{"id":5538,"date":"2026-04-20T22:54:55","date_gmt":"2026-04-20T22:54:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5538\/"},"modified":"2026-04-20T22:54:55","modified_gmt":"2026-04-20T22:54:55","slug":"fuer-frankreich-steht-nach-dem-putsch-in-niger-viel-auf-dem-spiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5538\/","title":{"rendered":"F\u00fcr Frankreich steht nach dem Putsch in Niger viel auf dem Spiel"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/macron-amtseinfuehrung-101.jpg\" alt=\"Emmanuel Macron im Garten des \u00c9lys\u00e9e-Palast bei der Einf\u00fchrung ins Pr\u00e4sidentenamt.\" title=\"Emmanuel Macron im Garten des \u00c9lys\u00e9e-Palast bei der Einf\u00fchrung ins Pr\u00e4sidentenamt. | EPA\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 29.07.2023 \u2022 04:57 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Der Putsch in Niger hat auch f\u00fcr die Regierung in Paris weitreichende Folgen. Der Sahelstaat ist zentral f\u00fcr Frankreichs Anti-Terror-Strategie. Au\u00dferdem bezieht das Land Uran aus Niger, das es f\u00fcr seine 56 Kernreaktoren braucht.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/julia-borutta-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Julia Borutta\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/julia-borutta-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr Frankreich k\u00f6nnte mit dem Putsch in Niger eine \u00c4ra zu Ende gehen. Die \u00c4ra der France Afrique &#8211; einer von Frankreichs Interessen dominierten und diktierten Zusammenarbeit zwischen den ehemaligen franz\u00f6sischen Kolonialstaaten im Sahel und Paris.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zwar verurteilte Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron den Putsch aufs Sch\u00e4rfste: Der Staatsstreich sei absolut illegitim und sehr gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Nigrer, f\u00fcr den Niger und die Region. Doch Frankreichs Handlungsspielraum ist begrenzt.<\/p>\n<p>    Milit\u00e4rpr\u00e4senz infrage gestellt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das lassen die Worte Macrons ebenfalls erkennen. Nigers demokratisch gew\u00e4hlter Pr\u00e4sident Mohamed Bazoum m\u00fcsse freigelassen werden, forderte er. Frankreich unterst\u00fctze die &#8222;regionalen Organisationen bei den Entscheidungen, die sie zu f\u00e4llen haben.&#8220; Sei es, dass sie auf Vermittlung oder sei es, dass sie auf Sanktion setzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Wir sind an der Seite der regionalen F\u00fchrer, um die Demokratie, die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung zu verteidigen und gegen jede Manipulation zu k\u00e4mpfen&#8220;, erkl\u00e4rte Macron. Der Putsch in Niger ist nach Mali und Burkina Faso der dritte in der Region seit 2020. Er stellt ganz grunds\u00e4tzlich die Milit\u00e4rpr\u00e4senz Frankreichs im Sahel in Frage.<\/p>\n<p>    Neue Regierung in Niamey droht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zwar gibt es in Niger nicht das gleiche antifranz\u00f6sische Ressentiment wie zuletzt in Mali. Doch haben die nigrischen Putschisten die franz\u00f6sische Regierung unmissverst\u00e4ndlich wissen lassen, dass sie keinerlei Einmischung in innere Angelegenheiten dulden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Am Donnerstagnachmittag schickten sie eine Warnung per Videobotschaft an Paris, nachdem fr\u00fch morgens eine franz\u00f6sische Milit\u00e4rmaschine in der Hauptstadt Niamey gelandet war: Dieser Akt verletze die Anordnungen des neuen Nationalrates, der die Schlie\u00dfung der Grenzen beschlossen habe, hie\u00df es darin. Man rufe den franz\u00f6sischen Partner dazu auf, die Ma\u00dfnahmen der neuen Chefs in der Hauptstadt Niamey strikt zu befolgen.<\/p>\n<p>    Noch ist keine Entscheidung gefallen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Niger sind zwischen 1.500 und 2.000 franz\u00f6sische Soldaten stationiert. 5.000 Container mit Milit\u00e4rmaterial sollen in Niamey lagern. F\u00fcr Frankreich und den Westen steht nun viel auf dem Spiel, erkl\u00e4rt Afrikaexperte und Journalist Antoine Glaser im Fernsehsender TV5 Monde. Niamey sei nach dem Putsch in Mali die geostrategische Bastion des Westens geworden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nicht mehr in Niger stationiert sein zu k\u00f6nnen, w\u00e4re ein enormer Verlust. Noch sei keine Entscheidung gefallen, aber: &#8222;Es ist schwer vorstellbar, dass Frankreich &#8211; ein Land, dass Putschversuche stets verurteilt &#8211; die eigenen Truppen in einem Land belassen wird, wo es einen Staatsstreich gegeben hat.&#8220;<\/p>\n<p>    Erst im Mai neue Uran-Vertr\u00e4ge unterzeichnet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sollte die milit\u00e4rische Kooperation zwischen Frankreich und Niger dauerhaft unm\u00f6glich werden, ist aber nicht nur Frankreichs Anti-Terror-Mission bedroht. Auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden L\u00e4ndern k\u00f6nnte dann schwieriger werden. Frankreich bezieht den f\u00fcr den Betrieb der Atomreaktoren zentralen Rohstoff Uran aus Niger.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">20 Prozent der franz\u00f6sischen Uran-Importe kommen aus dem Sahelstaat. Erst im Mai dieses Jahres hat der franz\u00f6sische Atomkonzern Orano neue Vertr\u00e4ge mit der nigrischen Regierung unterzeichnet. Bis 2040 soll der franz\u00f6sische Uran-Abbau in Niger verl\u00e4ngert werden, erkl\u00e4rte der f\u00fcr das Minengesch\u00e4ft zust\u00e4ndige Orano Chef, Nicolas Maes, bei der Vertragsunterzeichnung: &#8222;Wir engagieren uns gemeinsam, damit diese Mine so lang wie m\u00f6glich betrieben werden kann.&#8220;<\/p>\n<p>    Uran-Vertr\u00e4ge als R\u00fcckversicherung?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In einer Zeit, da man den Uran-Bezug aus dem Einflussbereich Russlands minimieren will, sind die Minen in Niger ein zentraler Baustein von Frankreichs Diversifizierungsstrategie. Sollten die Uran-Vertr\u00e4ge mit dem Niger wegen des Putsches gef\u00e4hrdet sein, h\u00e4tte Frankreichs Energiewirtschaft ein Problem. Vielleicht aber ist auch gerade die f\u00fcr Niamey lukrative wirtschaftliche Kooperation mit Frankreich die einzige R\u00fcckversicherung f\u00fcr Paris, nicht ganz den Einfluss in Niger zu verlieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 29.07.2023 \u2022 04:57 Uhr Der Putsch in Niger hat auch f\u00fcr die Regierung in Paris weitreichende Folgen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5539,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[243],"tags":[331,366],"class_list":{"0":"post-5538","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-niger","8":"tag-frankreich","9":"tag-niger"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@afrika\/116439503487214286","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5538","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5538"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5538\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5539"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5538"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5538"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5538"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}