{"id":5365,"date":"2026-04-20T19:59:48","date_gmt":"2026-04-20T19:59:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5365\/"},"modified":"2026-04-20T19:59:48","modified_gmt":"2026-04-20T19:59:48","slug":"niger-krise-arrangement-mit-den-putschisten-ist-wahrscheinlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5365\/","title":{"rendered":"Niger-Krise: Arrangement mit den Putschisten ist wahrscheinlich"},"content":{"rendered":"<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"General Abdourahmane Tchiani umringt von Gefolgsleuten in Nigers Hauptstadt Niamey.\" alt=\"General Abdourahmane Tchiani umringt von Gefolgsleuten in Nigers Hauptstadt Niamey.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/niger-putsch-106-1920x1080.jpg\" \/><\/p>\n<p>                  General Abdourahmane Tchiani hat sich zum Machthaber in Niger geputscht. (picture alliance \/ AA \/ Balima Boureima)<\/p>\n<p>Zwei Wochen nach dem Milit\u00e4rputsch l\u00e4sst sich nur wenig Gesichertes sagen. Vielleicht so viel:<\/p>\n<p>Erstens, die Putschisten haben die erste Druckwelle der Reaktionen aus der Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten, der ECOWAS, und aus dem Westen \u00fcber sich hinwegrauschen lassen. Kein Anzeichen, dass die Gener\u00e4le einknicken.<\/p>\n<p>Zweitens, die Drohung der ECOWAS, unterst\u00fctzt unter anderem von Frankreich, milit\u00e4risch einzugreifen \u2013 diese Drohung ist verpufft.<\/p>\n<p>Drittens: Ern\u00fcchterung regiert. Die ECOWAS scheint verstanden zu haben, dass eine Milit\u00e4rintervention hochriskant w\u00e4re. Sie k\u00fcndigt jetzt zwar an, eine Eingreiftruppe aufzustellen zu wollen, aber bis wann und mit welchen Truppen \u2013 unklar. Stattdessen wurde als erste Priorit\u00e4t gestern beim Sondergipfel in Nigerias Hauptstadt Abuja der diplomatische Weg herausgestellt.<\/p>\n<p>                Ein Milit\u00e4reinsatz w\u00e4re zu riskant<\/p>\n<p>Gut so. Das Risiko, durch einen Milit\u00e4reinsatz in Niger dort einen B\u00fcrgerkrieg auszul\u00f6sen, ist viel zu gro\u00df. Milit\u00e4rische Kr\u00e4fte aus den ECOWAS-Staaten nach Niger zu schicken w\u00fcrde auch bedeuten, die ohnehin schwachen Kapazit\u00e4ten f\u00fcr den Kampf gegen die Bedrohung durch Dschihadisten weiter zu reduzieren.<\/p>\n<p>Vielleicht ist allen Beteiligten dann doch klar geworden: Ein Erfolg w\u00e4re mit Gewalt keineswegs garantiert. Und weder Frankreich, noch Deutschland, noch die Europ\u00e4ische Union stehen wirklich und ernsthaft hinter dem Gedanken eines Milit\u00e4rschlages gegen die Milit\u00e4rjunta in Niger.<\/p>\n<p>Alle starren auf ihre Interessen in Niger. Nur ein paar Beispiele:<\/p>\n<p>Frankreich hat etwa 1.500 Soldaten dort. Sein St\u00fctzpunkt in Niger ist seit den Milit\u00e4rcoups in Burkina Faso und Mali der wichtigste, um in der Region noch milit\u00e4risch pr\u00e4sent sein zu k\u00f6nnen. Hinzu kommt: Bis zu 15 Prozent des Urans, das Frankreich f\u00fcr den Betrieb seiner Kernkraftwerke importiert, kommt aus Niger.<\/p>\n<p>                Eine Migrationsroute als Druckmittel<\/p>\n<p>Deutschland und andere EU-Staaten f\u00fcrchten, dass die Migrationsroute durch Niger von den neuen Machthabern dort als Druckmittel genutzt werden k\u00f6nnte. Nach dem Motto: Ihr kooperiert nicht mit uns, dann lassen wir die Migranten Richtung Mittelmeer wieder durch.<\/p>\n<p>Und dann sind da noch die USA. Sie haben eine Drohnen-Basis in Agadez im Niger. Eine strategisch enorm wichtige Station f\u00fcr Anti-Terror-Operationen in der Region. Das wollen die US-Amerikaner nicht aufs Spiel setzen.<\/p>\n<p>All das, das enorme Risiko einer ECOWAS-Milit\u00e4roperation samt den strategischen Interessen westlicher Staaten f\u00fchrt sehr wahrscheinlich zu diesem Punkt: einem Arrangement mit den Gener\u00e4len, also den neuen Machthabern in Niger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"General Abdourahmane Tchiani hat sich zum Machthaber in Niger geputscht. (picture alliance \/ AA \/ Balima Boureima) Zwei&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5366,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[243],"tags":[2485,366,1406],"class_list":{"0":"post-5365","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-niger","8":"tag-ecowas","9":"tag-niger","10":"tag-putsch"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116438815368564217","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5365"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5365\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5366"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}