{"id":5581,"date":"2026-04-20T23:41:30","date_gmt":"2026-04-20T23:41:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5581\/"},"modified":"2026-04-20T23:41:30","modified_gmt":"2026-04-20T23:41:30","slug":"suedafrika-diskutiert-ueber-export-von-nashornhorn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/5581\/","title":{"rendered":"S\u00fcdafrika diskutiert \u00fcber Export von Nashornhorn"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nashorn-140.jpg\" alt=\"Ein Ranger steht neben einem bet\u00e4ubten Nashorn, dessen Horn entfernt wurde. (Archivbild: 03.02.2016)\" title=\"Ein Ranger steht neben einem bet\u00e4ubten Nashorn, dessen Horn entfernt wurde. (Archivbild: 03.02.2016) | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 24.11.2025 \u2022 04:24 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Der Handel mit Nashornhorn ist laut internationalem Abkommen verboten. Dagegen hat in S\u00fcdafrika eine Rhinozeros-Farm geklagt &#8211; und Recht bekommen. Ein Einzelfall, der aber weitreichende Folgen haben k\u00f6nnte.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/stephan-ueberbach-112.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Stephan Ueberbach\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/afrika\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ueberbach-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es ist ein Gerichtsurteil mit wom\u00f6glich weitreichenden Folgen. Denn der High Court in Kimberley hat entschieden, dass der Verkauf von Nashornhorn ins Ausland nicht grunds\u00e4tzlich ausgeschlossen ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Geklagt hatte eine private Rhinozeros-Farm in der s\u00fcdafrikanischen Provinz Northern Cape, auf der rund 430 Breitmaulnash\u00f6rner gehalten werden. Der Betreiber wollte H\u00f6rner exportieren, die von den gez\u00fcchteten Tieren stammen. H\u00f6rner, die regelm\u00e4\u00dfig nachwachsen, wenn sie fachgerecht abgeschnitten werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde, S\u00fcdafrikas Umweltministerium, hatte den Antrag abgelehnt und darauf verwiesen, dass der internationale Handel mit Nashornhorn durch das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES grunds\u00e4tzlich verboten sei.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Zwei Nash\u00f6rner stehen im Dinokeng Game Reserve in der N\u00e4he von Hammanskraal, S\u00fcdafrika.\n                    <\/p>\n<p>    Gericht: Ausnahmen von Handelsverbot erlaubt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Ansicht des Gerichts sieht die CITES-\u00dcbereinkunft aber unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen vor &#8211; n\u00e4mlich dann, wenn die H\u00f6rner von Tieren aus spezialisierten Zuchtbetrieben stammen und der Verkauf keinen kommerziellen, sondern wissenschaftlichen Zwecken dient.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Au\u00dferdem m\u00fcssen die legale Herkunft des Hornmaterials nachgewiesen, die Lieferkette l\u00fcckenlos dokumentiert und die Zustimmung der Importl\u00e4nder eingeholt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Obwohl es sich bei der Entscheidung um einen Einzelfall handelt und keine generelle Freigabe von Horn-Exporten bedeutet, k\u00f6nnte sie weitreichende politische und rechtliche Folgen haben.<\/p>\n<p>    Nashornz\u00fcchter halten Urteil f\u00fcr &#8222;wegweisend&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auf jeden Fall befeuert das Urteil die Debatte \u00fcber den richtigen Weg beim Schutz bedrohter Tierarten neu. Schon lange n\u00e4mlich verlangen private Nashornz\u00fcchter, von denen es in S\u00fcdafrika eine ganze Reihe gibt, den internationalen Handel mit H\u00f6rnern und Hornprodukten freizugeben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie begr\u00fcnden das vor allem mit den enormen Kosten f\u00fcr die Sicherheitsvorkehrungen. Um ihre Tiere vor Wilderern zu sch\u00fctzen, geben die Farmer f\u00fcr bewaffnete Ranger, \u00dcberwachungsanlagen, Drohnen und Elektroz\u00e4une Millionensummen aus. Viele stehen deshalb wirtschaftlich unter Druck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Verband privater Nashornz\u00fcchter h\u00e4lt das Urteil daher f\u00fcr eine &#8222;wegweisende Entscheidung&#8220; &#8211; auch, weil dadurch das Abschlachten der Rhinozerosse durch Wilderer einged\u00e4mmt werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Die Artenschutzkonferenz in Usbekistan<\/p>\n<p>        Die 185 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutz\u00fcbereinkommens CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) treffen sich seit dem 24. November im usbekischen Samarkand zur internationalen Artenschutzkonferenz. Etwa zwei Wochen lang werden sie dort \u00fcber die Regeln f\u00fcr den Handel gef\u00e4hrdeter Tier- und Pflanzenarten verhandeln. <br \/>Thema sind etwa der Handel mit Elfenbein und dem Horn von Nash\u00f6rnern &#8211; aber auch der Schutz einheimischer Arten. So gibt es einen Antrag, den Handel mit s\u00e4mtlichen Aalarten einzuschr\u00e4nken. Au\u00dferdem sollten Fr\u00f6sche in den Artenschutz aufgenommen werden, hei\u00dft es in einem Antrag unter anderem der EU. Bislang beschr\u00e4nkt oder verbietet das \u00dcbereinkommen den Handel mit mehr als 40.000 Tier- und Pflanzenarten.<\/p>\n<p>    Rekordpreise auf dem Schwarzmarkt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Handel mit Nashornhorn ist ein \u00e4u\u00dferst lukratives Gesch\u00e4ft. Es besteht zwar wie menschliche Fingern\u00e4gel nur aus Keratin und hat keinerlei medizinische Wirkung. Die H\u00f6rner werden auf den Schwarzm\u00e4rkten trotzdem zu Rekordpreisen gehandelt, denn bei traditionellen asiatischen Heilern gelten sie als Wundermittel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Kilo Rohmaterial bringt mehr als 20.000 Euro, verarbeitete Hornprodukte sogar noch mehr. In S\u00fcdafrika sind im vergangenen Jahr 420 Tiere der Wilderei zum Opfer gefallen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass ein begrenzter Verkauf lizensierter H\u00f6rner auch illegalen Exporten T\u00fcr und Tor \u00f6ffnen k\u00f6nnte, glaubt der Z\u00fcchterverband nicht und verweist auf die strengen Kontrollmechanismen und Genehmigungsprozesse in S\u00fcdafrika.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jedes einzelne Horn, das abges\u00e4gt oder durch den nat\u00fcrlichen Tod eines Nashorns gewonnen werde, durchlaufe ein Registrierungsverfahren. Die Lizenz k\u00f6nne man mit einer Geburtsurkunde bei Menschen vergleichen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jedes Horn werde mit einem Mikrochip versehen und habe eine eindeutige Nummer. \u00dcber DNA-Abgleiche k\u00f6nne man seine Herkunft zur\u00fcckverfolgen. Damit sei ausgeschlossen, dass gewilderte H\u00f6rner, sogenannte &#8222;Bluth\u00f6rner&#8220;, in den legalen Markt gelangten.<\/p>\n<p>    Natursch\u00fctzer bef\u00fcrchten Ausweitung des illegalen Handels<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Naturschutzorganisationen wie der World Wide Fund for Nature (WWF) bezweifeln das. Sie glauben, dass die Vollzugsbeh\u00f6rden hoffnungslos damit \u00fcberfordert w\u00e4ren, zwischen legalen und illegalen H\u00f6rnern zu unterscheiden. Das gelte vor allem f\u00fcr die Ziell\u00e4nder in Asien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Au\u00dferdem sei zu bef\u00fcrchten, dass die Nachfrage in Fernost mit einer Legalisierung des Hornhandels weiter angeheizt werde. Dabei w\u00e4re schon heute alleine der Bedarf in Vietnam mit legal gewonnenen H\u00f6rnern nicht zu decken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aktuell liegen rund 80 Tonnen Rhino-Horn in s\u00fcdafrikanischen Lagern. Ein Drittel davon bei staatlichen Stellen, zwei Drittel bei privaten Z\u00fcchtern. Auf dem Schwarzmarkt h\u00e4tte diese Menge einen Wert von umgerechnet knapp zwei Milliarden Euro.<\/p>\n<p>    Neuer Umweltminister offener in Sachen Hornhandel?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">S\u00fcdafrikas Regierung lehnt internationale Horn-Exporte allerdings nach wie vor ab. Man f\u00fchle sich uneingeschr\u00e4nkt dem CITES-Verbot des kommerziellen Handels mit Elfenbein und Nashornhorn verpflichtet, hei\u00dft es in einer Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gleichzeitig pr\u00fcft das zust\u00e4ndige Umweltministerium, ob es gegen das Urteil Berufung einlegt &#8211; oder den Exportantrag jetzt doch genehmigt. Pikant dabei: Gerade hat Staatspr\u00e4sident Cyril Ramaphosa einen neuen Ressortchef ernannt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der bisherige Minister Dion George hatte den internationalen Hornhandel immer klar abgelehnt. Seinem Nachfolger Willem Aucamp wird nicht nur eine offenere Haltung in dieser Frage nachgesagt, sondern auch eine enge Verbindung zur privaten Wildtierbranche.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Fazit: Die Richter in Kimberley haben zwar die T\u00fcr f\u00fcr Exporte von Nashornhorn einen Spalt breit aufgesto\u00dfen. Was das Urteil mittel- und langfristig f\u00fcr S\u00fcdafrikas Nashorn-Politik des Landes bedeutet, ist damit aber noch l\u00e4ngst nicht entschieden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 24.11.2025 \u2022 04:24 Uhr Der Handel mit Nashornhorn ist laut internationalem Abkommen verboten. 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