{"id":5268,"date":"2026-04-20T18:36:14","date_gmt":"2026-04-20T18:36:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5268\/"},"modified":"2026-04-20T18:36:14","modified_gmt":"2026-04-20T18:36:14","slug":"usaid-stop-in-uganda-alles-zerfaellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5268\/","title":{"rendered":"USAID-Stop in Uganda: &#8222;Alles zerf\u00e4llt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-07\/entwicklungshilfe-usaid-stop-uganda-humanitaere-krise\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>            Inhalt        <\/p>\n<p>Seite 1&#8243;Alles zerf\u00e4llt&#8220;<\/p>\n<p>                                            <a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-07\/entwicklungshilfe-usaid-stop-uganda-humanitaere-krise\/seite-2\" data-ct-label=\"2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    Seite 2Abgemagerte Kinder und Prostitution<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Anrufe h\u00e4tten sie getroffen wie Schl\u00e4ge. &#8222;Agnes, warum kommt ihr nicht mehr?&#8220; \u2013 &#8222;Agnes, wir haben keine Medikamente mehr.&#8220; \u2013 &#8222;Agnes, die Kinder hier sterben.&#8220; Und sie, einst Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/uganda\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Uganda<\/a>, habe keine Antwort gewusst. Was sollte Agnes den Freiwilligen auch sagen, mit denen sie jahrelang in abgelegenen D\u00f6rfern gegen Malaria gek\u00e4mpft hatte?\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">&#8222;Wir waren im Kampf gegen Krankheit, Armut, Tod so weit gekommen&#8220;, sagt Agnes. &#8222;Und jetzt sehen wir zu, wie alles zerf\u00e4llt.&#8220; Agnes hei\u00dft eigentlich anders. Im Videoanruf sitzt sie in einem kleinen Zimmer, hinter ihr surrt ein Ventilator. Sie bittet um Anonymit\u00e4t: Im autorit\u00e4r regierten Uganda k\u00f6nnen kritische Worte gef\u00e4hrlich werden.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Agnes sagt: &#8222;Die Strukturen, auf die sich das Gesundheitssystem in Uganda st\u00fctzt, sind \u00fcber Nacht weggebrochen.&#8220;\n<\/p>\n<p>        Ein Land am Limit        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Krise begann mit einer Unterschrift. Am 20. Januar, seinem ersten Tag im Amt, unterzeichnete US-Pr\u00e4sident <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/donald-trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> ein Dekret und stoppte damit s\u00e4mtliche US-Entwicklungsgelder f\u00fcrs Ausland. Es blieb nicht dabei. Eineinhalb Monate sp\u00e4ter k\u00fcndigte seine Regierung an, 83 Prozent aller USAID-Programme zu streichen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">USAID, das war die United States Agency for International Development.\u00a0 Am 1. Juli stellte die Beh\u00f6rde ihre Arbeit ein. Die verbliebenen Programme wurden dem US-Au\u00dfenministerium \u00fcberf\u00fchrt. Au\u00dfenminister Marco Rubio verteidigte den Kahlschlag: USAID habe ein &#8222;nahezu unbegrenztes Budget&#8220; verschlungen, einen &#8222;globalen NGO-Komplex&#8220; geschaffen, dessen Mitarbeiter im Luxus lebten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nun droht eine humanit\u00e4re Katastrophe. USAID verwaltete laut New York Times zuletzt ein Budget von 120 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 15 Dollar pro Menschen auf der Welt. Mit den gekappten Milliarden schlie\u00dfen Kliniken, <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/medikament\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Medikamente<\/a> und Nahrung fehlen, Krankheiten kehren zur\u00fcck.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. 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Laut einer Recherche des US-Magazins\u00a0The Atlantic\u00a0hat die US-Regierung veranlasst, 500 Tonnen Notnahrung zu verbrennen, statt sie an Kinder in Krisenregionen zu schicken.\u00a0Die medizinische Fachzeitschrift <a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736(25)01186-9\/fulltext\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">The Lancet<\/a> warnt: Bis 2030 k\u00f6nnten aufgrund der K\u00fcrzungen mehr als 14 Millionen Menschen sterben.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch L\u00e4nder wie Deutschland drehen den Geldhahn zu. 2025 will das Ausw\u00e4rtige Amt nur noch 1,05 Milliarden Euro ausgeben, \u00fcber die H\u00e4lfte weniger als im Vorjahr.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wozu das f\u00fchrt, zeigt sich in Uganda \u2013 einem ostafrikanischen Land mit 48 Millionen Einwohnern und fast zwei Millionen Gefl\u00fcchteten. Nun ist das Versorgungssystem Ugandas am Limit. Die Krise offenbart, wie br\u00fcchig vermeintlicher Fortschritt ist, wenn das Gemeinwohl vom Ausland abh\u00e4ngt.\u00a0Ist eine Katastrophe unausweichlich?\n<\/p>\n<p>        &#8222;Alles, was wir gemeinsam aufgebaut hatten, war ausradiert&#8220;        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00fcr Agnes begann alles im Januar, mit einer WhatsApp-Nachricht: &#8222;Bitte bleibt zu Hause, bis wir uns wieder melden.&#8220; Kurz darauf eine Mail: Projektstopp. Eine Woche sp\u00e4ter war Agnes gek\u00fcndigt. So erz\u00e4hlt sie es.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die 40-j\u00e4hrige Mutter von f\u00fcnf Kindern habe kein Leben ohne Arbeit gekannt: fr\u00fch aufstehen, durchs Land fahren, Teams leiten, Berichte schreiben. &#8222;Pl\u00f6tzlich war alles vorbei&#8220;, sagt sie. &#8222;Alles, was wir gemeinsam aufgebaut hatten, war ausradiert.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Agnes hatte in einem von USAID finanzierten Malariaprojekt gearbeitet. Die Krankheit wird von M\u00fccken \u00fcbertragen, vor allem Kleinkindern und Schwangeren kann sie gef\u00e4hrlich werden. Weil viele D\u00f6rfer weit entfernt von Kliniken liegen, bildete ihr Team Freiwillige aus: Sie testeten, behandelten, verteilten Medikamente und Moskitonetze. Agnes sagt: &#8222;Es war viel Arbeit, aber wir haben Leben gerettet.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dann blieben erst die US-Gelder aus, anschlie\u00dfend der Medikamente. &#8222;Wenn ein Kind heute Fieber hat, muss die Mutter oft stundenlang zur Klinik laufen&#8220;, sagt Agnes. Dort m\u00fcsse sie lange warten, es fehle an Personal. Internationale Gelder machten laut den Vereinten Nationen (UN) einst 80 Prozent der Gesundheitsausgaben Ugandas aus. Viele Gesundheitskr\u00e4fte seien \u00fcber <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ngo\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">NGOs<\/a> bezahlt worden, die nicht mehr arbeiteten. Genauso wenig wie ihre Mitarbeiter in den Kliniken.\n<\/p>\n<p>        In Apotheken entstehe ein Schwarzmarkt        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Gesundheitskrise reicht weit \u00fcber Malaria hinaus. Auch HIV-Programme brechen weg. In Uganda leben der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/un\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">UN<\/a> zufolge etwa 1,4 Millionen Menschen mit dem Virus. \u00dcber die H\u00e4lfte der Mittel im Kampf gegen HIV sei durch die US-K\u00fcrzungen verloren gegangen. Zahlreiche Organisationen, die bislang Pr\u00e4vention, Tests und Behandlung erm\u00f6glichten, mussten schlie\u00dfen.\n<\/p>\n<p>                            Eine Frau vor einer ugandischer AIDS-Organisation             \u00a9\u00a0Hajarah Nalwadda\/\u200bGetty Images<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Einige von Agnes fr\u00fcheren Kolleginnen aus der HIV-Arbeit machten auch unbezahlt weiter. &#8222;Sie fahren auf eigene Kosten mit dem Bus umher und verteilen, was sie noch haben&#8220;, sagt sie. Niemand wisse, wie lange die Medikamentenvorr\u00e4te noch reichen. Die UN sch\u00e4tzen: vielleicht drei Monate.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In Apotheken entstehe ein Schwarzmarkt f\u00fcr Medikamente. &#8222;Fr\u00fcher waren die Mittel kostenlos&#8220;, sagt Agnes. Jetzt hie\u00dfe es dort: &#8222;Wenn du sichergehen willst, dass du genug bekommst, bring Geld mit.&#8220; Einige Patienten hamsterten die Medikamente, was die Best\u00e4nde rasch leere.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Agnes legt ihre Stirn in Falten. Fr\u00fcher habe man kaum Menschen mit HIV auf den Stra\u00dfen gesehen. Sie sagt: &#8222;Die Medikamente haben gewirkt. Sie konnten leben, arbeiten, ihre Kinder gro\u00dfziehen.&#8220; Jetzt begegneten ihr wieder Symptome von Krankheiten: Hautausschl\u00e4ge, Fieber, offene Wunden. &#8222;Alles, wof\u00fcr wir gek\u00e4mpft haben, droht zu verschwinden.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Offiziell laufen noch die Programme privater Geldgeber wie der Bill-Gates-Stiftung weiter. &#8222;Aber jeder wei\u00df: Die L\u00fccken sind riesig&#8220;, sagt Agnes. Die staatlichen Gesundheitsdienste Ugandas seien nie darauf ausgerichtet gewesen, unabh\u00e4ngig von Entwicklungsgeldern zu funktionieren. &#8222;Ohne Hilfe von au\u00dfen&#8220;, sagt Agnes, &#8222;werden wir das nicht schaffen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1&#8243;Alles zerf\u00e4llt&#8220; Seite 2Abgemagerte Kinder und Prostitution Die Anrufe h\u00e4tten sie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5269,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[3258,3259,3261,3260,283,207,287,3257],"class_list":{"0":"post-5268","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-uganda","8":"tag-entwicklungspolitik","9":"tag-gesundheitssystem","10":"tag-malaria","11":"tag-medikament","12":"tag-politik","13":"tag-uganda","14":"tag-usa","15":"tag-usaid-stop-in-uganda"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116438486989364701","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5268","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5268"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5268\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}