{"id":5392,"date":"2026-04-20T20:27:32","date_gmt":"2026-04-20T20:27:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5392\/"},"modified":"2026-04-20T20:27:32","modified_gmt":"2026-04-20T20:27:32","slug":"wortlaut-papst-predigt-bei-der-heiligen-messe-in-saurimo-angola","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5392\/","title":{"rendered":"Wortlaut: Papst-Predigt bei der Heiligen Messe in Saurimo (Angola)"},"content":{"rendered":"<p>Hier in amtlicher \u00dcbersetzung die Predigt, die Papst Leo XIV. an diesem Montag bei der Heiligen Messe in Saurimo (Angola) gehalten hat. S\u00e4mtliche Wortmeldungen der P\u00e4pste in den verschiedenen \u00dcbersetzungen finden Sie auf vatican.va.<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/p>\n<p>\u00fcberall auf der Welt lebt die Kirche als Volk, das in der Nachfolge Christi, unseres Bruders und Erl\u00f6sers, unterwegs ist: Er, der Auferstandene, erleuchtet uns den Weg zum Vater und heiligt uns durch die Kraft des Heiligen Geistes, damit wir unseren Lebensstil nach seiner Liebe umgestalten. Das ist die Frohe Botschaft, das Evangelium, das wie Blut in unseren Adern flie\u00dft und uns auf unserem Weg st\u00e4rkt. Einem Weg, der mich heute hierher zu euch gef\u00fchrt hat! In der Freude und Sch\u00f6nheit unserer Versammlung, die im Namen Jesu zusammengekommen ist, h\u00f6ren wir mit offenem Herzen auf sein Wort des Heils, denn es l\u00e4sst uns \u00fcber den Grund und das Ziel unserer Christus-Nachfolge nachdenken.<\/p>\n<p>Als der Sohn Gottes Mensch wurde, vollbrachte er n\u00e4mlich vielsagende Werke, um den Willen des Vaters zu offenbaren: Er bringt Licht in die Finsternis, indem er den Blinden das Augenlicht schenkt, er gibt den Unterdr\u00fcckten eine Stimme, indem er die Zunge der Stummen l\u00f6st, er stillt unseren Hunger nach Gerechtigkeit, indem er das Brot f\u00fcr die Armen und Schwachen vermehrt. Wer von diesen Taten h\u00f6rt, begibt sich auf die Suche nach Jesus. Gleichzeitig sieht der Herr in unser Herz und fragt uns, ob wir ihn aus Dankbarkeit oder aus Eigennutz, aus Berechnung oder aus Liebe suchen. Er sagt n\u00e4mlich zu den Menschen, die ihm folgten: \u00bbIhr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid\u00ab (Joh 6,26). Seine Worte offenbaren die Absichten derer, die nicht die Begegnung mit einer Person suchen, sondern den Konsum. Die Menge sieht Jesus als Mittel zum Zweck, als Dienstleister. W\u00fcrde er ihnen nicht etwas zu essen geben, w\u00e4ren seine Taten und Lehren nicht interessant.<\/p>\n<p>Die Gefahr des Aberglaubens <\/p>\n<p>Dies geschieht, wenn der echte Glaube durch ein abergl\u00e4ubisches Gesch\u00e4ft ersetzt wird, in dem Gott zu einem G\u00f6tzen wird, den man nur dann sucht, wenn man ihn braucht, und solange man ihn braucht. Selbst die sch\u00f6nsten Gaben des Herrn, der sich stets seines Volkes annimmt, werden dann zu einem Anspruch, einer Belohnung oder einer Erpressung und so werden sie gerade von denen missverstanden, die sie empfangen. Die Erz\u00e4hlung im Evangelium macht uns also deutlich, dass es falsche Motive gibt, Christus zu suchen, vor allem wenn er als Guru oder Gl\u00fccksbringer betrachtet wird. Auch das Ziel, das sich diese Menschenmenge setzt, ist unangemessen: Sie suchen n\u00e4mlich keinen Meister, den sie lieben wollen, sondern einen Anf\u00fchrer, den sie aus Eigennutz verehren.<\/p>\n<p>\u201eChristus ruft uns zur Freiheit: Er will keine Diener oder Kunden, sondern er sucht Br\u00fcder und Schwestern, denen er sich mit ganzem Herzen widmen kann.\u201c<\/p>\n<p>Ganz anders ist die Haltung Jesu uns gegen\u00fcber: Er weist diese unaufrichtige Suche n\u00e4mlich nicht zur\u00fcck, sondern ermutigt sie zur Umkehr. Er schickt die Menge nicht weg, sondern l\u00e4dt alle ein, zu pr\u00fcfen, was in unserem Herzen vor sich geht. Christus ruft uns zur Freiheit: Er will keine Diener oder Kunden, sondern er sucht Br\u00fcder und Schwestern, denen er sich mit ganzem Herzen widmen kann. Um dieser Liebe im Glauben zu entsprechen, reicht es nicht aus, von Jesus zu h\u00f6ren: Man muss den Sinn seiner Worte aufnehmen. Es reicht auch nicht aus, zu sehen, was Jesus tut: Man muss seiner Initiative folgen und sie nachahmen. Wenn wir im Zeichen des geteilten Brotes den Willen des Erl\u00f6sers erkennen, der sich f\u00fcr uns hingibt, dann n\u00e4hern wir uns der wahren Begegnung mit Jesus, die zur Nachfolge, zum Auftrag und zum Leben wird.<\/p>\n<p>Die Mahnung, die der Herr an die Menge richtet, verwandelt sich so in eine Einladung: \u00bbM\u00fcht euch nicht ab f\u00fcr die Speise, die verdirbt, sondern f\u00fcr die Speise, die f\u00fcr das ewige Leben bleibt\u00ab (Joh 6,27). Mit diesen Worten weist Christus auf sein wahres Geschenk f\u00fcr uns hin: Er verlangt nicht, dass wir uns f\u00fcr das t\u00e4gliche Brot nicht interessieren, welches er vielmehr \u00fcberreich vermehrt und um das zu bitten er uns lehrt. Er erzieht uns zur rechten Art und Weise, das Brot des Lebens zu suchen, die Nahrung, die uns f\u00fcr immer am Leben erh\u00e4lt. Das Verlangen der Menge findet so eine noch gr\u00f6\u00dfere und \u00fcberraschendere Antwort: Jesus gibt uns keine Nahrung, die vergeht, sondern ein Brot, das uns nicht vergehen l\u00e4sst, weil es Nahrung f\u00fcr das ewige Leben ist.<\/p>\n<p>Wenn Ungerechtigkeit die Herzen verdirbt&#8230; <\/p>\n<p>Sein Geschenk wirft ein Licht auf unsere Gegenwart: Wir sehen heute n\u00e4mlich, dass viele Sehns\u00fcchte der Menschen von Gewaltt\u00e4tern zunichtegemacht, von Tyrannen ausgenutzt und vom Reichtum get\u00e4uscht werden. Wenn Ungerechtigkeit die Herzen verdirbt, wird das Brot aller zum Besitz einiger weniger. Angesichts dieser \u00dcbel h\u00f6rt Christus den Schrei der V\u00f6lker und erneuert unsere Geschichte: Er richtet uns nach jedem Sturz wieder auf, er tr\u00f6stet uns in jedem Leid und ermutigt uns in unserer Mission. Wie das lebendige Brot, das er uns immer gibt \u2013 die Eucharistie \u2013, so kennt auch seine Geschichte kein Ende; und deshalb entfernt er das Ende, also den Tod, aus unserer Geschichte, die der Auferstandene mit der Kraft seines Geistes \u00f6ffnet. Christus lebt! Er ist unser Erl\u00f6ser. Das ist das Evangelium, das wir weiterverk\u00fcnden, wodurch alle V\u00f6lker der Erde zu Br\u00fcdern und Schwestern werden. Das ist die Botschaft, die S\u00fcnde in Vergebung verwandelt. Das ist der Glaube, der das Leben rettet!<\/p>\n<p>Das \u00f6sterliche Zeugnis bezieht sich also gewiss auf Christus, den Gekreuzigten, der auferstanden ist, aber gerade deshalb betrifft es auch uns: In ihm findet die Verk\u00fcndigung unserer Auferstehung ihre Stimme. Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um zu sterben. Wir sind nicht geboren, um Sklaven zu werden, weder der Verderbnis des Fleisches noch der der Seele: Jede Form von Unterdr\u00fcckung, Gewalt, Ausbeutung und L\u00fcge leugnet die Auferstehung Christi, jenes h\u00f6chste Geschenk unserer Freiheit. Diese Befreiung vom B\u00f6sen und vom Tod geschieht n\u00e4mlich nicht erst am Ende der Tage, sondern im Alltag. Was m\u00fcssen wir tun, um dieses Geschenk anzunehmen? Das Evangelium selbst lehrt uns dies: \u00bbDas ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat\u00ab (Joh 6,29). Ja, wir glauben! Heute sagen wir dies gemeinsam mit Nachdruck und in Dankbarkeit gegen\u00fcber dir, Herr Jesus. Wir wollen dir folgen und dir in unserem N\u00e4chsten dienen: Dein Wort ist f\u00fcr uns Lebensregel und Ma\u00dfstab der Wahrheit.<\/p>\n<p>\u201eChristus selbst gibt dem Weg Orientierung und Kraft, diesem Weg, den wir immer mehr so leben lernen wollen, wie er sein soll, n\u00e4mlich synodal.\u201c<\/p>\n<p>\u00bbSelig, der nach der Weisung des Herrn wandelt\u00ab (vgl. Ps 119\/118,1): So haben wir im Psalm gesungen. Liebe Br\u00fcder und Schwestern, es ist der Herr, der uns zeigt, wie wir diesen Weg gehen k\u00f6nnen, der nicht immer dem entspricht, was uns dringlich erscheint und auch nicht den Moden der Zeit. Deshalb ist der kirchliche Weg in der Nachfolge Jesu immer eine \u00bbSynode der Auferstehung und der Hoffnung\u00ab (Nachsynodales Apostolisches Schreiben Ecclesia in Africa, 13), wie der heilige Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben f\u00fcr Afrika bekr\u00e4ftigte: Lasst uns in dieser weisen Richtung weitergehen! Mit dem Evangelium im Herzen werdet ihr Mut haben angesichts von Schwierigkeiten und Entt\u00e4uschungen: Der Weg, den Gott uns er\u00f6ffnet hat, verliert sich nicht im Nichts. Der Herr geht n\u00e4mlich immer in unserem Tempo mit, damit wir auf seinem Weg weitergehen k\u00f6nnen: Christus selbst gibt dem Weg Orientierung und Kraft, diesem Weg, den wir immer mehr so leben lernen wollen, wie er sein soll, n\u00e4mlich synodal.<\/p>\n<p>Das Zeugnis des Lebens <\/p>\n<p>Insbesondere \u00bbverk\u00fcndet [die Kirche] die Frohbotschaft nicht allein durch\u00a0die Verk\u00fcndigung des Wortes,\u00a0das sie vom Herrn empfangen hat, sondern auch durch\u00a0das Zeugnis des Lebens,\u00a0durch das die J\u00fcnger Christi Rechenschaft geben \u00fcber den Glauben, die Hoffnung und die Liebe, die sie in sich tragen\u00ab (ebd., 55). Indem wir die Eucharistie, das Brot des ewigen Lebens, teilen, sind wir aufgerufen, unserem Volk mit einer Hingabe zu dienen, die nach jedem Hinfallen wiederaufrichtet, die wiederaufbaut, was die Gewalt zerst\u00f6rt, und die mit Freude br\u00fcderliche Bande kn\u00fcpft. Durch uns bringt das Wirken der g\u00f6ttlichen Gnade vor allem in Widrigkeiten gute Fr\u00fcchte hervor, wie das Beispiel des Protom\u00e4rtyrers Stephanus zeigt (vgl. Apg 6,8-15).<\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, das Zeugnis der M\u00e4rtyrer und Heiligen ermutigt uns und spornt uns zu einem Weg der Hoffnung, der Vers\u00f6hnung und des Friedens an, auf dem die Gabe Gottes zur Aufgabe des Menschen in der Familie, in der christlichen Gemeinschaft und in der Zivilgesellschaft wird. Indem wir diesen Weg gemeinsam im Lichte des Evangeliums beschreiten, w\u00e4chst die Kirche in Angola in jener geistlichen Fruchtbarkeit, die von der Eucharistie ausgeht und sich in der ganzheitlichen F\u00fcrsorge f\u00fcr jeden Einzelnen und das gesamte Volk fortsetzt. Insbesondere ist die Lebendigkeit der Berufungen, die ihr erlebt, ein Zeichen der Antwort auf die Gabe des Herrn, die f\u00fcr den, der sie mit reinem Herzen empf\u00e4ngt, stets reichlich vorhanden ist. Dank des Brotes des neuen Lebens, das wir heute miteinander teilen, k\u00f6nnen wir den Weg der ganzen Kirche fortsetzen, deren Ziel das Reich Gottes, deren Licht der Glaube und deren Seele die Liebe ist.<\/p>\n<p>(vatican news &#8211; mg)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hier in amtlicher \u00dcbersetzung die Predigt, die Papst Leo XIV. an diesem Montag bei der Heiligen Messe in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5393,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[162,169,234,164,800],"class_list":{"0":"post-5392","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-angola","8":"tag-angola","9":"tag-apostolische-reise","10":"tag-messe","11":"tag-papst-leo-xiv","12":"tag-predigt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116438921831259774","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5392","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5392"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5392\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5393"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5392"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5392"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5392"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}