{"id":5314,"date":"2026-04-20T19:19:09","date_gmt":"2026-04-20T19:19:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5314\/"},"modified":"2026-04-20T19:19:09","modified_gmt":"2026-04-20T19:19:09","slug":"abzug-der-bundeswehr-aus-mali-kein-simples-kofferpacken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5314\/","title":{"rendered":"Abzug der Bundeswehr aus Mali: Kein simples Kofferpacken"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/gewehre-102.jpg\" alt=\"Ein einer Halle liegen Gewehre auf einer Folie auf dem Boden aufgereiht.\" title=\"Ein einer Halle liegen Gewehre auf einer Folie auf dem Boden aufgereiht. | Kai K\u00fcstner\"\/><\/p>\n<p>                    hintergrund<\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 04.10.2023 \u2022 15:38 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        700 Soldatinnen und Soldaten sowie Material in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 600 Containern muss die Bundeswehr noch aus Mali sicher nach Hause bringen. Eine Herkulesaufgabe, und die Zeit daf\u00fcr ist extrem knapp.\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vom Funkger\u00e4t bis zum Fuchs-Transportpanzer &#8211; in einer gigantischen Halle des Bundeswehr-Camps in Gao in Mali wird s\u00e4mtliches Material f\u00fcr die R\u00fcckreise nach Deutschland vorbereitet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wer diese sogenannte &#8222;Materialschleuse&#8220; betritt, f\u00fchlt sich fast schon an einen OP-Saal erinnert: So fein s\u00e4uberlich sind Pistolen in ihre Einzelteile zerlegt und auf Folie ausgelegt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">So gr\u00fcndlich sind gepanzerte Fahrzeuge mit Desinfektionsmittel gereinigt und damit gegen Tierseuchen impr\u00e4gniert, dass man sich kaum vorstellen kann, wie ihnen bis vor kurzem der r\u00f6tliche W\u00fcstensand Malis aus jeder Ritze rieselte.<\/p>\n<p>    Sich ausbreitende Terrorgruppen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gerade wickelt ein Soldat Sturmgewehre vom Typ G36 sorgsam in sto\u00dfsichere Luftpolsterfolie ein und verstaut sie in extra gesicherte Kisten. Das G36 unterliegt &#8211; wie alle Waffen &#8211; der Priorit\u00e4t eins. Hei\u00dft: Auf der von eins bis f\u00fcnf reichenden Wichtigkeitsskala der Logistiker steht es ganz oben und muss unbedingt nach Deutschland zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Will die Bundeswehr doch um jeden Preis vermeiden, dass Funkger\u00e4te, Waffen oder gepanzerte Fahrzeuge nach dem Abzug in die H\u00e4nde von sich ausbreitenden Terrorgruppen fallen. Oder auch in den Besitz russischer S\u00f6ldner gelangen, die auf Seiten der malischen Armee k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Die Bundeswehr will um jeden Preis vermeiden, dass Funkger\u00e4te, gepanzerte Fahrzeuge oder Waffen nach dem Abzug in die &#8222;falschen H\u00e4nde&#8220; gelangen.\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Keine dreispurige Autobahn&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es geht also darum, die gebotene Vorsicht mit dem extrem hohen Zeitdruck zu vereinbaren: &#8222;Der Zeitplan ist ehrgeizig. Es darf nicht viel schiefgehen, eigentlich darf gar nichts schiefgehen&#8220;, gibt Kommandeur Heiko Bohnsack im ARD-Interview zu. &#8222;Wir haben hier keine dreispurige Autobahn, auf der wir unsere Kr\u00e4fte, unser Material nach Hause fahren k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Statt einer Autobahn gibt es den direkt vor dem deutschen Camp gelegenen Flugplatz in Gao. Da der Luftweg der sicherste ist, sind die Deutschen und ihre A400M-Transportmaschinen dringend darauf angewiesen, dass diese Ausgangst\u00fcr, dieser Exit, f\u00fcr sie ge\u00f6ffnet bleibt:<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Der Flughafen Gao ist das gr\u00f6\u00dfte Nadel\u00f6hr&#8220;, sagt Thomas Henschke, Direktor f\u00fcr die materielle R\u00fcckverlegung. Henschkes Hauptproblem: Es gibt viel, zu viel, das er nur schwer beeinflussen kann. Spielen das Wetter oder die malischen Beh\u00f6rden nicht mit, ger\u00e4t der Zeitplan ins Wanken.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Der Luftweg raus aus Mali ist der sicherste. Die Deutschen sind daher dringend darauf angewiesen, dass diese Ausgangst\u00fcr ge\u00f6ffnet bleibt.\n                    <\/p>\n<p>    Auswirkungen der Sicherheitslage<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor gut zehn Tagen setzte am Flughafen in Gao eine wohl v\u00f6llig \u00fcberladene russische Iljuschin-Maschine der malischen Armee zu sp\u00e4t auf, rollte \u00fcber die Landebahn hinaus und explodierte auf der roten Schotterpiste dahinter.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und dann sind da noch die heftig aufgeflammten K\u00e4mpfe zwischen malischer Armee und Terrorgruppen. Von der Sicherheitslage, erkl\u00e4rt Logistik-Experte Henschke, sei man durchaus abh\u00e4ngig: &#8222;Nicht, weil wir ein unmittelbares Ziel sind, sondern wegen der m\u00f6glichen Auswirkungen, die Gefechte hier vor Ort auf unsere Logistik haben k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach einem blutigen Selbstmordanschlag Anfang September auf einen St\u00fctzpunkt der malischen Armee nur ein paar hundert Meter vom deutschen Camp entfernt, wurden die Fl\u00fcge aus naheliegenden Gr\u00fcnden zeitweise eingestellt.<\/p>\n<p>    Bereitschaft bis zum Ende<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gegen die sich zuspitzende Lage drau\u00dfen kann Henschke mit seinem Team nichts unternehmen. Sehr wohl aber kann er dazu beitragen, dass sich die Soldaten im deutschen Camp selbst bis zur letzten Minute weiter sch\u00fctzen k\u00f6nnen: &#8222;Das bedeutet eben auch, dass wir nicht zuerst das Material mit der h\u00f6chsten Priorit\u00e4t, also unsere Gefechtsfahrzeuge und Waffen, nach Hause bringen. Sondern, dass bis zum Ende Gefechtsfahrzeuge und Waffen hier sind.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und so bleibt dieser Abzug bis zur letzten Minute ein Balanceakt: Gilt es doch einerseits, das Material der Wichtigkeitsstufe eins sicher nach Hause zu bringen &#8211; andererseits aber stets genug vor Ort zu haben, damit die Truppe nicht verwundbar wird.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Mitten im Bundeswehr-Camp steht der wohl teuerste Rohbaus der Region: Mehr als 26 Millionen Euro hat der Bund f\u00fcr die Klinik bereits ausgegeben.\n                    <\/p>\n<p>    Unfertiges Krankenhaus bleibt zur\u00fcck<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Was \u00fcbrigens auf jeden Fall zur\u00fcckbleiben wird, ist der Rohbau eines Krankenhauses mitten im Bundeswehr-Camp. Wer das Geb\u00e4ude betritt, ist \u00fcberrascht, wie weit man hier schon gekommen war: Die Waschbecken und Desinfektionsflaschenhalter vor den OP-S\u00e4len h\u00e4ngen bereits, gelbe LAN-Kabel sind verlegt, Dach und W\u00e4nde sind gegen Raketenbeschuss gesichert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mehr als 26 Millionen Euro hatte der Bund f\u00fcr die Klinik bereits ausgegeben, als Anfang des Jahres die Entscheidung fiel, wegen des beschlossenen Abzugs nicht zu Ende zu bauen. Was die wohl modernste Klinik des Sahel h\u00e4tte werden k\u00f6nnen, d\u00fcrfte nun f\u00fcr immer der teuerste Rohbau der Region bleiben.<\/p>\n<p>    Pl\u00e4ne f\u00fcr Evakuierung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Unbedingt in die Heimat zur\u00fcck verfrachtet werden &#8211; und zwar m\u00f6glichst bis Weihnachten &#8211; sollen aber noch 700 Soldatinnen und Soldaten sowie G\u00fcter in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 600 Containern. Urspr\u00fcnglich waren es 1.000.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">400 sind bereits zu Hause. Was aber passiert, wenn die Lage so bedrohlich wird, dass doch noch ein Blitzabzug oder gar eine Evakuierung n\u00f6tig werden sollte? Ein sehr theoretischer Fall &#8211; f\u00fcr den aber Pl\u00e4ne in der Schublade l\u00e4gen, versichert Henschke.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Pl\u00e4ne allerdings, \u00fcber die er nicht gerne spricht. Fest steht nur eins: In diesem Fall m\u00fcsste auch Material der Kategorie 1 auf der Priorit\u00e4tenliste in Mali zur\u00fcckbleiben. Das allerdings w\u00fcrde man dann vor Ort rechtzeitig vernichten m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"hintergrund Stand: 04.10.2023 \u2022 15:38 Uhr 700 Soldatinnen und Soldaten sowie Material in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 600 Containern&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5315,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[237],"tags":[3280,2603,309],"class_list":["post-5314","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-mali","tag-abzug","tag-bundeswehr","tag-mali"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116438654322932357","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5314"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5314\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5315"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}