{"id":5292,"date":"2026-04-20T18:57:15","date_gmt":"2026-04-20T18:57:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5292\/"},"modified":"2026-04-20T18:57:15","modified_gmt":"2026-04-20T18:57:15","slug":"fluechtlingscamp-dadaab-was-wenn-die-us-gelder-ausbleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5292\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlingscamp Dadaab: Was, wenn die US-Gelder ausbleiben?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/dadaab-108.jpg\" alt=\"Blick auf Dadaab\" title=\"Blick auf Dadaab | ARD-Studio Nairobi\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 08.03.2025 \u2022 18:51 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Es ist eines der gr\u00f6\u00dften Fl\u00fcchtlingscamps der Welt: Dadaab, im Norden Kenias, an der Grenze zu Somalia. Fallen die US-Hilfsgelder aus, sp\u00fcren es die Menschen hier als erstes.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/bensch-ts-104.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Karin Bensch\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/bensch-100.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Fl\u00fcchtlingscamp befindet in einer entlegenen Gegend, fernab von St\u00e4dten, umgeben von weiter Landschaft, Sand und niedrigen B\u00fcschen, in den sich Plastikm\u00fcll verf\u00e4ngt. Es ist hei\u00df, trocken und staubig in Dadaab, einem Ort, in dem viele schon seit Generationen leben. Die meisten hier kommen aus Somalia, dessen Grenze etwa 100 Kilometer entfernt von Dadaab liegt und wo seit mehr als 30 Jahren B\u00fcrgerkrieg herrscht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wo zu Beginn Zelte standen, befinden sich heute einfache H\u00fctten aus Wellblech und Holz. Im \u00e4ltesten Stadtteil Hagadera gibt es einige kleine Gesch\u00e4fte, einen Kiosk, eine Metzgerei f\u00fcr die wenigen, die es sich leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Das ist die Einkaufsstra\u00dfe von Dadaab, einer Fl\u00fcchtlingsstadt etwa 100 Kilometer von der Grenze zu Somalia entfernt.\n                    <\/p>\n<p>    Rationen massiv geschrumpft<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die meisten Menschen in Dadaab sind auf Nahrungsmittellieferungen angewiesen. Vor allem das Weltern\u00e4hrungsprogramm der Vereinten Nationen versorgt die Fl\u00fcchtlinge mit Mais, Bohnen, Reis und \u00d6l. Einer davon ist der Somali Said, der einmal im Monat eine Nahrungsmittelration f\u00fcr sich und seine Familie bekommt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Die Nahrungsmittelrationen hier sind schon seit Jahren immer weniger geworden, aber jetzt sind sie wirklich sehr geschrumpft. Zuvor habe ich 20 Kilogramm Mais pro Monat f\u00fcr meine sechsk\u00f6pfige Familie bekommen. Nun sind es nur noch etwa sechs Kilo&#8220;, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n<p>    Sorge vor Unruhen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Said hat Angst, dass die Stimmung im Fl\u00fcchtlingslager kippt, dass es Unruhen geben k\u00f6nnte. Oder sogar Tote. &#8222;Wenn du jeden Tag zu wenig Nahrung hast, zu wenig Trinkwasser, zu wenig medizinische Versorgung &#8211; dann wartest du nur noch auf den Tod&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Hilfsorganisation Save the Children ist besorgt, dass Kinder in Fl\u00fcchtlingscamps k\u00fcnftig unter Mangelern\u00e4hrung leiden k\u00f6nnten wegen der K\u00fcrzungen der US-Gelder. &#8222;Es k\u00f6nnte auch bedeuten, dass Kinder, die bereits mangelern\u00e4hrt sind, keine entsprechende Behandlung bekommen&#8220;, sagt Pornpun Jib Rabiltossaporn, Direktor bei Save the children f\u00fcr Kenia und Madagaskar.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Amina (rechts im Bild) und ihre Pflegemutter. Ungewiss, wie lange sie die 17-J\u00e4hrige noch unterst\u00fctzen kann. Auch sie wird von Hilfsgeldern bezahlt.\n                    <\/p>\n<p>    Mangel an medizinischer Behandlung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Mangel zeigt sich nicht nur bei Grundnahrungsmitteln und Trinkwasser, sondern auch bei der medizinischen Versorgung. Das sp\u00fcrt auch die 17-j\u00e4hrige Amina. Sie hat k\u00f6rperliche Gewalt erlitten, wurde vergewaltigt und dadurch schwanger.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor vier Jahren floh sie mit ihrem Baby aus Somalia nach Kenia und lebt seitdem in Dadaab. Doch ihr Leben sei hier deutlich schwieriger geworden, erz\u00e4hlt sie. &#8222;Fr\u00fcher wurde mir hier sehr geholfen. Das ist vorbei. Wenn ich jetzt sage, dass mein kleines Kind krank ist oder ich nicht genug zu essen habe, sagen mir die Helfer, dass ihnen die Mittel fehlen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Weil Amina noch minderj\u00e4hrig ist, bekommt sie Unterst\u00fctzung von einer Pflegemutter, die auch von Hilfsgeldern bezahlt wird &#8211; unklar, wie lange noch. &#8222;Ich habe gro\u00dfe Sorge, dass dieses Fl\u00fcchtlingscamp geschlossen wird&#8220;, sagt Amina. Sie wisse nicht, wo sie dann hingehen solle.<\/p>\n<p>    Abh\u00e4ngigkeit von US-Geldern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Viele internationale Organisationen in Dadaab sind abh\u00e4ngig von den USA, dem bislang gr\u00f6\u00dften Geldgeber f\u00fcr Entwicklungszusammenarbeit weltweit. Vom Beschluss der Trump-Regierung, die Entwicklungsbeh\u00f6rde USAID aufzul\u00f6sen, Milliarden an Hilfsgelder zu blockieren und massiv zu k\u00fcrzen sind viele Organisationen betroffen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aus Sorge, dass etwa die Gemeinn\u00fctzigkeit aberkannt oder noch mehr Gelder gestrichen werden, haben viele Angst, \u00f6ffentlich dar\u00fcber zu sprechen. Interviewanfragen werden abgelehnt. Der Druck aus den USA sei gro\u00df.<\/p>\n<p>    Die H\u00e4lfe der Gelder weg<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Schweizer Kinderhilfswerk Terre des Hommes ist von massiven K\u00fcrzungen bei der USAID betroffen, der zust\u00e4ndige Landesdirektor findet dennoch den Mut, dar\u00fcber zu reden. Die Organisation hat bereits in den vergangenen Wochen unter der Blockade der US-Hilfsgelder gelitten, f\u00fcnf Familienzentren mussten geschlossen werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nun ist klar, dass es kein Geld mehr f\u00fcr ihre Projekte in Kenia vom US-Au\u00dfenministerium gibt. Eine verheerende Situation, sagt Craig Tucker, Direktor von Terre des Hommes in Kenia.<\/p>\n<p>\n                    50 Prozent unserer Finanzierung sind \u00fcber Nacht verschwunden. Deshalb k\u00f6nnen wir die H\u00e4lfte unserer Mitarbeiter nicht mehr bezahlen. In den Fl\u00fcchtlingslagern sind rund 20.000 Menschen betroffen, besonders etwa eintausend Kinder in Not.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Hilfsorganisation berichtet, sie habe eiligst ihre Arbeit umgestellt, um zumindest die h\u00e4rtesten F\u00e4lle zu unterst\u00fctzen. Andere Kinder und Eltern, die Hilfe bekamen, bekommen sie nun nicht mehr. Um weiterarbeiten zu k\u00f6nnen, suche die Organisation nach neuen Geldgebern.<\/p>\n<p>    Krise auch Chance f\u00fcr Entwicklungsarbeit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ohne den gro\u00dfen Geldgeber USA werden Hilfsorganisationen sich neu aufstellen m\u00fcssen. Craig Tucker sieht darin auch eine Chance. Es gehe darum, Gefl\u00fcchtete, die dazu in der Lage sind, in Zukunft noch mehr darin zu best\u00e4rken, eigenverantwortlicher zu leben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch jene, die massive k\u00f6rperliche oder psychische Probleme haben, oder auch Kinder w\u00fcrden auch weiterhin auf internationale Unterst\u00fctzung angewiesen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 08.03.2025 \u2022 18:51 Uhr Es ist eines der gr\u00f6\u00dften Fl\u00fcchtlingscamps der Welt: Dadaab, im Norden Kenias, an&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5293,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[248],"tags":[3279,118,428,2087],"class_list":{"0":"post-5292","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-somalia","8":"tag-dadaab","9":"tag-kenia","10":"tag-somalia","11":"tag-usaid"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116438567689139716","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5292","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5292"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5292\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5292"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5292"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5292"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}