfarben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/52160\/","title":{"rendered":"Grabkammer in \u00c4gypten zeigt nach 4.400 Jahren noch ihre Originalfarben"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"article-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/grabkammer-in-aegypten-zeigt-nach-4.400-jahren-noch-ihre-originalfarben.jpg\"   alt=\"Grabkammer in \u00c4gypten zeigt nach 4.400 Jahren noch ihre Originalfarben\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\t\t\t(Symbolbild) In der Nekropole von Saqqara haben Arch\u00e4ologen eine Grabkammer aus der sp\u00e4ten f\u00fcnften Dynastie des Alten Reichs freigelegt. Die Mastaba entstand vor rund 4.400 Jahren unter Pharao Djedkare Isesi und diente einem hohen Richter sowie dessen Vater als letzte Ruhest\u00e4tte. Ihre erhabenen Reliefs zeigen Erntearbeiten und Opferprozessionen und tragen vielfach noch die originale Bemalung. Der Fundplatz war seit dem 19. Jahrhundert bekannt, aber nie wissenschaftlich untersucht worden.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t(Foto: \u00a9\u00a0Forschung und Wissen)<\/p>\n<p>In der \u00e4gyptischen Nekropole von Saqqara hat eine spanisch-\u00e4gyptische Grabungsmission eine rund 4.400 Jahre alte Grabkammer freigelegt, deren Reliefs vielfach noch ihre originale Bemalung tragen. Die Doppelanlage aus der sp\u00e4ten f\u00fcnften Dynastie geh\u00f6rte einem hohen Richter namens Yunmin und dessen Vater Iti. Das \u00e4gyptische Antikenministerium wertet den Fund als wichtigen Beitrag zum Verst\u00e4ndnis von Architektur, Kunst und Verwaltung am Ende des Alten Reichs. Bemerkenswert ist auch die Fundgeschichte, denn der Ort war seit dem 19. Jahrhundert bekannt und wurde trotzdem nie erforscht.<\/p>\n<p>Saqqara liegt s\u00fcdwestlich von Kairo und diente der alt\u00e4gyptischen Hauptstadt Memphis \u00fcber Jahrtausende als Begr\u00e4bnisst\u00e4tte. Ber\u00fchmt ist der Ort vor allem f\u00fcr die Stufenpyramide des Djoser, doch rings um die Pyramiden erstrecken sich ausgedehnte Gr\u00e4berfelder mit tausenden Mastabas, rechteckigen Flachgr\u00e4bern aus Stein oder Lehmziegeln, in denen Beamte, Priester und W\u00fcrdentr\u00e4ger bestattet wurden. Die nun untersuchte Anlage stammt aus der Regierungszeit des Pharao Djedkare Isesi, eines Herrschers der f\u00fcnften Dynastie, die etwa von 2494 bis 2345 vor Christus dauerte. In dieser Epoche des Alten Reichs erreichte die Verwaltung des Landes eine beachtliche Komplexit\u00e4t, und der Aufstieg f\u00e4higer Beamter in h\u00f6chste \u00c4mter war m\u00f6glich, wie der neue Fund eindrucksvoll belegt.<\/p>\n<p>Entdeckt wurde die Grabkammer w\u00e4hrend der Grabungskampagne 2026 auf dem sogenannten Mariette-Friedhof n\u00f6rdlich von Saqqara. Das Gel\u00e4nde tr\u00e4gt den Namen des franz\u00f6sischen Arch\u00e4ologen Auguste Mariette, der hier bereits im 19. Jahrhundert Ausgrabungen durchf\u00fchrte. Seither galt der Bereich als bekannt, wurde aber nie nach modernen wissenschaftlichen Standards untersucht und dokumentiert. Genau das holt die gemeinsame Mission der Autonomen Universit\u00e4t Barcelona unter Leitung des \u00c4gyptologen Josep Cervell\u00f3 und des Obersten Rats f\u00fcr Altert\u00fcmer nun nach. Ihr erkl\u00e4rtes Ziel ist es, die Topographie der Nekropole zu rekonstruieren und das Gr\u00e4berfeld als lebendigen Ort zu verstehen, an dem Menschen Opfergaben brachten und \u00fcber Generationen an Grabbauten arbeiteten.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tEine Grabkammer f\u00fcr Vater und Sohn<\/p>\n<p>Die freigelegte Mastaba ist mittelgro\u00df und besitzt zwei Kultkapellen, die sich zur Ostwand \u00f6ffnen. Die n\u00f6rdliche Hauptkapelle geh\u00f6rte Yunmin, der als Richter, Gerichtsvorsteher und Chef der Schreiber f\u00fcr Eingaben und Beschwerden diente und damit zu den ranghohen Justizbeamten seiner Zeit z\u00e4hlte. Die zweite Kapelle war seinem Vater Iti gewidmet, einem deutlich niedriger gestellten Provinzbeamten. Nach Einsch\u00e4tzung der Arch\u00e4ologen spiegelt die Doppelanlage den sozialen Aufstieg der Familie, denn der Sohn eines Provinzbeamten brachte es bis in die Zentralverwaltung und wollte sein jenseitiges Schicksal dennoch mit dem Vater teilen. Die Fassade der Hauptkapelle tr\u00e4gt Totentexte und eine Opferformel, die exakt auf Person und \u00c4mter des Grabherrn zugeschnitten sind, dazu eine offizielle Darstellung Yunmins in w\u00fcrdevoller Pose.<\/p>\n<p>Reliefs mit Farben aus der Zeit der Pharaonen<\/p>\n<p>Als au\u00dfergew\u00f6hnlich gilt der Erhaltungszustand der Dekoration. Die W\u00e4nde der Kapellen sind mit erhabenen Reliefs von hoher handwerklicher Qualit\u00e4t geschm\u00fcckt, die Erntearbeiten auf den Feldern sowie Prozessionen mit Opfergaben zeigen und vielfach noch ihre urspr\u00fcnglichen Farben bewahrt haben, wie das Fachportal Archaeology in seiner <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.archaeology.wiki\/blog\/2026\/09\/08\/a-tomb-from-the-late-fifth-dynasty-in-the-saqqara\/\" title=\"Bericht zur neu entdeckten Mastaba der f\u00fcnften Dynastie in Saqqara\">Zusammenfassung der Ministeriumsmeldung<\/a> dokumentiert. Zur Dekoration geh\u00f6ren auch Darstellungen von Eseln und weiteren Tieren des b\u00e4uerlichen Alltags. Dass Pigmente aus dem Alten Reich die Jahrtausende \u00fcberstehen, verdanken sie dem trockenen W\u00fcstenklima und der sch\u00fctzenden Verf\u00fcllung der Kammern, die Licht und Feuchtigkeit \u00fcber 4.400 Jahre weitgehend fernhielt.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tBekannt seit dem 19. Jahrhundert und nie erforscht<\/p>\n<p>Der Generalsekret\u00e4r des Obersten Antikenrats, Hisham El-Leithy, betonte bei der Bekanntgabe am 7. September, der Fund liefere neue arch\u00e4ologische Daten zur Nekropole von Saqqara in der sp\u00e4ten f\u00fcnften Dynastie und erhelle Baustil, Kunst und Verwaltungs\u00e4mter dieser Periode. Zugleich verdeutlicht der Fall, wie viel Substanz selbst in vermeintlich abgegrabenen Arealen steckt, wenn moderne Methoden zum Einsatz kommen. \u00c4hnliche \u00dcberraschungen liefern historische St\u00e4tten weltweit, etwa als eine <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/archaeologie\/1800-jahre-alte-marmorstatue-eines-heilgottes-entdeckt-133712289\" title=\"1800 Jahre alte Marmorstatue eines Heilgottes entdeckt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">1.800 Jahre alte Marmorstatue eines Heilgottes<\/a> an einem lange bekannten Grabungsort zum Vorschein kam. Die Mission hat die Freilegung und wissenschaftliche Dokumentation beider Kapellen inzwischen abgeschlossen.<\/p>\n<p>Was der Fund \u00fcber das Alte Reich verr\u00e4t<\/p>\n<p>\u00dcber die Einzelanlage hinaus gew\u00e4hrt die Mastaba Einblick in Gesellschaft und Alltag am Ende des Alten Reichs. Die \u00c4mterlaufbahn Yunmins dokumentiert ein Justizwesen mit spezialisierten Schreibern f\u00fcr Eingaben der Bev\u00f6lkerung, die Reliefs zeigen die landwirtschaftliche Grundlage des Staates, und die Doppelbestattung erz\u00e4hlt von Familienbindung \u00fcber Standesgrenzen hinweg. Bei der Kartierung des Umfelds stie\u00dfen die Forscher zudem auf Spuren von zwei weiteren, bislang unbekannten Mastabas, die in kommenden Kampagnen untersucht werden sollen. Wie gut antike Handwerkskunst die Zeit \u00fcberdauern kann, zeigte j\u00fcngst auch eine <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/archaeologie\/nach-2500-jahren-glaenzt-etruskische-bronze-wie-am-ersten-tag-133712624\" title=\"Nach 2500 Jahren gl\u00e4nzt etruskische Bronze wie am ersten Tag\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nach 2.500 Jahren wie neu gl\u00e4nzende etruskische Bronze<\/a>. In Saqqara d\u00fcrfte die systematische Neuvermessung des Mariette-Friedhofs noch f\u00fcr weitere Entdeckungen sorgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Symbolbild) In der Nekropole von Saqqara haben Arch\u00e4ologen eine Grabkammer aus der sp\u00e4ten f\u00fcnften Dynastie des Alten Reichs&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":52161,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[7],"tags":[54,17936,15897,55,19938,19936,19937,4213,709],"class_list":["post-52160","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-aegypten","tag-aegypten","tag-altes-reich","tag-archaeologen","tag-egypt","tag-fuenfte-dynastie","tag-grabkammer","tag-mastaba","tag-pharao","tag-saqqara"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/117239702018622458","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52160","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=52160"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52160\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/52161"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52160"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52160"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52160"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}